Die Globalisierung der Märkte, in dessen Folge ein geografisches, produkt-, mitarbeiter- und kapitalbezogenes Wachstum von Unternehmen zu verzeichnen ist, sowie Liberalisierung von Handel mit Gütern und Dienstleistungen, moderne Kommunikationsmittel charakterisieren die moderne Welt. In einer Welt, die sich rasant weiterentwickelt und in der gesellschaftliche, politische und ökologische Veränderungen an der Tagesordnung sind, müssen Unternehmen Veränderungssignale rechtzeitig erkennen und darauf reagieren- d.h. Veränderungsbereitschaft kontinuierlich praktisch umsetzen. In der aktuellen Literatur wird dieses Phänomen unter dem Schlagwort ``Lernende Organisation`` diskutiert, dessen Wurzeln in der Forschung zur Organisationsentwicklung zu finden sind.
Unter Organisationsentwicklung wird hier ein umfassendes Lernkonzept verstanden, das der Förderung von Kommunikationsprozessen in der Organisation dient, um gemeinsam getragene Problemlösungen zu entwickeln und damit das Problemlösungspotenzial der Organisation zu erhöhen.
Die Fähigkeit, sich als Organisation selbst fortwährend, neu zu definieren oder sich den ändernden Umständen anzupassen, lernen ihren Bestand bzw. ihren Erfolg zu sichern, um sich dem Wettbewerb stellen zu können. Die Veränderung wird somit zum Normalfall.
Ein lernendes Unternehmen ist eine Organisation, die den Lernprozess aller ihrer Mitglieder fördert und sich gleichzeitig selbst fortwährend wandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter der Organisation
2.1. Definition
2.2. Organisation in der Betriebswirtschaftslehre
2.2.1. Der instrumentelle Organisationsbegriff
2.2.1.1. Der funktionelle Organisationsbegriff
2.2.1.2. Der konfigurative Organisationsbegriff
2.2.2. Der institutionelle Organisationsbegriff
3. Lernende Organisation
3.1. Was versteht man unter dem Lernen?
3.2. Organisatorisches Lernen
3.2.1. Ebenen des organisatorischen Lernens
3.2.1.1. ``Single-loop-Learning``
3.2.1.2. ``Double-loop-Learning``
3.2.1.3. ``Deutero-Learning``
3.3. Lernende Organisation nach P. Senge
3.4. Modell der lernenden Organisation
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der lernenden Organisation vor dem Hintergrund dynamischer globaler Märkte und stellt dieses in den Kontext klassischer betriebswirtschaftlicher Organisationslehren. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Organisationen durch organisationales Lernen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und welche Rolle dabei individuelle Lernprozesse, Führung und systemisches Denken spielen.
- Grundlagen und Definitionen der Organisation in der Betriebswirtschaftslehre
- Ebenen des organisationalen Lernens (Single-loop, Double-loop, Deutero-Learning)
- Die fünf Disziplinen der lernenden Organisation nach Peter Senge
- Verknüpfung von Lernkonzepten zu einem Modell der lernenden Organisation
Auszug aus dem Buch
3.2.1.2. ``Double-loop-Learning``
Das Double-loop-Learning wird auch als Veränderungslernen oder Zweikreislernen bezeichnet. Die Korrekturen werden diesmal nicht bei den Handlungen (Verfahrensweisen) angesetzt, sondern bei den Grundwerten und Rahmenbedingungen. Bestandteile dessen werden verändert oder ausgetauscht. Das Double-loop-Learning ist ein Lernen, das zu einem Wertewechsel sowohl der Handlungsstrategien als auch der Handlungen oder Annahmen führt. Handlungsstrategien und Annahmen können sich gleichzeitig mit einem Wertewechsel oder als Folge davon ändern. Das Double-loop-Learning gibt die Frage an den Fragenden zurück und erforscht nicht nur die objektiven Tatsachen, sondern auch die Gründe und Motive hinter diesen Tatsachen. Double-loop-Learning nutzt den bisherigen Erfahrungsschatz der Organisation bzw. seiner Mitglieder, verwandelt diese Erfahrungen und hinterfragt zugleich die grundsätzlichen Normen und damit die grundlegenden Wertvorstellungen der Organisation. Eigene Annahmen und Verhaltensweisen werden hintergefragt. Gelernt wird nicht nur neues Wissen, sondern auch neues Verhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Notwendigkeit für Unternehmen, sich aufgrund globaler Veränderungen als lernende Organisationen zu positionieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
2. Was versteht man unter der Organisation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Organisation aus verschiedenen betriebswirtschaftlichen Perspektiven, wie dem instrumentellen und dem institutionellen Organisationsbegriff.
3. Lernende Organisation: Das Hauptkapitel erläutert die Grundlagen des organisatorischen Lernens, inklusive der Lernstufen nach Argyris/Schön sowie der fünf Disziplinen der lernenden Organisation nach Senge.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass es kein universelles Rezept für die lernende Organisation gibt, da der Prozess stark unternehmensspezifisch und von einer positiven Unternehmenskultur abhängig ist.
Schlüsselwörter
Lernende Organisation, Organisatorisches Lernen, Organisationsentwicklung, Peter Senge, Single-loop-Learning, Double-loop-Learning, Deutero-Learning, Systemdenken, Mentale Modelle, Personal Mastery, Wissensbasis, Veränderungsmanagement, Unternehmensführung, Lernkultur, Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Managementkonzept der "Lernenden Organisation" als Antwort auf die stetig wachsenden Anforderungen an Unternehmen in einem globalisierten, dynamischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Organisationslehre, die verschiedenen Ebenen des organisationalen Lernens und die Disziplinen nach Peter Senge zur Gestaltung einer lernfähigen Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Konzepte des organisatorischen Lernens zu systematisieren und ein Modell zu erarbeiten, das verdeutlicht, wie Unternehmen langfristig lernfähig bleiben können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene Management-Ansätze und Lernmodelle vergleicht und miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine organisationswissenschaftliche Fundierung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Lernprozessen auf verschiedenen Ebenen sowie eine Vorstellung des Senge-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernthema "Lernende Organisation" sind Begriffe wie Organisationsentwicklung, Systemdenken und die verschiedenen Lern-Loops nach Argyris und Schön prägend.
Wie unterscheidet sich "Single-loop" von "Double-loop-Learning"?
Während beim Single-loop-Learning lediglich Handlungen innerhalb bestehender Rahmenbedingungen korrigiert werden, hinterfragt das Double-loop-Learning die zugrunde liegenden Normen und Werte der Organisation selbst.
Welche Rolle spielt Peter Senge in der Arbeit?
Peter Senge nimmt eine zentrale Rolle ein, da er mit seinen "fünf Disziplinen" maßgeblich zur Popularisierung und praktischen Ausgestaltung des Konzepts der lernenden Organisation beigetragen hat.
Was versteht die Arbeit unter Deutero-Learning?
Deutero-Learning fungiert als Metaebene des Lernens, in der eine Organisation lernt, wie sie ihre eigenen Lernprozesse reflektieren und verbessern kann.
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- Anonym (Author), 2008, Unternehmung als lernende Organisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133510