In der vorliegenden Hausarbeit werden zwei Kurzgeschichten: „An diesem Dienstag“ von Wolfgang Borchert und „Das Begräbnis“ von Wolfdietrich Schnurre analysiert. Der Fokus liegt hierbei auf dem Glauben an Gott, die Emotionen und das Denken während der Kriegszeit.
"An diesem Dienstag" gilt als Klassiker der Nachkriegsliteratur. "Das Begräbnis", als typisches Beispiel der Trümmerliteratur sowie des magischen Realismus.
Einige Fragen, wie z.B.: Wie wurde Gott behandelt und dargestellt? Wie sahen die Lebensumstände für die Menschen aus? Oder was machte der Krieg mit den Menschen?, werden beantwortet.
Die Arbeit beginnt mit der Kurzgeschichte von Borchert, dann gibt es eine Analyse der zweiten Kurzgeschichte. Zum Schluss werden die wichtigsten Aspekte beider Geschichten nochmals wiedergeben und unterstrichen. Zunächst stehen die formalen Analysekriterien im Vordergrund. Im Anschluss der jeweiligen Geschichten geht es um die inhaltlichen Analysekriterien. Im Schlussteil, wird dann auf die oben genannten Fragen eingegangen und die Kurzgeschichten nochmals in Bezug auf das Thema der Hausarbeit gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 „An diesem Dienstag“ Borchert
2.1 Oberflächliche Analyse
2.2 Inhaltliche Analyse
2.3 Resümee
3 „Das Begräbnis“ Schnurre
3.1 Oberflächliche Analyse
3.2 Inhaltliche Analyse
3.3 Resümee
4 Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Religion, Emotionen und menschlichem Handeln in den Kurzgeschichten „An diesem Dienstag“ von Wolfgang Borchert und „Das Begräbnis“ von Wolfdietrich Schnurre. Im Zentrum steht die Frage, wie der Krieg die Wahrnehmung des Göttlichen und die zwischenmenschliche Empathie beeinflusst und welche Rolle der Glaube in Zeiten existentieller Not spielt.
- Analyse der Trümmerliteratur und des magischen Realismus
- Darstellung von Gefühlsverlust und emotionaler Kälte durch den Krieg
- Untersuchung der Glaubensfrage in Ausnahmesituationen
- Vergleich der Erzählweisen und literarischen Mittel beider Autoren
- Reflexion über die moralische Verrohung im Kontext des Todes
Auszug aus dem Buch
An diesem Dienstag
Die Kurzgeschichte ‚An diesem Dienstag‘ von Wolfgang Borchert beginnt mit einer Einleitung von drei kurzen Sätzen. Darauf folgen neun Abschnitte, in der der Text geteilt ist, jeweils immer mit demselben Satz ‚An diesem Dienstag.‘ Schaut man sich die verwendete Artikulation an, wird schnell klar, dass W.Borchert einfache Worte verwendet, die klar und neutral gehalten sind. Jedoch könnte man meinen, dass auch die Erzählinstanz durch die prägnante Sprache eine emotionslose Erzählhaltung darstellt. Die Geschichte ist in der Er-Form verfasst und wird in der erlebten Rede erzählt. Der Erzähler betrachtet die Geschehnisse von außen und steht diesen neutral und entfernt gegenüber. Der Ablauf der Geschichte, des Dienstages, wird zeitraffend und chronologisch erzählt. Der Tag schreitet also nur langsam voran. Der erste Abschnitt beginnt mit dem Morgen und der letzte mit dem Abend. Die Raumebene ist zweigeteilt. In den Abschnitten 1,3,5,7, und 9 finden die Handlungen in Deutschland statt. In den Restlichen Teilabschnitten, findet das Geschehen in Russland Smolensk statt. Dass der Krieg immer mit dem Tod verbunden ist, fließt durch die gesamte Kurzgeschichte. Immer wieder sterben Menschen, entweder durch Krankheiten oder durch den Kampf im Krieg. Wie verhalten sich die Menschen währenddessen? Wie verhalten sich Sie sich in solcher einer Lage? Fragen, die in der inhaltlichen Analyse aufgegriffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, die beiden Kurzgeschichten hinsichtlich ihres Umgangs mit Glauben und menschlichem Verhalten im Krieg zu analysieren.
2 „An diesem Dienstag“ Borchert: Detaillierte Untersuchung der Erzählstruktur und der Darstellung von Gefühlsverlust sowie der moralischen Gleichgültigkeit in Borcherts Werk.
2.1 Oberflächliche Analyse: Beschreibung des formalen Aufbaus, der Erzählperspektive und der räumlichen Einteilung der Geschichte.
2.2 Inhaltliche Analyse: Interpretation der einzelnen Szenen, insbesondere der Konfrontation von Kindern, Soldaten und Zivilisten mit Tod und Krieg.
2.3 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Darstellung von emotionaler Kälte und dem Verlust der Menschlichkeit in Borcherts Kurzgeschichte.
3 „Das Begräbnis“ Schnurre: Analyse der Kurzgeschichte von Schnurre, die sich als Beispiel der Trümmerliteratur dem endgültigen Verlust des Glaubens widmet.
3.1 Oberflächliche Analyse: Betrachtung der sprachlichen Mittel, wie Parataxen und Ellipsen, sowie der zeitlichen Einordnung der Erzählung.
3.2 Inhaltliche Analyse: Untersuchung des Umgangs der Figuren mit dem Tod Gottes und der gesellschaftlichen Apathie gegenüber diesem Ereignis.
3.3 Resümee: Fazit zum Verlust des Glaubens und der Machtlosigkeit Gottes in der Nachkriegszeit.
4 Schluss: Synthese der Ergebnisse beider Analysen und Reflexion über die historische und gesellschaftliche Entwicklung des Glaubens nach dem Krieg.
Schlüsselwörter
Wolfgang Borchert, Wolfdietrich Schnurre, Trümmerliteratur, Magischer Realismus, Krieg, Glaube, Gottesvergessenheit, Nachkriegszeit, Empathie, Kurzgeschichte, Textanalyse, Interpretation, menschliches Handeln, Atheismus, Moral.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert zwei Kurzgeschichten der Nachkriegsliteratur, um aufzuzeigen, wie Kriege das menschliche Verhalten und das religiöse Empfinden langfristig negativ beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Auseinandersetzung mit der Trümmerliteratur, der Darstellung emotionaler Abstumpfung und der symbolischen Bedeutung des Gottesglaubens während und nach bewaffneten Konflikten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen extremen Kriegserfahrungen und der daraus resultierenden Entmenschlichung bzw. dem Verlust an religiöser Bindung in den Texten beider Autoren herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine systematische literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, bestehend aus formaler (oberflächlicher) Analyse sowie einer tiefergehenden inhaltlichen Interpretation der Szenen.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil ist zweigeteilt und analysiert jeweils einzeln die Erzählstruktur und den Inhalt von Borcherts „An diesem Dienstag“ sowie Schnurres „Das Begräbnis“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Trümmerliteratur, Gottesvergessenheit, Entmenschlichung, Kriegswirklichkeit und Emotionslosigkeit.
Wie unterscheidet sich die Reaktion auf den Tod Gottes in Schnurres Geschichte von anderen Erzählungen?
In Schnurres „Das Begräbnis“ wird der Tod Gottes als fast beiläufige, gesellschaftlich völlig ignorierte Tatsache dargestellt, was die tiefe Resignation und den Zynismus der Nachkriegsgesellschaft unterstreicht.
Welchen Einfluss hat Borchert auf die Darstellung von Kindern in seinen Geschichten?
Borchert zeigt in „An diesem Dienstag“ eindrücklich, wie Kinder bereits durch die Schule und indoktrinierende Erziehung frühzeitig an die Grausamkeit des Krieges und den Tod gewöhnt und somit emotional abgestumpft werden.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Emotionen und menschliches Handeln während dem Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334326