In der vorliegenden Bachelorarbeit werden die geldtheoretischen Grundlagen sowie ein kurzer Einblick in die Geschichte der Geldtheorie dargebracht. Alternative Zahlungsmethoden werden aufgezeigt und aktuelle Entwicklungen rund um das Bargeld
verleihen der Arbeit die Komponente der Aktualität. Nach Diskussion der Vor- und Nachteile der Bargeldabschaffung wird im empirischen Teil dieser Bachelorarbeit die Akzeptanz der Bargeldabschaffung der Österreicher:innen eruiert.
Das vorliegende Sujet vereint damit objektive und subjektive Faktoren, indem theoriegeleitete Aspekte mit der Wahrnehmung von Österreicher:innen verknüpft werden. Damit rückt im Fazit eine praxisnahe Synthese ins Zentrum der Diskussion.
Eine daraus begründete valide Prognostizierung rundet diese Forschungsarbeit ab.
Das Erhebungsziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, im Rahmen der empirischen Forschung herauszufinden, wie die Bargeldverwendung in Österreich von den Menschen wahrgenommen wird. Die Teilnehmenden geben Auskunft über ihre
Bargeldbestände (im Geldbeutel und Zuhause) sowie auch über ihre Präferenzen bei der Karten- und Barzahlung. Die zentrale Fragestellung lautet: „Welche unterschiedlichen persönlichen Motive weisen Kund:innen aus Österreich
hinsichtlich ihrer Motivation bei der Bargeldzahlung auf?“
In einem theoretischen Teil wird ermittelt werden, wie die Gesellschaft mit den aktuellen inflationären Entwicklungen umgeht und ob vermehrt Bargeld gehortet oder investiert wird. In einer Online-Umfrage soll erfragt werden, welche etwaigen Befürchtungen für Bürger:innen aus Österreich mit einer eventuellen Abschaffung des Bargeldes einhergehen. Zu diesem Zweck sollen quantitative Daten erhoben und zielführend evaluiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Geldtheoretische Grundlagen
2.1 Geldfunktionen, Geldarten und Geldformen
2.2 Geldschöpfungsprozess
2.3 Geldmengenentwicklung
2.4 Geschichte der Geldtheorie
2.5 Aktuelle Geldpolitik
3 Alternative Zahlungsmöglichkeiten
3.1 Kartenzahlung und kontaktloses Bezahlen
3.2 Überweisung und Lastschriften
3.3 Andere Zahlungsmethoden
4 Aktuelle Entwicklungen um das Bargeld
4.1 Abschaffung des 500-Euro-Scheins und Kleinmünzen
4.2 Barzahlungsobergrenzen
4.3 Negativzinsen
4.4 Digitaler Euro
4.5 Inflation
5 Vor- und Nachteile der Bargeldabschaffung
5.1 Gründe für die Abschaffung des Bargelds
5.2 Gründe gegen die Abschaffung des Bargelds
6 Empirischer Teil
6.1 Beschreibung der Forschung und Methodik
6.2 Zielsetzung der Umfrage und Fragestellungen
6.3 Entwicklung der Fragen
6.4 Datenerhebung und Datenauswertung
6.5 Darstellung der Ergebnisse und Evaluation
7 Diskussion der theoretischen und praktischen Erkenntnisse
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zur Bargeldnutzung im Kontext zunehmender Digitalisierung, geldpolitischer Maßnahmen der EZB und aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen. Zentrales Ziel ist es, die persönlichen Motive für die Bargeld- oder Kartenzahlung zu entschlüsseln und mögliche Befürchtungen hinsichtlich einer Bargeldabschaffung empirisch zu erfassen.
- Geldtheoretische Einordnung und Geschichte der Geldtheorie
- Analyse alternativer Zahlungsmöglichkeiten wie Kartenzahlung und digitale Dienste
- Diskussion aktueller Entwicklungen wie Inflation, Negativzinsen und Digitaler Euro
- Empirische Untersuchung der Akzeptanz und Motive der österreichischen Kund:innen
Auszug aus dem Buch
Schmerz des Bezahlens
Es existiert der Schmerz des Bezahlens, eine Art mentaler Schmerz, der beim Bezahlvorgang ausschließlich mit Bargeld erlebt wird. Dieser Schmerz wird gefühlt, wenn eine Person Bargeld ausgibt, wobei dieser Schmerz jedoch nicht von den Ausgaben selbst entsteht, sondern über die Gedanken des Bezahlvorgangs, wenn Bargeld aus der eigenen Hand gegeben wird. Die Schmerzhaftigkeit steht dabei proportional zur Intensität des Nachdenkens darüber. Wird während des Konsums rückblickend an die Zahlung gedacht, beeinflusst der Schmerz des Bezahlens das Konsumerlebnis negativ. Maßgeblich sind nicht die Höhe des Preises, sondern allein der Gedanke an den Bezahlvorgang. Der Mensch versucht diesen Schmerz zu lindern, indem er alternative Zahlungsmethoden, wie Kreditkarten, verwendet. (Vgl. Ariely 2017: 60 ff.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung zeigt die Motivation für die Arbeit auf, die durch die Corona-Pandemie und die Debatten um bargeldlose Zahlungen an Aktualität gewonnen hat.
2 Geldtheoretische Grundlagen: Hier werden die Basiskonzepte des Geldes, seine Entstehung, verschiedene Geldarten und die Steuerung der Geldmenge erörtert.
3 Alternative Zahlungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene bargeldlose Optionen, von der klassischen Kartenzahlung bis hin zu modernen Online-Bezahldiensten.
4 Aktuelle Entwicklungen um das Bargeld: Hier stehen geldpolitische Maßnahmen der EZB, die Einführung des digitalen Euro sowie die Inflationsproblematik und Barzahlungsobergrenzen im Fokus.
5 Vor- und Nachteile der Bargeldabschaffung: Gegenüberstellung der Argumente für eine digitale Gesellschaft (z.B. Schattenwirtschaftsbekämpfung) und dagegen (Anonymität, Abhängigkeit).
6 Empirischer Teil: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, der Online-Umfrage, ihrer Methodik und der daraus gewonnenen quantitativen sowie qualitativen Daten.
7 Diskussion der theoretischen und praktischen Erkenntnisse: Kritische Reflexion der Umfrageergebnisse im Kontext der zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen.
8 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Bargeldverkehrs.
Schlüsselwörter
Bargeld, Bargeldabschaffung, Österreich, Zahlungsverhalten, Digitalisierung, Inflation, Online-Bezahldienste, Kryptowährung, Kartenzahlung, Datenschutz, Anonymität, Geldpolitik, EZB, digitaler Euro, Konsumverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Zahlungsverhalten der Menschen in Österreich und der Debatte über die potenzielle Abschaffung von Bargeld in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt geldtheoretische Grundlagen, die Analyse alternativer Zahlungssysteme, aktuelle geldpolitische Entwicklungen sowie die Ergebnisse einer umfassenden empirischen Umfrage ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen persönlichen Motive österreichischer Kund:innen für die Wahl ihrer bevorzugten Zahlungsmethode zu identifizieren und ihre Einstellung zur Bargeldabschaffung zu eruieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche im theoretischen Teil und einer quantitativen Online-Umfrage mit 212 Teilnehmer:innen im empirischen Teil gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Geldes, die Beschreibung moderner Transaktionsmöglichkeiten und eine Analyse der Vor- und Nachteile einer bargeldlosen Gesellschaft, ergänzt um aktuelle wirtschaftliche Trends.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bargeld, Anonymität, Datenschutz, Digitalisierung, Konsumentenverhalten, Europäische Zentralbank und Zahlungsverkehr.
Welche Rolle spielt der „Schmerz des Bezahlens“ in der Untersuchung?
Der Autor nutzt dieses psychologische Konzept, um zu erklären, warum Menschen bei Barzahlungen eine stärkere emotionale Bindung oder einen größeren mentalen Widerstand spüren als bei der Nutzung anonymer digitaler Zahlungsmittel.
Wie stehen die Teilnehmenden zur Einführung eines digitalen Euro?
Die empirische Untersuchung zeigte, dass ein Großteil der Befragten den Begriff kennt, jedoch sind viele skeptisch, ob dies langfristig das Ende des Bargelds einläuten wird.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Österreich auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft. Reduzierung des Bargeldverkehrs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335430