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Gewalt in Heinrich Kaufringers "Drei listige Frauen (B)". Ein Akt der Schwarzen Komik?

Titel: Gewalt in Heinrich Kaufringers "Drei listige Frauen (B)". Ein Akt der Schwarzen Komik?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit erläutert, inwiefern Gewalt in "Drei listige Frauen (B)" als Akt der Schwarzen Komik zu werten ist. Zunächst wird ein allgemeiner und gleichzeitig zusammenfassender Überblick über Gewalt in Mären gegeben. Für ein besseres Verständnis folgt eine ausführlichere Inhaltsangabe der "Drei listigen Frauen (B)" von Heinrich Kaufringer. Anschließend wird die bei den drei Schwankmotiven auffindbare Gewalt herausgearbeitet: bei Hiltgart, Jüt und Mächilt und ihren jeweiligen Ehemännern Perchtold, Cuonrat und Seifried. Im Anschluss wird das Phänomen der Schwarzen Komik näher definiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt in Mären

3. Gewalt in „Drei listige Frauen (B)“

3.1 Inhalt

3.2 Analyse der Gewalthandlungen der drei Frauen

3.2.1 Hiltgart und Perchtold

3.2.2 Jüt und Cuonrat

3.2.3 Mächilt und Seifried

4. Schwarze Komik

5. Gewalt als Akt der Schwarzen Komik

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Drei listige Frauen (B)“ von Heinrich Kaufringer mit dem Ziel, die im Text dargestellte physische Gewalt gegenüber den Ehemännern als Ausdruck und Mittel schwarzer Komik zu analysieren und zu interpretieren.

  • Die Funktion physischer Gewalt innerhalb mittelalterlicher Mären.
  • Analyse der spezifischen Betrugs- und Gewalthandlungen von Hiltgart, Jüt und Mächilt gegenüber ihren Ehemännern.
  • Herleitung und Definition des Begriffs der Schwarzen Komik in der mediävistischen Literaturwissenschaft.
  • Untersuchung der psychologischen und metapoetischen Ebene, auf der die Erzählung Gewalt komisiert und ästhetisiert.
  • Die Rolle von Geschlechternormen und der Demontage der Institution Ehe in Kaufringers Werk.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Hiltgart und Perchtold

Meier Perchtold, der Ehemann von Hiltgart, ist das erste Opfer. Frau Hiltgart ist die erste, die es schafft, ihren Mann problemlos davon zu überzeugen, dass sie an einer tödlichen Krankheit leide und sie nur mit seiner Hilfe diese überwinden und überleben könne: „»wee mir der grossen clag, / das ich also sterben muoß!«“ (V. 60 f.). Der angebliche Gestank seines faulen Zahnes im Mund stellt den Grund für ihre lebensgefährliche Krankheit dar. Aus Liebe zu ihr lässt er sich tatsächlich einen seiner gesunden Zähne ziehen (V. 127 f.). Zur damaligen Zeit war das Zahnmotiv bereits weit verbreitet und könnte den Lesern schon aus anderen zeitgenössischen literarischen Texten bekannt gewesen sein. Diese Dopplung lässt sich beispielsweise ebenfalls in Kaufringers „Rache des Ehemannes“ finden. Vergleicht man diese zwei Erzählungen dennoch miteinander, fällt auf, dass es beim Ziehen der Zähne um keinen Treue- oder Liebesbeweis geht.

„Die Tortur des Zähneziehens wird damit von ihrem semantischen Gehalt suspendiert und zum sinnleeren Zeichen degradiert.“ Im folgenden Handlungsverlauf lässt sich das mitleidslose Verhalten Hiltgarts gegenüber Perchtold erkennen. Denn dieser wird am Tisch festgebunden und „zangen ungefüeg und gros“ (V. 132) werden herangeholt. Dieser nimmt – wie zu erkennen - starke Schmerzen auf sich, nur um seine Ehefrau retten zu wollen. „Ironischerweise ist es auch noch sein Nebenbuhler, der den Bauern der qualvollen Prozedur unterzieht.“ Mit der Ausrede, der Knecht habe aus Versehen den falschen Zahn gezogen, muss sich der Bauer einer weiteren schmerzvollen Prozedur unterziehen. Ihm wird ein zweiter Zahn gezogen und dies nur, weil „das weib hett daran kain genügen“ (V. 147).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Märenliteratur von Heinrich Kaufringer ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Gewalt als Akt der Schwarzen Komik.

2. Gewalt in Mären: Hier wird ein allgemeiner Überblick über das Phänomen Gewalt in mittelalterlichen Kurzerzählungen sowie deren sozio-ökonomische Kontexte gegeben.

3. Gewalt in „Drei listige Frauen (B)“: Dieses Kapitel erläutert das Grundthema des Ehebruchs und führt die drei Bäuerinnen sowie deren Ziel ein, ihre Ehemänner durch List zu betrügen.

3.1 Inhalt: Eine detaillierte Inhaltsangabe der Erzählung wird geboten, welche die zentralen Betrugsmechanismen beleuchtet.

3.2 Analyse der Gewalthandlungen der drei Frauen: Eine strukturierte Untersuchung der spezifischen Gewaltakte an den Ehemännern bildet den Kern des analytischen Teils.

3.2.1 Hiltgart und Perchtold: Analyse der täuschenden Inszenierung einer Krankheit, die zur schmerzhaften Extraktion gesunder Zähne führt.

3.2.2 Jüt und Cuonrat: Untersuchung der psychischen Gewalt durch die Tonsurierung und öffentliche Bloßstellung des Ehemannes als Pfarrer.

3.2.3 Mächilt und Seifried: Analyse der für die Märenliteratur einzigartigen Kastration, die als Höhepunkt der Gewalthandlungen gedeutet wird.

4. Schwarze Komik: Definition des Begriffs der Schwarzen Komik in Abgrenzung zu klassischer Satire und Galgenhumor.

5. Gewalt als Akt der Schwarzen Komik: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor analysierten Gewaltakte synthetisch mit der Theorie der Schwarzen Komik und deren Wirkung auf den Rezipienten.

6. Fazit: Die wesentlichen Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die Destruktion der Ehe Institution und die absichtliche Komisierung des Leids hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Heinrich Kaufringer, Drei listige Frauen, Märe, Schwarze Komik, Physische Gewalt, Ehebruch, Mittelalterliche Literatur, Betrug, List, Kastration, Gender, Ironie, Literaturwissenschaft, Rezeption, Schwarzes Lachen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Märe „Drei listige Frauen (B)“ von Heinrich Kaufringer unter dem Fokus der physischen Gewalt, die von drei Ehefrauen an ihren Ehemännern ausgeübt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen Gewalt in der mittelalterlichen Literatur, die spezifischen Dynamiken des Ehebetrugs sowie die ästhetische Kategorie der Schwarzen Komik.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die in der Erzählung dargestellte Gewalt als Akt der Schwarzen Komik zu werten ist und welche Funktionen dabei erfüllt werden.

Mit welcher wissenschaftlichen Methode arbeitet die Autorin?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär textimmanent vorgeht und durch eine Diskursanalyse sowie den Einbezug fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur gestützt wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsdarstellung, eine detaillierte Analyse der drei individuellen Schwankmotive (Zähneziehen, Tonsurierung, Kastration) und eine theoretische Definition der Schwarzen Komik.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Schwarze Komik, Gewalt, Ehebruch, Literatur des Spätmittelalters, inszenierter Tod und List.

Inwiefern ist die Kastration im dritten Schwank als singulär zu beurteilen?

Die Autorin betont, dass die Kastration in diesem Märe eine Sonderstellung einnimmt, da sie den ersten und einzigen Fall in der mittelhochdeutschen Märenliteratur darstellt, in dem ein unschuldiger Ehemann kastriert wird, der kein Priester ist.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Komisierung der Gewalt?

Die Sprache wird als Mittel eingesetzt, um das Geschehen zu verzerren; durch metaphorische Ausdrucksweisen und Polysemie (z.B. das Wort „pütel“) wird das Negativ-Gruselige ins Absurd-Komische überführt.

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Details

Titel
Gewalt in Heinrich Kaufringers "Drei listige Frauen (B)". Ein Akt der Schwarzen Komik?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Mediävistik - Text, Medien, Kultur 3.2a: Exemplarisches Erzählen? Das OEuvre Heinrich Kaufringers
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
19
Katalognummer
V1334058
ISBN (PDF)
9783346837424
ISBN (Buch)
9783346837431
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaufringer Komik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Gewalt in Heinrich Kaufringers "Drei listige Frauen (B)". Ein Akt der Schwarzen Komik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334058
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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