Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Frage, wie man als Pädagog:innen in Kindertageseinrichtungen den Kindern das Theaterspielen näher bringen kann. Sie soll aber auch zeigen, welche Entwicklungschancen und -schwierigkeiten sich für die Kinder ergeben.
Denn Theater ist nicht nur das Verkörpern und Präsentieren einer Rolle. Für Kinder kann dies noch viel mehr sein. In dieser schriftlichen Ausarbeitung geht die Autorin zuerst auf die Chancen und Schwierigkeiten in der theaterpädagogischen Arbeit ein. Daran anknüpfend soll eine eigene Praxisidee aufzeigen, wie man das theaterpädagogische Arbeiten in Kindertageseinrichtungen umsetzen könnte.
Theater im Kindergarten? Für viele ist dies nur ein Kasperletheater, was Kinder ihren Eltern vorführen. Aber was genau versteht man denn unter theaterpädagogischer Arbeit in den Kindertageseinrichtungen? Theaterpädagogik ist nicht die Schauspielausbildung für Kinder. Viel mehr steht ein pädagogischer Hintergrund im Vordergrund. Es soll als eine neue Motivationsform dienen, Kinder in ihrem Lernen, Handeln und ihrer Entwicklung zu unterstützen. Mithilfe des künstlerischen Spielraums kann zusätzlich versucht werden, die Bildung von Kindern durch Kreativität und Fantasie zu unterstützen. Es geht also nicht darum perfekte Aufführungen zu inszenieren, sondern die Kinder sollen die Möglichkeit bekommen neue Erfahrungen zu sammeln und an ästhetischen Prozessen teilzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Begriffserklärung
2 Bedeutung der Arbeit in Kindertagesstätten
2.1 Chancen und Vorteile
2.2 Schwierigkeiten und Probleme
3 Praxisidee
4 Bezug auf weitere Veranstaltungen in Modul D
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten und Herausforderungen theaterpädagogischer Arbeit in Kindertageseinrichtungen aufzuzeigen und dabei den Nutzen für die kindliche Entwicklung sowie die Bedeutung für pädagogische Fachkräfte zu beleuchten.
- Chancen und Entwicklungspotenziale durch Theaterpädagogik
- Herausforderungen und Rahmenbedingungen im Kita-Alltag
- Praktische Umsetzung theaterpädagogischer Ansätze
- Interdisziplinäre Verknüpfungen (Musik, Medienpädagogik, Psychomotorik)
- Förderung von Sozialverhalten und Selbstwirksamkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Chancen und Vorteile
Welche Chancen und Vorteile durch die Theaterpädagogik einhergehen, möchte ich nun zuerst beschreiben.
Ein besonders wichtiger Aspekt in Kindertageseinrichtungen ist das Sozialverhalten. Kinder müssen lernen miteinander umzugehen und sich untereinander zu respektieren. Die Theaterpädagogik bietet sich für die Stärkung des Sozialverhaltens geradezu an, denn Darstellendes Spiel ist nur als Gruppenaktivität möglich. Bei Kindern kann dies nicht alleine dargestellt werden, da sie nicht die ästhetischen Mittel beherrschen wie ausgebildete Schauspieler. Das Engagement und die gemeinsame Spielfreude der Kinder überträgt sich auch auf das Publikum. Das gemeinsame Tun verfolgt somit das Ziel soziale und kulturelle Schranken abzubauen (vgl. Hoffmann, Israel 1999: 23).
Die Stärkung des Miteinanders und des Sozialverhaltens ist allerdings nicht alles. Durch die Rollenarbeit, die Auseinandersetzung des Spielers mit der Figur, erlernt ein Kind auf spielerische Weise, sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Das Kind muss sich sinnlich einfühlen und handeln, wie es die jeweilige Figur ihrer Geschichte entsprechend tun würde. Es erlernt also Empathie, was wiederum dazu führt, dass Kinder einen Perspektivwechsel zulassen können (vgl. Weintz 2007: 255, Hartkopf, van Rießen 2019: 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert Theaterpädagogik als pädagogische Methode zur Förderung von Kreativität und Lernen im Kindesalter und grenzt sie von einer klassischen Schauspielausbildung ab.
2 Bedeutung der Arbeit in Kindertagesstätten: Das Kapitel analysiert die positiven Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, wie Sozialverhalten, Empathie und Selbstwirksamkeit, sowie die Hürden bei der praktischen Implementierung.
2.1 Chancen und Vorteile: Hier wird detailliert erläutert, wie theaterpädagogische Aktivitäten gruppendynamische Prozesse fördern und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen können.
2.2 Schwierigkeiten und Probleme: Dieses Kapitel thematisiert die Grenzen der theaterpädagogischen Arbeit, insbesondere mangelnde räumliche Voraussetzungen, den hohen Anforderungen an Fachkräfte sowie den Druck durch Partizipationsforderungen.
3 Praxisidee: Es wird ein konkretes Konzept zur Anwendung theaterpädagogischer Elemente im Kita-Alltag mittels Kinderliteratur, beispielhaft anhand der „Raupe Nimmersatt“, vorgestellt.
4 Bezug auf weitere Veranstaltungen in Modul D: Dieses Kapitel reflektiert theoretische Verknüpfungen der Theaterpädagogik mit Seminarinhalten aus den Bereichen Musik, Medienpädagogik und Psychomotorik.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Theaterpädagogik zusammen und appelliert an die Notwendigkeit einer besseren fachlichen Ausbildung und strukturellen Integration in Kitas.
Schlüsselwörter
Theaterpädagogik, Kindertagesstätte, pädagogische Arbeit, Sozialverhalten, Selbstwirksamkeit, Rollenarbeit, Partizipation, Musikpädagogik, Medienkompetenz, Psychomotorik, kindliche Entwicklung, spielerisches Lernen, Praxisidee, ästhetische Prozesse, Selbstbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert theaterpädagogischer Ansätze in Kindertageseinrichtungen und deren Einfluss auf die individuelle Entwicklung von Kindern.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zu den Kernbereichen zählen die Förderung des Sozialverhaltens, der Empathiefähigkeit, der motorischen Fähigkeiten sowie die kritische Reflexion von Rahmenbedingungen in Kitas.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theaterpädagogische Arbeit trotz bestehender Hürden gelingen kann und welchen positiven Beitrag sie zur Förderung der Kinder leistet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur und der Entwicklung einer praxisorientierten methodischen Handreichung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Auseinandersetzung mit Chancen und Problemen sowie die Vorstellung eines konkreten Praxisbeispiels zur Umsetzung im Kita-Alltag.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die wichtigsten Schlagworte sind Theaterpädagogik, Partizipation, Selbstwirksamkeit, frühkindliche Bildung und interdisziplinäre Pädagogik.
Wie kann „Die kleine Raupe Nimmersatt“ theaterpädagogisch genutzt werden?
Das Buch dient als Grundlage für ein Tischtheater und kleine schauspielerische Übungen, um Kindern den Einstieg in die Welt des Theaterspiels und das Hineinschlüpfen in Rollen zu erleichtern.
Welche Bedeutung hat die Musikpädagogik in diesem Kontext?
Musik wird als ergänzendes Gestaltungselement betrachtet, das zur ästhetischen Bildung beiträgt und im Musiktheater sogar eins mit dem schauspielerischen Handeln wird.
- Citation du texte
- Christin Lintker (Auteur), 2022, Theaterpädagogische Arbeit in Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335836