Im Folgenden soll Paolo Fiammingos Bilderzyklus der Sieben Planeten, der gegen Ende des 16. Jhd. entstand, mit einem Werk gleichen Themas verglichen werden, um die vom Künstler gewählte Ikonographie zu ergründen. Hierzu soll eine Reihe von Holzschnitten von Hans Selbald Beham, einem Nürnberger Künstler, zu Hilfe genommen werden, die um 1530 datieren. Es handelt sich hierbei um eine im Gegensatz zu Fiammingos Zyklus sehr typische Darstellung der Sieben Planeten.
Inhaltsverzeichnis
1. Über den Künstler
2. Allgemeines über Fiammingos Planetenzyklus
3. Problemstellung
4. Die einzelnen Allegorien
4.1 Die Allegorie des Mondes
4.1.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Mondes
4.1.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie des Mondes
4.2 Die Allegorie des Merkur
4.2.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Merkur
4.2.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie des Merkur
4.3 Die Allegorie der Venus
4.3.1 Paolo Fiammingos Allegorie der Venus
4.3.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie der Venus
4.4 Die Allegorie der Sonne
4.4.1 Paolo Fiammingos Allegorie der Sonne
4.4.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie der Sonne
4.5 Die Allegorie des Mars
4.5.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Mars
4.5.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie des Mars
4.6 Die Allegorie des Jupiter
4.6.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Jupiter
4.6.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie des Jupiter
4.7 Die Allegorie des Saturn
4.7.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Saturn
4.7.2 Vergleich mit H.S. Behams Allegorie des Saturn
4.8 Zusammenfassendes Gemälde der sieben Planeten
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den ikonographischen Aufbau des Planetenzyklus von Paolo Fiammingo und stellt diesen im direkten Vergleich einem Zyklus von Holzschnitten des Nürnberger Künstlers Hans Sebald Beham gegenüber, um die spezifische Bildsprache Fiammingos zu analysieren.
- Biografische Einordnung von Paolo Fiammingo
- Analyse der allegorischen Darstellung der sieben Planeten
- Vergleichende Untersuchung zur Ikonographie von Hans Sebald Beham
- Deutung der Verknüpfung von himmlischer Sphäre und irdischen Tätigkeiten
- Identifikation von Auftraggeberspezifika (Familie Fugger)
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Paolo Fiammingos Allegorie des Mondes (Abb. 1)
Auf der rechten Seite im oberen Abschnitt des Gemäldes von Paolo Fiammingo kann die Göttin Diana identifiziert werden. Durch den Halbmond über ihrem Kopf wird auf den Planeten Mond, sowie auf ihre griechische Entsprechung die Artemis, die u.a. Mondgöttin galt, angespielt. Sie trägt ebenfalls ihre typischen Attribute Pfeil und Bogen mit sich, da Artemis und schließlich auch Diana hauptsächlich als Göttinnen des Waldes und der Jagd bekannt sind.
Neben ihr befinden sich vier weitere Gottheiten: Unmittelbar neben ihr sitzt die Personifikation der Landwirtschaft, die einen Rechen über der Schulter trägt, daneben die des Überflusses mit einem Blumenkranz auf dem Kopf und einem Füllhorn in der Hand.
Die Symbolik des Füllhorns scheint ein beliebtes Renaissancemotiv zu sein, jedoch gab es diese Art der Ikonographie bereits in keltischer Zeit. Über die beiden anderen Götterdarstellungen ist nichts Genaueres bekannt. Die beiden identifizierten Begleiterinnen Dianas sind recht deutlich als Schutzgötter landwirtschaftlicher Tätigkeiten aufzufassen.
Folglich sind im unteren Bildabschnitt der Allegorie des Mondes diverse ländliche Aktivitäten wie z.B. Weinlese und Ernte dargestellt. Warum von Fiammingo allerdings Diana, Mond und Landwirtschaft in Verbindung gebracht werden, scheint zunächst etwas unklar. Da Diana aber in ihrem altitalischen Ursprung als Natur- und Fruchtbarkeitsgöttin galt, ist diese Darstellungsform doch erklärbar.
Allerdings erinnert die im unteren Bildbereich gezeigte Waldlandschaft gleichzeitig sehr stark an Fiammingos etwa zeitgleich entstandene "Allegorie des Herbstes" (Abb. 2), die heute im Prado zu finden ist. Bedenkt man diese Tatsache, bietet sich ein weiterer Erklärungsansatz für den Kontext von Landwirtschaft und Diana.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Über den Künstler: Dieses Kapitel gibt einen kurzen biografischen Abriss zu Paolo Fiammingo, seiner Herkunft aus den Niederlanden und seiner Tätigkeit in Venedig.
2. Allgemeines über Fiammingos Planetenzyklus: Hier wird der Entstehungskontext der Gemälde für die Handelsfamilie Fugger und die grundlegende kompositorische Aufteilung der Werke in eine göttliche und eine irdische Sphäre beschrieben.
3. Problemstellung: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, Fiammingos Werk ikonographisch zu ergründen und mit den Holzschnitten von Hans Sebald Beham zu vergleichen.
4. Die einzelnen Allegorien: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die sieben Planetenallegorien und deren jeweilige Entsprechungen bei H.S. Beham, wobei auf spezifische Attribute und Szenen eingegangen wird.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird festgestellt, dass Fiammingo eine sehr eigene, komplexe Symbolsprache verwendet, die verschiedene Epochen und Quellen miteinander vermischt.
Schlüsselwörter
Paolo Fiammingo, Hans Sebald Beham, Planetenzyklus, Ikonographie, Allegorie, Fugger, Renaissance, Venedig, Götterdarstellung, Mythologie, Kunstgeschichte, Bildvergleich, Landwirtschaft, Handelsfamilie, Symbolik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Interpretation eines Gemäldezyklus von Paolo Fiammingo, der die sieben Planeten allegorisch darstellt.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die kunsthistorische Ikonographie, der Vergleich von Darstellungsweisen in der Renaissance und die Verknüpfung von mythologischen Motiven mit realen Tätigkeiten der damaligen Zeit.
Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit untersucht, wie Fiammingo die sieben Planeten ikonographisch umsetzt und inwiefern sich diese Darstellung von zeitgenössischen Entwürfen, speziell denen von Hans Sebald Beham, unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine vergleichende ikonographische Analyse durchgeführt, bei der Bildaufbau, Attribute und inhaltliche Bezüge zwischen den Werken beider Künstler gegenübergestellt werden.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung jeder einzelnen Planetenallegorie (Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn) sowie deren direktem Vergleich zu den Werken von H.S. Beham.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Schlüsselwörter wie Paolo Fiammingo, Ikonographie, Planetenzyklus, Renaissance und Allegorie fassen die wesentlichen Aspekte der Forschungsarbeit zusammen.
Warum wählte der Autor Hans Sebald Beham als direkten Vergleichspartner?
Beham wird herangezogen, weil dessen Holzschnitt-Zyklus zum gleichen Thema eine traditionellere, stärker an der klassischen Mythologie orientierte Bildsprache aufweist, was Fiammingos individuelle Abweichungen deutlicher hervortreten lässt.
Welche Rolle spielte die Familie Fugger für den Entstehungsprozess?
Als Auftraggeber beeinflussten die Fugger die Entstehung des Zyklus. Die Analyse deutet darauf hin, dass die Wahl bestimmter Motive – wie etwa die Betonung von Handelsaktivitäten – auf die Interessen der Auftraggeber zurückzuführen ist.
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- Anna Gosslar (Author), 2005, Paolo Fiammingos Bilderzyklus der sieben Planeten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133610