Der qualitativen Studie, Schule Biografie und Anerkennung – Eine fallbezogene Diskussion
der Schule als Sozialisationsinstanz geht die Feststellung voraus, dass die gesellschaftlich
bestimmte Schulpflicht die Schule zu einem Ort macht, der einen Beitrag zur sozialen Organisation
der Biographie leistet. Dadurch, dass jeder Heranwachsende die Schule besuchen
muss, wird die Schule zu einem gesellschaftlich bestimmten Teil des Lebenslaufs. Die Frage,
die Wiezorek stellt, richtet sich nachfolgend darauf, worin dieser gesellschaftlich initiierte
Beitrag der Schule besteht. Dadurch, dass die Prozesse innerhalb der Schule durch interagierende
Subjekte charakterisiert sind, geht es zudem darum, die soziale Organisation der Biographie
zu bestimmen. Der Fragestellung geht sie durch das Analysieren von drei Exemplarischen
Schülerbiographien, die anhand narrativer Interviews rekonstruiert werden und auf der
Basis von dabei relevant erscheinenden theoretischen Ansätzen auf den Grund, um als Ergebnis
die Schule allgemein und theoretisch in ihrem Beitrag zur Biographieorganisation zu
bestimmen. Eingangs stellt sich dabei die Frage, ob es der Wissenschaftlerin gelingt, eine
fruchtbare Verbindung von Empirie und Theorie zu leisten. Weiterhin, ob der qualitative Forschungszugang
adäquat hinsichtlich der Fragestellung gewählt wurde. Folgend soll also versucht
werden, Wiezoreks Arbeit in ihrer logischen Struktur zusammenfassend wiederzugeben,
um ihre Forschungsergebnisse aufzeigen zu können sowie anschließend wieder auf die zu
Beginn gestellten Fragen zurückzukommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herleitung des Aufbaus und Inhalts der Arbeit
2.1 Zur inhaltlichen Gliederung
2.2 Zur methodischen Vorgehensweise
3. Der Kern der Studie – Die drei Fallrekonstruktionen
3.1 Die konditionelle Matrix und soziohistorische Rahmenbedingungen
3.2 Zu den Schulbiographischen Portraits, Thematisierungen und der biographischen Relevanz sowie Eigentheorien von Schule
3.2.1 Michael Wagner
3.2.2 Dennis Brandt
3.2.3 Klaus Kutschbach
4. Zu den Forschungsergebnissen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der qualitativen Studie von Christine Wiezorek auseinander, die untersucht, welchen Beitrag die Schule als gesellschaftliche Sozialisationsinstanz zur sozialen Organisation der Biografie von Heranwachsenden leistet. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich Anerkennungsprozesse innerhalb der Schule auf Identitätsentwicklung und biographische Verläufe auswirken.
- Strukturelle Analyse der Schule als Sozialisationsinstanz
- Rekonstruktion von drei kontrastiven Schülerbiografien
- Bedeutung der Anerkennung für die Identitätsentwicklung
- Zusammenspiel von Schule, Familie und soziohistorischem Hintergrund
- Qualitative Methodik: Narrative Interviews und Fallanalysen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die konditionelle Matrix und soziohistorische Rahmenbedingungen
Bei der schematischen Darstellung der Gliederung Wiezoreks Arbeit ist innerhalb der Gliederungselemente zu den Fallanalysen, der Bedingungszirkel schulischer Sozialisation als zentraler Ausgangspunkt und mit dem Subjekt in der Mitte dargestellt. Durch dieses Kreisschema soll verdeutlicht werden, dass sich die Schule als Sozialisationsinstanz durch ihre gesellschaftlich reglementierte Eigenschaft der Schulpflicht „(…) auf der Ebene von Organisations- und Interaktionsformen (…)“, auf welcher auch die Sozialisationsinstanzen Peer Group und Familie angeordnet sind, innerhalb eines gesamtgesellschaftlichen Rahmens befindet. Innerhalb dieses Rahmens laufen laut Wiezorek die Sozialisationsprozesse der Vergesellschaftung und Identitätsbildung ab. Das Subjekt befindet sich während dieser Prozesse in ständigen Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Ebenen und Instanzen und ist dabei selbst aktiv gestaltend, die bei der Veranschaulichung des Bedingungszirkels durch Pfeile von und zum Subjekt über die einzelnen Ebenen dargestellt sind. Insgesamt wird dieser Raum der Wechselbeziehungen als konditionelle Matrix bezeichnet.
Diese Matrix kann deutlich machen, dass bezüglich der interviewten Subjekte, die ausschließlich seit Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im Osten Deutschlands aufgewachsen sind, die „ (…) DDR-spezifischen Sozialisationsbedingungen (…) [sowie die] ostdeutsche Spezifik der Systemtransformation (…)“ als gesellschaftliche Rahmenbedingungen konkreten Einfluss nehmen. Deshalb werden wie im Zusammenhang der inhaltlichen Abhandlung Wiezoreks Studie bereits erwähnt, diese spezifischen Bedingungen von der Wissenschaftlerin im Rahmen ihrer Studie in einem extra dafür vorgesehnen thematischen Teil erklärt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie die Schule zur sozialen Organisation der Biografie beiträgt, und stellt den qualitativen Forschungszugang vor.
2. Herleitung des Aufbaus und Inhalts der Arbeit: Dieses Kapitel strukturiert die Arbeit in vier inhaltliche Teile und erläutert sowohl die Gliederung als auch die methodische Vorgehensweise anhand von Wiezoreks theoretischem Modell.
3. Der Kern der Studie – Die drei Fallrekonstruktionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie die konditionelle Matrix dargestellt und die drei Einzelfallanalysen von Michael Wagner, Dennis Brandt und Klaus Kutschbach durchgeführt.
4. Zu den Forschungsergebnissen: Das Kapitel abstrahiert die Erkenntnisse aus den Fallanalysen und identifiziert Anerkennungsproblematiken als zentralen Faktor der schulischen Sozialisation.
5. Schlussbetrachtung: Hier werden die Ergebnisse resümiert, wobei die Schule als Instanz definiert wird, die zwischen der Förderung autonomer Handlungsfähigkeit und der Generierung biographischer Verlaufskurven agiert.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Schule, Biografie, Anerkennung, Identitätsentwicklung, Fallanalyse, qualitative Forschung, Schulpflicht, Konditionelle Matrix, Verlaufskurve, DDR, Subjekt, Interaktion, Handlungsfähigkeit, Sozialisationsinstanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Studie von Christine Wiezorek, die den Einfluss der Schule auf die biographische Entwicklung junger Menschen untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Anerkennung, der Identitätsentwicklung innerhalb schulischer Institutionen und das Zusammenspiel von Schule, Familie und gesellschaftlichem Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, worin der Beitrag besteht, den die Schule als Sozialisationsinstanz zur sozialen Organisation der Biografie des Einzelnen leistet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine qualitative Methodik angewandt, basierend auf narrativen Interviews und der Rekonstruktion von Einzelfallanalysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Herleitung, der Darstellung der konditionellen Matrix und der detaillierten Rekonstruktion von drei kontrastiven Schülerbiografien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sozialisationsinstanz, Anerkennungsproblematik, Verlaufskurve, Identitätsentwicklung und das Verhältnis von Individuum zu gesellschaftlichen Strukturen.
Was bedeutet der Begriff „Anerkennungsproblematik“ im schulischen Kontext?
Er beschreibt Schwierigkeiten in intersubjektiven Prozessen zwischen Schülern, Lehrern und Gleichaltrigen, bei denen es um die Wertschätzung des Individuums jenseits rein schulischer Leistungsanforderungen geht.
Wie unterscheidet sich der Fall von Michael Wagner von dem des Dennis Brandt?
Während Michael Wagner seine Biografie aktiv thematisiert und unter einem hohen Leistungsdruck leidet, zeigt Dennis Brandt einen eher passiven Anpassungsprozess an schulische Ordnungen.
- Quote paper
- Studentin Heike Kramer (Author), 2007, Die qualitative Studie „Schule, Biografie und Anerkennung – Eine fallbezogene Diskussion der Schule als Sozialisationsinstanz“ von Christine Wiezorek, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133579