Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über das Leben der Beduinen in Bezug auf ihre Lebensweise und ihren Kampf ums Überleben auf der Halbinsel Sinai verschaffen. Im Laufe der Arbeit werden arabische Begriffe mit der DMG-Umschrift transkribiert und die Eigennamen der Stämme unverändert aus den Literaturquellen entnommen.
Durch die Einwanderung der Beduinen zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert auf die Sinai-Halbinsel, entstand eine neue Kultur. Sie trug dazu bei, dass Ägypten zu einem der beliebtesten touristischen Destinationen der Welt wurde. Sie verbreiteten sich auf der ganzen ägyptischen Halbinsel und gehören verschiedenen Stämmen an.
Von großer Bedeutung ist der Stamm der Ğbāliyyah, der seit dem 6. Jh. das zum UNESCO-Welterbe ernannte Katharinenkloster beschützt und seine treuen Dienste leistet, indem sie beispielsweise die großen Obstgärten des Klosters bestellen. Diese Obstgärten sind insofern einzigartig, da sie in den hohen Bergen trotz geringer Niederschläge und hohen Temperaturen gepflegt werden, und zahlreiche Früchte wie zum Beispiel Mandarinen, Pflaumen und Avocados liefern. Mit raffinierter Technik, wie der Diesel-betriebenen Pumpe, ist es möglich, aus tiefen Löchern, die zum Grundwasserspiegel führen Wasser zu befördern. Zu ihren Einkommensquellen heute gehört das Taxifahren und die Arbeit als Reiseführer in Touristengebieten, aber auch der Handel und Schmuggel von Drogen, wie Haschisch und Opium.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Lebensweise
2.1. Tierhaltung
2.2. Bekleidung
2.3. Ernährung
3. Besatzer
4. Herkunft
5. Flora und Fauna
5.1. Ğbāliyyah Gärten
6. Zusammenfassung & Fazit
Zielsetzung & Themen der Seminararbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Lebensweise der Beduinen auf der Halbinsel Sinai, beleuchtet ihre historischen Hintergründe sowie ihren Kampf ums Überleben unter sich wandelnden sozioökonomischen Bedingungen.
- Historische Einwanderung und Stammesgeschichte der Beduinen
- Traditionelle Lebensweise: Tierhaltung, Bekleidung und Ernährung
- Einfluss politischer Besatzung und Fremdherrschaft auf die lokale Gesellschaft
- Bedeutung von Flora und Fauna sowie die spezifische Kultur der Ğbāliyyah Gärten
- Der Wandel der Einkommensquellen vom Nomadentum zum Tourismussektor und Schmuggel
Auszug aus dem Buch
5.1 Ğbāliyyah Gärten
In den Bergen des Süd-Sinais betreiben die Beduinen des Stammes Ğbāliyyah großflächige Obstgartenwirtschaft. Dies ist aufgrund der sehr gut gelegenen Lage und der guten Beziehungen zu den Mönchen des Klosters realisierbar. Die Tradition der Gärten kamen durch Einsiedler, in der frühen byzantinischen Zeit dorthin. Diese wurden fortan von den Mönchen praktiziert, welche auch griechische Früchte und Olivenbäume importierten. Obwohl viele Beduinen in größere Städte ausgewandert sind, werden noch immer hunderte Gärten gepflegt und kleine Ziegen- und Schafsherden gehalten.
Zwei entscheidende Faktoren, warum die Beduinen den Großteil des Jahres in größeren Städten verbringen, ist sowohl die Abhängigkeit von der Lohnarbeit, die ihnen finanzielle Einkünfte ermöglicht, als auch die Nähe zu den Schulen. Dennoch kehren Familien in den Monaten der Sommerferien in die Berge zurück um ihre Gärten zu pflegen.
Ein typisches Kennzeichen der hohen Berge sind die ummauerten Gärten, welche sogar von Satteliten aus erkennbar sind.
Dem Katharinenkloster gehören einige der großen Gärten, welche aber von den Beduinen gepflegt werden. Im Gegenzug erhalten sie die Hälfte des Ertrages. Zu den Früchten der Gärten zählen Mandarinen, Pflaumen und Avocados sowie einige andere Früchte.
Die Mauern dienen dazu, die Gärten vor weidenden Tieren, sowie vor Verunreinigungen zu schützen. Um das Regenwasser der Sturzfluten einzufangen, dienen sie auch als Dämme. Durch diese Regenwassergewinnung sind die Menschen imstande eine große Palette an Getreidesorten das ganze Jahr hindurch zu pflanzen, wobei Obstbäume, neben Gemüsesorten und Kräutern, am meisten angebaut werden. Aufgrund der geringen Niederschläge, besteht das größte Problem der Beduinen in der Wasserverfügbarkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Einwanderung der Beduinen ein und skizziert ihre Bedeutung für das ökologische sowie touristische Umfeld des Sinai, insbesondere in Bezug auf das Katharinenkloster.
2. Lebensweise: Dieser Abschnitt beschreibt die sozioökonomische Struktur, inklusive der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung, der ökonomischen Abhängigkeit von Warenströmen wie Schmuggelgut sowie der traditionellen Versorgung durch lokale Tierhaltung und Gartenbau.
3. Besatzer: Hier werden die historischen politischen Umbrüche, insbesondere die Auswirkungen der israelischen Besatzung auf die Infrastruktur und das Alltagsleben der Beduinen dargelegt.
4. Herkunft: Dieses Kapitel thematisiert die Migrationsgeschichte der verschiedenen Stämme und beleuchtet die langjährige Verbindung der Beduinen zum Katharinenkloster.
5. Flora und Fauna: Dieser Teil analysiert die ökologischen Bedingungen im Süd-Sinai und die essenzielle Rolle der Gebirgsnatur für das Überleben der lokalen Gemeinschaft.
5.1 Ğbāliyyah Gärten: Hier wird detailliert die spezifische Obstgartenkultur des Ğbāliyyah-Stammes sowie deren Herausforderungen bezüglich Wasserverfügbarkeit und Landnutzung beschrieben.
6. Zusammenfassung & Fazit: Das Fazit fasst die Transformation der Beduinenkultur zusammen und warnt vor der zunehmenden Gefahr der Abwanderung aus der traditionellen bäuerlichen Lebenswelt aufgrund knapper Ressourcen.
Schlüsselwörter
Beduinen, Sinai, Katharinenkloster, Ğbāliyyah, Obstgartenwirtschaft, Tourismus, Viehwirtschaft, Besatzung, Nomadentum, Ressourcenmanagement, Drogenhandel, Wüstenökologie, Kamelzucht, Wasserverfügbarkeit, Süd-Sinai
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziokulturelle und ökonomische Entwicklung der Beduinenstämme auf der Halbinsel Sinai im historischen Rückblick sowie unter modernen Bedingungen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten gehören die traditionelle Lebensweise, die Anpassung an das Wüstenklima, die Auswirkungen politischer Besatzungen und die Abhängigkeit von modernen Einkommensquellen.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den "Kampf ums Überleben" zu geben und die Transformation der Beduinen von einer nomadischen Lebensweise hin zu sesshaften oder lohnabhängigen Verhältnissen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der ethnologische und historische Quellen verarbeitet sowie Begriffe mittels DMG-Umschrift transkribiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lebensweise, die Tierhaltung, die Bekleidung, die Ernährung sowie die Auswirkungen von Fremdherrschaften auf die soziale Struktur und die ökologischen Besonderheiten der Gartenwirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Massgebliche Begriffe sind Sinai-Beduinen, Ğbāliyyah-Gärten, Katharinenkloster, Wüstenökologie und der ökonomische Wandel im Süd-Sinai.
Welche Bedeutung hat das Katharinenkloster für die Beduinen?
Das Kloster ist nicht nur ein UNESCO-Welterbe, sondern bildet durch die Gartenbestellung und Schutzdienste eine jahrhundertealte ökonomische und kulturelle Basis für den Stamm der Ğbāliyyah.
Warum ziehen Beduinen aus den Gebirgsregionen in die Städte?
Hauptgründe sind die Suche nach stabilen Einkommensquellen durch Lohnarbeit, die Abhängigkeit vom Tourismussektor sowie der leichtere Zugang zu Bildung und Schulen in den urbanen Zentren.
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- Anonym (Author), 2020, Die Beduinen auf der Halbinsel Sinai. Lebensweise und ihr Kampf ums Überleben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334595