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Aufwandsrückstellungen in der Praxis

Title: Aufwandsrückstellungen in der Praxis

Research Paper (undergraduate) , 2003 , 28 Pages , Grade: zwei

Autor:in: Niels Ommen (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Der Gesetzgeber hat im Rahmen des Bilanzrichtlinie-Gesetzes von 1985 die Zulassung von Aufwandsrückstellungen wesentlich erweitert. Das Thema Aufwandsrückstellungen ist bis heute noch aktuell, weil seit der Einführung viele Autoren hierzu Stellung bezogen haben und eine eindeutige Festlegung des Anwendungsbereiches dieser Rückstellungsart nicht möglich ist. Zuletzt waren die Euro-Einführung und der Jahrtausend-Wechsel Sachverhalte, bei denen über die Bildung von Aufwandsrückstellungen diskutiert wurde. Der Zeitablauf hat diese Sachverhalte von selbst erledigt. Aber heute besitzen Sachverhalte wie Großreparaturen, Standortverlegungen, Forschungs- und Entwicklungskosten, Werbemaßnahmen noch immer an Aktualität, obwohl seit Einführung des erweiterten Rückstellungsbegriffes geraume Zeit verstrichen ist.
Da unter dem Begriff Aufwandsrückstellungen verschiedene Sachverhalte subsumiert werden, muss eine Unterteilung vorgenommen werden. Die Aufwandsrückstellungen unterteilen sich in Rückstellungen für Aufwendungen für unterlassene Instandhaltungen und für Abraumbeseitigung, wenn diese Maßnahmen innerhalb des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden, sowie in Rückstellungen für in ihrer Eigenart nach genau umschriebenen Aufwendungen. Problematisch erscheinen besonders die Rückstellungen für in ihrer Eigenart nach genau umschriebene Aufwendungen, weil der Gesetzgeber es unterlassen hat, eine genaue Festlegung der zu berücksichtigenden Aufwendungen zu treffen. Es erfolgte nur eine Einengung dieses Rückstellungsbegriffes durch die gesetzlich definierten Voraussetzungen, wie für ihrer Eigenart nach genau umschriebenen, dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnende Aufwendungen, die am Abschlussstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt sind. Durch diese Voraussetzung wollte der Gesetzgeber einer Erweiterung des Rückstellungsbegriffes entgegenwirken und eine Abgrenzung zu der allgemeinen Vorsorge durch die Rücklagen treffen. Die Herleitung eines Vergangenheitsbezugs für zukünftige Ausgaben, die durch den § 249 Abs. 2 HGB vorweggenommen werden sollen, erscheint mir besonders problematisch.
Ich möchte mich in dieser Arbeit mit den Aufwandsrückstellungen, insbesondere mit denen gemäß § 249 Abs. 2 HGB befassen und erläutern, warum diese Rückstellungen noch heute so problematisch sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2 Aufwandsrückstellungen im Allgemeinen

2.1 Begriff

2.2 Historische Entwicklung

2.3 Voraussetzungen

2.3.1 Die ihrer Eigenart nach genau umschriebene Aufwendungen

2.3.2 Die zeitliche Zuordnung

2.3.3 Die Wahrscheinlichkeit und Sicherheit des Ausgabenanfalls

2.3.4 Die Unbestimmtheit von Höhe und Zeitpunkt des Eintritts

2.3.5 Weitere Voraussetzungen

3 Problemkreise

3.1 Das Ansatzwahlrecht der Aufwandsrückstellungen

3.2 Abgrenzung zu den Rücklagen

3.3 Vergangenheitsbezogenheit

3.3.1 Grundsätzliches

3.3.2 Großreparaturen

3.3.3 Forschungs- und Entwicklungskosten

3.3.4 Werbemaßnahmen

3.3.5 Umzugs- und Geschäftsverlegungsaufwand

3.4 Nachholung von Aufwandsrückstellungen

3.5 Aktivierungspflicht der zukünftigen Ausgaben

3.6 Bewertung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Problematik von Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB zu untersuchen und zu erläutern, warum diese trotz des erweiterten Rückstellungsbegriffs in der Praxis weiterhin strittig sind. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Abgrenzung und dem Vergangenheitsbezug dieser Rückstellungsart.

  • Grundlagen und Voraussetzungen von Aufwandsrückstellungen
  • Analyse des Ansatzwahlrechts und bilanzpolitische Gestaltungsspielräume
  • Die Herausforderung des Vergangenheitsbezugs bei verschiedenen Aufwandskategorien
  • Kritische Bewertung der aktuellen Rechnungslegungspraxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ansatzwahlrecht der Aufwandsrückstellungen

Der § 249 Abs. 2 HGB räumt dem Bilanzierenden ein Passivierungswahlrecht für die Aufwandsrückstellungen ein. Durch dieses Ansatzwahlrecht hat der Kaufmann bilanzpolitische Möglichkeiten, Vorsorge für zukünftig anfallende Ausgaben zu treffen. Da der Kaufmann entscheiden kann, ob er für bestimmte Sachverhalte eine Rückstellung bildet oder nicht, wird ihm ein erheblicher Ermessensspielraum eingeräumt, der zudem eine gewisse Manipulationsgefahr in sich birgt. Dem Kaufmann bietet sich aufgrund des Grundsatzes der Einzelbewertung eine selektive Auswahlmöglichkeit. Er kann gleich gelagerte Einzelfälle unterschiedlich behandeln, indem er für einen Tatbestand eine Aufwandsrückstellung bildet und für einen weiteren gleichen Tatbestand diese Rückstellungsbildung unterlässt.

Der Bilanzierende hat hierbei nur das Willkürverbot zu beachten, indem die Nutzung des Ansatzwahlrechts nach § 249 Abs. 2 HGB für einen Dritten nachvollziehbar ausgeübt wird, um die Beeinflussung des bilanziellen Jahresergebnisses einzuschränken. Trotzdem verliert die Rechnungslegung an Objektivität, wenn dem Bilanzierenden so weitgehende Ansatzwahlrechte eingeräumt werden. Für den Bilanzleser wird der Jahresabschluss in seiner Vergleichbarkeit eingeschränkt, wenn keine einheitliche Rückstellungsbildung gewährleistet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einführung in das Thema der Aufwandsrückstellungen und Darstellung der fortdauernden Aktualität trotz gesetzlicher Erweiterungen seit 1985.

2 Aufwandsrückstellungen im Allgemeinen: Erläuterung des Begriffs der Aufwandsrückstellung als Innenverpflichtung sowie der historischen Entwicklung und allgemeinen Voraussetzungen.

3 Problemkreise: Detaillierte Untersuchung der Herausforderungen bei Ansatz, Abgrenzung, Vergangenheitsbezug, Nachholung und Bewertung von Aufwandsrückstellungen.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Problematik, insbesondere im Hinblick auf bilanzpolitische Ermessensspielräume und die internationale Entwicklung durch die IAS.

Schlüsselwörter

Aufwandsrückstellungen, HGB, § 249 Abs. 2 HGB, Bilanzpolitik, Passivierungswahlrecht, Vergangenheitsbezug, Realisationsprinzip, Großreparaturen, Innenverpflichtungen, Periodenabgrenzung, Bewertung, Vorsichtsprinzip, Handelsbilanz, Ermessensspielraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die komplexe Problematik der sogenannten Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB im deutschen Handelsrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Voraussetzungen für die Bildung, die bilanzpolitischen Gestaltungsspielräume durch das Passivierungswahlrecht sowie die Abgrenzungsproblematik gegenüber Rücklagen und anderen Rückstellungsarten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Bildung von Aufwandsrückstellungen in der Praxis nach wie vor problematisch ist und zu einer Beeinträchtigung der Objektivität sowie Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die auf Kommentaren, Fachzeitschriften, Rechtsquellen und aktuellen Rechtsprechungen (BFH, BGH) basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Problemkreise wie das Ansatzwahlrecht, die Anforderung eines Vergangenheitsbezugs, die Nachholung unterlassener Rückstellungen sowie die Bewertungsmethodik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den Aufwandsrückstellungen insbesondere Bilanzpolitik, Passivierungswahlrecht, Vergangenheitsbezug und die Periodenabgrenzung.

Warum ist der Vergangenheitsbezug bei Aufwandsrückstellungen so kritisch?

Da Aufwandsrückstellungen für zukünftige Ausgaben gebildet werden, stellt sich die rechtliche und betriebswirtschaftliche Frage, ob und wie diese Ausgaben mit Leistungen oder Erträgen aus der Vergangenheit ursächlich verknüpft werden können.

Wie wirken sich die Bilanzskandale auf die Sichtweise des Autors aus?

Der Autor argumentiert, dass angesichts internationaler Bilanzskandale dem bilanzierenden Kaufmann durch den Gesetzgeber weniger weitreichende Entscheidungsfreiheiten eingeräumt werden sollten, um die Objektivität der Rechnungslegung zu stärken.

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Details

Title
Aufwandsrückstellungen in der Praxis
College
University of Applied Sciences Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Wilhelmshaven  (Fachbereich Wirtschaft)
Course
Rechnungslegung und Prüfung
Grade
zwei
Author
Niels Ommen (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V13336
ISBN (eBook)
9783638190206
Language
German
Tags
Aufwandsrückstellungen Rückstellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niels Ommen (Author), 2003, Aufwandsrückstellungen in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13336
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