Die Perikope der Segnung der Kinder (Mk 10, 13-16) ist mir bereits in den ersten schulischen Phasen, bei dem Lesen von christlichen Texten mit meinem Großvater und bei dem Lesen meiner ersten Kinderbibel begegnet. In der Grundschule, wie auch in der Sekundarstufe – war die Erzählung der Kindersegnung Teil des Lehrplans – dabei kann ich mich vor allem an das Bild aus der Kinderbibel im Grundschulalter erinnern.
Jesus steht inmitten von vielen Kindern, seine Hand liegt auf dem Kopf eines Kindes und er schaut freundlich auf die anderen Kinder herab. In der Grundschule vermittelte mir das Bild, dass Jesus Kinder liebt und sie ihm wichtig sind. In meiner späteren Schulzeit wurde sich mit der Erzählung weitaus mehr auseinandergesetzt. Jedoch ist mir die Perikope innerhalb der Taufliturgie stärker in Erinnerung geblieben und sie hat sich für mich als Grund für die Kindertaufe nahezu manifestiert. In meinem bisherigen Studium oder in meiner Glaubensentwicklung habe ich mich bislang nicht weiter mit der Perikope differenziert beschäftigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textsicherung
2.1. Abgrenzung der Perikope
2.2. Wirkungs- und Auslegungsgeschichte
2.3. Vergleich zwischen unterschiedlichen deutschen Bibelübersetzungen
3. Sprachlich-sachliche Analyse
3.1. Sozialgeschichtliche und historische Fragen, Realien
3.2. Textlinguistische Fragestellungen
4. Aussagenabsicht des Autors
4.1. Formkritik
4.1.1. Unterscheidung textinterner und leseorientierter Aussagen
4.1.2. Beurteilung vom Ende her
4.1.3. Bestimmung der Leserschaft – Wechsel der Aussagerichtung
4.2. Textpragmatik
4.2.1. Welche Lernziele sind erkennbar?
4.2.2. Hierarchie der Lernziele
4.2.3. Wie erreicht der Autor seine Lernziele?
5. Kontextuelle Analyse
5.1. Traditionsgeschichte
5.2. Religionsgeschichtlicher Vergleich
5.3. Synoptischer Vergleich
5.3.1. Synoptischer Vergleich im engeren Sinn
5.3.2. Synoptischer Vergleich im weiteren Sinn
6. Text als Teil eines theologischen Gesamtkonzeptes
6.1. Kompositionskritik
6.2. Redaktionskritik
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope der Kindersegnung (Mk 10, 13-16) einer historisch-kritischen Exegese zu unterziehen, um die ursprüngliche Bedeutung des Textes von später entstandenen Interpretationsmustern, wie etwa der direkten Begründung für die Kindertaufe, abzugrenzen und die zentrale Aussage Jesu zur Wertschätzung von Randgruppen in der damaligen Gesellschaft herauszuarbeiten.
- Historisch-exegetische Analyse der Kindessegnungs-Perikope im Markusevangelium.
- Untersuchung der Wirkungsgeschichte und des Einflusses auf die Kindertaufe.
- Textlinguistische und formkritische Untersuchung der Aussagenabsicht.
- Kontextuelle Einbettung der Perikope durch traditions- und religionsgeschichtliche Vergleiche.
- Analyse des theologischen Gesamtkonzeptes innerhalb des Markusevangeliums.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Perikope der Segnung der Kinder (Mk 10, 13-16) ist mir bereits in den ersten schulischen Phasen, bei dem Lesen von christlichen Texten mit meinem Großvater und bei dem Lesen meiner ersten Kinderbibel begegnet. In der Grundschule, wie auch in der Sekundarstufe – war die Erzählung der Kindersegnung Teil des Lehrplans – dabei kann ich mich vor allem an das Bild aus der Kinderbibel im Grundschulalter erinnern. Jesus steht inmitten von vielen Kindern, seine Hand liegt auf dem Kopf eines Kindes und er schaut freundlich auf die anderen Kinder herab. In der Grundschule vermittelte mir das Bild, dass Jesus Kinder liebt und sie ihm wichtig sind.
In meiner späteren Schulzeit wurde sich mit der Erzählung weitaus mehr auseinandergesetzt. Jedoch ist mir die Perikope innerhalb der Taufliturgie stärker in Erinnerung geblieben und sie hat sich für mich als Grund für die Kindertaufe nahezu manifestiert. In meinem bisherigen Studium oder in meiner Glaubensentwicklung habe ich mich bislang nicht weiter mit der Perikope differenziert beschäftigt. Innerhalb der exegetischen Arbeit habe ich nun die Möglichkeit, mich wissenschaftlich mit dem Text und meinen bisherigen Eindruck auseinanderzusetzen. Dabei möchte ich herausfinden und hinterfragen, ob die Eindrücke, die ich aus meiner Kindheit übernommen habe, der Wirklichkeit entsprechen oder ob ich wichtige Aspekte wegen meines kindlichen Alters nicht weiter wahrgenommen habe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin stellt ihren persönlichen Erstkontakt mit der Perikope dar und erläutert ihre Motivation, diese im Rahmen einer exegetischen Arbeit wissenschaftlich zu hinterfragen.
2. Textsicherung: Das Kapitel befasst sich mit der Abgrenzung der Perikope, ihrer Wirkungsgeschichte – insbesondere im Kontext der Kindertaufe – sowie einem sprachlichen Vergleich zwischen verschiedenen Bibelübersetzungen.
3. Sprachlich-sachliche Analyse: Hier werden soziale Strukturen der Antike, wie die Bedeutung von Begriffen wie „Segen“, „Jünger“ oder „Kind“, sowie textlinguistische Aspekte der semantischen Struktur beleuchtet.
4. Aussagenabsicht des Autors: Dieses Kapitel prüft mittels Formkritik und Textpragmatik die grundsätzliche Aussagerichtung und Strategie des Autors, wobei der Fokus auf den Lernzielen und der Hierarchie der Akteure liegt.
5. Kontextuelle Analyse: Es erfolgt eine traditionsgeschichtliche und religionsgeschichtliche Untersuchung sowie ein synoptischer Vergleich, um den Text in seinem weiteren theologischen Umfeld zu verorten.
6. Text als Teil eines theologischen Gesamtkonzeptes: Durch kompositions- und redaktionskritische Analyse wird die Funktion der Perikope im Markusevangelium und die Intention des Autors hinsichtlich der Inklusion von Randgruppen untersucht.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Botschaft der Perikope als Aufforderung zur Solidarität mit benachteiligten Menschen.
Schlüsselwörter
Kindersegnung, Markusevangelium, Reich Gottes, Exegese, Kindertaufe, Traditionsgeschichte, Textlinguistik, Formkritik, Historik, Inklusion, Randgruppen, Theologie, Kindheit in der Antike, Hierarchieumkehr, Nachfolge Jesu.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um eine historisch-kritische Exegese der Perikope von der Segnung der Kinder im Markusevangelium (Mk 10, 13-16), die deren Entstehung, Bedeutung und Funktion im theologischen Gesamtkonzept untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernbereichen gehören die Wirklungsgeschichte der Perikope, ihre textliche Verortung im Markusevangelium, die soziale Stellung von Kindern in der Antike sowie die theologische Bedeutung des Begriffs „Reich Gottes“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Perikope von späteren theologischen Überlagerungen – insbesondere der meist unbegründeten Verknüpfung mit der heutigen Kindertaufe – zu reinigen und ihre ursprüngliche Botschaft über die Wertschätzung von Randgruppen freizulegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Verfasserin bedient sich der historisch-kritischen Exegese, insbesondere der Methoden der Formkritik, Kompositionskritik, Redaktionskritik sowie der textlinguistischen und traditionsgeschichtlichen Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textsicherung, eine sprachlich-sachliche Analyse, die Erarbeitung der Autorenabsicht, kontextuelle Vergleiche (traditionell, religionsgeschichtlich, synoptisch) sowie eine Untersuchung des Textes als Bestandteil des markinischen Gesamtkonzeptes.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Kindersegnung, das Reich Gottes, die soziale Inklusion, die Hierarchieumkehr sowie die methodischen Ansätze der Exegese im Kontext des Markusevangeliums.
Warum ist der Vergleich mit anderen Bibelübersetzungen so wichtig für die Analyse?
Der Vergleich verdeutlicht, dass die unterschiedlichen Formulierungen der Bibelübersetzer oft keine reinen Übersetzungsentscheidungen sind, sondern bereits theologische Interpretationen widerspiegeln, die für das Verständnis der Perikope kritisch hinterfragt werden müssen.
Welche besondere Rolle spielen die Kinder in der Argumentation der Autorin?
Die Kinder sind nicht nur das Objekt der Segnung, sondern fungieren als „Vorbild“ für die Gemeinde. Sie repräsentieren jene unterprivilegierten Randgruppen, deren Aufnahme und Wertschätzung Jesus fordert, um die starren sozialen Hierarchien der damaligen Zeit aufzubrechen.
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- Anonym (Author), 2022, Historisch-kritische Exegese über "Die Segnung der Kinder" (Mk 10, 13-16), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333715