Die vorliegende Hausarbeit handelt von dem Aufbau des Sozialismus in der DDR und der damit einhergehenden Ideologie des Marxismus-Leninismus in den 1950er Jahren. Die Herrschaft der SED steht dabei im Mittelpunkt der Arbeit, da die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen durch diese Partei bestimmt und durchgeführt wurden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Etappe des „Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus“, die von der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1949 bis zum Mauerbau 1961 andauerte. In diesem Zeitraum sicherte die SED schrittweise ihre Macht und schuf durch zahlreiche Maßnahmen die sozialistische Gesellschaftsordnung, die die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte prägte.
Zunächst wird auf den Begriff des Sozialismus eingegangen und ein Versuch unternommen, diesen auf die sozialistische Gesellschaftsform der DDR einzugrenzen. In Kapitel 3 erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem „Aufbau des Sozialismus“ in Folge der II. Parteikonferenz der SED 1952. Anhand wesentlicher Beschlüsse wird die Transformation der DDR zu einem sozialistischen Staat aufgezeigt. Anschließend wird die Ideologie der DDR in den Fokus gerückt, die durch die SED in den 1950er Jahren vertreten und propagiert wurde. In Kapitel 5 wird der Volksaufstand von 1953 als Beispiel für das spätere Scheitern der DDR behandelt. Die Arbeit fokussiert demzufolge die Jahre 1952 und 1953, da bis dahin der Aufbau des Sozialismus und somit die Übernahme der sowjetischen Strukturen als abgeschlossen gelten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Sozialismus: Begriffsbestimmung
3. Der Aufbau des Sozialismus in der DDR
4. Die Ideologie der SED in den 1950er Jahren
5. Der Volksaufstand 1953
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit analysiert den Prozess des Aufbaus des Sozialismus in der DDR während der 1950er Jahre unter der Führung der SED sowie die damit verbundenen ideologischen Zielsetzungen. Dabei wird untersucht, wie die SED versuchte, ihre politische Macht durch die Übernahme stalinistischer Strukturen und eine weitgehende Umgestaltung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu sichern, und inwiefern der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 das Scheitern dieses Vorhabens und die Diskrepanz zwischen Parteianspruch und gesellschaftlicher Realität offenlegte.
- Die Ideologie des Marxismus-Leninismus als verbindliche Leitideologie.
- Struktureller und wirtschaftlicher Umbau der DDR nach sowjetischem Vorbild.
- Die Rolle der Staatspartei SED und der Einsatz repressiver Kontrollinstrumente.
- Der Volksaufstand von 1953 als Ausdruck gesellschaftlichen Widerstands.
Auszug aus dem Buch
Der Volksaufstand 1953
Dass die SED als Avantgardepartei der Arbeiter jedoch nur vermeintlich die Interessen der Arbeiterschaft vertrat, ist an mehreren Umständen nachzuweisen. Ihre Ideologie drang nicht wie beabsichtigt in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung ein. Diese Tatsache führte im Herbst 1989 zum Scheitern des real existierenden Sozialismus und damit der Deutschen Demokratischen Republik. Doch auch schon lange vorher, im Frühjahr 1953, verliehen die Bürger ihrer Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen in der DDR Ausdruck, die im Volksaufstand vom 17. Juni 1953 gipfelte. Dieser Abschnitt zeigt auf, wie der Aufstand schon dreieinhalb Jahre nach der Gründung der DDR und knapp ein Jahr nach dem planmäßigen Aufbau des Sozialismus verdeutlichte, dass die Grundsätze und Entscheidungen der SED nicht mit den Idealen der Bevölkerung übereinstimmten. Das Fehlschlagen des Realsozialismus zeichnete sich demnach schon zu Beginn der 1950er Jahre ab. Ein kurzer Abriss der Ereignisse veranschaulicht die Hintergründe des Aufstands und anschließend wird seine Bedeutung herausgearbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der sozialistischen Transformation der DDR unter der SED in den 1950er Jahren ein und definiert den zeitlichen Schwerpunkt sowie die grundlegende Forschungsfrage.
2. Der Sozialismus: Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel setzt sich mit der komplexen und historisch variablen Definition des Sozialismus sowie dessen theoretischen Grundlagen bei Marx, Engels und Lenin auseinander.
3. Der Aufbau des Sozialismus in der DDR: Die Untersuchung befasst sich mit der administrativen und wirtschaftlichen Neuordnung der DDR ab 1952, um das Land nach stalinistischem Modell vollständig in einen realsozialistischen Staat zu überführen.
4. Die Ideologie der SED in den 1950er Jahren: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der marxistisch-leninistischen Weltanschauung als totalitäres Herrschaftsinstrument und die Rolle der Kaderpolitik und Massenorganisationen bei der ideologischen Durchdringung der Gesellschaft.
5. Der Volksaufstand 1953: Hier werden die Ursachen, der Verlauf und die weitreichenden Konsequenzen des Aufstands vom 17. Juni 1953 analysiert, welcher die tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der SED-Diktatur aufzeigte.
Schlüsselwörter
Sozialismus, SED, DDR, Marxismus-Leninismus, Realsozialismus, Volksaufstand 1953, Stalinisierung, Kaderpolitik, Planwirtschaft, Kontrolle, Ideologie, Staatssicherheit, Transformation, Arbeiterklasse, Widerstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Transformation der DDR zu einem sozialistischen Staat in den 1950er Jahren und dem daraus resultierenden gesellschaftlichen Widerstand gegen die SED-Herrschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Ideologie des Marxismus-Leninismus, den Aufbau staatlicher Verwaltungs- und Kontrollstrukturen sowie die Reaktion der Bevölkerung auf diese Zwangsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum das Vorhaben der SED scheiterte, durch eine ideologische und strukturelle Gleichschaltung eine breite Zustimmung in der Bevölkerung für den Aufbau des Sozialismus zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zeitgeschichtlicher Quellen, politologischer Standardwerke und offizieller Parteidokumente der SED.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse konkreter politischer und wirtschaftlicher Transformationsmaßnahmen sowie die Untersuchung des Volksaufstands von 1953 als Symptom des Scheiterns.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sozialismus, SED, real existierender Sozialismus, Stalinisierung und Volksaufstand geprägt.
Wie sicherte die SED ihre Alleinherrschaft?
Die SED nutzte hierfür Methoden wie den Aufbau strenger Parteidisziplin, das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), die Kontrolle der Medien und die totale Ausrichtung auf die Sowjetunion.
Warum wird der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als so bedeutend für das Scheitern der DDR angesehen?
Er markierte das Ende der Illusion, dass die SED ein breites Vertrauen in der Arbeiterschaft genoss, und verdeutlichte den irreparablen Riss zwischen Regierenden und Regierten bereits in der Gründungsphase des DDR-Systems.
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- Master Fenja Gruetz (Autor), 2017, Der Aufbau des Sozialismus durch die SED in den 1950er Jahren und sein Scheitern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334908