Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion bildeten sich neue Handlungspotenziale der internationalen Politik heraus. Innerhalb der bipolaren Welt waren die Machtverhältnisse und -strukturen klar umrissen. In den 1990er Jahren dann verlangten neu aufgetauchte globale Probleme nach neuen, globalen Lösungen. Auch die zunehmende Globalisierung, die die politische, ökonomische und ökologische Welt verkleinerte, bedurfte zur Steuerung eines neuen politischen Ansatzes.
Mit dem Begriff ‚Global Governance’ wurde dieser Politikansatz schließlich umrissen. Obwohl der Begriff bereits aus den 1970er Jahren stammte, formulierte er im Rahmen der politischen Neuordnung nach dem Ende des Kalten Krieges ein Konzept, dass in der Lage sein sollte, gemeinsam mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, die Probleme, die sich aus Globalisierung und politischer Neuorientierung ergaben, in den Griff zu bekommen. Und diese Probleme zeigen sich in allen Formen lokalen und globalen Lebens. Sie reichen von globaler Umweltverschmutzung, Sicherheits- und Sozialpolitik, globalisierter Wirtschafts- und Finanzwelt bis hin zu Entwicklungshilfe und Gesundheitspolitik.
Diese Hausarbeit soll anhand der Themenkreise Sicherheits- und Friedenspolitik und einer neuen ökologischen Weltordnungspolitik zeigen, inwiefern die Global Governance in der Lage ist, sich den vielfältigen Problemen dieser Themenfelder anzunehmen und diese zu lösen. Dabei soll besonderes Augenmerk auf die vielfältigen Nicht-Regierungs-Organisationen gelegt werden, die, zumeist getrennt von allen staatlichen Bürokratiehemmnissen, global agierend neue Impulse in die alten politischen Strukturen einbringen.
Struktur des Inhaltsverzeichnisses
1. Einleitung
2. Global Governance als politische Steuerung in der globalisierten Welt
2.1 Definition
2.2 Grundbedingungen für Global Governance
2.3 Der Einfluss von Non-Government-Organisations (NGOs)
3. Globale Friedenspolitik
3.1 Global Governance im Zeichen des Krieges
3.2 Globaler Waffenbesitz
3.3 Bedrohung durch Terrorismus
4. Ökologische Weltordnungspolitik
4.1 Globale Umweltveränderungen
4.2 Wasser als Schlüsselressource
4.2.1 Globale Wasserknappheit
4.2.2 Wasser als ökonomisches Gut
4.3 Grenzüberschreitende Luftverschmutzung
4.4 Globale Umweltinstitutionen
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht die Wirksamkeit des Global-Governance-Ansatzes bei der Bewältigung komplexer globaler Probleme, insbesondere im Bereich der Sicherheits- und Friedenspolitik sowie der ökologischen Weltordnungspolitik, wobei die Rolle nichtstaatlicher Akteure kritisch hinterfragt wird.
- Grundlagen und Definition von Global Governance
- Die Rolle von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs)
- Herausforderungen der globalen Friedenssicherung
- Problematiken der globalen Wasserressourcen und Luftverschmutzung
- Implementierung internationaler Umweltstandards
Auszug aus dem Buch
4.2 Wasser als Schlüsselressource
Das Thema Wasser faszinierte schon immer Fachleute und interessierte Laien, denn es ist täglicher und unmittelbarer Bestandteil unserer Lebenswirklichkeit und Lebensqualität. Gerade diese übergreifende Funktion des Wassers als ‚everybodies business’ wirkt sich stark auf die öffentliche und wissenschaftliche Debatte über die Zukunft der Wasserwirtschaft bzw. Wasserversorgung aus. Seit geraumer Zeit haben sich die sozioökologische und sozioökonomische Forschung ebenfalls dieses Themas angenommen und damit das Spektrum der inhaltlichen Auseinandersetzung erweitert. Die öffentliche Debatte über den globalen Wassermangel fokussiert natürlich auf die Länder in ariden Gebieten, die oftmals Entwicklungsländer sind. Bekannt ist, dass eine Reihe menschengemachter Ursachen dazu beitragen, den klimatisch bzw. hydrologisch bedingten Wassermangel in diesen Regionen zu verstärken. Entwaldung, Überweidung, falsche Bewässerungspraktiken, ungenügender Gewässerschutz und fehlendes Wassermanagement führen zu quantitativ und qualitativ hoch beanspruchten Wasserressourcen, die schon bei geringen Änderungen der Rahmenbedingungen an die äußere Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stoßen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Übergang zu einem neuen politischen Steuerungsansatz nach dem Ende des Kalten Krieges und definiert das Forschungsziel der Hausarbeit.
2. Global Governance als politische Steuerung in der globalisierten Welt: Das Kapitel erläutert das Konzept des Regierens ohne Weltregierung, definiert zentrale Begriffe und analysiert die Rolle von NGOs im globalen Kontext.
3. Globale Friedenspolitik: Hier wird untersucht, wie Global Governance zur Friedenssicherung beitragen kann und welche Herausforderungen durch Waffenbesitz und Terrorismus entstehen.
4. Ökologische Weltordnungspolitik: Dieses Kapitel analysiert globale Umweltveränderungen, speziell den Wassermangel und die Luftverschmutzung, und bewertet die Wirksamkeit internationaler Umweltinstitutionen.
5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit zieht eine kritische Bilanz über die Chancen und Schwachstellen des Global-Governance-Ansatzes in der Sicherheits- und Umweltpolitik.
Schlüsselwörter
Global Governance, Internationale Politik, Friedenspolitik, Umweltpolitik, Wasserknappheit, Globalisierung, NGOs, UNO, Sicherheitsarchitektur, Luftverschmutzung, Waffenhandel, Weltordnung, Nachhaltige Entwicklung, Klimapolitik, Internationale Institutionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen des politischen Steuerungsmodells "Global Governance" bei der Bewältigung komplexer, grenzüberschreitender Probleme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte sind die globale Friedens- und Sicherheitspolitik sowie die ökologische Weltordnungspolitik, insbesondere in Bezug auf Wasserressourcen und Luftverschmutzung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern Global Governance zur Lösung dieser vielfältigen globalen Probleme beitragen kann, insbesondere unter Einbeziehung von Nicht-Regierungs-Organisationen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte zur internationalen Steuerung und wertet hierzu aktuelle Fachliteratur und Berichte aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Global Governance, die Analyse der Friedenssicherung (u.a. Waffenhandel, Terrorismus) und eine Untersuchung ökologischer Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Global Governance, internationale Kooperation, Nachhaltigkeit, globale Sicherheit und staatliches Handlungsdefizit.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von NGOs?
NGOs werden als wichtige globale Akteure gesehen, die Impulse setzen und Vertrauen schaffen, jedoch stößt ihr Einfluss bei machtpolitisch motivierten Akteuren wie den USA an deutliche Grenzen.
Warum stellt Wasser eine besondere Herausforderung dar?
Wasser wird als lebensnotwendige Ressource durch menschengemachte Faktoren wie Verschmutzung und falsches Management zunehmend knapp, was in ariden Regionen zu sozialen und wirtschaftlichen Krisen führt.
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- Stefan Siebigke (Author), 2006, Global Governance und globale Friedens- und Umweltpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133474