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Die Verkündung und Geburt Jesu im Koran. Eine Koranexegese

Titel: Die Verkündung und Geburt Jesu im Koran. Eine Koranexegese

Hausarbeit , 2022 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der Exegese ist, herauszufinden, „was Gott meint“. Jedoch führen die vielfältigen Auslegungsansätze zu verschiedenen Verständnissen zum selben Korantext. Die Koranexegese bzw. tafsīr fokussiert sich im Gegenteil zur Bibelexegese im Christentum eher auf den Literalsinn, also dem äußeren Sinn, und weniger auf den inneren Sinn. „Tafsīr“ bedeutet hierbei „Erklärung“. Des Weiteren erfasste man die „Gründe der Offenbarung“ bzw. asbāb annuzūl. Damit sind Überlieferungen gemeint, die vom Offenbarungsanlass der Koranverse berichten. Durch diese Überlieferungen ist ein Hinweis gegeben, was in einem Vers konkret gemeint ist, wobei die meisten von dieser Überlieferungen Teil der Sunna und der Prophetenbiografie sind.

In diesem Sinne geht es in dieser Hausarbeit um die Koranexegese, in Betracht auf die Verkündung und Geburt Jesu bzw. dem Propheten ʿĪsā in der Sure Maryam. Hierbei werden vorislamische und innerislamische Perspektiven beleuchtet und die Berichte über die Verkündung und Geburt von Jesus im Koran und in der Bibel untersucht. Außerdem werden Ansichten einiger Exegeten durch die Analyse von Koranexegesen vorgestellt, wobei auch auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand in der Koranforschung und somit die zeitgenössische Betrachtungsweise eingegangen wird. Bevor diese Punkte erarbeitet werden, wird der aktuelle Forschungsstand der Koranexegese kurz vorgestellt. Zu guter Letzt werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Fazit gezogen.

Der Koran zählt als der wichtigste Text des islamischen Denkens und Handelns. So befassten sich die Gelehrten von der frühislamischen Zeit bis heute damit, texthermeneutische Methoden auszuarbeiten. Hierbei wandten sie entsprechend der Erkenntnisinteresse unterschiedliche Methoden an, wie die Koranauslegung durch den Koran selbst bzw. tafsīr al-qurʾān bi-l-qurʾān, die Koranauslegung anhand der Überlieferung bzw. tafsīr al-qurʾān bi-l-maʾṯūr und philosophisch, historisch, mystisch und naturwissenschaftlich geprägte Ansätze. Auch gab es literaturwissenschaftliche und narratologische Versuche.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktueller Forschungsstand der Koranexegese

3. Jesus von Nazaret im Koran

4. Selbstvorstellung im Koran

5. In der Exegese

5.1. Klassische Exegese

5.2. Zeitgenössische Exegese

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Koranexegese im Hinblick auf die Verkündung und Geburt Jesu (ʿĪsā) in der Sure Maryam. Das Hauptziel besteht darin, vorislamische und innerislamische Perspektiven zu beleuchten, die entsprechenden Berichte aus Koran und Bibel zu vergleichen sowie Ansätze klassischer und zeitgenössischer Exegeten wissenschaftlich zu analysieren.

  • Koranische Darstellungen der Verkündung und Geburt Jesu
  • Vergleich der koranischen Erzählungen mit christlichen Traditionen
  • Analyse klassischer koranischer Kommentarwerke
  • Einordnung aktueller wissenschaftlicher Diskurse zur Koranforschung
  • Untersuchung der prophetologischen Bedeutung Jesu im Koran

Auszug aus dem Buch

3. Jesus von Nazaret im Koran

Es beziehen sich ungefähr 120 Verse des Korans auf Jesus von Nazaret. Davon erzählen knapp zwei Drittel, also 75 Verse, in drei Suren besonders ausführlich von Jesus. Dabei wird der Bezug auf Jesus schon bei den Surennamen deutlich. Die Sure 19 (Maryam) ist die älteste der drei Suren, in der ab Vers 16 die mekkanische Kindheitserzählung Jesu im Mittelpunkt steht, die vergleichbar mit der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte nach Lukas ist. Die anderen beiden Suren, die sich auch Jesus beziehen, also Sure 3 (ʿImrān) und Sure 5 (Māʾida) sind medinensisch.

Sure 3 beschreibt die von Gott erwählte Sippe, aus der Jesus von Nazaret entstammt. Dies wird deutlich in Vers 33. Der arabische Name ʿImrān wird in der hebräischen Bibel, Numeri = 4 Mose 26,59, als Amram bezeichnet, Vater Moses, Aarons und Mirjams. Somit gilt er als Vorfahre Jesu. Die medinensische, bzw. die jüngere der beiden koranischen Kindheitserzählungen Jesu ab dem Vers 42, steht im Mittelpunkt dieser Sure. Diese Geschichte geht der Kindheitserzählung Marias voraus und zeigt auffallende Gemeinsamkeiten zum außerkanonischen, bzw. nicht zum Neuen Testament gehörenden „Protevangelium des Jakobus“ auf. Die Sure 5, al-māʾida, bzw. „der Tisch“, bezieht sich ab Vers 112 auf eines der Wunder von Jesus, wobei sie auch an anderen Stellen von Jesus erzählt. Somit machen diese drei genannten Suren den Kern der koranischen Messianologie und Mariologie aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Koranexegese, deren Methoden und die Zielsetzung der Hausarbeit bezüglich der Jesus-Erzählungen.

2. Aktueller Forschungsstand der Koranexegese: Überblick über die historische Entwicklung der Koranexegese, von der traditionellen Sicht bis hin zu modernen, literaturwissenschaftlichen Ansätzen.

3. Jesus von Nazaret im Koran: Darstellung der Bedeutung Jesu als Prophet im Koran und die inhaltliche Analyse der zentralen Suren 19, 3 und 5.

4. Selbstvorstellung im Koran: Untersuchung der Art und Weise, wie Jesus im Koran auftritt, insbesondere seiner Rolle als Diener Gottes und seiner Botschaft.

5. In der Exegese: Detaillierte Betrachtung exegetischer Deutungen zu Leben und Geburt Jesu.

5.1. Klassische Exegese: Analyse der Auslegungen durch klassische Kommentatoren wie ar-Rāzī, al-Qurṭubī und Ibn Kaṯīr.

5.2. Zeitgenössische Exegese: Einordnung moderner Forschungsergebnisse und intertextueller Bezüge zu christlichen Traditionen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Bedeutung der Quellenvielfalt in der Koranexegese.

Schlüsselwörter

Koranexegese, Jesus von Nazaret, Sure Maryam, Tafsīr, Koranforschung, Verkündung, Geburt Jesu, klassische Exegese, zeitgenössische Exegese, Prophetentum, Sure 19, Gottesknecht, Messias, Mariologie, christlich-islamischer Dialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die koranischen Erzählungen zur Verkündung und Geburt Jesu sowie die unterschiedlichen exegetischen Ansätze, wie diese koranischen Texte innerhalb der islamischen Tradition interpretiert werden.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Zu den Schwerpunkten gehören das Prophetentum Jesu im Koran, die Rolle Marias als Mutter Jesu, der Vergleich zwischen koranischen und biblischen Berichten sowie die methodischen Unterschiede der Koranexegese.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der Sure Maryam aufzuzeigen, wie Jesus im Koran porträtiert wird und warum die verschiedenen (klassischen und zeitgenössischen) Exegesen zu unterschiedlichen theologischen Deutungen gelangen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, wobei sowohl klassische exegetische Werke als auch moderne literaturwissenschaftliche und koranhistorische Ansätze gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Untersuchung der Sure Maryam, der Selbstvorstellung Jesu, dem Forschungsstand zur Exegese sowie einer detaillierten Gegenüberstellung von klassischen und modernen Auslegungstraditionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Koranexegese, Jesus von Nazaret, Sure Maryam, Prophetologie, Barmherzigkeit Gottes und der Vergleich zwischen Literalsinn und interpretativen Deutungen.

Wie unterscheidet sich die Koranexegese laut Autor von der Bibelexegese?

Der Autor führt aus, dass die Koranexegese (Tafsīr) sich stärker auf den Literalsinn, also den äußeren Sinn des Textes, fokussiert, während in christlichen Exegese-Traditionen oft stärker nach einem inneren, allegorischen Sinn gesucht wird.

Welche Bedeutung kommt dem „Vorhang“ in der Erzählung über Maria zu?

Klassische Exegeten sehen den Vorhang oft als Schutz der Privatsphäre Marias während der Reinigung; moderne Exegeten wie Neuwirth deuten ihn zudem als Trennwand zwischen Menschlichem und Göttlichem bzw. als symbolisches Element.

Warum wird die „Leidensgeschichte Jesu“ im Koran laut der Arbeit anders behandelt?

Die Arbeit stellt fest, dass die explizite Leidensgeschichte des Neuen Testaments im Koran ausgeblendet wird, wodurch Symbole wie der „Vorhang“ oder der „östliche Ort“ von christlich-allegorischen Interpretationen entlastet und als alltägliche Gegebenheiten verstanden werden.

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Details

Titel
Die Verkündung und Geburt Jesu im Koran. Eine Koranexegese
Hochschule
Universität Münster
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1336103
ISBN (PDF)
9783346834416
ISBN (Buch)
9783346834423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jesus Koran Bibel Maria
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Die Verkündung und Geburt Jesu im Koran. Eine Koranexegese, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336103
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Leseprobe aus  16  Seiten
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