In dieser Arbeit liegen die zentralen Aspekte in der Beschreibung und Unterscheidung des lleísmo und des yeísmo, in der Beleuchtung weiterer Ausprägungen letzteren Phänomens, in der jeweiligen geographischen Verbreitung und den historischen Wurzeln derselben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch auf der zu dieser Arbeit herangezogenen Forschungsliteratur.
Durch den Vergleich der Forschungsliteratur wird herausgearbeitet, wie die einzelnen Varietäten lleísmo, yeísmo, žeísmo und šeísmo sozio-linguistisch markiert waren und/oder sind, mit dem Ziel einer deskriptiven Beschreibung der heutigen Zustände. Da Einheitlichkeit gerade dann unerlässlich ist, wenn die Forschungsgrundlage derart heterogen ist, wird in dieser Arbeit für alle Phone, Phoneme und Allophone das IPA-System verwendet.
Wer sich mit der spanischen Sprache beschäftigt, dem sind charakteristische Phänomene der Sprachvariation und des Sprachwandels wie zum Beispiel der seseo oder der leísmo nicht unbekannt. Auch die Menge der Forschungsliteratur spiegelt den Bekanntheitsgrad und den Wissensstand dieser sprachlichen Merkmale wider.
Anders verhält es sich beim lleísmo, einer spanischen Varietät, die kaum in einschlägiger Fachliteratur zu finden ist, was angesichts der Tatsache, dass dieses Phänomen zu einem der zeitgenössischsten Themen des aktuellen Sprachwandels überhaupt zählt, völlig paradox erscheint. Interessanterweise wird im Gegensatz dazu dem yeísmo relativ häufig ein Kapitel gewidmet, wahrscheinlich da sich wohl kaum ein anderer Wandel in so kurzer Zeit derart ausbreiten konnte. Da diese Phänomene nach bisher zu wenig beachtet wurden und vor allem die jüngere Forschung wenige Beiträge diesbezüglich liefert, fiel die Wahl auf die Behandlung dieses Themas nicht schwer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Das Phonem /ʎ/ und seine Realisierungsformen
2.2 Yeísmo
2.3 Lleísmo
2.4 Žeísmo und šeísmo
2.5 Typen des žeísmo und distinción in Hispanoamerika
3. Realisationsvarianten von <ll> und <y>
4. Entwicklung und Verbreitung des yeísmo
4.1 Amado Alonso - Polygenese
4.2 Álvaro Galmés de Fuentes - Monogenese
4.3 Die Andalucismo-These
4.4 Ursprung des yeísmo
5. Sprachgeschichtliches
5.1 Kastilisch
5.2 Andalusisch
5.3 Judenspanisch
6. Soziolinguistische Markierung
7. Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Proseminararbeit verfolgt das Ziel, die Phänomene des lleísmo, yeísmo, žeísmo und šeísmo im Spanischen linguistisch zu beschreiben, voneinander abzugrenzen und deren soziolinguistische Entwicklung sowie Verbreitung auf Basis der Forschungsliteratur kritisch zu analysieren.
- Deskriptive Definition und Differenzierung der phonetischen Varianten
- Kritische Gegenüberstellung theoretischer Ansätze zur Entstehung des yeísmo
- Analyse der geographischen Ausbreitung in Spanien und Hispanoamerika
- Untersuchung der soziolinguistischen Markierung im diachronen Wandel
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wer sich mit der spanischen Sprache beschäftigt, dem sind charakteristische Phänomene der Sprachvariation und des Sprachwandels wie zum Beispiel der seseo oder der leísmo nicht unbekannt. Auch die Menge der Forschungsliteratur spiegelt den Bekanntheitsgrad und den Wissensstand dieser sprachlichen Merkmale wider. Anders verhält es sich beim lleísmo, einer spanischen Varietät, die kaum in einschlägiger Fachliteratur zu finden ist, was angesichts der Tatsache, dass dieses Phänomen zu einem der zeitgenössischsten Themen des aktuellen Sprachwandels überhaupt zählt, völlig paradox erscheint.
Interessanterweise wird im Gegensatz dazu dem yeísmo relativ häufig ein Kapitel gewidmet, wahrscheinlich da sich wohl kaum ein anderer Wandel in so kurzer Zeit derart ausbreiten konnte. Da diese Phänomene meiner Meinung nach bisher zu wenig beachtet wurden und vor allem die jüngere Forschung wenige Beiträge diesbezüglich liefert, fiel die Wahl auf die Behandlung dieses Themas nicht schwer. In dieser Arbeit liegen die zentralen Aspekte in der Beschreibung und Unterscheidung des lleísmo und des yeísmo, in der Beleuchtung weiterer Ausprägungen letzteren Phänomens, in der jeweiligen geographischen Verbreitung und den historischen Wurzeln derselben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch auf der zu dieser Arbeit herangezogenen Forschungsliteratur.
In der Gegenüberstellung einzelner Theorieansätze werden wir sehen, dass die Unstimmigkeiten gleichsam mit der Werkzahl ansteigen und sich ferner Autor-/innen teilweise selber widersprechen. Da mir eine empirische Forschung zu diesem Thema aber leider nicht möglich war, bilden diese Werke die primäre Wissensgrundlage der Arbeit, dennoch wurde eine kritische Auseinandersetzung mit ebendiesen angestrebt. Durch den Vergleich der Forschungsliteratur soll versucht werden herauszufinden, wie die einzelnen Varietäten lleísmo, yeísmo, žeísmo und šeísmo sozio-linguistisch markiert waren und/oder sind, mit dem Ziel einer deskriptiven Beschreibung der heutigen Zustände.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Themas im Rahmen des Sprachwandels und legt das Ziel fest, anhand vorhandener Forschungsliteratur die Phänomene lleísmo, yeísmo, žeísmo und šeísmo zu untersuchen.
2. Definitionen: Definiert die zentralen Fachbegriffe und abgrenzende Merkmale der verschiedenen phonetischen Phänomene unter Einbeziehung von IPA-Symbolen.
3. Realisationsvarianten von <ll> und <y>: Bietet einen Überblick über die globalen phonetischen Möglichkeiten der Realisierung dieser Grapheme im Spanischen.
4. Entwicklung und Verbreitung des yeísmo: Diskutiert kontradiktorische wissenschaftliche Theorien zur Entstehung des yeísmo, insbesondere die Polygenese- und Monogenese-Theorien.
5. Sprachgeschichtliches: Analysiert die historische Entwicklung der Phänomene in spezifischen Varietäten wie dem Kastilischen, Andalusischen und Judenspanischen.
6. Soziolinguistische Markierung: Beschreibt anhand einer chronologischen Abfolge von Zitaten den Wandel der Bewertung des yeísmo als markierte bzw. unmarkierte Sprachform.
7. Schluss: Fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass der yeísmo in vielen hispanophonen Regionen mittlerweile als Standard gilt.
Schlüsselwörter
Spanisch, Sprachwandel, Phonetik, Phonologie, yeísmo, lleísmo, žeísmo, šeísmo, Dephonologisierung, Sprachvariation, soziolinguistische Markierung, Hispanoamerika, IPA, Standardvarietät, Dialektologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den phonetischen Phänomenen der Variation zwischen den Phonemen /j/ und /ʎ/ im Spanischen, bekannt als lleísmo und yeísmo, sowie deren Sonderformen žeísmo und šeísmo.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die phonetische Definition, die historische Entwicklung der Verbreitung sowie die soziolinguistische Bewertung dieser Sprachwandelphänomene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine deskriptive Beschreibung der heutigen Zustände und eine kritische Auseinandersetzung mit der existierenden Forschungsliteratur zur Abgrenzung und Markierung dieser Varietäten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Literaturanalyse, da eine empirische Primärforschung nicht möglich war. Die Erkenntnisse werden diachron durch chronologisch geordnete Zitate verdeutlicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Definition, die Darstellung verschiedener Realisationen, Theorien zur Entstehung (Polygenese vs. Monogenese) und eine Analyse der soziophonetischen Markierung im zeitlichen Verlauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen yeísmo, lleísmo, Sprachwandel, Dephonologisierung, Spanisch, Dialektologie und soziolinguistische Markierung.
Warum gibt es Uneinigkeit über den Ursprung des yeísmo?
Die Forschung ist gespalten, da sowohl die Polygenese-These (unabhängige Entwicklung an mehreren Orten) als auch die Monogenese-These (Ausbreitung von einem Zentrum) plausible Argumente und historische Belege vorweisen können.
Wie unterscheidet sich der žeísmo vom yeísmo?
Beim žeísmo findet eine weitere artikulatorische Veränderung statt, bei der die Laute zu einem stimmhaften palatalen Frikativ /ʒ/ verschmelzen, was häufig als rehilamiento bezeichnet wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Lleísmo, yeísmo, žeísmo und šeísmo. Sprachvariation und Sprachwandel im Spanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333965