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Das pädagogische Konzept Empowerment gegen Rassismus? Das Modellprojekt "Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz"

Eine kritische Analyse

Titel: Das pädagogische Konzept Empowerment gegen Rassismus? Das Modellprojekt "Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz"

Bachelorarbeit , 2023 , 63 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Gloria Meßner (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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In dieser Arbeit geht es um das pädagogische Konzept Empowerment, und inwiefern es gegen Rassismus hilfreich sein kann. Die Thesis nimmt eine erziehungswissenschaftliche Position ein und schlüsselt aus pädagogischer Perspektive den Begriff Empowerment auf. Rassismus und seine verschiedenen Erscheinungsformen werden prägnant umrissen. Der Mehrwert besteht in einer kritischen Analyse und Bewertung des Modellprojekts "Kinder gegen Rassismus - Kinder für Toleranz".

Es gibt viele Thematiken, die innerhalb des letzten Jahrzehnts maßgeblich an Popularität zugenommen haben. Einige davon – oder vielleicht sogar die meisten – gerade deswegen, weil es sich um gravierende gesellschaftliche Konflikte handelt. Problematiken, die nicht nur tief verwurzelt, sondern zugleich so selbstverständlich im täglichen Leben etabliert sind, dass sie kaum mehr als solche wahrgenommen werden. Es ist die Rede von Missständen, Ungerechtigkeiten und Vergehen, die teils nichts anderes als Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Wer von Rassismus spricht, spricht zweifelsfrei genau von solch einem Sujet.

Rassismus ist überall auf der Welt anzutreffen und eng mit den Vorstellungen der Moderne verknüpft. Dennoch handelt es sich nicht zwangsläufig um ein modernes Phänomen, sondern viel mehr um eine über Jahrhunderte hinweg anhaltende Misere, die in vermeintlich immer geringer werdenden Abständen in diversen Erscheinungsformen, dabei jedoch stets mit denselben falschen Kernüberzeugungen, aufkeimt.

Auch wegen der langen Existenz muss zweifellos zwischen heute und damals differenziert werden, allem voran, wenn es um das Bewusstsein ebendieser Diskriminierung geht. Mehr als bedauernswert ist hierbei, dass für Schwarze Menschen und People of Color Rassismus allgegenwärtig und zu jeder Zeit offensichtlich ist, dabei jedoch kaum jemals offen adressiert werden kann, geschweige denn in der weißen Mehrheitsgesellschaft auf anhaltende Aufmerksamkeit stößt.

Stattdessen scheint es, als würden rassistische Parolen, faschistische Überzeugungen, sogar Apartheidsgedanken immer salonfähiger – ebenso in Deutschland. Ein für sich selbst sprechend alarmierender Umstand, angesichts der Tatsache, dass im ersten Artikel des Grundgesetzes dieses vermeintlich demokratischen Landes unmissverständlich festgehalten wird, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und zudem – nur zwei Artikel darunter – der Eindruck vermittelt wird, dass alle Menschen bedingungslos gleich an Wert sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachgebrauch

3. Historische Aufarbeitung von Rassismus

3.1. Das Konzept von ‚Rasse‘

3.2. Definitionsversuch: Rassismus

3.3. Formen des Rassismus

3.4. Entstehung und Entwicklung von Rassismus in Deutschland

3.5. Aktualität der Thematik

4. Empowerment und dessen Bedeutungen

4.1. Begriffsentfaltung: Empowerment

4.2. Empowerment: Historische Einordnung und Entwicklung in Deutschland

4.3. Die Bedeutung des Empowerment-Konzepts in der Pädagogik für vulnerable Adressat*innengruppen

4.4. Pädagogik, Rassismus und Empowerment – Zusammenhänge und Ziele

5. Modellprojekt: ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘

5.1. Vorstellung von ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘

5.2. Zielsetzungen und Grundsätze des Projekts

5.3. Empowerment als pädagogisches Leitprinzip des Modellprojekts

5.4. Vorstellung des Workshop-Konzepts

6. Kritische Reflexion des Workshop-Konzepts des Modellprojekts ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘

6.1. Prüfende Auseinandersetzung in Hinblick auf die Zielsetzung des Workshop-Konzepts

6.2. Durchleuchtung von Verständnis und Anwendung des Empowerment-Ansatzes

6.3. Kritik am Workshop-Konzept sowie Optimierungspotenzial der Anwendung von Empowerment für zukünftige Projekte

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Modellprojekt ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘ kritisch auf seine Anwendung des pädagogischen Empowerment-Ansatzes, um zu klären, ob das Projekt seinem rassismuskritischen Anspruch gerecht wird und wirkmächtig gegen Rassismus agieren kann.

  • Historische und theoretische Grundlagen von Rassismus.
  • Konzeptueller Rahmen und Begriffsverständnis von Empowerment.
  • Strukturelle Analyse und kritische Reflexion des Modellprojekts.
  • Identifikation von Optimierungspotenzialen für rassismuskritische Pädagogik.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Empowerment-Konzepts in der Pädagogik für vulnerable Adressat*innengruppen

Grundsätzlich stellt Empowerment neben Selbstbildung, Partizipation, Autonomie und Inklusion eines der erziehungswissenschaftlichen Leitmotive dar (vgl. Walgenbach 2017, S. 58). Von hervorzuhebender Bedeutung für die Pädagogik am Empowerment-Konzept ist, dass sich dieses mit verschiedensten Theorien des Leitziels Emanzipation vereinen lässt. Dies wird beispielsweise an der Position Kondrats deutlich, demnach Emanzipation verstanden werden kann als pädagogisch unterstützter ‚Prozess der Befreiung und des Mündigwerdens‘ mit dem Ziel der ‚Möglichkeit, Fähigkeit und Motivation von Individuen oder Gruppen zur Selbstbestimmung und zur gleichberechtigten Mitbestimmung bei gesellschaftlichen (besonders auch politischen) Entscheidungen‘ (Kondrat, zitiert nach Theunissen 2022, S. 135).

Eine nahtlose Verbindung zwischen Emanzipation und Empowerment sieht auch Klafki, der konstatiert, dass der Mensch „als ein zu eigener Einsicht, zur vernünftigen Bestimmung seiner Handlungen, zu freier Anerkennung seiner Mitmenschen, zu Personalität fähiges Wesen“ (Klafki 1971, S. 264) gesehen werden kann. Ebendiese Qualitäten werden allen Menschen bei Empowerment als Möglichkeit und Recht zugeschrieben, da diese normativen Grundüberzeugungen dem zugrundeliegenden Menschenbild entsprechen. Auch dort wo Unterstützung bei (verwehrter) Selbstbestimmung gefragt ist oder Demokratie und Autonomie auf Hindernisse durch gesellschaftliche (institutionelle) Bedingungen stößt, wird Empowerment für eine Veränderung dieser Verhältnisse relevant (vgl. Theunissen 2022, S. 135f.). Der klare Unterschied zu Emanzipation wird daran deutlich, dass obgleich „beide Konzepte zur Verwirklichung von Menschenrechten auf Advocacy (Anwaltschaft, Parteinahme), Kollaborationen und demokratische Partizipation setzen, […] das Vertrauen in die Ressourcen der Betroffenen zu einer eigenverantwortlichen Verbesserung der Lebensbedingungen in der Empowerment-Philosophie größer [ist, G. M.]“ (Theunissen 2022, S. 136).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Relevanz des Themas Rassismus in der heutigen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage bezüglich der Eignung des Projekts ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘ dar.

2. Sprachgebrauch: Erläutert die innerhalb der Arbeit verwendeten Begrifflichkeiten und die ethischen Leitlinien zur Selbst- und Fremdbezeichnung.

3. Historische Aufarbeitung von Rassismus: Untersucht die historischen Wurzeln von ‚Rasse‘, Formen des Rassismus sowie deren Entwicklung in Deutschland bis heute.

4. Empowerment und dessen Bedeutungen: Definiert den Empowerment-Begriff in seinen verschiedenen Zugängen und beleuchtet dessen geschichtliche Entwicklung und pädagogische Relevanz.

5. Modellprojekt: ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘: Bietet eine detaillierte Vorstellung der Struktur, der methodischen Planung und der Zielsetzungen des Modellprojekts.

6. Kritische Reflexion des Workshop-Konzepts des Modellprojekts ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘: Analysiert kritisch die Anwendung des Empowerment-Ansatzes im Kontext der Projektdokumentation und identifiziert Optimierungspotenziale.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und formuliert weiterführende Überlegungen für zukünftige Projekte.

Schlüsselwörter

Rassismus, Empowerment, Diskriminierung, Pädagogik, Modellprojekt, Kinderrechte, Toleranz, Emanzipation, Identitätsbildung, Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Antirassismus, soziale Gerechtigkeit, institutioneller Rassismus, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Anliegen dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob das pädagogische Modellprojekt ‚Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz‘, das sich selbst als Empowerment-orientiert bezeichnet, den entsprechenden rassismuskritischen Ansprüchen in der Praxis gerecht wird.

Welche zentralen Themenbereiche deckt die Untersuchung ab?

Neben einer historischen Rassismus-Aufarbeitung und der Definition von Empowerment liegt der Fokus auf der pädagogischen Anwendung dieser Konzepte im Grundschulkontext.

Welche Forschungsfragen stehen im Zentrum?

Es wird untersucht, ob das Empowerment-Konzept des Projekts wirkmächtig gegen Rassismus eingesetzt werden kann und ob das gewählte methodische Setting strukturelle Veränderungen für die betroffenen Kinder erzeugen kann.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer kritischen Analyse der offiziellen Projektdokumentation und einer vergleichenden Literaturanalyse zu den Themen Rassismus und Empowerment basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Rassismusgeschichte, Empowerment-Terminologie) und die anschließende kritische Durchleuchtung des konkreten Workshop-Konzepts des Projekts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Abgrenzung von Rassismus als System, die theoretischen Dimensionen von Empowerment (lebensweltlich, politisch, reflexiv, transitiv) und der Aspekt der rassismuskritischen Pädagogik.

Warum wird das Konzept Empowerment für Kinder als so bedeutsam erachtet?

Empowerment gilt für Kinder als essenzielles Werkzeug, um trotz diskriminierender Ablehnungserfahrungen ein gesundes Selbstkonzept zu entwickeln und strategisches Wissen zum Erkennen und Entgegenwirken von Diskriminierung zu erwerben.

Welche zentrale Kritik äußert die Verfasserin am untersuchten Modellprojekt?

Die Autorin kritisiert, dass das Thema Rassismus im eigentlichen Workshop-Konzept kaum explizit thematisiert wird und die theoretische Namensgebung ("Kinder gegen Rassismus") in der praktischen Umsetzung hinter das erreichte Niveau der pädagogischen Dokumentation zurückfällt.

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Details

Titel
Das pädagogische Konzept Empowerment gegen Rassismus? Das Modellprojekt "Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz"
Untertitel
Eine kritische Analyse
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Gloria Meßner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
63
Katalognummer
V1333987
ISBN (PDF)
9783346845665
ISBN (Buch)
9783346845672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus Empowerment Bachelorarbeit Erziehungswissenschaft Abschlussarbeit Analyse Kinder Empowerment gegen Rassismus Methoden gegen Rassismus Ansätze gegen Rassismus Diskriminierung Pädagogisches Konzept Pädagogik Pädagogisches Konzept Empowerment Rassismus und Empowerment
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gloria Meßner (Autor:in), 2023, Das pädagogische Konzept Empowerment gegen Rassismus? Das Modellprojekt "Kinder gegen Rassismus – Kinder für Toleranz", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333987
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Leseprobe aus  63  Seiten
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