In der folgenden Arbeit soll erörtert werden, inwiefern die Transaktionskostentheorie zur Beschreibung personalwirtschaftlicher Sachverhalte in Gesundheitsorganisationen relevant sein könnte. Hierzu soll zunächst die Transaktionskostentheorie erklärt werden, um anschließend argumentativ ihre Bedeutung im Rahmen Personalwirtschaft aufzuzeigen. Abschließend folgt ein Fazit, welches Aufschluss über die Fragestellung geben soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung und Vorgehensweise
2 Die Transaktionskostentheorie und ihre Relevanz für die Personalwirtschaft
3 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz der Transaktionskostentheorie für personalwirtschaftliche Sachverhalte in Gesundheitsorganisationen zu untersuchen und aufzuzeigen, wie durch eine theoretisch fundierte Analyse personalwirtschaftliche Transaktionskosten minimiert werden können.
- Grundlagen der Transaktionskostentheorie nach Coase und Williamson
- Differenzierung zwischen ex-ante und ex-post Transaktionskosten
- Einflussfaktoren Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit
- Anwendung der Theorie auf Personalgewinnung, Auswahl und Weiterbildung
- Herausforderungen bei der Quantifizierung von Transaktionskosten
Auszug aus dem Buch
Die Transaktionskostentheorie und ihre Relevanz für die Personalwirtschaft
Die von Ronald Harry Coase begründete und von Oliver Eaton Williamson weitergeführte Transaktionskostentheorie, basiert auf der Annahme, dass die Abwicklung von Transaktionen nicht unentgeltlich ist, sondern Transaktionskosten verursacht (vgl. Holtbrügge 2018, 35). „Im Bereich des Personalmanagement entstehen diese etwa bei der Suche und Auswahl neuer Mitarbeiter, der Aushandlung des Arbeitsvertrags und der Kontrolle der darin vereinbarten Leistungen.“ (ebd., 35) Die dabei entstehenden Transaktionskosten werden in zwei unterschiedliche Kostenarten unterteilt. Hierbei unterscheidet man zwischen ex-ant- und ex-post-Transaktionskosten (vgl. Ridder 2015, 71). Als ex-ant werden Kosten bezeichnet, die im Vorfeld eines Arbeitsverhältnisses entstehen. Unter ihnen werden Informations-, Vereinbarungs- und Abwicklungskosten subsumiert, welche aufgewendet werden um Personal zu rekrutieren und einen Vertragsabschluss anzubahnen (vgl. Lippold 2019, 8). Ex-post Transaktionskosten entstehen nach Abschluss eines Arbeitsvertrages (vgl. ebd., 8). Sie umfassen Kontroll-, Anpassungs- und Auflösungskosten (vgl. Huber 2018, 40). Diese entstehen unter anderem bei der Anpassung unvollständiger Verträge oder der Auflösung dieser.
Zudem nimmt die Transaktionskostentheorie an, dass die Höhe der Transaktionskosten von den Faktoren Spezifität, Häufigkeit und Unsicherheit abhängig ist (vgl. Scherm/Pietsch 2007, 52). Unter der Spezifität versteht man die notwendigen Qualifikationen, Fähigkeiten und Kenntnisse des Mitarbeiters, die er benötigt um den Stellenanforderungen gerecht zu werden (vgl. Lippold 2019, 8). Je höher die Anforderungen an einen Mitarbeiter für die Ausübung einer gewissen Tätigkeit sind, desto höher sind die Anpassungskosten, da der Arbeitnehmer entsprechend weitergebildet werden muss. Da Arbeitsverträge zukünftige Veränderungen nicht vollständig erfassen können, entsteht eine gewisse Unsicherheit. Hierbei ist es von Notwendigkeit vertragliche Anpassungen vorzunehmen, welche die ex-post Transaktionskosten erhöhen (vgl. Matthes 2007, 19). Die dritte Transaktionseigenschaft stellt die Häufigkeit dar. Diese besagt, dass eine oftmalige Durchführung konformer Transaktionen zu einer Minimierung durchschnittlicher Transaktionskosten, aufgrund von Lernfortschritten, Routine und entstehenden Vertrauensverhältnissen zwischen den Transaktionspartnern, führt (vgl. Huber 2018, 40).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fragestellung und Vorgehensweise: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Transaktionskosten in Organisationen oft unbemerkt entstehen, und erläutert die Zielsetzung, diese Theorie auf personalwirtschaftliche Prozesse in Gesundheitsorganisationen anzuwenden.
2 Die Transaktionskostentheorie und ihre Relevanz für die Personalwirtschaft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Transaktionskosten und analysiert deren Auftreten in den verschiedenen Phasen der Personalarbeit, von der Rekrutierung bis zur Freisetzung.
3 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Theorie wertvolle Hinweise zur Gestaltung personalwirtschaftlicher Maßnahmen bietet, weist jedoch kritisch auf die Schwierigkeiten bei der exakten Messbarkeit der Kosten hin.
Schlüsselwörter
Transaktionskostentheorie, Personalwirtschaft, Gesundheitsorganisationen, Personalgewinnung, Informationskosten, Spezifität, Unsicherheit, Häufigkeit, ex-ante Kosten, ex-post Kosten, Personalauswahl, Anpassungskosten, Personalmanagement, Effizienz, Ressourcenverzehr
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Transaktionskostentheorie zur Analyse und Optimierung personalwirtschaftlicher Prozesse speziell in Gesundheitsorganisationen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Kosten bei der Rekrutierung, Auswahl, Einarbeitung und Freisetzung von Mitarbeitern sowie die theoretische Fundierung dieser Prozesse durch die Transaktionskostentheorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gesundheitsorganisationen ihre personalwirtschaftlichen Maßnahmen transaktionskostenminimal gestalten können, um wirtschaftlich effizienter zu arbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung und argumentationstechnischen Übertragung transaktionskostentheoretischer Konzepte auf die betriebliche Personalarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?
Der Hauptteil analysiert, in welchen Phasen des Beschäftigungsverhältnisses – wie bei Stellenausschreibungen, Auswahlverfahren oder Weiterbildungen – Transaktionskosten anfallen und wie diese theoretisch reduziert werden können.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Transaktionskostentheorie, Spezifität, Personalgewinnung, sowie das Spannungsfeld zwischen ex-ante und ex-post Transaktionskosten.
Warum wird die Theorie der Transaktionskosten speziell für Krankenhäuser als relevant erachtet?
Da Krankenhäuser einen hohen Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal haben und somit kontinuierlich Transaktionen in der Personalbeschaffung und -entwicklung durchführen, bietet die Theorie ein Modell zur Kosteneinsparung.
Welche Limitation der Transaktionskostentheorie wird im Text genannt?
Ein zentrales Problem ist laut Autor die fehlende exakte Quantifizierbarkeit der Transaktionskosten, da oft nur ordinale Vergleiche möglich sind.
Welche Rolle spielt die Häufigkeit von Transaktionen für die Kosten?
Häufig wiederkehrende Transaktionen führen zu Lernfortschritten und Routine, was laut Theorie zu einer Minimierung der durchschnittlichen Transaktionskosten beiträgt.
Wie unterscheiden sich privatwirtschaftliche Kliniken von Non-Profit-Organisationen im Kontext dieser Arbeit?
Privatwirtschaftliche Gesundheitsorganisationen verfolgen ein Gewinnmaximierungsziel, wodurch der Anreiz zur systematischen Minimierung von Transaktionskosten stärker ausgeprägt ist als bei Non-Profit-Einrichtungen.
- Quote paper
- Florian Koch (Author), 2020, Die Transaktionskostentheorie in Gesundheitsorganisationen. Ihre Relevanz zur Beschreibung personalwirtschaftlicher Sachverhalte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334136