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Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik anhand des Projektes "Selfiecity"

Titel: Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik anhand des Projektes "Selfiecity"

Hausarbeit , 2023 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Just (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, Lev Manovichs Forschung im Bereich der Kulturanalytik anhand des von ihm koordinierten Projektes „Selfiecity“ genauer zu betrachten. Dazu möchte ich zunächst kurz auf die Entstehungsgeschichte der Kulturanalytik eingehen, wobei sowohl der „Computational Turn“ in den Geisteswissenschaften als auch der Aufstieg der sozialen Medien in den 2000er-Jahren im Fokus stehen soll. Anschließend möchte ich mich in Hinblick auf „Selfiecity“ näher mit dem Internetphänomen Selfie beschäftigen – sowohl aus soziokultureller als auch aus historischer Perspektive. Als Nächstes möchte ich das Vorgehen rund um das Projekt „Selfiecity“ im Detail betrachten, indem ich den Prozess der Datenerhebung, der Analyse sowie die anschließende Visualisierung rekonstruieren werde. Danach möchte ich die Ergebnisse des Projektes einordnen sowie die wissenschaftliche Bedeutung des Projektes bewerten. Schließlich werde ich mich der Frage widmen, ob Kultur tatsächlich anhand von in sozialen Netzwerken generierter „Big Social Data“ analysiert werden kann – und was diese Daten wirklich über uns und unsere Gesellschaft aussagen.

Ob auf Instagram, Facebook oder Pinterest – scrollt man in den sozialen Netzwerken durch die von den Plattformen vorgeschlagenen Beiträge, ist es schwer, nicht auf eines der Millionen Selfies zu stoßen, die Smartphone-Nutzer täglich aufnehmen und veröffentlichen. Während die digitalen Selbstporträts für die meisten Menschen womöglich schon lange zu einem festen Teil ihres vernetzten Lebens geworden sind, sehen manche Forscher in ihnen die Möglichkeit, mehr über lokale Kulturen und Gesellschaften zu erfahren. So begann im Dezember 2013 ein interdisziplinär aufgestelltes Team um den russisch-amerikanischen Medientheoretiker und Künstler Lev Manovich damit, Hunderttausende von Selfies zu analysieren, die Nutzer aus fünf Großstädten binnen einer Woche auf Instagram hochgeladen hatten. Das Projekt mit dem Namen „Selfiecity“ entstand im Rahmen des von Manovich im Jahr 2007 begründeten Forschungsgebiets der Kulturanalytik (engl.: Cultural Analytics), dessen Ziel es ist, mit Hilfe von moderner Computertechnologie kulturelle Daten zu analysieren und zu visualisieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Kulturanalytik

3. Das Projekt „Selfiecity“

3.1 Das Phänomen Selfie

3.2 Datenerhebung und -analyse

3.3 Visualisierung

3.4 Ergebnisse und Bedeutung

5. Forschen mit „Big Social Data“

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik am Beispiel des Forschungsprojektes „Selfiecity“. Ziel ist es, die wissenschaftliche Methodik hinter der Analyse von „Big Social Data“ zu rekonstruieren, kritisch zu hinterfragen und zu bewerten, welchen Erkenntniswert die computergestützte Auswertung digitaler Bilddaten für das Verständnis zeitgenössischer gesellschaftlicher Phänomene bietet.

  • Entstehungsgeschichte und theoretische Grundlagen der Kulturanalytik
  • Methodik der Datenerhebung und computergestützten Gesichtsanalyse bei „Selfiecity“
  • Visualisierungstechniken als Werkzeuge zur Mustererkennung in großen Datensätzen
  • Kritische Reflexion über die Aussagekraft von „Big Social Data“ in den Sozialwissenschaften
  • Datenschutzaspekte und ethische Herausforderungen bei der Nutzung öffentlicher Online-Inhalte

Auszug aus dem Buch

3.2 Datenerhebung und -analyse

Um „Selfiecity“ in die Tat umzusetzen, sammelten Manovich und sein Team in Zusammenarbeit mit Grip, dem damals größten Anbieter von „Big Social Data“, zunächst sämtliche Instagram-Fotos, die in der Woche vom 5. bis 11. Dezember 2013 im Zentrum von New York City, Bangkok, Moskau, Sao Paolo und Berlin gepostet wurden. Von diesen insgesamt 656.000 Fotos – damals hatte Instagram nur ein Zehntel der heutigen Nutzerzahl – wurden anschließend 120.000 (20.000-30.000 pro Stadt) zufällig ausgewählt.

Für die erste Datenanalyse verwendete das Team die Crowdsourcing-Website Amazon Mechanical Turk, auf welcher Online-Arbeiter für Unternehmen sogenannte HITs („Human Intelligence Tasks“) erfüllen. Dazu wurde den „Crowdworkern“ lediglich die Frage gestellt: „Zeigt dieses Foto ein einzelnes Selfie?“. Nachdem alle Fotos überprüft worden waren, wurden jeweils 1000 Fotos aus jeder Stadt, die mindestens zwei Arbeiter als Selfies identifiziert hatten, an höher qualifizierte Mechanical-Turk-Arbeiter weitergeschickt. Diese hatten nicht nur die Aufgabe, erneut zu prüfen, ob das Foto ein einzelnes Selfie zeigt, sondern sollten auch das Geschlecht und das Alter der abgebildeten Person schätzen. Anschließend überprüften ein oder zwei Mitglieder des Projektteams all diese Fotos noch einmal manuell. Um die Visualisierungen vergleichbar zu machen, beschloss das Team, die Anzahl der Fotos der Städte gleich zu halten; so besteht der endgültige Datensatz aus 640 Selfies pro Stadt, das heißt aus insgesamt 3200 Fotos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt das Projekt „Selfiecity“ in den Kontext der Kulturanalytik und definiert die Forschungsziele der Arbeit.

2. Die Entstehung der Kulturanalytik: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge der Kulturanalytik als Verbindung von Digital Humanities und Sozioinformatik im Kontext des „Computational Turn“.

3. Das Projekt „Selfiecity“: Das Kapitel analysiert den gesamten Prozess des Projektes von der Definition des Phänomens Selfie über die technische Datenauswertung bis hin zur kreativen Visualisierung und Interpretation der Ergebnisse.

5. Forschen mit „Big Social Data“: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den methodischen und ethischen Herausforderungen bei der Arbeit mit massenhaften Social-Media-Daten.

6. Schluss: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und bewertet die Bedeutung der Kulturanalytik als methodisches Instrument für die geisteswissenschaftliche Forschung.

Schlüsselwörter

Kulturanalytik, Big Data, Selfiecity, Lev Manovich, Computational Turn, Digital Humanities, Instagram, Bildanalyse, Visualisierung, Social Media, Sozioinformatik, Datenerhebung, Selfie, Internetphänomen, Forschungsmethodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik und wendet es exemplarisch auf das Projekt „Selfiecity“ an, um die Möglichkeiten und Grenzen computergestützter Medienforschung zu ergründen.

Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?

Die Arbeit deckt Themen wie die Geschichte der datengestützten Geisteswissenschaften, die soziokulturelle Bedeutung des Selfies, moderne Methoden der digitalen Bildanalyse und die ethischen Implikationen bei der Nutzung von Big Data ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, den Entstehungsprozess und die wissenschaftliche Praxis hinter dem Projekt „Selfiecity“ zu rekonstruieren, um zu bewerten, inwiefern automatisierte Datenanalysen tatsächliche Rückschlüsse auf regionale Kulturen zulassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der Rekonstruktion und kritischen Analyse durch Literaturstudium und die Untersuchung der von Manovich entwickelten digitalen Werkzeuge und Forschungsergebnisse.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Genese der Kulturanalytik, der praktischen Durchführung des Projektes „Selfiecity“ (von der Datensammlung mittels Crowdworking bis zur Software-Analyse) sowie der anschließenden kritischen Diskussion über die Repräsentativität und Aussagekraft der gewonnenen Daten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Cultural Analytics“, „Big Social Data“, „Computational Turn“, „Digital Humanities“ und „Selfiecity“ geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Ergebnisse von „Selfiecity“ im Kontext der Wissenschaft?

Die Arbeit weist darauf hin, dass das Projekt eher eine erste Grundlage für weitere Forschungen („scholarly primitives“) bildet und die Ergebnisse kritisch hinsichtlich ihrer Überinterpretation als Korrelationen diskutiert werden müssen.

Welche ethische Problematik wird in Bezug auf die Datennutzung angesprochen?

Die Arbeit thematisiert den fehlenden Datenschutz und das fehlende Einverständnis der abgebildeten Personen, deren unzensierte Selfies öffentlich im Internet analysiert wurden.

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Details

Titel
Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik anhand des Projektes "Selfiecity"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Die Geschichte von "Big Data"
Note
1,0
Autor
Sebastian Just (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
21
Katalognummer
V1334621
ISBN (PDF)
9783346827661
ISBN (Buch)
9783346827678
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selfie smartphone manovich lev cultural analytics kulturanalytik handy foto big data big social data social media instagram
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Just (Autor:in), 2023, Lev Manovichs Konzept der Kulturanalytik anhand des Projektes "Selfiecity", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334621
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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