Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Case Scenarios

Wirtschaftlicher Aufholprozess und Konjunkturzyklen in Mittel- und Osteuropa sowie Ostasien

Title: Wirtschaftlicher Aufholprozess und Konjunkturzyklen in Mittel- und Osteuropa sowie Ostasien

Diploma Thesis , 2007 , 152 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Fidyka (Author)

Economics - Case Scenarios
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Jahr 1997 gerieten mehrere asiatische Volkswirtschaften in Finanz- und Währungskrisen. Insbesondere die vorher stark gewachsenen „Tigerstaaten“ und „Pantherstaaten“ wurden empfindlich getroffen. Nach jahrelangen internationalen Kapitalzuflüssen und hohen Inlandsinvestitionen führte ein Stimmungsumschwung an den Kapitalmärkten zu einer Umkehrung der Kapitalströme. Es entwickelte sich ein Teufelskreis aus Kapitalabfluss, Währungsabwertung, und Zahlungsunfähigkeit, welcher wiederum zu weiteren Kapitalabflüssen führte. In der Folge der massiven Kapitalflucht erlebten die asiatischen Länder Wachstumseinbrüche in bis dahin ungekanntem Ausmaß. Die Asienkrise entwickelte sich zu einer der schwersten Krisen in den Emerging Markets überhaupt. Am Ende drohte nicht nur der Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft im asiatischen Raum, sondern auch eine globale Eskalation. Eine Weltrezession wurde zunächst nicht ausgeschlossen.

Die Asienkrise hat eindrucksvoll gezeigt, welche Gefahren mit der zunehmenden internationalen Verflechtung der Finanzmärkte verbunden sind. Auf Grund der mittlerweile gewaltigen internationalen Kapitalströme und voranschreitenden Kapitalmarktliberalisierung haben die Kapitalmarktakteure die Möglichkeit, fast jedes Land durch Kapitalflucht und / oder durch Währungsspekulationen in die Krise zu stürzen. Besonders Emerging Markets sind auf Grund ihrer Verletzbarkeit auf Gedeih und Verderb den rationalen und irrationalen Launen der Investoren ausgeliefert.

In den letzten Jahren kam es auf Grund der niedrigen Refinanzierungskosten in den Industrieländern, dem erneut stärkeren Wachstum in den Emerging Markets und durch eine veränderte Risikoeinschätzung wieder zu einer Renaissance der Emerging Markets. Nachdem die Nettokapitalzuflüsse infolge der Asienkrise auf ca. 100 Milliarden US-$ zurückgingen, sind sie seit 2002 wieder kontinuierlich angestiegen. 2004 erreichten die Nettokapitalzuflüsse mit 300 Mrd. US-$ ungefähr wieder das Niveau von vor der Asienkrise. Mittlerweile hat die wiederentdeckte Investitionslust der internationalen Investoren zu einem Ansteigen der Nettokapitalzuflüsse auf 500 Mrd. US-$ geführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Finanz- und Währungskrisen im ostasiatischen Raum

2.1 Ursachen der Asienkrise

2.1.1 Kapitalverkehrs- und Finanzmarktliberalisierung

2.1.2 Wechselkurssysteme

2.1.3 Fundamentale Schwächen

2.1.3.1 Leistungsbilanzsaldo

2.1.3.2 Auslandsverschuldung

2.1.3.3 Inflation

2.1.4 Schwächen der Finanzsysteme

2.1.4.1 Bankensektor und rechtlicher Rahmen

2.1.4.2 Kreditvergabepolitik der Banken

2.2 Erklärungsansätze zum Krisenausbruch

2.2.1 Moral Hazard Ansatz

2.2.2 Überinvestitionstheorie

2.2.3 Finanzmarktpanik

2.2.4 Gegenüberstellung der Erklärungsansätze

2.3 Wirtschaftspolitische Konsequenzen

3 Krisenpotenzial in Osteuropa

3.1 Kapitalverkehrs- und Finanzmarktliberalisierung in Osteuropa

3.2 Wechselkurssysteme

3.3 Fundamentaldaten

3.3.1 Leistungsbilanzdefizite

3.3.2 Auslandsverschuldung

3.3.3 Inflation

3.3.4 Staatsbudget

3.4 Analyse der mittel- und osteuropäischen Finanzsysteme

3.4.1 Bankensektor und rechtlicher Rahmen

3.4.2 Kreditvergabeverhalten der Banken

3.5 Assetmärkte

4 Vergleich der Situation Osteuropas mit der Ostasiens

4.1 Wechselkurssysteme

4.2 Fundamentaldaten

4.2.1 Leistungsbilanzsaldo

4.2.2 Auslandsverschuldung

4.2.3 Inflation

4.2.4 Staatsbudget

4.3 Finanzsysteme

4.4 Assetmärkte

5 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Risiko einer Finanz- und Währungskrise in den osteuropäischen Transformationsländern (MOEL), indem sie diese mit den ostasiatischen Schwellenländern vergleicht, die 1997 von einer schweren Krise betroffen waren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die osteuropäischen Volkswirtschaften im Rahmen ihrer Kapitalmarktliberalisierung einer ähnlichen krisenhaften Zuspitzung nach asiatischem Vorbild ausgesetzt sind.

  • Analyse der Ursachen der Asienkrise (Kapitalmarktliberalisierung, Wechselkursregime, Fundamentaldaten, Finanzsysteme).
  • Vergleich der makroökonomischen und mikroökonomischen Indikatoren zwischen Ostasien und Osteuropa.
  • Untersuchung der Rolle von Finanzmarktpanik, Moral Hazard und Überinvestitionstheorien.
  • Bewertung des Krisenpotenzials in MOEL unter Berücksichtigung von Assetmärkten und Bankensektoren.
  • Ableitung wirtschaftspolitischer Schlussfolgerungen für eine stabile Entwicklung der MOEL.

Auszug aus dem Buch

2.1.4.1 Bankensektor und rechtlicher Rahmen

Zum Zeitpunkt der Kapitalverkehr- und Finanzmarktöffnung war der Banken- und Finanzsektor von den staatlichen Eingriffen der letzen Jahre geprägt. In allen ostasiatischen Ländern stand der Banken- und Finanzsektor noch unter erheblichen direkt oder indirekt staatlichen Einfluss. In Indonesien und Malaysia war mit ca. 40 % der Anteil der staatlichen Geschäftsbanken an der Gesamtaktivität des Bankensystems besonders hoch. In Thailand und Südkorea, wo der Anteil der staatlichen Geschäftsbanken mit 20 % bzw. 10 % wesentlich geringer war, war hingegen die indirekte staatliche Einflussnahme besonders stark ausgeprägt, so dass die Banksektoren aller Länder unter einem ähnlich hohen staatlichen Einfluss standen.

Weiterhin existierten in den einzelnen Ländern Vorschriften, welche eine optimale Anpassung an die Bedingungen des freien Kapitalverkehrs verhinderten. Die verschiedenen Vorschriften schränkten den Handelspielraum der Banken stark ein. U.a. bestanden Vorschriften bezüglich der Höhe der Einlagezinsen, der Höhe der Ausleihungszinsen, des Volumens des zu verleihenden Kredits und der Auswahl der Kreditnehmer.

Darüber hinaus waren die Zulassung neuer in- und ausländische Banken reguliert. Insbesondere ausländischen Banken war es kaum möglich, eine Lizenz zu erhalten. Zusätzlich wurde der ausländische Besitz an inländischen Finanzinstituten eingeschränkt. Entsprechend hoch war die Bankenkonzentration und entsprechend gering war der Anteil ausländischer Banken in den ostasiatischen Banksystemen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanz- und Währungskrisen ein, mit besonderem Fokus auf die Asienkrise von 1997 und deren Auswirkungen auf Schwellenländer.

2 Finanz- und Währungskrisen im ostasiatischen Raum: In diesem Kapitel werden die Ursachen der Asienkrise sowie verschiedene Erklärungsansätze, wie Moral Hazard und Finanzmarktpanik, analysiert.

3 Krisenpotenzial in Osteuropa: Hier wird die Situation in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) untersucht, wobei der Fokus auf Fundamentaldaten, Finanzsystemen und Assetmärkten liegt.

4 Vergleich der Situation Osteuropas mit der Ostasiens: Dieses Kapitel stellt die mikro- und makroökonomische Situation Osteuropas der Ostasiens gegenüber, um das Krisenpotenzial besser einschätzen zu können.

5 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet, inwieweit osteuropäische Länder durch eine ähnliche Entwicklung wie die asiatischen Krisenländer gefährdet sind.

Schlüsselwörter

Asienkrise, Kapitalmarktliberalisierung, Finanzsystem, Währungskrise, Osteuropa, MOEL, Fundamentaldaten, Moral Hazard, Überinvestitionstheorie, Finanzmarktpanik, Leistungsbilanzdefizite, Auslandsverschuldung, Bankensektor, Assetmärkte, Konvergenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Risiko einer Finanz- und Währungskrise in osteuropäischen Transformationsländern, indem sie deren wirtschaftliche Entwicklung mit der asiatischen Finanzkrise von 1997 vergleicht.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit behandelt Themen wie Kapitalmarktliberalisierung, Wechselkurssysteme, die Rolle von Fundamentaldaten, die Stabilität von Bankensektoren und das Auftreten spekulativer Blasen auf Assetmärkten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob osteuropäische Länder im Zuge ihrer EU-Integration und Kapitalmarktöffnung ähnlich krisenanfällig sind wie die ostasiatischen Schwellenländer vor 1997.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf einer fundierten Auswertung ökonomischer Indikatoren, Tabellen und bestehender Krisentheorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Ursachen der Asienkrise aufgearbeitet, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung des Krisenpotenzials in Osteuropa und einem direkten Vergleich beider Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Asienkrise, Kapitalmarktliberalisierung, Finanzsystem, Währungskrise, Transformation sowie makroökonomische Fundamentaldaten.

Warum gelten die baltischen Länder als besonders risikobehaftet?

Diese Länder weisen durch ihre festen Wechselkurssysteme und hohe kurzfristige Auslandsverschuldung Ähnlichkeiten zur asiatischen Situation vor der Krise auf, was die Anfälligkeit für externe Schocks erhöht.

Welche Rolle spielen ausländische Banken in Osteuropa?

Ausländische Banken tragen zur Modernisierung des Finanzsektors bei, können jedoch auch das Kreditrisiko durch Fremdwährungskredite und die Anfälligkeit gegenüber globalen Finanzmarktentwicklungen beeinflussen.

Excerpt out of 152 pages  - scroll top

Details

Title
Wirtschaftlicher Aufholprozess und Konjunkturzyklen in Mittel- und Osteuropa sowie Ostasien
College
University of Leipzig  (Institut für Wirtschaftspolitik)
Grade
2,0
Author
Sebastian Fidyka (Author)
Publication Year
2007
Pages
152
Catalog Number
V133633
ISBN (eBook)
9783640415595
ISBN (Book)
9783640406968
Language
German
Tags
Asienkrise Mittel- und Osteuropa Entwicklungsländer Krise Konjunkturzyklen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Fidyka (Author), 2007, Wirtschaftlicher Aufholprozess und Konjunkturzyklen in Mittel- und Osteuropa sowie Ostasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133633
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  152  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint