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Reproduktion von sozialer Ungleichheit durch das deutsche Bildungssystem

Title: Reproduktion von sozialer Ungleichheit durch das deutsche Bildungssystem

Seminar Paper , 2008 , 8 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Bachelor of Arts (B.A.) Nicolas Sturm (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Das deutsche Bildungssystem besteht in seiner theoretischen Dreigliedrigkeit mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium (die weiteren Schulformen der Sekundarstufe I – Gesamtschule und Sonder-/Förderschule – werden hier aus verschiedenen Gründen häufig nicht separat betrachtet) schon seit langer Zeit. Es geht im Grunde zurück auf eine nicht mehr zeitgemäße Vorstellung der Standesgesellschaft, in der jede Schulform einer gesellschaftlichen Schicht zugeordnet wurde. Die Kinder (damals dem Zeitgeist entsprechend nur die Söhne) aus der Oberschicht gingen aufs Gymnasium mit eigenen Vorbereitungsschulen, die Kinder aus der Mittelschicht gingen auf die Realschule bzw. Mittelschule und für die breite Unterschicht war die Volksschule (entsprechend der heutigen Grund- und Hauptschule) vorgesehen. "Dieses ständische Denken hat sich, in modifizierter Form, sehr lange gehalten und ist auch heute noch in den Grundelementen der konservativen Bildungspolitik präsent"
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daran anknüpfend mit der Frage nach den Gründen im deutschen Bildungssystem für die Reproduktion sozialer Ungleichheit sowie den Möglichkeiten zur sozialeren Gestaltung des Systems. Denn mittlerweile dürfte klar sein, dass es spezifisch deutsche Probleme gibt, die über die allgemeine Problematik der Chancenungleichheit in Bildungssystemen hinausgeht. "Wahrscheinlich sind Kinder aus niedrigeren Sozialschichten überall auf der Welt in ihren Bildungschancen benachteiligt, in Deutschland ist dieser Effekt aber besonders stark. Die PISA-Studie zeigt, dass in keinem anderen Teilnehmerland dieser Zusammenhang so ausgeprägt ist wie in Deutschland."

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründe im Bildungssystem für die Reproduktion sozialer Ungleichheit

3. Mögliche Maßnahmen zur sozialeren Gestaltung des Bildungssystems

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Ursachen der Reproduktion sozialer Ungleichheit im deutschen Bildungssystem und diskutiert potenzielle bildungspolitische Lösungsansätze zur Förderung der Chancengerechtigkeit.

  • Historische Verwurzelung des dreigliedrigen Schulsystems
  • Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Bildungschancen
  • Identifikation von Risikogruppen wie Migranten und Sonderschülern
  • Strukturelle Defizite in der Bildungsfinanzierung und Selektion
  • Potenziale von Ganztagsangeboten und frühkindlicher Förderung

Auszug aus dem Buch

2. Gründe im Bildungssystem für die Reproduktion sozialer Ungleichheit

Der erste Aspekt von Bildungsbenachteiligung tritt bereits in der Familie auf. Aufgrund der strukturellen Organisation des deutschen Bildungssystems fällt ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bildungsaufgaben (z.B. Vermittlung vor schulischer Grundkenntnisse, Hausaufgabenbetreuung u.a.) der Familie zu. Je nach sozialem, ökonomischem und finanziellem Hintergrund der Familie gibt es hier bereits große Differenzen, die zu völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen beim Schulstart führen und die gesamte Schulkarriere begleiten können (vgl. Brenner 2006, S. 131 & Merten 2006, S. 32).

Das ökonomische Kapital der Familie wird entscheidend, wenn es darum geht wie lange Kinder überhaupt zur Schule gehen können/dürfen, ob Nachhilfe gegeben werden kann oder wie es mit der Wohnungsausstattung in Bezug auf effektives Lernen aussieht. Das kulturelle Kapital bezieht sich auf den Bildungsanspruch der Eltern, welcher Kindern ein bestimmtes Verständnis von Schule und Bildung vermittelt. Das soziale Kapital meint hier den Einfluss der Eltern über Ansehen, Beziehungen oder den Elternbeirat. Alle drei Kapitalarten gehören nach dem Konzept von Bourdieu zur sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler und wirken sich auf ihre Bildungschancen aus (vgl. Brenner 2006, S. 130 & Gill 2005, S. 124ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Herkunft der dreigliedrigen Schulstruktur und führt in die Problemstellung der ausgeprägten sozialen Chancenungleichheit in Deutschland ein.

2. Gründe im Bildungssystem für die Reproduktion sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel analysiert familiäre Kapitalfaktoren, strukturelle Probleme wie die frühe Selektion und die Stigmatisierung von Risikogruppen im deutschen Schulwesen.

3. Mögliche Maßnahmen zur sozialeren Gestaltung des Bildungssystems: Hier werden Ansätze wie der Ausbau von Ganztagsschulen, eine verbesserte frühkindliche Förderung und eine Reform der Bildungsfinanzierung diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass erste Ansätze wie Ganztagsschulen existieren, das System jedoch durch eine konservative Struktur weiterhin tiefgreifende Reformen zur sozialen Öffnung blockiert.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Chancengerechtigkeit, Dreigliedrigkeit, Reproduktion, Bildungsbenachteiligung, Migration, Sprachkompetenz, Selektion, Risikogruppen, Bourdieu, Ganztagsschule, Frühförderung, Bildungsfinanzierung, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den strukturellen Mechanismen, die im deutschen Bildungssystem zur Reproduktion sozialer Ungleichheit führen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen sozialer Herkunft, die Auswirkungen der dreigliedrigen Schulstruktur und die Rolle spezifischer Risikogruppen wie Migranten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die hohe Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft in Deutschland aufzuzeigen und Lösungswege zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um den Zusammenhang zwischen Bildungsstruktur und sozialer Ungleichheit unter Einbezug relevanter Studien zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen von Bildungsbenachteiligung sowie die Erörterung bildungspolitischer Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Zu den prägenden Begriffen gehören ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital nach Bourdieu, das dreigliedrige Schulsystem sowie die Selektionsproblematik.

Warum wird die „Schonraumpädagogik“ der Sonderschulen kritisiert?

Der Autor kritisiert, dass das System der Sonderschulüberweisung oft als bequemes Instrument dient, um sich der pädagogischen Verantwortung für leistungsschwächere Schüler zu entziehen.

Welchen Stellenwert räumt der Autor der Sprachkompetenz ein?

Die Sprachkompetenz wird als kritischer Faktor für den Schulerfolg identifiziert, insbesondere für Kinder aus Migrationsfamilien, weshalb eine frühzeitige sprachliche Förderung als essenziell erachtet wird.

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Details

Title
Reproduktion von sozialer Ungleichheit durch das deutsche Bildungssystem
College
University of Cologne
Course
Schule als gesellschaftlicher Ort
Grade
unbenotet
Author
Bachelor of Arts (B.A.) Nicolas Sturm (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V133564
ISBN (eBook)
9783640405107
Language
German
Tags
Reproduktion Ungleichheit Bildungssystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts (B.A.) Nicolas Sturm (Author), 2008, Reproduktion von sozialer Ungleichheit durch das deutsche Bildungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133564
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