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Globale Wasserkrise. Kann die rawlsianische Gerechtigkeitstheorie Hinweise für eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser geben und nachhaltige Erkenntnisse beisteuern?

Titel: Globale Wasserkrise. Kann die rawlsianische Gerechtigkeitstheorie Hinweise für eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser geben und nachhaltige Erkenntnisse beisteuern?

Masterarbeit , 2021 , 102 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Marius Faust (Autor:in)

Politik - Klima- und Umweltpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wasser ist für viele Menschen, die in Industriestaaten leben, selbstverständlich. Die chemische Verbindung aus Wasser- und Sauerstoff begleitet die Menschen jeden Tag und sorgt dafür, dass wir überhaupt existieren können.

Sucht der Mensch nach Dingen, die ohne Wasser entstanden sind, so wird vermutlich nicht viel übrigbleiben. Der Rohstoff dient uns nicht nur als Trinkwasser und wichtiger Bestandteil von Lebensmitteln, sondern ist auch für die meisten Industrieprozesse essenziell. Wasser steht also nicht nur im engen Kontext mit dem Leben, sondern auch mit dem Entwicklungsfortschritt der Gesellschaften weltweit.

Der bisherige verschwenderische Umgang der Menschen mit den natürlichen Ressourcen der Erde führt zu schwerwiegenden Folgen, die die Existenz vieler, wenn nicht gar die der gesamten Menschheit, bedrohen. Eine dieser Folgen ist die globale Wasserkrise, die im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht. Die aktuellen weltweiten Entwicklungen zeigen, dass der Rohstoff Wasser keine Selbstverständlichkeit ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

1.1 Forschungsrelevanz und Forschungsfrage

1.2 Forschungsstand und Methodik

2 Wasser als Grundlage des Lebens

2.1 Süßwasservorkommen auf der Erde

2.2 Der Wasserzyklus

2.3 Das Menschenrecht auf Trinkwasser- und Sanitärversorgung

2.4 Die globale Verteilung von Trinkwasser

2.5 Der Einfluss des Klimawandels auf die globale Trinkwasserversorgung

2.6 Geografische Risikoanalyse der Wasserbestände

2.7 Wasser als Sustainable Development Goal

2.8 Die Liberalisierung des Wassermarktes

2.9 Zwischenfazit: Globale Wasserkrise

3 John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit

3.1 Der Urzustand im Kontext der globalen Wasserkrise

3.2 Kritik an Rawls’ Gerechtigkeitskonzeption

3.2.1 Habermas’ Kritik an Rawls

3.2.2 Hayeks Kritik an Rawls

4 Fallbeispiele im Kontext der globalen Wasserkrise

4.1 Fallbeispiel 1: Der Bürgerkrieg in Syrien und seine Folgen

4.2 Fallbeispiel 2: The Grand-Ethiopian-Renaissance-Dam

4.3 Fallbeispiel 3: Day Zero in Kapstadt

4.4 Fallbeispiel 4: Der Aralsee und das virtuelle Wasser

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die globale Wasserkrise als komplexes ökologisches, ökonomisches und soziales Problem. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob die rawlsianische Gerechtigkeitstheorie Ansätze für eine gerechtere Verteilung der Ressource Wasser bieten kann und wie politische Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser richtungsweisend gestaltet sein müssen.

  • Globale Wasserverfügbarkeit und physikalischer Wasserzyklus
  • Menschliches Recht auf Trinkwasser und Sanitärversorgung
  • Kritische Analyse der Wasserprivatisierung und Marktliberalisierung
  • Anwendung der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auf die globale Wasserkrise
  • Diskurs durch Habermas und Hayek zur Übertragbarkeit auf globale Ressourcenfragen
  • Fallstudien zu Syrien, dem GERD-Staudamm, Kapstadt und dem Aralsee

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Urzustand im Kontext der globalen Wasserkrise

In diesem Kapitel sollen die folgenden Fragen anhand des rawlsschen Gedankenexperiments geklärt werden: Wie könnte der Urzustand in Bezug auf die globale Wasserkrise aussehen und welche Akteure spielen dabei eine zentrale Rolle? Können die Vereinten Nationen als Stellvertreter für die globale Gesellschaft die Rolle des Entscheidungsträgers übernehmen? Was könnten die möglichen Ergebnisse eines solchen Vertrages sein und sind die aktuellen Verhältnisse nach Rawls’ Gerechtigkeitstheorie vielleicht ungerecht?

Zur Beantwortung dieser Fragen, soll zunächst die Metaebene der globalen Wasserkrise in den Vordergrund gerückt werden, nämlich die reine Verteilung des Wassers als Gut aller Menschen. Als Gesellschaft ist für dieses Gedankenexperiment die Gesamtheit aller Menschen auf der Erde zu verstehen. Ob diese durch die Vereinten Nationen vertreten werden könnte, wird darüber hinaus ebenfalls eingeordnet. Dabei sollen bestehende Staatsstrukturen und Ländergrenzen in das Gedankenexperiment mit einfließen.

Zunächst müssen die von Rawls erarbeiteten Parameter festgelegt werden, um ein gerechtes Ergebnis in der Verteilung des Wassers unter den Menschen zu gewährleisten. Rawls nennt in seiner Beschreibung des Urzustandes dafür sechs zentrale Bedingungen: Gleichheit, Gerechtigkeitssinn, Vernunft, gegenseitiges Desinteresse, Bedürfnis nach Grundgütern und den Schleier des Nichtwissens.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert die Forschungsrelevanz der globalen Wasserkrise und stellt die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit rawlsianischer Gerechtigkeitsprinzipien.

2 Wasser als Grundlage des Lebens: Bietet einen Überblick über die physische Verfügbarkeit von Süßwasser, den Wasserzyklus sowie die globale Wasserpolitik und Privatisierungstendenzen.

3 John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit: Analysiert das Gedankenexperiment des Urzustands und diskutiert die Kritikpunkte von Habermas und Hayek im Kontext knapper Ressourcen.

4 Fallbeispiele im Kontext der globalen Wasserkrise: Illustriert anhand konkreter Krisen wie Syrien, dem GERD-Projekt, Kapstadt und dem Aralsee die Folgen unzureichenden Wassermanagements.

5 Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer politisch gerechteren Wasserverteilung unter Einbeziehung ethischer und technologischer Faktoren.

Schlüsselwörter

Globale Wasserkrise, John Rawls, Gerechtigkeitstheorie, Urzustand, Wasserprivatisierung, Nachhaltiges Wassermanagement, Menschenrecht auf Trinkwasser, Klimawandel, Virtuelles Wasser, Politische Theorie, Ressourcenverteilung, SDGs, Schleier des Nichtwissens, Wasserstress, Daseinsvorsorge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die globale Wasserkrise als eine existenzielle Bedrohung, die neben ökologischen Faktoren insbesondere soziale und politische Herausforderungen für die Weltbevölkerung mit sich bringt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der physischen Verfügbarkeit von Wasser und dem Einfluss des Klimawandels behandelt die Arbeit intensiv die ökonomische Liberalisierung des Wassermarktes sowie ethische Fragen der Verteilungsgerechtigkeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwiefern die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls dazu beitragen kann, eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser zu begründen und politische Weichenstellungen zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein politikwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der theoretische Gerechtigkeitskonzepte (Rawls, Habermas, Hayek) auf empirische Daten und konkrete Krisenbeispiele anwendet.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gerechtigkeitskonzepte und eine praktische Analyse anhand der Fallbeispiele Syrien, GERD, Kapstadt und Aralsee.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Ressourcenknappheit, globale Gerechtigkeit, Daseinsvorsorge, Wasserprivatisierung und nachhaltige Entwicklung.

Wie bewertet der Autor die Rolle privater Akteure im Wassermarkt?

Der Autor zeigt eine gespaltene wissenschaftliche Sicht auf: Während private Akteure Kapital und Technologien für Infrastruktur liefern können, drohen bei rein profitorientiertem Handeln soziale Exklusion und eine Gefährdung der Ressourcennachhaltigkeit.

Welche Lehren werden aus dem Fallbeispiel "Day Zero" in Kapstadt gezogen?

Das Beispiel zeigt, dass durch gezielte Aufklärungskampagnen und ein bewusstes Wassermanagement der Verbrauch drastisch gesenkt und eine drohende Katastrophe abgewendet werden kann, was Sparpotenziale verdeutlicht.

Warum wird der Aralsee als Fallbeispiel angeführt?

Der Aralsee dient als mahnendes Beispiel für die verheerenden Folgen einer rücksichtslosen, nicht nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser für agrarwirtschaftliche Zwecke, die ganze Lebensgrundlagen zerstörte.

Welche Rolle spielt der Klimawandel für die untersuchte Krisenlage?

Der Klimawandel agiert als massiver Krisenverstärker, der die geografische und zeitliche Verteilung von Niederschlägen negativ beeinflusst und somit Verteilungskonflikte in ohnehin gefährdeten Regionen verschärft.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Globale Wasserkrise. Kann die rawlsianische Gerechtigkeitstheorie Hinweise für eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser geben und nachhaltige Erkenntnisse beisteuern?
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
2,3
Autor
Marius Faust (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
102
Katalognummer
V1335856
ISBN (PDF)
9783346859884
ISBN (Buch)
9783346859891
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wasserkrise Globale Klimakrise Entwicklungspolitik Rawls Gerechtigkeit Hayek
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marius Faust (Autor:in), 2021, Globale Wasserkrise. Kann die rawlsianische Gerechtigkeitstheorie Hinweise für eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser geben und nachhaltige Erkenntnisse beisteuern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335856
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