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Postkoloniale Theorie im Unterricht. Sensibilisierung und kritische Reflexion

Title: Postkoloniale Theorie im Unterricht. Sensibilisierung und kritische Reflexion

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Die Fragestellung dieser Arbeit lautet, wie man postkoloniale Theorie beziehungsweise den Postkolonialismus unterrichtstauglich machen kann. Die Arbeit hat demzufolge eine unterrichtspraktische Konkretion als übergeordnetes Ziel. Sie folgt dabei der Hypothese, dass die SuS durch die Auseinandersetzung mit postkolonialer Theorie dazu befähigt werden, das eigene Involviertsein kritisch zu reflektieren.

„Wir sollten politische Bildung auf den Boden der politischen Philosophie zurückholen.“ Dies forderte Micha Brumlik bereits im Jahr 1997. Man könnte annehmen, dass seitdem viel passiert ist. Die Forderung jährt sich schließlich zum 25. Mal. Doch die Annahme ist trügerisch, wie das Beispiel des Postkolonialismus zeigt. So haben sich zwar postkoloniale Theorien und Forschungsansätze in den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen wie etwa der Literaturwissenschaft etabliert, die Politikwissenschaft bildet jedoch eine Ausnahme im negativen Sinne. Die Rezeption jener Theorien und Ansätze erfolgt nur vereinzelt und äußerst langsam. Dies schlägt sich in der Konsequenz auch in den Debatten um eine angemessene und aktuelle politische Bildung nieder, bei denen postkoloniale Ansätze allenfalls durch ihre Abwesenheit auffallen.
Diese Arbeit knüpft an diesem Sachverhalt an und versucht, jenes Theoriedefizit zu mindern und der genannten Abwesenheit entgegenzuwirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Begriffsklärung

2.2 Politische Theorie als Unterrichtsgegenstand

3. Mbembes postkoloniale Theorie

4. Umsetzung im Politikunterricht

4.1 Postkoloniale Perspektive im Unterricht

4.2 Mbembe im Unterricht – Gedanken zur Umsetzung an Berufsschulen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, postkoloniale Theorien, insbesondere die Ansätze von Achille Mbembe, für den Politikunterricht an berufsbildenden Schulen nutzbar zu machen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lernende durch die Auseinandersetzung mit postkolonialer Theorie dazu befähigt werden können, ihr eigenes Involviertsein in globale Machtverhältnisse und rassistische Strukturen kritisch zu reflektieren.

  • Theoretische Fundierung postkolonialer Perspektiven
  • Kritische Analyse von Ethnozentrismus und Nanorassismus
  • Didaktische Konzepte zur Implementierung im Sozialkundeunterricht
  • Förderung der Perspektivwechsel- und Reflexionskompetenz
  • Versöhnung von moderner Demokratie und Postkolonialismus

Auszug aus dem Buch

3. Mbembes postkoloniale Theorie

Es wurde bewusst im Kapitel der Begriffsklärung darauf verzichtet, ‚Postkolonialismus‘ beziehungsweise postkoloniale Theorien mit anzuführen und zu definieren. Dies spiegelt zum einen noch einmal den Sachverhalt wider, dass in keinem der zitierten Lexiken (im Gegensatz zu den anderen Begrifflichkeiten) der ‚Postkolonialismus‘ angeführt wird, zum anderen ist die Begriffsklärung an dieser Stelle inhaltlich kohärenter.

Postkoloniale Theorien gehen prinzipiell davon aus, dass der Kolonialismus kein abgeschlossenes historisches Ereignis ist, also nicht etwa mit der deklarierten/ formalen Unabhängigkeit der Nationalstaaten beendet wurde, sondern Probleme der globalen Gegenwart in einer Kontinuität zur Kolonialgeschichte stehen. Grundlegende Annahme ist also:

„[D]ass die Prozesse, Institutionen, Logiken und Sprachmuster, welche fünfhundert Jahre Kolonialzeit tief in die europäische und außereuropäische Kultur verankert haben, oft in anderer Form, aber trotzdem immer noch wirksam sind.“

Wenn man sich mit dem Postkolonialismus auseinandersetzt, wird man zwangsläufig mit Edward Said, Gayatri Chakravorty Spivak oder Achille Mbmebe konfrontiert. Said sticht gewissermaßen hervor, da er mit seinem Werk Orientalism den Weg für eine umfassendere postkoloniale Theorie ebnete. Brisant ist dabei, dass jenes Werk kein typisch politikwissenschaftliches ist, sondern von seiner Grundkonzeption eher zwischen Literaturwissenschaft und Semitistik verortet wird. Saids Text steht damit in Tradition zu anderen, die „nur mehr oder weniger explizit als politische Texte verfasst worden“ sind, politische Theorien aber maßgeblich prägten. Orientalism tat dies insofern, indem Rezipienten des Werks zu reflektieren begannen, wie in Europa überhaupt Wissen über Länder und Menschen jenseits des eigenen Kulturkreises produziert wird. Es greift also den Ethnozentrismus – genauer gesagt den Eurozentrismus – kritisch auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das weitgehende Fehlen postkolonialer Theorien in der Politikwissenschaft und skizziert das Ziel der Arbeit, dieses Theoriedefizit durch forschungsorientierte Ansätze in der politischen Bildung zu mindern.

2. Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie politische Theorie, Ethnozentrismus und Demokratie und erörtert, welche Potenziale und Herausforderungen sich ergeben, wenn politische Theorie zum Gegenstand des Unterrichts wird.

3. Mbembes postkoloniale Theorie: Hier wird der theoretische Rahmen von Achille Mbembe vorgestellt, wobei der Fokus insbesondere auf den Konzepten des Ethnozentrismus, des Nanorassismus und der Politik der Feindschaft liegt.

4. Umsetzung im Politikunterricht: Dieser Teil konkretisiert die didaktische Anwendung der postkolonialen Theorie, inklusive methodischer Überlegungen für den Sozialkundeunterricht an berufsbildenden Schulen unter Berücksichtigung von Lehrplänen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass die Reflexion des eigenen Involviertseins die wesentliche Zielsetzung für eine erfolgreiche postkoloniale Bildung darstellt.

Schlüsselwörter

Postkoloniale Theorie, Achille Mbembe, politische Bildung, Sozialkunde, Ethnozentrismus, Nanorassismus, Politik der Feindschaft, Perspektivwechsel, Didaktik, Berufsschule, Weltgesellschaft, Kolonialgeschichte, diskursive Macht, Identitätsstiftung, Demokratiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie postkoloniale Theorien, speziell die Konzepte von Achille Mbembe, in den Politikunterricht an berufsbildenden Schulen integriert werden können, um Lernende für globale Machtverhältnisse zu sensibilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Postkolonialismus, das Fortwirken kolonialer Strukturen in modernen Demokratien, Rassismusformen (insb. Nanorassismus) sowie die didaktische Gestaltung politischer Bildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die unterrichtspraktische Konkretion einer postkolonialen Perspektive. Die Leitfrage ist, wie man durch Mbembes Theorie das Involviertsein von Schülern in globale Strukturen kritisch zur Reflexion bringen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine politikwissenschaftliche Sachanalyse der postkolonialen Theorie nach Mbembe mit fachdidaktischen Überlegungen zur Umsetzung in Lehrplänen und Unterrichtsmodellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, eine Vorstellung von Mbembes Kritik an modernen Demokratien und einen konkreten Entwurf zur schulpraktischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Postkoloniale Theorie, Ethnozentrismus, Nanorassismus, Politik der Feindschaft und politische Bildung.

Warum ist der Begriff „Nanorassismus“ für die Arbeit so wichtig?

Nanorassismus beschreibt eine subtile, unterschwellige Form des Rassismus, die in den Alltag eindringt und institutionell verankert ist, was für Schüler eine besonders relevante, erfahrbare Realität darstellt.

Wie geht die Autorin bzw. der Autor mit der MBembe-Antisemitismusdebatte um?

Die Debatte wird als notwendiger Teil der Unterrichtskonzeption begriffen. Anstatt sie zu verschweigen, wird ein fächerübergreifender Ansatz vorgeschlagen, um Mbembes Werk im Kontext aktueller Kontroversen transparent zu behandeln.

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Details

Title
Postkoloniale Theorie im Unterricht. Sensibilisierung und kritische Reflexion
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
26
Catalog Number
V1335426
ISBN (PDF)
9783346832733
ISBN (Book)
9783346832740
Language
German
Tags
Politik Didaktik politische Bildung Postkolonialismus Mbembe Achille Mbembe Afrika Kolonialismus Unterricht Unterrichtsentwurf Politikdidaktik Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Postkoloniale Theorie im Unterricht. Sensibilisierung und kritische Reflexion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335426
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