In dieser Arbeit soll die Polysystemtheorie von Itamar Even-Zohar anhand des weltberühmten Werkes "Ulysses" von James Joyce ausgetestet werden. Ich habe mit allgemeinen Fakten, wie Biographie und Inhalt begonnen, damit der Leser ein besseres Verständnis und einen guten Überblick des gewählten Beispiels hat. Die Arbeit beginnt mit der Erklärung allgemeiner Begriffe, um auf diesen aufbauend zum Wichtigen fortzuschreiten. Somit liegen der Fokus und die Aufschlüsselung eher am Ende der Arbeit.
Aus der Biographie können wir herauslesen, zu welcher Zeit Joyce gelebt und sein Werk verfasst hat, um den historischen Kontext mit dem Werk besser in Verbindung setzten zu können, wodurch sich die Frage eventuell erklären lässt, was die Beweggründe gewesen sein könnten, für das Schreiben seines Werkes Ulysses. Im historischen Kontext erläutere ich die damalige Situation hinsichtlich Politik, Wirtschaft und Literatur im englischsprachigen Raum (hauptsächlich Irland und England) und parallel dazu in Deutschland, das in den 20er-Jahren noch sehr avantgardistisch war, obgleich sich schon damals die Katastrophe (des 2. Weltkriegs) anbahnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biografie
3. Inhalt
3.1 Handlung
3.2 Stil und Leitmotive
4. Bewusstseinsstrom/ Stream of consciousness
4.1 Charakteristika des Bewusstseinsstrom
4.2 Unterschied zwischen dem Inneren Monolog und dem Bewusstseinsstrom
4.3 Bekannte Beispiele des Bewusstseinsstroms in der Weltliteratur
5. Historischer Kontext (Situation in Irland und in Deutschland)
5.1 Historischer Kontext - zur Situation in Irland
5.2 Ulysses als Wissenschaft und Autobiographie
5.3 Ulysses Eingang in Deutschland
6. Rezeptionen
6.1 Produktive Rezeptionen weltweit
6.2 Rezeption im englischsprachigen Raum
6.3 Rezeption in Deutschland
7. Übersetzungen
7.1 Zur deutschen Übersetzung
7.2 Übersetzungsvergleich der 14. Episode
8. Polysysteme
8.1 Begriff Polysystem
8.2 Ulysses im irischen und deutschen Polysystem
9. Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des Romans „Ulysses“ von James Joyce mithilfe der Polysystemtheorie von Itamar Even-Zohar, um die literarische Positionierung des Werkes im deutsch- und englischsprachigen Raum zu seinem Entstehungszeitpunkt sowie im zeitlichen Verlauf zu untersuchen.
- Anwendung der Polysystemtheorie auf „Ulysses“
- Untersuchung der Bedeutung von Übersetzungen für die Rezeption
- Analyse der narrativen Technik des Bewusstseinsstroms
- Historischer und kultureller Kontext von Irland und Deutschland
- Vergleich der Übersetzer Georg Goyert und Hans Wollschläger
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Sprache
Hauptaugenmerk des Romans liegt eigentlich auf der Sprache. Das Werk ist ein Spiel mit der Sprache, je nach Thema oder Person ändert sich der ihr Stil. In dem Kapitel der Geburt ändert sich die englische Sprache vom Althoch-Englischen bis zum Englisch der Gegenwart, was zugleich die Entwicklung des Embryos im Mutterleib widerspiegeln soll. Die Sprache an sich ist bereits eine eigene Irrfahrt.
„Deshalb bedenke jedermann das Ende, das Tod bedeutet und Staub, das keinem Menschen ersparet bleibet, der geboren wurde vom Weibe, denn wie er nackend den Leib seiner Mutter verließ, so wird auch wieder nackend von der Erde er gehen zu seiner Zeit.“
Der Auszug ist aus einer Goyert-Übersetzung und man erkennt deutlich, dass er hier mit dem eingeschobenen Binde-“-e“ (= Vermeidung des Doppelkonsonanten im Auslaut) versucht, altertümlich zu klingen. Joyce nimmt im Übrigen hier Bezug auf das Buch Hiob 1,21. Man kann hier auch wieder von Intertextualität reden. Zum Stil lässt sich noch sagen, dass alles genauestens formuliert und analysiert wird. Diese Wiedergabe des kompletten äußeren Geschehens soll die Vorgänge im Bewusstsein abbilden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Polysystemtheorie ein und erläutert die Zielsetzung, Joyce' „Ulysses“ in diesem theoretischen Rahmen zu analysieren.
2. Biografie: Ein biografischer Abriss von James Joyce beleuchtet dessen Werdegang, seine sprachliche Begabung und die Hintergründe zur Entstehung seines Werkes.
3. Inhalt: Dieses Kapitel behandelt die handlungsarmen Strukturen des Romans sowie dessen stilistische Besonderheiten wie den Einsatz von Leitmotiven.
4. Bewusstseinsstrom/ Stream of consciousness: Die narrativ zentrale Technik des Bewusstseinsstroms wird definiert, ihre Merkmale bestimmt und anhand prominenter Textstellen illustriert.
5. Historischer Kontext (Situation in Irland und in Deutschland): Hier werden die soziokulturellen und politischen Rahmenbedingungen in Irland und Deutschland analysiert, die für die Rezeption von „Ulysses“ wesentlich waren.
6. Rezeptionen: Die globale und regionale Aufnahme des Werkes in unterschiedlichen kulturellen Räumen wird dargestellt.
7. Übersetzungen: Die Arbeit vergleicht die Übersetzungsleistungen von Georg Goyert und Hans Wollschläger im Kontext des deutschen Polysystems.
8. Polysysteme: Der theoretische Begriff des Polysystems wird erläutert und auf die spezifische Positionierung von „Ulysses“ im irischen und deutschen literarischen System angewendet.
9. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass „Ulysses“ durch die Neuübersetzung von Hans Wollschläger erfolgreich im Zentrum des deutschsprachigen literarischen Polysystems verankert wurde.
Schlüsselwörter
James Joyce, Ulysses, Polysystemtheorie, Itamar Even-Zohar, literarische Übersetzung, Bewusstseinsstrom, Stream of Consciousness, Rezeption, Hans Wollschläger, Georg Goyert, Moderne, Literaturtheorie, irische Literatur, Intertextualität, Literaturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert das weltbekannte Werk „Ulysses“ von James Joyce vor dem Hintergrund der Polysystemtheorie von Itamar Even-Zohar.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die zentralen Felder umfassen die Biografie von Joyce, die Bedeutung der Sprache und des Bewusstseinsstroms sowie die Rezeptionsgeschichte und Übersetzungsunterschiede des Romans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wo sich das Werk zum Zeitpunkt seiner Entstehung im deutsch- und englischsprachigen Polysystem befand und warum es sich im Laufe der Zeit in den Kanon bewegt hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Polysystemtheorie sowie vergleichende Literaturwissenschaft zur Analyse der Wirkungsgeschichte und der Übersetzungsstrategien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert?
Im Hauptteil werden neben der narrativen Technik des Bewusstseinsstroms auch der historische Kontext, die Rolle der Übersetzer und die produktive Rezeption des Werkes beleuchtet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Polysystem, Bewusstseinsstrom, intertextuelle Bezüge, Übersetzungskritik und die Moderne.
Warum unterscheidet sich die Übersetzung von Hans Wollschläger von der von Georg Goyert?
Wollschlägers Übersetzung gilt als gelungener, da sie versucht, den ursprünglichen Klang und die künstlerische Wirkung des Originals einzufangen, während Goyert den Text stärker an konventionelle Realismus-Normen anpasste.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Psychoanalyse im Kontext von „Ulysses“ bei?
Die Arbeit verweist auf die psychoanalytische Bedeutung der Wortspielereien und die Verbindung zu C. G. Jung, was zur Etablierung des Werkes im literarischen Zentrum der 1960er Jahre beitrug.
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- Anonym (Autor:in), 2019, James Joyce "Ulysses" im deutschsprachigen und englischsprachigen Polysystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334888