Die Polizei in der Weimarer Republik


Seminararbeit, 1997
16 Seiten, Note: 2

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Ein neuer Polizeiapparat entsteht
3.1. Auflösung der Sicherheitspolizei
3.2. Organisation und Ausbildung der Schutzpolizei

4. Die Schutzpolizei im Einsatz gegen die Agitationen von KPD- und NSDAP- Anhängern
4.1. Die Jahre 1920-1929
4. 2. Die Krisenjahre 1929-1932
4. 2.1. Die preußische Schutzpolizei im Einsatz gegen die Agitationen der Kommunisten
4.2.1.1. Der Blutmai in Berlin 1929
4.2.1. 2. Die KPD gibt ihren offenen Kampf gegen die Polizei auf
4.2.2. Die Konfrontation zwischen Kom- munisten und Nationalsozialisten - Die preußische Schutzpolizei in der Bewährungsprobe
4.2.3. Die preußische Schutzpolizei im Kampf gegen die NSDAP

5. Schlussbetrachtung - Die Polizei und das Scheitern der Weimarer Republik

6. Literaturverzeichnis

2. Einleitung

Die Polizei übernahm erstmals im Laufe ihrer Geschichte in den zwanziger Jahren, in der Weimarer Republik, einen noch nie da gewesenen Umfang an Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung. Sie wurde zu einem bedeutenden Symbol der Staatsgewalt und zum Instrument zur Bekämpfung gegen Verbrechen und Gesetzlosigkeit. Diese Seminararbeit soll zu Beginn kurz darstellen, wie dieser neue Polizeiapparat entstand, was in kennzeichnete und worin die Aufgaben eines damaligen Polizeibeamten bestanden. Im Hauptteil der Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Polizei in der Weimarer Republik ihrer ursprünglich wichtigsten Aufgabe, dem Schutz der Staats- und Rechtsordnung vor Unruhen und Aufständen gerecht wurde und inwieweit sie am Scheitern der Weimarer Republik beteiligt war. Ein Schwerpunkt soll hier auf die letzten Jahre der Weimarer Republik (1929-1932) gelegt sein, da sich ab diesem Zeitpunkt die damalige Schutzpolizei, was die Agitationen von der KPD, aber letzten Endes besonders von der NSDAP betrifft, immer weniger Herr der Lage sah. An dieser Stelle sei angemerkt, dass aufgrund der eingeschränkten Länge der Arbeit auf max. 15 Seiten, kein Bezug auf die Verwaltungs- und Kriminalpolizei, die neben der Schutzpolizei bestand hatte, genommen werden kann.

Was die zitierte Literatur betrifft, so stützt sich die Arbeit im wesentlichen auf zwei Werke:

Leßmann, Peter: Streifendienst und Straßenkampf. Die preußische Schutzpolizei in der Weimarer Republik, Bochum 1987.

Liang, Hsi-Huey: Die Berliner Polizei in der Weimarer Republik, New York 1997.

Des weiteren findet eine Veröffentlichung der Polizeiführung von Ferdinand Friedensburg (1925-1927 Polizei- Vizepräsident von Berlin) Berücksichtigung.

3. Ein neuer Polizeiapparat entsteht

3.1. Auflösung der Sicherheitspolizei

Am 22. Juni 1920 wurde von den Alliierten in der Boulogner Note ein Ultimatum für die Auflösung der damaligen Sicherheitspolizei gestellt, da diese zu militärisch organisiert wäre.[1] Dies hatte zur Folge, daß am 4. Oktober, zwei Tage vor Ablauf des Ultimatums, die Sicherheitspolizei aufgelöst wurde und eine Umbildung der Polizei durch den Erlass Carl Severings (preußischer Innenminister) stattfand. In diesem Erlass waren die Aufgaben der neuen Polizei, der Schutzpolizei, allgemein definiert: „Schutz des Staates und des Gemeinwesens, der Personen, des Eigentums... Verhütung von strafbaren Handlungen...Erhaltung der öffentlichen Sicherheit bei Gelegenheit des Zusammenströmens größerer Menschenmengen".[2] Weitere Anordnungen folgten in dem Erlass über die Richtlinien für die Organisation der Schutzpolizei vom 20. November 1920. Des weiteren hieß es: „Die Polizei ist die Schützerin der Armen und Schwachen. In dem Augenblick der Bedrohung wird sie auch sein: Schützerin der Freiheit und des Rechts.“[3] Zur Organisation und Ausbildung der Schutzpolizei soll im späteren noch konkreteres gesagt sein. Einen Abschluss der Einflussnahmen der Alliierten auf die Gestaltung der deutschen Länderpolizeien fanden allerdings erst mit der ultimativen Note vom 10. April 1922 statt, die die Länder zu einer weiteren Umgestaltung des Polizeiwesens aufforderte.[4] So lässt sich feststellen, dass es fast zwei Jahre dauerte, bis die Schutzpolizei vollständig, den Wünschen der Alliierten entsprechend, umstrukturiert war.

Im weiteren soll kurz dargestellt werden, wie die Schutzpolizei organisiert und ausgebildet wurde.

3.2. Organisation und Ausbildung der Schutzpolizei:

Was die Organisation und Ausbildung betrifft, so lässt sich schon zu Beginn anmerken, dass sie zwar nach der Weimarer Reichsverfassung Landesangelegenheit, aber trotzdem in allen Ländern etwa vergleichbar war. Die Schutzpolizei war örtlich zuständig und der örtlichen Polizeiverwaltung sowie den Regierungspräsidenten als Landesbehörde unterstellt. Sie gliederte sich in Abteilungen und Hundertschaften und sog. Technische Verbände. So wurde das Kommando der Schutzpolizei in Berlin von einem Kommandeur im Range eines Generals der Polizei geleitet. Berlin wurde in sechs Polizeigruppen aufgeteilt, denen 21 Polizei-Inspektionen untergeordnet waren und jeweils von einem Polizei-Major oder Polizei-Oberleutnant geleitet wurden. Die Inspektionen waren wiederum in insgesamt 161 Polizeireviere unterteilt, welche jeweils einem Polizeihauptmann unterstanden.[5]

Was die Ausbildung betrifft, so musste jeder Polizeibeamte eine militärische Ausbildung absolvieren, und sein erstes Jahr als Polizeianwärter an der Polizeischule, wo er vor allem in der Waffenkunde ausgebildet wurde, verbringen. Hiernach dienten sie die folgenden Jahre in einer Bereitschaft, welche den Inspektionen zugeteilt waren und den zukünftigen Schutzpolizisten auf die Revierarbeit vorbereiten sollte. Hierauf folgte ein weiterer viermonatiger Lehrgang an der Polizeischule, wonach der Anwärter in den Revierdienst übernommen werden konnte.[6]

4. Die Schutzpolizei im Einsatz gegen die Agitationen von KPD- und NSDAP-Anhängern

Der folgende Teil der Arbeit soll die Aktivitäten der Polizei gegen die Agitationen von KPD und besonders von NSDAP untersuchen. Diese Untersuchung richtet ihr Augenmerk auf Beispiele von Einsätzen der damals größten Polizei, der preußischen Schutzpolizei, insbesondere in der Hauptstadt Berlin. Des weiteren soll, wie auch in der Einleitung schon formuliert, hierbei ein Schwerpunkt auf die Krisenjahre der Weimarer Republik (1929-32) gelegt sein.

[...]


[1] Leßmann: 1987, S. 89.

[2] Ebda., S. 97.

[3] Harnischmacher: 1986, S. 91.

[4] Leßmann: 1987, S. 100.

[5] Liang: 1977, S. 61.

Vgl. a. Leßmann: 1987, S. 98-101.

[6] Liang: 1977, S. 62-63.

Vgl. a. Friedensburg: 1959, S. 175.

Vgl. zur Vertiefung a. Leßmann: 1987, S. 226-253.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Polizei in der Weimarer Republik
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Der Fall Haarmann und die politische Kultur der Weimarer Republik
Note
2
Autor
Jahr
1997
Seiten
16
Katalognummer
V13337
ISBN (eBook)
9783638190213
ISBN (Buch)
9783640767519
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Polizei, Weimarer, Republik, Fall, Haarmann, Kultur
Arbeit zitieren
Michael Fischer (Autor), 1997, Die Polizei in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13337

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