In dieser Arbeit soll die Studie Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung
in Interkultureller, Feministischer und Integrativer Pädagogik von Annedore Prengel
zusammenfassend wiedergegeben und im Zusammenhang mit der Resonanz in der erziehungswissenschaftlichen
Forschung vor allem bezüglich pädagogischer Praxis näher untersucht
werden. Die Verfasserin der Studie, Annedore Prengel, ist z. Z. Professorin für Erziehungswissenschaft
an der Universität Potsdam, wobei „Grundschulpädagogik [bzw. der] Anfangsunterricht
unter besonderer Berücksichtigung sozialen Lernens und der Integration Behinderter“ ihr Fachgebiet ist. Die Fragen einer Pädagogik der Vielfalt, wie sie Prengel untersucht,
sind demnach primär vom Forschungsgebiet der Grundschule aus erforscht, sollen aber
laut Prengel auch allgemeingültige Ergebnisse erzielen. Der Begriff Pädagogik der Vielfalt,
dem sich Prengel widmet, wurde von Preuss-Lausitz gebildet und u. a. auf dem Bundesgrundschulkongress
1999 diskutiert. Dem Thema der Vielfalt kommt also innerhalb der Erziehungswissenschaft
immer mehr Aufmerksamkeit zu und es wird durch Prengel in Bezug
auf aktuelle postmoderne Bedingungen und anhand der dialektischen Bestimmung von
Gleichheit und Verschiedenheit sowie mit der Berücksichtigung von drei aktuellen pädagogischen
Bewegungen diskursiv fundiert. Folgend soll für einen ersten Einblick in die Studie
mit ihrer zentralen Fragestellung sowie in die wichtigsten theoretischen und methodischen
Zusammenhänge eine inhaltliche Gliederung wiedergeben werden. Auf der Basis dieser Übersicht
kann im Anschluss näher auf die zentralen Aspekte ihres Vorgehens eingegangen
werden, wobei dann deutlich wird, wie sie zu ihren Ergebnissen kommt, die daraufhin genannt
werden. Schließlich lässt sich durch die Bezugnahme zu Argumenten anderer Wissenschaftler
aus der Erziehungswissenschaft die Studie kritisch beleuchten, um folglich zu einem
Resümee zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die inhaltliche Gliederung und methodische Vorgehensweise innerhalb der Studie
3. Zur ‚Herleitung’ des Wesens einer Pädagogik der Vielfalt
3.1 Grundlegende Begriffsklärungen und theoretische Vorüberlegungen
3.2 Der Beitrag aus der Bildungspolitik sowie der erziehungswissenschaftlichen Forschung und Praxis: Die Interkulturelle, Feministische und Integrative Pädagogik
3.3 Die Erträge für die Entwicklung einer Pädagogik der Vielfalt
4. Die Studie „Pädagogik der Vielfalt“ von Annedore Prengel als ein allumfassender Beitrag für die pädagogische Praxis?
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Studie „Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung in Interkultureller, Feministischer und Integrativer Pädagogik“ von Annedore Prengel zusammenfassend wiederzugeben und kritisch im Kontext der erziehungswissenschaftlichen Forschung und pädagogischen Praxis zu reflektieren.
- Grundlagen und theoretische Fundierung einer Pädagogik der Vielfalt.
- Analyse der pädagogischen Bewegungen (Interkulturelle, Feministische und Integrative Pädagogik).
- Diskussion des Verhältnisses von Gleichheit und Verschiedenheit.
- Kritische Würdigung der 17 Thesen Prengels hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit.
- Reflexion der erziehungswissenschaftlichen Resonanz und weiterführender Forschungsaspekte.
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlegende Begriffsklärungen und theoretische Vorüberlegungen
Nach der Einleitung sind die dialektisch verstandenen Begriffe Gleichheit und Verschiedenheit Gegenstand der Untersuchung und werden für ein generelles Verständnis in Hinblick auf die Fragestellung der Arbeit genauer bestimmt. Bemerkenswert ist, dass Prengel „das Bedeutungsfeld und damit die Aussagemöglichkeiten und Aussagegrenzen beider Begriffe abstecken [möchte].“ Auch hier geht es also darum, dass Möglichkeiten der begrifflichen Auslegungen und deren Einflussnahme sowie Bedeutung innerhalb des gesellschaftlichen Alltags und in den Wissenschaften ohne Wertung aber differenziert ausgelotet werden, damit sie für die nächsten Kapitel sozusagen brauchbar werden, was sich mit der Vorgehensweise bei den Pädagogischen Bewegungen vergleichen lässt.
Die Wissenschaftlerin bemerkt, bevor sie auf jeden Begriff einzeln eingeht, dass Gleichheit und Verschiedenheit in ihrer grundlegenden Definierbarkeit voneinander abhängen. Sie bezieht sich dabei auf die Definition von Windelband, die Anfang des 20. Jahrhunderts folgendermaßen formuliert wurde: „Gleichheit ist ein Verhältnis worin Verschiedenes zueinander steht.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Studie von Annedore Prengel und Darstellung der zentralen Fragestellung sowie der theoretischen Einbettung im Kontext der Kritischen Theorie.
2. Die inhaltliche Gliederung und methodische Vorgehensweise innerhalb der Studie: Überblick über den Aufbau der Studie in sechs Abschnitten und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung pädagogischer Bewegungen.
3. Zur ‚Herleitung’ des Wesens einer Pädagogik der Vielfalt: Analyse der theoretischen Basis und der dialektischen Begriffe Gleichheit und Verschiedenheit sowie der drei pädagogischen Bewegungen.
3.1 Grundlegende Begriffsklärungen und theoretische Vorüberlegungen: Auseinandersetzung mit der philosophischen und historischen Bedeutung von Gleichheit und Verschiedenheit als Fundament für die Pädagogik der Vielfalt.
3.2 Der Beitrag aus der Bildungspolitik sowie der erziehungswissenschaftlichen Forschung und Praxis: Die Interkulturelle, Feministische und Integrative Pädagogik: Untersuchung der Entstehung und der Defizite der drei pädagogischen Bewegungen im Hinblick auf ihre Kritik an der Bildungsreform.
3.3 Die Erträge für die Entwicklung einer Pädagogik der Vielfalt: Zusammenfassung der 17 Thesen zur Pädagogik der Vielfalt als Ergebnis der interdisziplinären Untersuchung.
4. Die Studie „Pädagogik der Vielfalt“ von Annedore Prengel als ein allumfassender Beitrag für die pädagogische Praxis?: Kritische Auseinandersetzung mit den 17 Thesen und Einordnung in den Diskurs um praktische Anwendbarkeit, insbesondere durch die Positionen von Hinz und Katzenbach.
5. Schlussbetrachtung: Resümee über den wissenschaftlichen Wert der Studie, ihre theoretische Komplexität und Anregungen für zukünftige Forschungsentwicklungen.
Schlüsselwörter
Pädagogik der Vielfalt, Annedore Prengel, Gleichheit, Verschiedenheit, Intersubjektivität, Anerkennungstheorie, Kritische Theorie, Interkulturelle Pädagogik, Feministische Pädagogik, Integrationspädagogik, Bildungspolitik, Schulreform, Heterogenität, Pädagogische Praxis, Demokratisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine zusammenfassende Wiedergabe und kritische Reflexion der Studie „Pädagogik der Vielfalt“ von Annedore Prengel im Kontext erziehungswissenschaftlicher Forschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind das Spannungsfeld von Gleichheit und Verschiedenheit, die Analyse aktueller pädagogischer Bewegungen und die theoretische Fundierung intersubjektiver Anerkennung im Bildungswesen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den theoretischen Ansatz der Pädagogik der Vielfalt darzulegen und durch Einbeziehung kritischer Stimmen auf seine praktische Relevanz für den Schulalltag zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin der Studie?
Annedore Prengel nutzt ein interdisziplinäres, analytisches Vorgehen, das philosophische Theorien, bildungspolitische Analysen und historische Diskurse zu einer diskursiven Herleitung von Thesen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe Gleichheit und Verschiedenheit analysiert, die drei pädagogischen Bewegungen (Interkulturell, Feministisch, Integrativ) untersucht und die resultierenden 17 Thesen kritisch diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Pädagogik der Vielfalt, intersubjektive Anerkennung, Heterogenität, Kritische Theorie und Bildungsgerechtigkeit.
Wie bewertet die Arbeit die Kritik von Andreas Hinz?
Die Arbeit sieht Hinz’ Kritik als hilfreiche Ergänzung, insbesondere hinsichtlich der notwendigen Berücksichtigung sozialökologischer Faktoren und der Lebenswelten von Kindern in sozialen Brennpunkten.
Welche grundlegenden Einwände erhebt Dieter Katzenbach gegen Prengels Ansatz?
Katzenbach kritisiert, dass Prengels theoretisches Konstrukt Widersprüche aufweist und bei der Integration von Kindern mit Behinderungen an seine Grenzen stößt, da er eine gewisse hierarchische Kategorisierung für pädagogisch notwendig hält.
- Quote paper
- Studentin Heike Kramer (Author), 2007, Die Studie „Pädagogik der Vielfalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133577