Hierin stütze ich mich auf Molière und sein Publikum: Der Streit um die „Schule der Frauen“ in: Werle, Rüdiger; Wetzel, Christoph; Ziegler, Petra. Die großen Klassiker. Literatur der Welt in Bildern, Texten, Daten. Band 4, Jean- Baptiste Molière. Verlagsbuchhandel Andreas & Andreas. Salzburg, 1980. 123-129.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I Verlauf der „Querelle de l´école des femmes“
II Besprechung der verschiedenen Kritikpunkte in « La critique de l´ecole des femmes » und Molières Gegendarstellung
2.1 Kritik aus moralischen Gründen: Climène und der Marquis
2.2 Kritik unter ästhetischen Gesichtspunkten: Lysidas
III La Guerre Comique ou la défense de L´école des femmes
3.1 Erstes Streitgespräch
3.2 Zweites Streitgespräch
3.3 Drittes Streitgespräch
3.4 Viertes Streitgespräch
3.5 Letztes Streitgespräch
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen literarischen Streit („Querelle“) um Molières Komödie „Die Schule der Frauen“. Ziel ist es, die zentralen moralischen und ästhetischen Kritikpunkte der zeitgenössischen Kontrahenten zu analysieren und Molières darauffolgende satirische Verteidigung in seinen eigenen Werken zu beleuchten.
- Historischer Verlauf der Kontroverse von 1662 bis 1664
- Analyse moralischer Vorwürfe (Sittlichkeit und Religion)
- Ästhetische Kritik an Dramentheorie und Schreibstil
- Molières Reaktionen in „La Critique de l´École des femmes“ und „L’Impromptu de Versailles“
- Der Einfluss von Molières Status als Dramatiker und Schauspieler auf den Streit
Auszug aus dem Buch
2.1 Kritik aus moralischen Gründen: Climène und der Marquis
Hingelenkt wird die Unterhaltung zu l´Ecole des femmes, durch die Ankunft Climènes, einer Marquise, die sich momentan nicht gut fühlt. Als Grund stellt sich durch Nachfragen heraus, dass sie vor drei Stunden einer Aufführung von eben diesem Theaterstück beigewohnt hat, was sie immer noch körperlich beeinträchtigt und innerlich aufwühlt. Sie bezeichnet dieses Bühnenstück als « rapsodie » (Critique. sc. 3, Vers 20, S. 21), was bedeutet, dass die verschiedenen Elemente ihrer Meinung nach nicht bruchlos ineinander greifen. Wenig später stellt sie Uranie folgende Frage:
«Et vous n´en avez pas été jusques aux convulsions(), ma chère ? (ebd. Vers 32/33, S. 22).
Diese entgegnet, sie sei nicht so zart besaitet und darüber hinaus der Ansicht, dass dieses Stück eher geeignet sei, die Leute zu kurieren denn krank zu machen.
Climène äussert sich folgendermaßen über Molières Stück:
Peut-on, ayant de la vertu, trouver de l´agrément
dans une pièce qui tient sans cesse la pudeur en alarme,
et salit à tous moments l´imagination ? (Critique, sc. 3, Vers 58 -60, S. 23).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Molières Wandel vom Wanderkomödianten zum festen Pariser Ensemblemitglied und die daraus resultierende Herausforderung, unterschiedliche Publikumsschichten zu unterhalten.
I Verlauf der „Querelle de l´école des femmes“: Darstellung der historischen Entwicklung des Streits, der als verbale Auseinandersetzung begann und durch zahlreiche literarische Gegenschriften Molières und seiner Gegner geprägt war.
II Besprechung der verschiedenen Kritikpunkte in « La critique de l´ecole des femmes » und Molières Gegendarstellung: Untersuchung der spezifischen moralischen Vorwürfe (Climène) sowie der ästhetischen Kritik (Lysidas) und deren Widerlegung durch Molière.
III La Guerre Comique ou la défense de L´école des femmes: Analyse der fünf Streitgespräche, in denen Molières Verteidiger die Vorwürfe des Plagiats, der moralischen Anstößigkeit und der handwerklichen Schwächen entkräften.
Schlussbetrachtung: Einordnung der Kontroverse durch einen historischen Vergleich mit den religiösen Auseinandersetzungen zwischen Martin Luther und Johannes Eck.
Schlüsselwörter
Molière, Die Schule der Frauen, Querelle, französische Klassik, Komödie, Literaturstreit, 17. Jahrhundert, Theater, Dramentheorie, moralische Kritik, ästhetische Kritik, Satire, Rezeptionsgeschichte, Dramaturgie, Schauspiel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit behandelt den literarischen Streit, die sogenannte „Querelle“, der nach der Uraufführung von Molières „Die Schule der Frauen“ im Jahr 1662 ausbrach.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die moralischen und ästhetischen Vorwürfe der Kritiker sowie Molières schlagfertige Verteidigung in Form von weiteren literarischen Werken.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der Argumentationsmuster beider Seiten, um zu verstehen, wie Molière durch seine Stücke auf die Kritik reagierte und seine künstlerische Position behauptete.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sich primär auf die Primärtexte der Kontroverse sowie auf fachspezifische Sekundärliteratur stützt.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Aufarbeitung der spezifischen Kritikpunkte (Moral, Ästhetik) und die chronologische Untersuchung der fünf Streitgespräche aus der Schrift „La Guerre Comique“.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Molière, literarische Klassik, Theaterstreit, Komödienkritik und die Rezeption des Stücks im 17. Jahrhundert.
Warum spielt die Figur „Arnolph“ eine so zentrale Rolle in der Kritik?
Arnolph wird als der lächerliche Charakter des Stücks wahrgenommen, wobei seine Maximen zur Heirat und sein Umgang mit der naiven Agnes bei den Kritikern Anstoß erregten.
Wie reagierte der französische Hof auf Molières Stücke?
Der König unterstützte Molière finanziell und ideell, was seine Position gegenüber den konservativen Kritikern stärkte, auch wenn der Hof selbst intern gespalten war.
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- Dominik Menz (Author), 2006, Der Streit um Molières Lustspiel "Die Schule der Frauen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133631