Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit und insbesondere mit der Gesprächsführung in der Mediation. Kommunikation begleitet die Menschen ihr Leben lang. Schon als Säugling versucht der Mensch auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen, zum Beispiel durch Schreien.
Kommunikation findet sowohl im Alltag als auch im Berufsleben statt, doch gibt es dort große Unterschiede? In meiner beruflichen Laufbahn und meiner Ausbildung konnte ich verschiedene Kommunikationsmodelle sowie Gesprächstechniken kennenlernen und Konflikte im Berufsalltag bereits erleben. Als Professionelle der Sozialen Arbeit hat die professionelle Gesprächsführung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. So muss sich der Sozialarbeiter darüber bewusst sein, dass Kommunikation ganz unterschiedlich stattfindet und es durch Kommunikationsstörungen auch zu Konflikten zwischen Menschen kommen kann. Können diese Konflikte nicht mehr eigenständig gelöst werden, ist es ratsam, auf professionelle Kommunikationsmöglichkeiten zurückzugreifen, wie zum Beispiel der Mediation. Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Bedeutung der Kommunikation für die Soziale Arbeit darzustellen und das Konzept der Mediation kennenzulernen.
Das erste Kapitel dieser Hausarbeit dient der terminologischen Klärung von Kommunikation. Dazu wird als erstes der Versuch unternommen, Kommunikation zu definieren und mögliche Unterschiede zwischen Alltags- und professioneller Kommunikation darzustellen. Zum Schluss des Kapitels werden Kommunikationsmodelle vorgestellt. Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen, wird sich hier auf ein Modell von P. Watzlawick und ein Modell von Schulz von Thun beschränkt. Der zweite Teil thematisiert die Kommunikation in der Mediation. Als erstes wird Mediation definiert und die wichtigsten Prinzipien der Mediation werden dargestellt. Im weiteren Verlauf beschäftigt sich das Kapitel mit verschiedenen Kommunikationsmethoden/ -techniken. Anschließend wird der Mediationsprozess kurz vorgestellt und zum Schluss des Kapitels wird auf Bedeutung der Kommunikationsmodelle aus dem ersten Kapitel für die Mediation eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Kommunikation
2.1 Definition Kommunikation
2.2 Alltagskommunikation
2.3 Professionelle Kommunikation
2.4 Kommunikationsmodelle
2.4.1 Kommunikationsquadrat Schulz von Thun
2.4.2 Axiome Watzlawick
3 Mediation – eine Methode der professionellen Gesprächsführung
3.1 Mediation – eine Definition
3.2 Prinzipien der Mediation
3.3 Kommunikationsmethoden – Gesprächs und Fragetechniken
3.3.1 Gesprächstechniken
3.3.2 Fragetechniken
3.4 Mediationsprozess
3.5 Kommunikationsmodelle und ihre Bedeutung für die Mediation
4 Reflexion
5 Abschlussdiskussion
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die grundlegende Bedeutung professioneller Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit, wobei der Fokus insbesondere auf der Methode der Mediation und ihrer kommunikationswissenschaftlichen Fundierung liegt.
- Differenzierung zwischen Alltags- und professioneller Kommunikation
- Analyse relevanter Kommunikationsmodelle (Schulz von Thun, Watzlawick)
- Grundlagen, Prinzipien und Phasen des Mediationsprozesses
- Einsatz von Gesprächs- und Fragetechniken zur Konfliktbewältigung
- Methodische Reflexion der Gesprächsführung im Kontext sozialpädagogischen Handelns
Auszug aus dem Buch
Axiome Watzlawick
Die 5 Axiome nach Watzlawick sind universelle Grundsätze und sind ein Modell, um möglichst frei von Störungen zu kommunizieren.
Das erste Axiom lautet: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ und sagt aus, dass hinter jedem Verhalten eine Aussage steckt, denn Körperhaltung gibt genauso Auskunft wie die verbale Sprache. Zum Konflikt kann es zum Beispiel kommen, wenn eine Person redet und die andere Person einfach mitten im Gespräch geht.
Das zweite Axiom lautet: „Jede Kommunikation besitzt einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.“ Die Beziehung spielt also genauso eine Rolle wie der Inhalt, denn die Beziehung wird genutzt, um den Inhalt zu deuten.
Die Beziehung zum Gegenüber wird definiert und bestimmt das Gespräch. Zum Konflikt kann es zum Beispiel kommen, wenn der einen Person die Person gegenüber unsympathisch ist und diese dies bemerkt und das Gespräch so negativ beeinflusst wird.
Das dritte Axiom lautet: „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“
Es findet also eine Wechselwirkung zwischen Ursache und Wirkung statt, denn auf eine Nachricht folgt eine Reaktion, auf die der ursprüngliche Sender erneut reagiert. Daraus ergibt sich, dass aus jedem Reiz eine Reaktion entsteht und so ein Kreislauf entsteht. Es kann zum Beispiel zum Konflikt kommen, wenn das Verhalten anderer als Ursache für das eigene Verhalten angesehen wird. Wird an den Zuschreibungen festgehalten, reagieren die Personen nicht aufeinander.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit erläutert das Ziel, die Bedeutung kommunikationswissenschaftlicher Grundlagen und der Mediation für das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit darzustellen.
2 Kommunikation: Dieses Kapitel definiert den Begriff Kommunikation, grenzt Alltagskommunikation von professioneller Kommunikation ab und führt in zentrale Kommunikationsmodelle ein.
3 Mediation – eine Methode der professionellen Gesprächsführung: Der Hauptteil erläutert die Definition, Prinzipien und den Ablauf der Mediation sowie spezifische Kommunikations- und Fragetechniken zur professionellen Konfliktlösung.
4 Reflexion: In der Reflexion werden die theoretischen Erkenntnisse mit der persönlichen beruflichen Praxis in der Sozialen Arbeit verknüpft und kritisch betrachtet.
5 Abschlussdiskussion: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsfragen, etwa zur Schnittstelle von Mediation und Inklusion.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Soziale Arbeit, Mediation, Gesprächsführung, Kommunikationsmodelle, Schulz von Thun, Watzlawick, Konfliktlösung, aktives Zuhören, Fragetechniken, professionelles Handeln, Interaktion, Ich-Botschaften, Mediationsprozess, soziale Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der professionellen Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Methode der Mediation liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Kommunikation, der Unterschied zwischen Alltags- und professioneller Kommunikation sowie die Anwendung von Mediationsprinzipien und -techniken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die hohe Relevanz einer fundierten Gesprächsführung für die Soziale Arbeit aufzuzeigen und das Konzept der Mediation als strukturierte Methode zur Konfliktbearbeitung vorzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, in der aktuelle Fachliteratur zu Kommunikationstheorien und Mediation ausgewertet und auf den sozialpädagogischen Kontext bezogen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Kommunikationsmodelle (z.B. von Schulz von Thun und Watzlawick) und die praktische Anwendung durch den Mediationsprozess unter Einsatz spezieller Gesprächs- und Fragetechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kommunikation, Mediation, Sozialpädagogik, Konfliktmanagement, aktives Zuhören und professionelle Gesprächsatmosphäre beschreiben.
Welche Rolle spielt das Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun in dieser Arbeit?
Die Arbeit nutzt das Modell, um aufzuzeigen, wie Missverständnisse in der Sozialen Arbeit entstehen können und wie professionell agierende Fachkräfte lernen können, Mitteilungen auf allen vier Ebenen wahrzunehmen und zu analysieren.
Warum betont die Arbeit die Bedeutung der Freiwilligkeit bei einer Mediation?
Da die Mediation auf den Prinzipien der Eigenverantwortung und Neutralität beruht, wird die Freiwilligkeit als essenziell erachtet, damit die Parteien eigenständig und ohne Zwang tragfähige Lösungen für ihren Konflikt entwickeln können.
- Arbeit zitieren
- Lisa Braun (Autor:in), 2022, Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Unterschiede zwischen der Alltagskommunikation und professioneller Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336402