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Der Einfluss des Films auf den Roman der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen"

Titel: Der Einfluss des Films auf den Roman der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Linda Steinau (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Irmgard Keun veröffentlichte 1932 "Das kunstseidene Mädchen". In diesem Roman fällt die Protagonistin Doris der Illusion des Films zum Opfer. Sie träumt davon, ein „Glanz“ zu werden und es zieht sie nach Berlin.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des Films auf "Das kunstseidene Mädchen" auf zwei Ebenen. Zum einen wird Keun in ihrer Schreibweise stark vom Film geprägt. Zwar sind Film und Roman zwei Kunstformen, die sich aufgrund ihres Mediums unterscheiden – so wirkt ein Roman durch Sprache, während der Film eine Aneinanderreihung von Bildern versehen mit akustischen Reizen ist – doch gelingt es, mit Sprache dem Medium Film nahezukommen. In Keuns Roman werden Stilmittel untersucht, die bewegte Bilder erzeugen. Gerade in den Szenen der Großstadt wird ihre filmische Schreibweise besonders deutlich. Auf der zweiten Ebene des filmischen Einflusses befindet sich die Protagonistin, die aus der Ich-Perspektive durch den Roman führt. Gegenstand der Betrachtung wird die Wirkung des Films auf ihre Schreibweise und ihren Habitus sein. Von der Traumwelt des Films inspiriert, möchte sie filmisch schreiben und wie ein „Glanz“ leben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung

II) Der Einfluss des Films auf Das kunstseidene Mädchen

1.) Der Roman der Neuen Sachlichkeit

2.) Keuns filmische Schreibweise

2.1 Schilderung des Umfelds

2.2 Szenen der Großstadt

3.) Doris und der Film

3.1. „Aber ich möchte schreiben wie Film“

3.2 Doris' Wunsch, ein „Glanz“ zu werden

III) Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Kinos als einflussreiches Leitmedium der 1920er Jahre auf die erzählerische Struktur und Ästhetik von Irmgard Keuns Roman „Das kunstseidene Mädchen“. Hierbei wird analysiert, wie filmische Techniken und das visuelle Denken der Protagonistin Doris die literarische Form prägen und inwieweit die mediale Vermittlung der urbanen Lebenswelt der Weimarer Republik den Schreibstil der Neuen Sachlichkeit beeinflusst hat.

  • Wechselverhältnis zwischen Literatur und moderner Filmkultur
  • Erzähltechniken der Neuen Sachlichkeit im Medium Film
  • Die Großstadt als Inszenierungsraum weiblicher Identität
  • Mediale Identitätsentwicklung der Stenotypistin Doris
  • Rolle des „Glanz“-Motivs als Ausdruck gesellschaftlicher Diskrepanzen

Auszug aus dem Buch

3.1. „Aber ich möchte schreiben wie Film“

Der Einfluss des Films ist nicht nur in Bezug auf die Schreibweise Irmgard Keuns nachvollziehbar. Auch ihre Protagonistin, die junge Stenotypistin Doris, kann sich des neu aufkommenden Mediums Film nicht entziehen. Dies wird deutlich, wenn man die Wahrnehmungsweise sowohl ihrer Umwelt als auch von ihrer eigenen Person betrachtet. Wie bereits weiter oben dargestellt, sieht sie die Großstadt Berlin wie in einem Film an sich vorbeiziehen. „Wie eine Kamera speichert sie Bildmaterial, das sie dann vor den Augen des Lesers abspult.“ Auch die Personen ihres Umfeldes betrachtet Doris aus der Kameraperspektive. Der Eindruck dieser außenstehenden Position hinter der Kamera wird noch verstärkt, da die Personen handeln, als befände sich Doris nicht im selben Raum. Sie selbst tut so, als sei sie unsichtbar. Als sei ihre Anwesenheit ohne Bedeutung.

Und sie laufen auch viel auf und ab, so mit machtvoll bewegten Oberschenkeln, und bleiben stehn und starren auf ein Papier in Rahmen, das Probezettel heißt. Und wippen sie mit den Fußsohlen und summen interessant – und das alles, trotzdem niemand ihnen zusieht. (32)

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel der Weimarer Jahre sowie die Emanzipation der Frau und führt in die Fragestellung zur filmischen Prägung des Romans ein.

II) Der Einfluss des Films auf Das kunstseidene Mädchen: Dieses Kapitel analysiert systematisch die ästhetischen Parallelen zwischen der filmischen Montage und Keuns neusachlicher Schreibweise, unterteilt in die Darstellung der Großstadt und die mediale Identitätsinszenierung der Hauptfigur.

III) Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass Keun filmische Techniken nutzt, um eine authentische Wahrnehmung der Realität zu erzeugen, und Doris mit Hilfe ihrer Reflexion die illusionsbehaftete „Glanz“-Welt hinter sich lässt.

Schlüsselwörter

Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, Neue Sachlichkeit, Film, Kinokultur, Großstadt, Weimarer Republik, Montage, Weiblichkeit, Wahrnehmung, Medien, Identität, Literaturwissenschaft, Ästhetik, Zeitroman.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Medium Film die ästhetische Form und inhaltliche Ausgestaltung des Romans „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun beeinflusst hat.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Wechselwirkung zwischen Literatur und Filmkultur, die Inszenierung urbaner Räume sowie die Auswirkungen der Moderne auf das weibliche Selbstbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie filmische Erzählweisen in Keuns Prosa zur Anwendung kommen und wie diese die neusachliche Ästhetik des Werkes konstituieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Roman im Kontext der filmtheoretischen Debatte und kulturhistorischen Bedingungen der Weimarer Republik verortet.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die filmische Schreibweise Keuns, die Darstellung der Großstadt sowie die Identitätssuche der Protagonistin Doris durch die Linse des Kinos.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neue Sachlichkeit, filmische Montage, mediale Identität, Wahrnehmung und der „Glanz“-Begriff als Ausdruck verbotener Sehnsüchte.

Wie nimmt Doris ihre Umwelt wahr?

Doris nimmt ihre Umwelt durch eine Art „Kameraperspektive“ wahr, wobei sie die Welt oft wie einen vorbeiziehenden Film betrachtet und sich selbst in dieser Inszenierung als Beobachterin positioniert.

Warum möchte Doris ein „Glanz“ werden?

Der Wunsch, ein „Glanz“ zu werden, entspringt ihrer Identifikation mit den Filmstars ihrer Zeit; es ist ein Versuch, den gesellschaftlichen Zwängen und ihrer Identitätslosigkeit durch das Abbild eines glamourösen Lebens zu entkommen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss des Films auf den Roman der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Hauptseminar Literatur der Weimarer Republik
Note
1,3
Autor
Linda Steinau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V1335604
ISBN (PDF)
9783346831156
ISBN (Buch)
9783346831163
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irmgard Keun Das kunstseidene Mädchen Filmische Mittel im Roman Neue Sachlichkeit Literatur der Weimarer Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Steinau (Autor:in), 2013, Der Einfluss des Films auf den Roman der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335604
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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