Unternehmung als lernende Organisation


Hausarbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter der Organisation
2.1. Definition
2.2. Organisation in der Betriebswirtschaftslehre
2.2.1. Der instrumentelle Organisationsbegriff
2.2.1.1. Der funktionelle Organisationsbegriff
2.2.1.2. Der konfigurative Organisationsbegriff
2.2.2. Der institutionelle Organisationsbegriff

3. Lernende Organisation
3.1. Was versteht man unter dem Lernen?
3.2. Organisatorisches Lernen
3.2.1. Ebenen des organisatorischen Lernens
3.2.1.1. ``Single-loop-Learning``
3.2.1.2. ``Double-loop-Learning``
3.2.1.3. `` Deutero-Learning``
3.3. Lernende Organisation nach P. Senge
3.4. Modell der lernenden Organisation

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Globalisierung der Märkte, in dessen Folge ein geografisches, produkt-, mitarbeiter- und kapitalbezogenes Wachstum von Unternehmen zu verzeichnen ist, sowie Liberalisierung von Handel mit Gütern und Dienstleistungen, moderne Kommunikationsmittel charakterisieren die moderne Welt. In einer Welt, die sich rasant weiterentwickelt und in der gesellschaftliche, politische und ökologische Veränderungen an der Tagesordnung sind, müssen Unternehmen Veränderungssignale rechtzeitig erkennen und darauf reagieren- d.h. Veränderungsbereitschaft kontinuierlich praktisch umsetzen. In der aktuellen Literatur wird dieses Phänomen unter dem Schlagwort ``Lernende Organisation`` diskutiert, dessen Wurzeln in der Forschung zur Organisationsentwicklung zu finden sind.

``Unter Organisationsentwicklung wird hier ein umfassendes Lernkonzept verstanden, das der Förderung von Kommunikationsprozessen in der Organisation dient, um gemeinsam getragene Problemlösungen zu entwickeln und damit das Problemlösungspotenzial der Organisation zu erhöhen``[1]

Die Fähigkeit, sich als Organisation selbst fortwährend, neu zu definieren oder sich den ändernden Umständen anzupassen, lernen ihren Bestand bzw. ihren Erfolg zu sichern, um sich dem Wettbewerb stellen zu können. Die Veränderung wird somit zum Normalfall.

Lernen wird in Zukunft permanent notwendig sein, sowohl von Menschen in Organisationen als auch von Organisationen selbst. Der Arbeitsort wird zum Lernort – Grenzen zwischen Arbeiten und Lernen verschwinden. Das Lernen in und von Unternehmungen spielt eine immer wichtigere Rolle.

``Ein lernendes Unternehmen ist eine Organisation, die den Lernprozess aller ihrer Mitglieder fördert und sich gleichzeitig selbst fortwährend wandelt``[2]

2. Was versteht man unter der Organisation?

2.1. Definition

Der Begriff ``Organisation`` stammt aus dem Lateinischen: ``Organon`` bedeutet ``Werkzeug``. ``Organisation`` lässt sich am treffendsten mit ``Bewerkstellung`` übersetzen und meint: Planung und Durchführung eines Vorhabens. In unserem Sprachgebrauch wird ``Organisation`` mehrdeutig und zum Teil sehr unterschiedlich verwendet. Üblicherweise wird der Begriff ``Organisation`` streng vom Begriff ``Institution`` getrennt. In Bezug auf Institutionen gibt es drei wesentliche Betrachtungsweisen:

- institutionell: ein Gebilde ist eine Organisation (Organisation als konkretes Sozialgebilde)
- instrumental: ein Gebilde hat eine Organisation ("Organisiertheit")
- prozessual: ein Gebilde wird organisiert (Organisation als Tätigkeit)

2.2. Organisation in der Betriebswirtschaftslehre

`` Organisationen sind soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen:``[3]

2.2.1. Der instrumentelle Organisationsbegriff

In der deutschen Betriebswirtschaftslehre war jahrzehntelang das instrumentelle Organisationsverständnis vorherrschend. Grundsätzlich wird die Organisation als Instrument der Betriebsführung begriffen, das den Leistungsprozess steuern hilft. Innerhalb dieser instrumentellen Sichtweise gibt es aber durchaus unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie der Gegenstandsbereich der Organisation zu fassen ist. Im Wesentlichen sind es zwei Konzeptionen, die hier zu unterscheiden sind:

- Der funktionelle Organisationsbegriff;
- Der konfigurative Organisationsbegriff.[4]

2.2.1.1. Der funktionelle Organisationsbegriff

Nach dem funktionellen Verständnis wird Organisation als eine Funktion der Unternehmensführung gesehen, also als eine Aufgabe, die wahrgenommen werden muss, um die Zweckerfüllung der Unternehmung sicherzustellen. Die Organisation tritt neben die anderen Funktionen der Unternehmensführung ( insbesondere Planung und Kontrolle ) und ist in Bezug auf diese ausgestalten. Diese funktionsbezogene Sichtweise der klassischen Managmentlehre ist im deutschsprachigen Raum am Profiliertesten von Gutenberg ausgearbeitet worden.[5]

Die Organisation ist in dem Ansatz von Gutenberg im Wesentlichem mit der Vollzugsaufgabe gleichzusetzen: ``Während Planung den Entwurf einer Ordnung bedeutet, nach der sich der gesamtbetriebliche Prozess vollziehen soll, stellt Organisation den Vollzug, die Realisierung dieser Ordnung dar.``[6] Die Organisation wird in dieser Sicht als reines Umsetzungsinstrument gesehen; ihre Aufgabe ist es, dafür Sorge zu Tragen, dass das Geplante Wirklichkeit wird. Organisation ist ein an die Planung angeschlossenes Instrument, dessen sich die Betriebsleitung zur Planrealisierung bedient.[7]

2.2.1.2. Der konfigurative Organisationsbegriff

Die Profilierteste Gegenposition im Rahmen der instrumentellen Sichtweise markiert die Kosiolsche Organisationslehre. Organisation bezeichnet dort die dauerhafte Strukturierung von Arbeitsprozessen, ein festes Gefüge (Konfiguration), das allen anderen Maßnahmen und Dispositionen vorgelagert ist.[8] Organisation wird definiert ``als endgültig gedachte Strukturierung, die in der Regel auf längere Sicht gelten soll``.[9]

2.2.2. Der institutionelle Organisationsbegriff

Anfang der neunziger Jahre nahm aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Rezession die Bedeutung von Reorganisationsmaßnahmen für Unternehmen in starkem Maße zu. Betriebswirtschaftliche und technologische Ansätze gerieten in den Hintergrund und die Notwendigkeit. Die sozialpsychologische Dimension in die Organisationsentwicklung zu integrieren, gewann an Bedeutung. Bei der Implementierung und Begleitung von Veränderungen nahm die aktive Beteiligung des Mitarbeiters zu. Insbesondere seine Kommunikations-, Kooperations- und Lernfähigkeit gewann an Bedeutung. Heute sind die wichtigsten nordamerikanischen Vertreter der Organisationsentwicklung nicht mehr Betriebswirte, sondern Sozialwissenschaftler (z.B. Argyris, Senge etc.). Ihre Konzepte werden aufgrund ihres Praxisbezuges von deutschen Organisationsentwicklern gerne aufgegriffen und in Unternehmen eingesetzt.

Der institutionelle Organisationsbegriff gibt nicht nur den Blick frei für die organisatorische Strukturierung, die formale Ordnung, sondern für das ganze soziale Gebilde, die geplante Ordnung und die ungeplanten Prozesse, die Funktionen, aber auch die Disfunktionen organisierter Arbeitsläufe, die Entscheidung und die Veränderung von Strukturen, die Ziele und ihre Widersprüche.

[...]


[1] Zorrijassateini, D., Organinisationsentwicklung als Lernkonzept zur Nutzung von Führungsinformationssystemen, München und Mering, 2000, S.10

[2] Pedler, M., Das lernende Unternehmen, Frankfurt, 1994, S.11

[3] Kieser, A./ Kubicek, H., Organisation, Berlin,1992, S.4

[4] Schreyögg, G., Organisation: Grundlagen moderner Organisationsgestaltung, Wiesbaden, 2003, S.5

[5] Schreyögg, G., a.a.o., S. 5

[6] Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Band 1, Berlin/Heidelberg/New York, 1983,

S.235

[7] Schreyögg, G., a.a.o., S. 6

[8] Schreyögg, G., a.a.o., S. 8

[9] Kosiol, E., Organisation der Unternehmung, Wiesbaden,1976, S.28

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Unternehmung als lernende Organisation
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Organisation
Note
1,3
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V133510
ISBN (eBook)
9783640436316
ISBN (Buch)
9783640436798
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmung, Organisation
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Unternehmung als lernende Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133510

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