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Gewaltprävention durch Schulsport

Title: Gewaltprävention durch Schulsport

Examination Thesis , 2009 , 77 Pages , Grade: 2

Autor:in: Maik Hillbrunner (Author)

Sport - Sport Sociology
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Summary Excerpt Details

Gewalt an Schulen, das ist ein allgegenwärtiges Thema. Die dramatischen und schockierenden Ereignisse des Amoklaufs eines ehemaligen Schülers der Albertville-Realschule in Winnenden, der 15 Schüler, Lehrer und Zivilisten das Leben kostete, rückt dieses Thema wieder einmal in den Mittelpunkt des Interesses und macht es zum Gegenstand zahlreicher Diskussionen in den Lehrerkollegien. Sicher, die Medien spielen mit ihrer Berichterstattung nicht nur eine Informationsrolle. Sie dramatisieren auch. So wird immer wieder behauptet, dass die Täter immer jünger werden und die Gewalttaten immer schwerwiegendere Ausmaße annehmen. Fakt ist allerdings, dass das Ausmaß von Gewalt an Schulen bei weitem nicht so erschreckend ist wie „sensationslüsterne Medien glauben machen“ wollen(vgl. Kretschmer 2001, S.1). So hat es Gewalt an Schulen auch schon früher gegeben und ist nicht als Phänomen der Neuzeit zu sehen. Melzer et al betonen deshalb zu Recht, „dass es eine »gewaltfreie Schule« nie gegeben hat." (vgl. Melzer et al 2004, S. 20). Beruhigen kann diese Aussage allerdings nicht. Sie macht nur deutlicher, wie wichtig es ist, sich mit diesem permanenten, gesellschaftlichen Problem auseinanderzusetzen und Lösungswege und -ansätze zu suchen, um Gewalt zu verhindern und einzugrenzen. Wo liegen die Ursachen dafür, dass es an Schulen immer wieder zu Gewalttaten kommt? Wie beleuchtet die Wissenschaft die Begriffe Aggression und Gewalt? Als angehender Sportlehrer interessiert mich dabei besonders die Rolle des Sports. Im Internet fiel mir dazu das Thema eines Studienseminars an der Uni Heidelberg auf:“ Ju-Jutsu – Kampfsport mit präventivem Charakter im Sportunterricht“. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wie kann ausgerechnet ein Sport, der auf dem Kampf zwischen zwei Menschen beruht, Gewalt vorbeugen? Und ist Gewalt nicht allgegenwärtig im Sport, wenn man nur an das Auftreten der Fußballer in der Bundesliga denkt? Gewaltattacken im Sport oder auch der unbedingte Erfolgsgedanke im Sport, der den Sportlern ein Gewinnen um jeden Preis suggeriert, scheinen an der Tagesordnung zu sein. Im Kapitel 3 setze ich mich dazu zunächst theoretisch mit der Problematik Sport und Gewalt und der Rolle des Sports bei der Gewaltprävention auseinander, um dann in den folgenden Kapiteln den Praxisbezug herzustellen. Wie fixiert der Lehrplan Sport des Landes Hessen Möglichkeiten, um durch Sport Gewalt vorzubeugen und die menschlichen Aggressionen in die richtige Richtung zu lenken?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Begriffserklärungen

2.1.1 Begriffserklärung Sport

2.1.2 Aggressionen und Gewalt

2.2 Grundlegende Aggressionstheorien

2.3 Gewalt an Schulen

2.3.1 Gewaltdimensionen

2.3.1.1 Die personale Gewalt

2.2.1.2 Die strukturelle Gewalt

2.3.2 Faktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung von Aggressionen und Gewalt an Schulen haben

2.3.2.1 Die Pubertät als physiologischer Faktor

2.3.2.2 Gender und Genetik

2.3.2.3 Langeweile und Bewegungsarmut

2.3.2.4 Mangel an Eigenerfahrung

2.4 Gewaltprävention

2.4.1 Historische Grundlage zur Gewaltprävention

2.4.2 Stufen der Gewaltprävention an Schulen

3. Gewalt im Sport vs. Gewaltprävention durch Sport

3.1 Gewalt im Sport

3.1.1 Gewalt im Profi- und Vereinssport

3.1.2 Gewalt im Sportunterricht

3.2 Gewaltprävention durch Sport

3.2.1 Die drei Dimensionen des Sports

3.2.2 Körper- und Bewegungserfahrung

3.2.3 Sport als Teil der Jugendkultur

3.3 Fazit

4. Richtig unterrichten: Sportunterricht als Mittel zur Gewaltprävention

4.1 Der Lehrplan

4.1.1 Die sechs pädagogischen Perspektiven

4.1.2 Die Bewegungsfelder

4.2 Sportarten im Schulsport und ihre Eignung zur Gewaltprävention

4.2.1 Erlebnispädagogik

4.2.1.1 Friluftsliv

4.2.1.2 Kanusport

4.2.2 Kampfsportarten

4.2.2.1 Judo

4.2.2.2 Karate

4.2.2.3 Kendo

4.2.3 Ballsportarten am Beispiel Fußball

4.2.4 Fazit

5. Beispielprojekte zur Gewaltprävention durch Schulsport

5.1 Box-Out - ein Projekt an Hamburger Schulen

5.2 Die bewegte Schule

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Sport und Bewegung als präventive Maßnahme gegen Gewalt an Schulen. Ziel ist es, durch eine theoretische Auseinandersetzung mit Gewaltursachen und eine praktische Analyse von Sportangeboten aufzuzeigen, wie Sportlehrer durch gezielte pädagogische Konzepte und die Integration spezifischer Sportarten zur Gewaltprävention beitragen können.

  • Theoretische Grundlagen von Aggression und Gewalt an Schulen
  • Dimensionen und Einflussfaktoren auf jugendliche Gewaltbereitschaft
  • Didaktische Perspektiven des Sportunterrichts zur Gewaltprävention
  • Analyse spezifischer Sportarten (Erlebnispädagogik, Kampfsport, Fußball)
  • Vorstellung praktischer Schulprojekte (Box-Out, Bewegte Schule)

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Begriffserklärung Sport

Da der Begriff Sport sehr vielseitig und umfassend ist, gestaltet sich eine Suche nach einer Definition des Begriffs sehr schwierig. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Englischen und bedeutet übersetzt soviel wie Zerstreuung, Vergnügen, Zeitvertreib oder Spiel. Wie kompliziert eine Definition des Begriffs Sport zu sein scheint, verdeutlicht die folgende Definition aus dem Lexikon der Sportwissenschaft: „Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffverständnis von Sport." (Röthig & Prohl 2003).

Da eine Begriffsdefinition also nicht so einfach zu fassen ist, möchte ich nur kurz auf die verschiedenen Teilbereiche im Sport eingehen. Diese Bereiche sind u.a. Breitensport, Spitzensport, Behindertensport, aber auch Schulsport um nur einige zu nennen. Der Schulsport untergliedert sich in den unterrichtlichen und den außerunterrichtlichen Schulsport, der meist im Nachmittagsbereich angesiedelt ist. Dabei ist der Schulsport im Unterricht für alle Schüler verbindlich und durch konkrete Lehrpläne vom jeweiligen Bundesland geregelt. Der außerunterrichtliche Sport kann wahlweise von Schülern betrieben werden. Nach diesem kurzen Versuch einer Begriffserläuterung komme ich nun im folgenden Abschnitt auf den Begriff der Gewalt im Zusammenhang mit Aggressionen zu sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz von Gewalt an Schulen und führt in die Fragestellung ein, ob und wie Sport zur Gewaltprävention beitragen kann.

2. Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Sport, Aggression und Gewalt definiert sowie grundlegende Theorien zur Entstehung aggressiven Verhaltens erläutert.

3. Gewalt im Sport vs. Gewaltprävention durch Sport: Dieses Kapitel analysiert das ambivalente Verhältnis zwischen Sport und Gewalt und beschreibt die Chancen sowie Risiken sportlicher Aktivitäten hinsichtlich präventiver Wirkung.

4. Richtig unterrichten: Sportunterricht als Mittel zur Gewaltprävention: Hier wird der Fokus auf den Sportlehrplan und konkrete didaktische Perspektiven sowie Sportarten gelegt, die sich zur Gewaltprävention im Schulalltag eignen.

5. Beispielprojekte zur Gewaltprävention durch Schulsport: Anhand der Projekte „Box-Out“ und „Die bewegte Schule“ werden gelungene Praxisbeispiele für gewaltpräventive Ansätze durch Bewegung und Sport illustriert.

6. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer bewussten Gestaltung des Sportunterrichts zur Förderung von sozialen Kompetenzen.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Schulsport, Aggressionstheorie, Sportdidaktik, pädagogische Perspektiven, Erlebnispädagogik, Kampfsport, Sozialkompetenz, Identitätsentwicklung, Box-Out, Bewegte Schule, Körpererfahrung, Lehrerrolle, Bewegungsarmut, Gewalt an Schulen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Schulsport als Mittel zur Prävention von Gewalt und Aggression bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die psychologischen Ursachen von Aggressionen, didaktische Konzepte des Sports sowie die praktische Umsetzung von Präventionsprojekten im schulischen Umfeld.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sportlehrer durch gezielte Auswahl von Sportarten und pädagogischen Methoden ein soziales Klima schaffen können, das Gewalt vorbeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische psychologische Ansätze mit sportpädagogischen Lehrplänen und konkreten Fallbeispielen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Aggressionstheorien, die Rolle des Sportlehrers, die Bedeutung von Bewegungsräumen und die Eignung verschiedener Sportarten wie Judo, Karate oder Fußball zur Prävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gewaltprävention, Schulsport, Sozialkompetenz, Erlebnispädagogik und Identitätsentwicklung.

Wie wird das Projekt „Box-Out“ in Hamburg beschrieben?

Es wird als evaluiertes Schulprojekt präsentiert, das olympisches Boxen nutzt, um bei sozial benachteiligten Schülern soziale Kompetenzen und Selbststeuerung zu fördern.

Was zeichnet das Konzept der „Bewegten Schule“ aus?

Die „Bewegte Schule“ integriert Bewegung in den gesamten Schulalltag, um den Bewegungsdrang der Kinder zu stillen und so Aggressionen und Konzentrationsschwächen entgegenzuwirken.

Excerpt out of 77 pages  - scroll top

Details

Title
Gewaltprävention durch Schulsport
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Sportinstitut)
Grade
2
Author
Maik Hillbrunner (Author)
Publication Year
2009
Pages
77
Catalog Number
V133386
ISBN (eBook)
9783640906963
ISBN (Book)
9783640907991
Language
German
Tags
Gewaltprävention Schulsport Sportsoziologie Sport Examensarbeit Gewalt Sportunterricht Prävention Bewegung Sportpädagogik Sportdidaktik Schule Pädagogik Lehrer Uni Lehramt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maik Hillbrunner (Author), 2009, Gewaltprävention durch Schulsport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133386
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