Die Arbeit setzt sich mit dem Classroom Management auseinander und beantwortet dabei folgende Fragen: Wie kann man guten Unterricht machen? Wie verhindere ich, dass abgehängte Schülerinnen und Schüler durch Unterrichtsstörungen sich und andere am Lernen hindern? Wie beuge ich Unterrichtsstörungen vor? Wie führe ich effizient eine Klasse?
Hatte man früher Lernen, das heißt Bildungsstandards als Schülerkompetenzen thematisiert, so richtet sich seit etwa 2000 das Augenmerk mehr auf das Lehren, das heißt Professionalitätsstandards, Lehrerkompetenzen. Unterricht wurde in diesem Sinne erforscht. Dafür setzte man Unterrichtsvideos ein und entwickelte Ratingsysteme fachunabhängiger Qualitätsmerkmale, also Merkmale, die die Rahmenbedingungen zu den jeweiligen Unterrichtsdidaktiken bildeten.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Empirische Wende: “Auf den Lehrer kommt es an“
III Was ist Unterricht?
IV Was ist guter Unterricht?
V Klassenführung, Klassenmanagement, Classroom Management
VI Der Ansatz Kounin
VII Der Ansatz Evertson
VIII Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Kounin und Evertson
IX Classroom-Management als Prävention
X Schlussfolgerung
XI Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Classroom Management als präventive Strategie zur Gestaltung eines effizienten Unterrichts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine Lehrkraft durch professionelle Klassenführung Unterrichtsstörungen vorbeugen, Lernzeit maximieren und eine produktive Lernumgebung für alle Schülerinnen und Schüler schaffen kann.
- Erkenntnisse der empirischen Unterrichtsforschung
- Merkmale und Qualitätskriterien für guten Unterricht
- Vergleichende Analyse der Ansätze von Kounin und Evertson
- Klassenführung als Instrument der Prävention
- Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit für den Unterrichtserfolg
Auszug aus dem Buch
VI Der Ansatz Kounin
Jakob Kounin erforschte die Techniken der Gruppenführung (2006). Dabei stellte sich die Frage: Gibt es Lehrertechniken (z. B. Zurechtweisungen), die das Verhalten der Schüler voraussagen?
Sein Forschungsergebnis: Es gibt keine signifikante Korrelation zwischen Disziplinierungstechniken wie z.B. dem Zurechtweisungsverhalten und dem Störverhalten der Schülerinnen und Schüler.
Mit Hilfe von Videoaufnahmen in 80 Grundschulklassen ging Kounin der Frage nach: Was machen Lehrer, um bestimmte Verhaltensweisen bei Schüler hervorzurufen?
Er entdeckte Lehrertechniken, die sich wirksamer als Disziplinierungstechniken erwiesen. Mit Hilfe dieser Lehrertechniken konnte er das Fehlverhalten der Schülerinnen und Schüler deutlich reduzieren und deren Arbeitsbereitschaft fördern. Seine Befunde lenkten den Fokus weg von der Kontrolle und den Sanktionen von Fehlverhalten hin zu einem “effizienten Classroom Management“.
Er definierte effizientes Classroom Management „als die Fähigkeit eine hohe Mitarbeitsrate bei niedriger Fehlverhalten im Unterricht zu erzielen“ (Kounin, 2006, S. 75).
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Autorin reflektiert ihre eigene Schulbiografie und leitet daraus die zentrale Fragestellung nach einer effizienten Klassenführung als Mittel gegen Unterrichtsstörungen ab.
II Empirische Wende: “Auf den Lehrer kommt es an“: Dieses Kapitel thematisiert den Paradigmenwechsel von der reinen Betrachtung von Schülerkompetenzen hin zu Professionalitätsstandards und Lehrerkompetenzen seit dem Jahr 2000.
III Was ist Unterricht?: Unterricht wird hier als komplexes, prozessuales Beziehungsgeflecht definiert, das von zahlreichen Einflussfaktoren wie Lehrerpersönlichkeit, Klasse und Rahmenbedingungen abhängt.
IV Was ist guter Unterricht?: Auf Basis von Experten wie Hilbert Meyer und Andreas Helmke werden zentrale Qualitätsmerkmale für effektiven Unterricht zusammengefasst, wobei der effizienten Klassenführung eine Schlüsselrolle beigemessen wird.
V Klassenführung, Klassenmanagement, Classroom Management: Es wird diskutiert, wie sich das Verständnis von Klassenführung vom Disziplinieren hin zu einem ganzheitlichen Classroom Management als internationalem Standard entwickelt hat.
VI Der Ansatz Kounin: Dieser Abschnitt erläutert die Forschungsergebnisse von Jacob Kounin, der belegte, dass Prävention und effiziente Gruppenführung wirksamer sind als bloße Disziplinierungsmaßnahmen.
VII Der Ansatz Evertson: Hier werden die elf Punkte für ein effizientes Klassenmanagement nach Evertson vorgestellt, die den Fokus auf Struktur, Regeln und die Teilverantwortung der Schüler legen.
VIII Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Kounin und Evertson: Die Ansätze werden gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten in der Wertschätzung aktiver Lernzeit, aber Unterschiede in der Rollenverteilung zwischen Lehrkraft und Schülern deutlich werden.
IX Classroom-Management als Prävention: Es wird dargelegt, wie Classroom Management als vorbeugendes Handeln dient, um durch eine gelungene Planung und Interaktion Unterrichtsstörungen gar nicht erst entstehen zu lassen.
X Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass erfahrenere Lehrkräfte eher auf präventive Strukturen setzen als Novizen, und betont die Bedeutung einer gefestigten Lehrerpersönlichkeit für die Chancengleichheit.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Klassenführung, Unterrichtsqualität, Prävention, Lehrerkompetenz, Jacob Kounin, Carolyn M. Evertson, aktive Lernzeit, Lehrerpersönlichkeit, Unterrichtsstörungen, Schulentwicklung, Bildungswissenschaften, Sozialisation, Lernprozess, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert Möglichkeiten, wie Lehrkräfte durch professionelles Classroom Management effizienten Unterricht gestalten können, um Störungen präventiv zu vermeiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Klassenführung, der Qualität von Unterricht, den Ansätzen von Kounin und Evertson sowie der Rolle der präventiven Unterrichtsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine effiziente Klassenführung eine störungsfreie Lernumgebung geschaffen werden kann, in der alle Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entfalten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich etablierter pädagogischer Konzepte zur Klassenführung und Unterrichtsgestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen von gutem Unterricht, den spezifischen Konzepten von Kounin und Evertson und analysiert, wie diese Ansätze zur Prävention von Unterrichtsstörungen beitragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Classroom Management, Klassenführung, aktive Lernzeit, Prävention und Lehrerprofessionalität.
Warum unterscheidet sich die Sichtweise von Novizen und Experten?
Novizen fokussieren oft auf Disziplinierung und Kontrolle, während Experten durch ihre Erfahrung zur Einsicht gelangen, dass eine proaktive Planung und ein durchdachtes Classroom Management das Fundament für störungsfreies Lernen bilden.
Welche Rolle spielt die Lehrerpersönlichkeit?
Die Lehrerpersönlichkeit ist entscheidend für den Erfolg, da sie Fähigkeiten wie Empathie, Selbstreflexion und ein fundiertes Professionswissen vereint, um souverän auf jede Klassensituation zu reagieren.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2017, Classroom Management als Prävention. Wie führe ich effizient eine Klasse?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333709