Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit die FPÖ als Prototyp des Rechtspopulismus in Europa gelten kann und welche politischen und rhetorischen Charakteristika des Rechtspopulismus sie aufweist. Um dieser Frage nachzugehen, wird zunächst der Begriff des Rechtspopulismus näher bestimmt und seine Erscheinungsformen in der Europäischen Union seit 2015 untersucht. Entstehungsgründe und die Motive und Einstellungen der Wählerschaft werden hierbei außen vor gelassen, da sie im Rahmen einer Hausarbeit nicht ausreichend beschrieben werden können und der Fokus auf der Repräsentation und den Strukturen der populistischen Gruppen selbst beziehungsweise der FPÖ liegt. Anschließend werden einige ausgewählte rechtspopulistische Parteien in Europa exemplarisch knapp behandelt, um später die Rolle der FPÖ einordnen zu können. Im dritten Kapitel erfolgt die Analyse der Programmatik und Rhetorik, derer sich die Partei bedient. Dabei werden politische Themen und Einstellungen der FPÖ auf rechtspopulistische Aspekte untersucht. Die Haltung zur Immigration steht dabei im Mittelpunkt, da diese wichtigen Hinweise auf die politischen Einstellungen und den Politikstil gibt. Schließlich wird im vierten Kapitel ein Fazit gezogen, ob bzw. inwieweit die Freiheitliche Partei Österreichs als Prototyp des westeuropäischen Rechtspopulismus gelten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtspopulismus
2.1 Rechtspopulismus: Eine Begriffsbestimmung
2.2 Rechtspopulismus in der EU seit 2015
3. Rechtspopulismus der Freiheitlichen Partei Österreichs
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) als Prototyp des europäischen Rechtspopulismus betrachtet werden kann und welche spezifischen politischen und rhetorischen Charakteristika diese Einordnung stützen.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Rechtspopulismus
- Erscheinungsformen rechtspopulistischer Bewegungen in der EU seit 2015
- Analyse der Programmatik, Rhetorik und politischen Strategien der FPÖ
- Untersuchung von Feindbildern und Identitätspolitik als zentrales Instrument
Auszug aus dem Buch
2.1 Rechtspopulismus: Eine Begriffsbestimmung
In der Forschung wurde sich seit den 1990er Jahren infolge der steigenden Präsenz rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien in europäischen Gesellschaften sehr stark mit dem Phänomen des Populismus auseinandergesetzt. Dabei wird in der Fachliteratur immer wieder deutlich, dass sich der Populismus nicht eindeutig einer bestimmten Politikform zuordnen lässt, sondern sich entsprechend der aktuellen gesellschaftlichen Umstände ausrichtet. Dazu schreibt Karin Priester: „Der Populismus ist morphologisch ein Chamäleon, das sich den Strömungen des Zeitgeistes anpasst.“
Nach Priester vollzieht sich Populismus in Wellen, die sich alle 20 bis 30 Jahre wiederholen und vornehmlich auf Veränderungen, die von außen auf die Gesellschaft wirken, reagieren. In Europa stellt sie seit den 1990er Jahren die insgesamt vierte Welle des Populismus fest, die nach ihrer Ansicht als ein Effekt der modernisierten EU-Politik und der forcierten europäischen Integration zu verstehen ist und bis heute andauert. Der Großteil der insbesondere rechtspopulistischen Parteien wurde zu dieser Zeit gegründet. In einzelnen europäischen Staaten wurden rechtspopulistische Bewegungen bereits in den 1980er Jahren sichtbar. Frank Decker beschäftigte sich mit der Form des neuen Rechtspopulismus und sieht maßgeblich Modernisierungskrisen und Konsequenzen der fortschreitenden Globalisierung als Ursachen für die Entstehung und europäische Ausbreitung des Rechtspopulismus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die FPÖ als Prototyp des europäischen Rechtspopulismus gelten kann, und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2. Rechtspopulismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Rechtspopulismus theoretisch, analysiert dessen rhetorische Stilmittel und beleuchtet die Verbreitung und Ausprägungsformen innerhalb der EU seit 2015.
3. Rechtspopulismus der Freiheitlichen Partei Österreichs: Das Hauptkapitel wertet die historische Entwicklung, die Programmatik, die Rhetorik und die Strategien der FPÖ im Kontext rechtspopulistischer Charakteristika aus.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Rolle der FPÖ als prototypischen Fall einer rechtspopulistischen Protestpartei im europäischen Vergleich.
Schlüsselwörter
Rechtspopulismus, FPÖ, Freiheitliche Partei Österreichs, Europa, Europäische Union, Migration, Islamfeindlichkeit, Identitätspolitik, Nationalismus, Populismus, Anti-Establishment, Rhetorik, Flucht, Sicherheitspolitik, Parteienlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Merkmale der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) im Kontext des europäischen Rechtspopulismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung von Rechtspopulismus, die Analyse von Parteiprogrammen, populistische Rhetorik sowie Themen wie Einwanderung und EU-Kritik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist zu klären, inwieweit die FPÖ als „Prototyp“ für rechtspopulistische Bewegungen in Europa fungiert und welche Charakteristika diese Einschätzung unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Parteiprogrammen, Reden und öffentlichen Aussagen führender Parteifunktionäre.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der FPÖ, ihre anti-elitäre Rhetorik, die Nutzung von Feindbildern (insbesondere Migranten) und die politische Strategie der Partei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Populismus, Identitätspolitik, Islamisierung, Souveränität, Migration und rechtspopulistische Rhetorik.
Inwiefern unterscheidet sich die FPÖ laut Arbeit von anderen Parteien?
Die FPÖ grenzt sich durch eine dezidiert populistische Rhetorik und eine populistische Identitätsstiftung scharf von etablierten Parteien ab, die sie als Teil der korrupten Elite darstellt.
Welche Rolle spielen Social-Media-Plattformen für die FPÖ gemäß Analyse?
Social Media dient der FPÖ als wichtiges Instrument, um die Reichweite zu vergrößern, volksnah zu wirken und direkt auf das politische Geschehen zu reagieren, ohne auf klassische Massenmedien angewiesen zu sein.
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- Master Fenja Gruetz (Author), 2019, Die Freiheitliche Partei Österreichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334909