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Die moralische Bewertung der Haltung und Nutzung von Tieren. Eine kritische Betrachtung der Theorie von Ursula Wolf

Titel: Die moralische Bewertung der Haltung und Nutzung von Tieren. Eine kritische Betrachtung der Theorie von Ursula Wolf

Bachelorarbeit , 2021 , 51 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Lidia Molochnikova (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ursula Wolf, geboren 1951, ist als deutsche Philosophin im Bereich der Handlungstheorie und Ethik tätig. Ihre tierethische Position wurde über Jahrzehnte in verschiedenen Werken überarbeitet, erweitert und konkretisiert. Da Wolf die Kultivierung der Fähigkeiten als Voraussetzung für die Vertretbarkeit der Haltung und Nutzung von Tieren hält, muss folglich untersucht werden, ob diese unter Wolfs moraltheoretischen Bedingungen so unproblematisch sind, wie sie annimmt.

Dazu wird Wolfs Theorie mit dem Fokus auf das Wohlbefinden und entsprechende Rechte dargestellt, um aus der Beziehung zwischen Mensch und Tier resultierende Pflichten zu benennen und welche Rolle diese für die moralische Abwägung bei Konflikten zwischen Menschen und Tieren haben, wenn dabei Leid entsteht.

Im Anschluss wird Wolfs Definition von Leid und seine Rolle im mitleidsethischen Ansatz kritisch beleuchtet. Dabei liegt der Fokus auf den Menschen als moralische Akteur:innen, der in Konfliktsituationen das Leid aller Beteiligten einschätzen und abwägen muss. Wenn es also im Mitleid um "das Wohl und Wehe des anderen Wesens" geht, gilt es, die verschiedenen Bereiche des Wohlbefindens von Heim- und Nutztieren genauer zu betrachten und wo sie potentiell Wehe erfahren. In Wolfs Theorie finden sich wiederholt Begriffe wie "Freiheit", "(Un-)Selbstständigkeit" in "Ausübung der Fähigkeiten" und "Abhängigkeit". Folglich wird in der anschließenden Diskussion der Begriff der Freiheit genauer untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ursula Wolfs Ethik der Mensch-Tier-Beziehung

2.1 Multikriterielle Mitleidsethik: Form, Inhalt, Motivation

2.2 Wohlbefinden und Rechte

2.3 Mensch-Tier-Beziehung: Fürsorgepflicht und spezielle Verpflichtung

2.4 Konflikte und Leid

3 Kritische Betrachtung der Haltung und Nutzung von Tieren

3.1 Problematik des Leidens im mitleidsethischen Ansatz

3.1.1 Der Leidensbegriff

3.1.2 Die Rolle der moralischen Akteur:innen

3.2 Freiheit, Autonomie und Abhängigkeit

3.2.1 Freiheit

3.2.2 Autonomie und Selbstständigkeit

3.2.3 Abhängigkeit und Eigentum

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht kritisch die tierethische Theorie von Ursula Wolf, insbesondere im Hinblick auf die moralische Vertretbarkeit der Haltung und Nutzung von Tieren. Die Forschungsfrage hinterfragt, ob Wolfs mitleidsethischer Ansatz die mit der Haltung und Nutzung einhergehende Einschränkung von Freiheit und Selbstständigkeit der Tiere hinreichend rechtfertigen kann.

  • Ursula Wolfs multikriterielle Mitleidsethik
  • Die moralische Bedeutung von Leiden und Wohlbefinden
  • Die Rolle der moralischen Akteur:innen und deren Fürsorgepflicht
  • Eigentumsstatus als Faktor der Abhängigkeit
  • Relevanz von Freiheit und Selbstständigkeit für tierliches Wohlbefinden

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Leidensbegriff

Zur Betrachtung Wolfs pathozentristischer Argumentation muss der Begriff ‚Leid‘ genauer untersucht werden. Wie zuvor dargestellt versteht Wolf ‚Leid‘ „als subjektives Leiden unter einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens“ (Wolf 2018: 147). Wie schon das Wohlbefinden subjektiv erfahren wird, so ist auch das Leiden subjektiv relevant für das empfindende Wesen.

Mit dieser Art der Definition zeigen sich jedoch zwei mögliche Probleme: einerseits handelt es sich hier um einen Zirkel. Wolf versucht also, mit dem zu definierenden Begriff den Begriff zu definieren. Diese Schwierigkeit wird verschärft, indem Wolf verschiedene Leiden und Leidensarten gegeneinander aufwiegt. Einerseits sei der „entscheidende Bezugspunkt der moralischen Zulässigkeit […] das Wohlbefinden oder gute Leben, nicht punktuelle Zustände von Lust und Unlust“ (Wolf 2018: 94). Dabei müsste man die Wirkung jedes Leidens auf das ganze Leben betrachten, da dieses von höher entwickelten Wesen erinnert wird und sich auch auf zukünftige Handlungen ausdehnt. Andererseits postuliert sie, dass „eine Minderung des Wohlbefindens in einer der zentralen Lebensdimensionen weniger schlimm“ sei als eine vollständige Verhinderung, „auch dann, wenn sie durchgängig besteht“ – vorausgesetzt, es gäbe eine Alternative der Befriedigung (Wolf 2018: 109). Das bedeutet, dass jede Minderung des Wohlbefindens theoretisch damit gerechtfertigt werden kann, dass diese Dimension ansonsten verhindert würde. Somit unterscheidet Wolf zwar zwischen punktuellem und langfristigem Leiden, relativiert hingegen das langfristige Leiden gegenüber dem völligen Verhindern. Man stelle sich hierzu einen Hund vor, der in Anbindehaltung entsprechend dem deutschen Gesetz lebt (Tierschutz-Hundeverordnung Deutschland 2001). Der Hund wurde als Wachhund angeschafft. Da der Hund groß genug ist, um über den Zaun zu springen und schon öfter Ausflüge über die Grenzen des Grundstücks hinausgewagt hat, wurde der Hund dauerhaft angebunden. Er wird regelmäßig und qualitativ hochwertig gefüttert, wird medizinisch versorgt, bekommt Streicheleinheiten und Spielzeug zur Verfügung gestellt und hat Zugang zu einer überdachten Hütte entsprechend seiner Größe. Die zu betrachtende Dimension sei die Bewegungsfreiheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Relevanz der Mensch-Tier-Beziehung im philosophischen Diskurs und stellt die Forschungsfrage bezüglich der moralischen Vertretbarkeit von Tierhaltung und -nutzung im Rahmen von Wolfs Ethik.

2 Ursula Wolfs Ethik der Mensch-Tier-Beziehung: Dieses Kapitel stellt Wolfs mitleidsbasierte Moraltheorie vor, die das subjektive Wohlbefinden und Rechte von Tieren ins Zentrum rückt und eine Fürsorgepflicht für domestizierte Tiere begründet.

3 Kritische Betrachtung der Haltung und Nutzung von Tieren: Der Hauptteil hinterfragt kritisch zentrale Konzepte wie den Leidensbegriff, Freiheit und Abhängigkeit innerhalb der Mensch-Tier-Beziehung, insbesondere unter dem Aspekt des Eigentumsstatus.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Wolfs Theorie trotz berechtigter Ansätze Probleme bei der Vereinbarkeit von Tierhaltung und tatsächlicher Freiheit der Tiere aufweist und schlägt eine Erweiterung durch Integritätskonzepte vor.

Schlüsselwörter

Tierethik, Ursula Wolf, Mitleidsethik, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden, Leid, Freiheit, Selbstständigkeit, Domestizierung, Eigentumsstatus, Fürsorgepflicht, moralische Akteur:innen, Tiernutzung, Subjektivität, Interdisziplinäre Kognitionsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch die tierethische Theorie von Ursula Wolf, insbesondere ihren Ansatz der „Multikriteriellen Mitleidsethik“, um zu beurteilen, ob dieser in der Lage ist, die Haltung und Nutzung von Tieren moralisch zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das subjektive Wohlbefinden von Tieren, die Bedeutung von Mitleid als moralischem Antrieb, die Auswirkungen von Abhängigkeit und Eigentum auf das Tier sowie die Frage nach Selbstständigkeit und Freiheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Wolfs Theorie die Einschränkungen der natürlichen Fähigkeiten und der Freiheit von Tieren, die durch Haltung und Nutzung entstehen, konsistent und ethisch überzeugend rechtfertigen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die primär auf einer Textanalyse und kritischen Auseinandersetzung mit Wolfs ethischen Thesen basiert und dabei durch vergleichende Einbeziehung weiterer tierethischer Literatur ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle der moralischen Akteur:innen, problematisiert den Leidensbegriff und hinterfragt die Konzepte Freiheit, Autonomie und Abhängigkeit, wenn Tiere als Eigentum in eine Abhängigkeit von Menschen geraten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tierethik, Mitleidsethik, Wohlbefinden, Mensch-Tier-Beziehung, Freiheit und Eigentumsstatus charakterisieren.

Inwiefern spielt der Eigentumsstatus eine Rolle bei der Bewertung der Haltung?

Der Rechtsstatus des Tieres als Eigentum begründet eine problematische Asymmetrie, durch die Tiere Gefahr laufen, eher als instrumentelle Mittel zum Zweck denn als eigenständige moralische Subjekte behandelt zu werden.

Welche Kritik übt die Autorin am Mitleidsbegriff von Ursula Wolf?

Die Autorin weist darauf hin, dass Mitleid ein oft unreflektierter Affekt ist, der schwer zu verallgemeinern ist und bei Konflikten zwischen menschlichen Interessen und tierlichen Bedürfnissen an seine praktischen Grenzen stößt.

Wie steht die Arbeit zur Analogie der „Erziehung von Kindern”?

Die Autorin argumentiert, dass der Vergleich mit der Erziehung von Kindern hinkt, da Tiere ihr Leben lang unselbstständig in einem hierarchischen Abhängigkeitswahrhältnis verweilen, anstatt zu einer autonomen Lebensführung heranzuwachsen.

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Details

Titel
Die moralische Bewertung der Haltung und Nutzung von Tieren. Eine kritische Betrachtung der Theorie von Ursula Wolf
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Philosophie)
Note
1,5
Autor
Lidia Molochnikova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
51
Katalognummer
V1334016
ISBN (PDF)
9783346838926
ISBN (Buch)
9783346838933
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tierethik Ursula Wolf Speziesismus Leid Rechte Tierrechte Mitleidsethik Mensch-Tier-Beziehung Freiheit Autonomie Abhängigkeit Eigentum Gary Francione Hilary Bok David DeGrazia Jessica du Toit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lidia Molochnikova (Autor:in), 2021, Die moralische Bewertung der Haltung und Nutzung von Tieren. Eine kritische Betrachtung der Theorie von Ursula Wolf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334016
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Leseprobe aus  51  Seiten
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