Im Fokus dieser Hausarbeit steht die Fragestellung: Soziale Bewegungen als Alternative zu politischen Parteien?
Nachdem in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder das Wachstum des mangelnden politischen Interesses bemängelt wird, allseits auch bekannt unter dem Begriff der „Politikverdrossenheit“, wird diese Hausarbeit aufzeigen, warum dies der Fall ist und ob es vielleicht eine Alternative in Form von sozialen Bewegungen gibt.
Hierzu werden vor allem die Akteure wie Parteien, Medien, soziale Bewegungen und der einzelne Bürger beleuchtet, um zu verstehen, woher das Desinteresse rührt und wonach die Bevölkerung strebt. Die Motivation dieser Arbeit keimt insbesondere in diesem Themengebiet, da die Rufe nach Umbrüchen und Wandel in der Bundesrepublik Deutschland immer lauter werden. Von Wahl zu Wahl sinkt die Wahlbeteiligung, die Parteien verlieren ihre Mitglieder und die Bürgerproteste arten vermehrt sogar in Gewalt aus. Die Ursachen und Beweggründe werden in dieser Hausarbeit untersucht und dabei die Intention verfolgt diesen Wandel zu erklären, um abschließend eventuell eine Alternative vorstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Inhaltsangabe
3 Soziale Bewegungen der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Definition von sozialen Bewegungen
3.2 Geschichte der sozialen Bewegungen in der BRD seit 1950
3.3 Die soziale Bewegung und ihre Träger
3.4 Soziale Bewegungen in der Gegenwartsgesellschaft
3.5 Die Rolle der Medien in sozialen Bewegungen
4 Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland
4.1 Rolle der Parteien in der parlamentarischen Demokratie
4.1.1 Ist die Bundesrepublik Deutschland ein Parteienstaat
5 Dramatischer Wandel des Parteiensystems
5.1 Schwächt der Wandel der Parteien demokratische Ideale und wie ist dieser zu bewerten?
5.2 Gründe für die nachlassende Bindekraft der Volksparteien
6 Soziale Bewegungen eine Alternative zu politischen Parteien?
7 Fazit
8 Nachwort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wachsende Distanz zwischen Bürgern und den etablierten Volksparteien in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, ob soziale Bewegungen als Alternative zu politischen Parteien fungieren können, um den wahrgenommenen Mangel an politischer Repräsentation und Mitwirkungsmöglichkeiten auszugleichen.
- Krise der Volksparteien in der Bundesrepublik Deutschland
- Strukturen und Definitionen von sozialen Bewegungen
- Die Rolle der Massenmedien bei der Identitätsbildung von Protestbewegungen
- Der Wandel des Parteiensystems und die Erosion der Bindekraft
- Potenziale von sozialen Bewegungen als Korrektiv oder Ersatz politischer Akteure
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition von sozialen Bewegungen
Soziale Bewegungen sind ein Teil der Grundlage von Gesellschaften, ohne sie könnte es keine moderne Gesellschaft, wie wir sie kennen, geben. Sie zielen auf bestimmte Politikfelder oder einen punktuellen Missstand ab und streben politische oder gesellschaftliche Veränderung an. Bürgerbewegungen entstehen schnell und spontan, jedoch zeichnen sie sich durch einen mittleren Organisationsgrad aus, welcher sie von anderen sozialen Phänomenen, wie zum Beispiel der Panik, unterscheidet. Außerdem unterscheiden sie sich aber auch von formellen Organisationen, wie zum Beispiel einer Kirche oder einer Partei. Zwar können Bewegungen formelle Organisationen einschließen, aber da sie über keine verbindliche Satzung, ein verbindliches Programm oder über eine feste Mitgliedschaft verfügen, sind sie in ihrer Gesamtheit keine Organisation. Vielmehr ist eine soziale Bewegung als „netzwerkförmiger“ Verbund von Personen, Gruppen und Organisationen zu betrachten, welche ein gemeinsames Ziel verfolgen und eine daraus resultierende gemeinsame Identität erschaffen, um den sozialen Wandel zu beschleunigen. Um diese Ziele umzusetzen, nutzen die sozialen Bewegungen meist das Mittel des „kollektiven und öffentlichen Protests“, was wiederum die „zentrale Form der Selbstdarstellung und Einflussnahme“ für diese ist. „Zusammenfassend kann man demnach eine soziale Bewegung definieren als ein auf gewisse Dauer gestelltes und durch kollektive Identität abgestütztes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche sozialen Wandel mit Mitteln des Protests - notfalls bis hin zur Gewaltanwendung - herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor führt in die Problematik der Politikverdrossenheit ein und stellt die Forschungsfrage zur Relevanz sozialer Bewegungen als Alternative zu Parteien.
2 Inhaltsangabe: Dieses Kapitel erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit und die geplanten Zwischenschritte zur Beantwortung der zentralen Fragestellung.
3 Soziale Bewegungen der Bundesrepublik Deutschland: Es werden die begrifflichen Grundlagen, historische Protestwellen seit 1950 sowie die Rolle von Medien und sozioökonomischen Faktoren für Teilnehmer sozialer Bewegungen analysiert.
4 Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel hinterfragt die zentrale Rolle der Parteien in der parlamentarischen Demokratie und diskutiert die Theorie des Parteienstaats.
5 Dramatischer Wandel des Parteiensystems: Hier wird der messbare Rückgang der Bindekraft der Volksparteien sowie die Ursachen für die Entfremdung zwischen Parteibasis und Parteiführung dargelegt.
6 Soziale Bewegungen eine Alternative zu politischen Parteien?: Basierend auf den vorherigen Ergebnissen wird kritisch geprüft, ob soziale Bewegungen das Potenzial haben, die Funktionen der Parteien zu übernehmen.
7 Fazit: Der Autor resümiert, dass soziale Bewegungen zwar keine Parteien ersetzen können, jedoch wichtige Impulse und eine moderne Form politischer Partizipation darstellen.
8 Nachwort: Ein abschließender Rückblick auf die Ergebnisse und die persönliche Einordnung des Autors in den Kontext der behandelten Thematik.
Schlüsselwörter
Soziale Bewegungen, Volksparteien, Parteienstaat, politische Partizipation, Politikverdrossenheit, Demokratie, Protest, kollektive Identität, Wandel des Parteiensystems, politische Bildung, Interessenvermittlung, Bürgerbeteiligung, Parlamentarismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Krise und den Bedeutungsverlust der traditionellen Volksparteien in Deutschland und setzt diese in Bezug zur wachsenden Bedeutung sozialer Bewegungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Definition und Geschichte sozialer Bewegungen umfasst die Arbeit eine kritische Analyse des deutschen Parteiensystems, der Rolle der Medien sowie der Ursachen für die schwindende Bindekraft der Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu klären, ob soziale Bewegungen in der Lage sind, eine ernsthafte Alternative zu den etablierten politischen Parteien zu bilden oder als notwendiges Korrektiv in der modernen Demokratie fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der Auswertung politischer Daten zu Wählerzahlen sowie Organisationsstrukturen von Parteien und Bewegungen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung sozialer Bewegungen, die empirische Betrachtung des Parteienwandels und die anschließende Synthese, ob Bewegungen das formelle System der Interessenvermittlung ersetzen oder ergänzen können.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Konzepte sind Politikverdrossenheit, Partizipation, Parteienstaat, kollektiver Protest und der strukturelle Wandel der Demokratie.
Warum spielt das Konzept des "Parteienstaats" für diese Arbeit eine wichtige Rolle?
Es dient dazu, die Machtfülle und die Institutionalisierung der Parteien kritisch zu hinterfragen, um zu zeigen, warum diese Struktur anfällig für Entfremdungsprozesse gegenüber den Bürgern geworden ist.
Welche Rolle spielen die Medien laut dieser Untersuchung?
Medien werden als ambivalentes Instrument beschrieben: Sie helfen sozialen Bewegungen bei der Mobilisierung und Sichtbarkeit, können aber auch für ein einseitiges Bild oder eine Vereinnahmung durch die Parteiführungen sorgen.
Was ist das Fazit des Autors hinsichtlich der Zukunft der Volksparteien?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein totaler Parteienstaat zwar nicht existiert, die Parteien aber an Bindekraft und integrativer Wirkung verlieren, was eine Neujustierung der politischen Teilhabe notwendig macht.
- Arbeit zitieren
- Marius Faust (Autor:in), 2015, Krise der Volksparteien CDU und SPD? Soziale Bewegungen als Alternative zu politischen Parteien?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335864