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Ehe und Emanzipation in den Brautbriefen zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim

Título: Ehe und Emanzipation in den Brautbriefen zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim

Trabajo de Seminario , 2019 , 23 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Anonym (Autor)

Estudios Judíos
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In den Brautbriefen zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim wird der:die Leser:in Zeuge:in einer für die damalige Zeit ungewöhnlich liebevollen Beziehung, in der die gegenseitige Zuneigung und Anziehung erstmals dokumentiert werden und im Mittelpunkt stehen. In dieser Arbeit wird die Entwicklung des jüdischen Eheschließungsrechtes der Vormoderne und die Abweichung der tatsächlichen Eheschließung von Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim thematisiert, mit einem Fokus auf die Untersuchung, welche einstigen Traditionen in den Brautbriefen gebrochen wurden.

In der jüdischen Tradition spielte die wechselseitige Liebe der Brautleute für die Vermählung jahrhundertelang keine tragende Rolle. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde noch ein Großteil der Eheschließungen in Aschkenas von den Eltern arrangiert, wobei sich Braut und Bräutigam nicht selten erst am Tag der Hochzeit zum ersten Mal begegneten.

Im Zeitalter der (jüdischen) Moderne allerdings war allmählich eine Aufbruchstimmung diesbezüglich zu vernehmen. Waren die für die Auswahl des Ehepartners ausschlaggebenden Faktoren zunächst noch der Berufsstand des Mannes oder die Höhe der Mitgift der Frau, so wurden diese nach und nach durch Liebe und Romantik ergänzt, bis sie in vielen Fällen schließlich gänzlich von ihnen abgelöst wurden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis des E-Books

1. Einleitung

2. Recht und Tradition der jüdischen Eheschließung vor der Haskala

3. Die Brautbriefe Mendelssohns – Tradition und Trotz

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Verwendete Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation des jüdischen Eheschließungsrechts in der deutschen Vormoderne und analysiert anhand der Brautbriefe zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim, wie dieses Paar durch eine auf Zuneigung basierende Liebesheirat von den tradierten rituellen und gesellschaftlichen Praktiken ihrer Zeit abwich.

  • Entwicklung des jüdischen Eheschließungsrechts vor der Haskala
  • Die Rolle von Traditionen, Heiratsvermittlern und rechtlichen Verträgen (Ketubba/Schidduchin)
  • Der Wandel der Ehe von einer ökonomischen Transaktion zur Liebesbeziehung
  • Die Brautbriefe Mendelssohns als Zeugnis einer modernen Lebensentwurfsform
  • Geschlechterspezifische Rollenbilder und Emanzipation im 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

Die Brautbriefe Mendelssohns – Tradition und Trotz

In den 73 Briefen, die der damals einunddreißigjährige Moses Mendelssohn aus Dessau an seine acht Jahre jüngere Verlobte, Fromet Gugenheim aus Hamburg, schrieb, zeichnet sich ein Bild einer für die damalige Zeit außergewöhnlichen Beziehung zwischen Mann und Frau ab, das ganz im Widerspruch zur alltäglichen jüdischen Vermählungspraxis der Vormoderne steht; eine Beziehung, die von gesellschaftlichen Konventionen und religiösen Normen absieht und wegweisend für die ganz im Zeichen der Haskala stehenden Reformationen kultureller Ritualisierungen ist.

Der Bruch mit den Konventionen beginnt bei Mendelssohn bereits bevor die Beziehung ihren Anfang hat. Bei einer Reise nach Hamburg im April 1761 besuchte Mendelssohn seinen langjährigen Freund und Mentor, den Arzt Aron Gumpertz. Jener organisierte ein Treffen zwischen Mendelssohn und der ältesten Tochter des ihm verwandten Abraham Gugenheims, einem Kaufmann aus Hamburg. Während seines vierwöchigen Aufenthalts lernte Mendelssohn somit Fromet Gugenheim kennen und war ihr innerhalb kürzester Zeit verfallen. Der Brautvater, Abraham Gugenheim, war während dieses Besuchs aufgrund einer Geschäftsreise selbst nicht anwesend und traf seinen zukünftigen Schwiegersohn erst nach einigen Monaten in Berlin. Es wurde ein Termin für den Trauungsakt festgelegt und mit der beim Abschied erfolgten Ankündigung Mendelssohns an Fromet, bei seiner Rückkehr bereits einen Brief von ihr zu erwarten, begann die Serie der Brautbriefe, die über ein Jahr, bis zur ihrer Hochzeit, dauern sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Haskala als Reformbewegung und leitet die Forschungsfrage zur Entwicklung des jüdischen Eheschließungsrechts sowie zur Rolle Mendelssohns als Pionier der Liebesheirat her.

2. Recht und Tradition der jüdischen Eheschließung vor der Haskala: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen des jüdischen Eheschließungswesens, einschließlich der Bedeutung von Schidduchin, Mitgift und der traditionell arrangierten Partnerwahl.

3. Die Brautbriefe Mendelssohns – Tradition und Trotz: Hier wird die Korrespondenz zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim analysiert, um aufzuzeigen, wie das Paar durch emotionale Bindung und bewusste Missachtung starrer Konventionen die damalige moralische und rechtliche Ordnung der Ehe infrage stellte.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über den Wandel des Frauenbildes und der ehelichen Praxis durch das Wirken Mendelssohns und formuliert Forschungsanratungen zur weiteren Untersuchung jüdischer Emanzipationsprozesse.

5. Verwendete Literatur: Dieses Kapitel listet die für die Erarbeitung der Studie herangezogenen Primär- und Sekundärquellen auf.

Schlüsselwörter

Haskala, Jüdisches Eherecht, Moses Mendelssohn, Fromet Gugenheim, Liebesheirat, Brautbriefe, Vormoderne, Emanzipation, Jüdische Tradition, Schidduchin, Geschlechterrollen, Heiratsvermittlung, Ketubba, Ehegüterrecht, Bildungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel der jüdischen Eheschließung in der Zeit der frühen jüdischen Aufklärung (Haskala), manifestiert durch das Beispiel der Liebesbeziehung von Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen das traditionelle jüdische Ehe- und Güterrecht der Vormoderne, die Praxis der arrangierten Eheschließungen und den Einfluss aufklärerischer Ideale auf die Gestaltung persönlicher Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die Brautbriefe des Paares als Dokument für den Bruch mit traditionellen, ökonomisch determinierten Ehevorstellungen dienen und wie Mendelssohn eine Vorreiterrolle in der Etablierung der Liebesheirat einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Quellen (Brautbriefe) sowie eine Auswertung der relevanten Fachliteratur zum jüdischen Ehegüter- und Eheschließungsrecht im 18. Jahrhundert.

Was wird im theoretischen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil setzt sich intensiv mit religiösen Regelwerken wie der Mischna, der Rolle des Heiratsvermittlers (Schadchen) und der ökonomischen Bedeutung von Mitgift und Brautpreis auseinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Haskala, Liebesheirat, Emanzipation, Brautbriefe und die juristische Transformation des Eherechts.

Warum galt eine "Antrauung" ohne Heiratsvermittler damals als kritisch?

Da die Ehe primär als transaktionales und soziales Bündnis zwischen Familien betrachtet wurde, stellte ein Ausschluss traditioneller Institutionen einen Affront gegen etablierte gesellschaftliche Ordnungsregeln dar.

Inwiefern veränderte Mendelssohn das Frauenbild seiner Zeit?

Durch die Korrespondenz mit Fromet und die Ermutigung zur Bildung räumte er der Frau – trotz ambivalenter Haltungen zur Gelehrsamkeit – eine theoretische Ebenbürtigkeit und eine eigene, nicht nur durch Mitgift definierte Existenzberechtigung ein.

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Detalles

Título
Ehe und Emanzipation in den Brautbriefen zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim
Universidad
University of Salzburg
Calificación
1
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
23
No. de catálogo
V1333958
ISBN (PDF)
9783346843159
ISBN (Libro)
9783346843166
Idioma
Alemán
Etiqueta
Juden Judentum jüdische Geschichte Brautbriefe Frauen Literatur 18. Jahrhundert Aufklärung Liebe Ehe Brautleute Eherecht Geschichte Literaturgeschichte Mendelson Mendelsohn Mendelssohn Fromet Gugenheim Moses
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2019, Ehe und Emanzipation in den Brautbriefen zwischen Moses Mendelssohn und Fromet Gugenheim, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333958
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