Die Arbeit beschreibt die grundlegenden theoretischen Aussagen und Modelle der neuen keynesianischen Makroökonomie (NKM) und deren Auswirkung auf die internationale Währungspolitik.
Nach einer Beschreibung der historischen Entwicklung folgt die Darstellung der theoretischen Bausteine: Rigiditäten in Güter- und Arbeitsmärkten, Phillips-Kurve sowie Zentralbankpolitik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung
2.1 Keynesianisten und Monetaristen – Der Zusammenbruch des IS-LM-Modells
2.2Entwicklung der New Keynesian Macroeconomics
3. Neue Keynesianische Makroökonomie
3.1 Zentrale Bausteine und grundlegende Eigenschaften
3.2 Feste Preise und generelles Ungleichgewicht
3.3 Rigiditäten im Gütermarkt
3.3.1 Nominale Rigiditäten – menu costs
3.4 Rigiditäten im Arbeitsmarkt
3.4.1 Effizienzlöhne
3.4.2 Der „shirking“ Ansatz
3.4.3 Insider-Outsider-Modell
3.5 Inflation und Arbeitslosigkeit- Die Phillips-Kurve
3.5.1 Ableitung der Philllips-Kurve aus Lohn- und Preissetzungsgerade
3.6 Zentralbankpolitik in neukeynesianischen Modellen
4. Keynesianische Ökonomie ohne die LM-Kurve
Ein einfaches neukeynesianisches Modell nach Romer/Taylor
4.1 Das IS-MP-IA-Modell
4.2 IS-MP-Modell und Anpassungsprozesse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der neuen keynesianischen Makroökonomie. Dabei wird untersucht, wie Marktunvollkommenheiten, Preisstarrheiten und Lohnrigiditäten kurzfristige wirtschaftliche Fluktuationen erklären können und wie Zentralbanken in diesem Rahmen mittels Zinsregeln agieren.
- Historische Entwicklung und Kritik am klassischen IS-LM-Modell.
- Erklärung nominaler und realer Rigiditäten auf Güter- und Arbeitsmärkten.
- Ableitung der Phillips-Kurve und ihre Rolle für die Inflationsdynamik.
- Darstellung eines modernen IS-MP-IA-Modells ohne LM-Kurve.
- Anpassungsprozesse der Wirtschaft hin zum langfristigen Gleichgewicht.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Nominale Rigiditäten – menu costs
Wie schon angedeutet wurde, ist ein zentrales Argument zur Erklärung von Marktversagen in neuen keynesianischen Modelle die Annahme dass nominale Preise starr sind („sticky prices“), und nicht direkt auf Nachfrageschocks reagieren. Dies führt in der Folge dazu, dass Nachfrageschocks Auswirkungen auf Output sowie Beschäftigung besitzen. Starre Preise wurden bereits von Keynes angenommen, es mangelte aber an der theoretischen und empirischen Fundierung. Einen Hauptbeitrag zu dieser Debatte liefert Mankiw, der auch die Bezeichnung der „menu costs“ oder Speisekartenkosten eingeführt hat. Hiermit sind die Kosten einer Preisänderung bezeichnet, die, wörtlich genommen, durch das Drucken einer neuen Speisekarte entstehen. Auf einer abstrakteren und vermutlich relevanteren Ebene sind darunter aber solche Kosten zu verstehen, die entstehen um die Kunden über die Preisänderung zu informieren, die daraus resultierenden Unzufriedenheit der Kunden (bei steigenden Preisen) sowie der Aufwand über Preisänderungen überhaupt nachzudenken. Auch wenn es die Kosten von Preisanpassungen für einzelne Unternehmen zunächst vernachlässigbar erscheinen, nimmt Mankiw an, dass sie doch Auswirkungen auf gesamtwirtschaftliche Fluktuationen haben können, und etwa Rezession erklären können. Sie können demnach sogar individuell effizient aber, aber gesellschaftlich zu negativen Externalitäten führen, und sind somit auch mit der Bedingung der rationalen Erwartungen in Einklang zu bringen. Es wird deutlich gemacht, dass starre Preise (bedingt durch das Maximierungsverhalten der einzelnen Unternehmer und menu costs) individuell effizient sein können, soziale Externalitäten aber nicht berücksichtigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach der Analyse kurzfristiger makroökonomischer Fluktuationen unter Berücksichtigung keynesianischer Grundüberlegungen.
2. Historische Entwicklung: Beschreibt den Zusammenbruch des IS-LM-Modells angesichts der Stagflation der 1970er Jahre und die Entstehung neuer theoretischer Schulen.
3. Neue Keynesianische Makroökonomie: Erläutert zentrale Bausteine wie Marktunvollkommenheiten, Preisstarrheiten und die Modellierung von Erwartungen.
4. Keynesianische Ökonomie ohne die LM-Kurve: Präsentiert ein vereinfachtes Modell nach Romer und Taylor, das die Geldmarktbetrachtung durch eine Zinsregel der Zentralbank ersetzt.
Schlüsselwörter
Neue Keynesianische Makroökonomie, IS-LM-Modell, Preisstarrheiten, Menu Costs, Effizienzlöhne, Shirking-Ansatz, Insider-Outsider-Modell, Phillips-Kurve, Geldpolitik, Zinsregel, IS-MP-IA-Modell, Inflation, Arbeitslosigkeit, Marktversagen, Erwartungsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Fundamenten der neuen keynesianischen Makroökonomie und ihrer Abgrenzung zu klassischen Modellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Marktunvollkommenheiten, Preis- und Lohnstarrheiten sowie die Rolle der Zentralbankpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Annahmen der neukeynesianischen Theorie darzustellen und ein vereinfachtes Modell zu präsentieren, das die moderne Analyse der Makroökonomie veranschaulicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden bestehende volkswirtschaftliche Theorien und Modelle (insb. Romer/Taylor) zusammengefasst und grafisch sowie formal hergeleitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Rigiditäten auf Güter- und Arbeitsmärkten, die Ableitung der Phillips-Kurve und die Modellierung des Wirtschaftsgeschehens ohne die traditionelle LM-Kurve.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem IS-MP-IA-Modell, Preisstarrheit, Inflation, Zinsregel und Marktversagen.
Was genau versteht man unter "Menu Costs"?
Es sind Kosten, die entstehen, wenn Unternehmen ihre Preise anpassen (z.B. Druckkosten, Informationsaufwand), was zu nominaler Preisstarrheit führt.
Wie unterscheidet sich das Insider-Outsider-Modell von anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zur Effizienzlohntheorie, die den Fokus auf das Unternehmen legt, betont das Insider-Outsider-Modell die Marktmacht der beschäftigten Arbeitnehmer bei der Lohnfindung.
Warum wird in der Arbeit das IS-MP-IA-Modell verwendet?
Das Modell wird verwendet, weil es eine modernere und intuitivere Darstellung der Zentralbankpolitik (mittels Zinsregel statt Geldmengensteuerung) ermöglicht.
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- Michel Seeger (Author), 2008, Neue Keynesianische Makroökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133485