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Die zeitliche Struktur von Max Frischs "Homo Faber" (1957)

Nach der Erzähltheorie von Gérard Genette

Title: Die zeitliche Struktur von Max Frischs "Homo Faber" (1957)

Term Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Lichtenthal (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der Arbeit wird ausgehend von der auffälligen Erzählweise des Romans eine Analyse der Chronologiebrüche vorgenommen. Die diskontinuierliche Erzählform wird anhand der Erzähltheorie des französischen Literaturwissenschaftlers Gérard Genette untersucht.
Da der Roman durch seinen Aufbau, die Aneinanderfügung zweier in sich geschlossener Erzählteile (erste und zweite Station), eine sehr deutliche Binnengliederung aufweist, soll auch die Analyse diesem durch den Primärtext implizierten Schema folgen. Dies erweist sich vor allem aufgrund der Tatsache, dass in den beiden Romanteilen unterschiedliche Erzähltechniken angewandt werden, als sinnvoll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzähltheorie nach Gérard Genette

2.1 Aspekt der Zeit

2.1.1 Ordnung

2.1.1.1 Analepsen

2.1.1.2 Prolepsen

2.1.2 Dauer

2.1.3 Frequenz

3. Die Zeitstruktur in Max Frischs Homo Fabers

3.1 Chronologiebrüche der Makrostruktur

3.1.1 Aufbau der ersten Station

3.1.2 Aufbau der zweiten Station

4. Fazit

5. Schluss

5.1 Zusammenfassung

5.2 Ausblick

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexe zeitliche Struktur und die Chronologiebrüche im Roman "Homo Faber" von Max Frisch. Das Ziel ist es, durch die Anwendung der Erzähltheorie von Gérard Genette nachzuweisen, wie die diskontinuierliche Erzählweise als bewusstes stilistisches Mittel zur Darstellung des Selbstfindungsprozesses und des scheiternden Weltbildes der Hauptfigur Walter Faber eingesetzt wird.

  • Analyse der zeitlichen Erzählstruktur nach Gérard Genette
  • Untersuchung von Chronologiebrüchen (Analepsen und Prolepsen) in der Makrostruktur
  • Identifikation der verschiedenen Zeit- und Erzählebenen im Roman
  • Analyse der Erzählstrategie als Ausdruck von Fabers Selbstfindungsprozess
  • Reflexion über die Wirkung des diskontinuierlichen Erzählens auf den Leser

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Aufbau der ersten Station

Der Roman beginnt mit der Schilderung der Wartezeit Fabers auf seinen Abflug in New York, von wo aus er zu einer Dienstreise aufbrechen will. Unterbrochen wird diese Dienstreise durch eine Notlandung in der Wüste Tamaulipas. In diesem ersten Handlungsabschnitt lassen sich einige Vorausdeutungen auf das Versagen der Technik oder auf das der allgemeinen technischen Lebensausrichtung Fabers erkennen. Ein Beispiel hierfür findet sich bereits zu Beginn des Romans, wo Faber die Zeitungsschlagzeile „First Pictures Of World`s Greates Air Crash in Nevada“ erwähnt (vgl. HF, S. 7). Der Flugzeugabsturz in Nevada steht in diesem Fall stellvertretend für das Versagen von Technik überhaupt und spielt somit auf das Versagen von Fabers Lebenseinstellung als Techniker an. Es handelt sich in diesem Fall also nach Genette um homodiegetische interne Prolepse partieller Art. Als solche fungiert auch das Interesse Fabers für seinen jungen Mitreisenden Herbert Hencke und seine wüst erscheinenden Trauminhalte. Sie weisen auf Erkenntnisse hin, die Leser und Protagonist erst später erlangen können. So wird der Leser durch die Äußerung Fabers über seinen Mitreisenden, er wisse nicht „warum er [ihm] auf die Nerven ging[e], irgendwie [kenne er] sein Gesicht, ein sehr deutsches Gesicht“, auf die spätere bedeutungstragende Rolle des jungen Mannes aufmerksam gemacht. Dass die Person des deutschen Mannes im späteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird, erkennt der Leser auch an Fabers Aussage, es habe keinen Zweck die Augen zu schließen, da er so sehr mit seinem Nachbarn beschäftigt sei, dass er diesen sogar „mit geschlossenen Augen“ vor sich sehe (vgl. HF, S. 8 f.). Fabers zukunftsweisenden Trauminhalte lassen den Leser auf symbolischer Ebene künftige Ereignisse erahnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Romans und die Fragestellung zur Erzählweise sowie Vorstellung der methodischen Herangehensweise.

2. Erzähltheorie nach Gérard Genette: Erläuterung der theoretischen Grundlagen nach Genette, insbesondere der Kategorien Ordnung, Dauer und Frequenz.

2.1 Aspekt der Zeit: Detaillierte Darstellung der zeitlichen Analyseaspekte und der Unterscheidung zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit.

2.1.1 Ordnung: Einführung in die Analyse der chronologischen Anordnung und der Definition von Anachronien.

2.1.1.1 Analepsen: Theoretische Definition und Klassifizierung von Rückblenden.

2.1.1.2 Prolepsen: Theoretische Definition und Klassifizierung von Vorausdeutungen.

2.1.2 Dauer: Analyse des Verhältnisses von Erzählzeit zur erzählten Zeit und Vorstellung der fünf Grundformen der Erzählgeschwindigkeit.

2.1.3 Frequenz: Untersuchung der Wiederholungshäufigkeit von Ereignissen in der Erzählung.

3. Die Zeitstruktur in Max Frischs Homo Fabers: Anwendung der theoretischen Kriterien auf den Primärtext zur Identifikation zeitlicher Brüche.

3.1 Chronologiebrüche der Makrostruktur: Analyse des zweigeteilten Aufbaus des Romans und der fünf verschiedenen Zeit- und Erzählebenen.

3.1.1 Aufbau der ersten Station: Untersuchung der Erzähltechnik und der Anachronien im ersten Teil des Romans.

3.1.2 Aufbau der zweiten Station: Untersuchung der Verflechtung von Reisebericht und Tagebuchnotizen in der zweiten Erzählphase.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der erzählerischen Montage und des Selbstfindungsprozesses von Walter Faber.

5. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion der Erzählstrategie.

5.1 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über den zeitlichen Aufbau und die Rolle des Lesers.

5.2 Ausblick: Überlegungen zur Rezeption des Werkes und zur filmischen Umsetzung der diskontinuierlichen Zeitstruktur.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Homo Faber, Max Frisch, Erzähltheorie, Gérard Genette, Zeitstruktur, Chronologiebrüche, Analepsen, Prolepsen, Anachronien, Walter Faber, Inzestdilemma, Selbstfindungsprozess, Erzähltechnik, Zeit- und Erzählebenen, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifische Zeitstruktur und die Erzählweise im Roman "Homo Faber" von Max Frisch vor dem Hintergrund der strukturalistischen Erzähltheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Aufhebung der Chronologie, die Kategorien der Erzählzeit nach Gérard Genette und die daraus resultierenden Effekte für den Leser und das Verständnis der Hauptfigur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die diskontinuierliche Erzählstruktur ein gezieltes künstlerisches Mittel ist, um Fabers scheiterndes Weltbild und seinen Prozess der Selbsterkenntnis abzubilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Erzähltheorie des französischen Literaturwissenschaftlers Gérard Genette als methodisches Instrumentarium herangezogen, um die Anachronien (Analepsen und Prolepsen) zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung nach Genette und eine praktische Anwendung dieser Kriterien auf die Makrostruktur des Romans, unterteilt in die erste und zweite Station.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Erzähltheorie, Zeitstruktur, Anachronien, Analepsen, Prolepsen, Homo Faber, Max Frisch und Selbstfindungsprozess.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen den zwei Stationen des Romans?

Die Arbeit analysiert die erste Station als linear in der Vergangenheit angesiedelte Rückblendenfolge, während in der zweiten Station eine Verflechtung von Tagebuchnotizen und Berichten zu einer Annäherung an die Erzählergegenwart führt.

Welche Rolle spielt die "Schuld" des Protagonisten in der Analyse?

Die Analyse zeigt, dass Fabers Berichten ein Rechtfertigungsversuch zugrunde liegt, er jedoch durch die gewählte Erzählstruktur (vorausdeutende Hinweise) seine eigene Unwissenheit und Schuld für den Leser transparent macht.

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Details

Title
Die zeitliche Struktur von Max Frischs "Homo Faber" (1957)
Subtitle
Nach der Erzähltheorie von Gérard Genette
College
University of Koblenz-Landau  (Germanistik)
Course
Seminar: Erzählungen der Postmoderne
Grade
1,7
Author
Anna Lichtenthal (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V133624
ISBN (eBook)
9783640403103
ISBN (Book)
9783640402663
Language
German
Tags
Struktur Frischs Homo Faber Nach Erzähltheorie Gérard Genette Thema Homo Faber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Lichtenthal (Author), 2009, Die zeitliche Struktur von Max Frischs "Homo Faber" (1957), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133624
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