Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Der Blick auf die Menschenrechte und das Demokratieverständnis von John Rawls und Richard Rorty

Title: Der Blick auf die Menschenrechte und das Demokratieverständnis von John Rawls und Richard Rorty

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Vinzenz Margreiter (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit vergleicht die Gedanken der beiden Denker John Rawls und Richard Rorty zum Thema Menschenrechte. Dafür wird zunächst Rawls' Konzept des politischen Liberalismus vorgestellt und sein Demokratieverständnis dargelegt, da diese mit seiner Idee der Menschenrechte stark verschränkt sind. Anhand seines Werks "Das Recht der Völker" wird dann auf sein Verständnis der Menschenrechte eingegangen, wobei er zwischen Idealtheorie und nichtidealer Theorie unterscheidet. Richard Rortys Verständnis der Menschenrechte ist gemäß seiner philosophischen Herkunft neopragmatistisch geprägt. Diese Denkrichtung sowie sein Demokratieverständnis wird ebenfalls kurz besprochen, bevor sein Verständnis der Menschenrechte dargelegt wird. Im Anschluss werden die Übereinstimmungen und Unterschiede der beiden Autoren anhand neopragmatischer Elemente bei Rawls, ihrem Demokratieverständnis und ihrer Gedanken zum Thema Menschenrechte aufgezeigt.

Eine Zeit, in der das Thema Menschenrechte nicht aktuell und wichtig war, gab es nie. So auch im Jahr 2022, in dem Russland einen brutalen Angriffskrieg gegen ihr Nachbar- und Brudervolk der Ukraine führt. Für das Erkennen der Menschenrechtsverletzungen in diesem Krieg braucht es keine nähere Definition dieser, folgerichtig schloss der Europarat Russland aus diesen Gründen aus. Aus der europäischen Menschenrechtskonvention stieg Russland kurz nach Beginn des Krieges selbst aus, was die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Institution aufwirft. Was nützen die Menschenrechte, wenn sie nur von den Völkern akzeptiert werden, die sie sowieso einhalten? Dieser Frage und der nach dem genauen Inhalt der Menschenrechte gingen schon viele Theoretiker aus politikwissenschaftlichen und philosophischen Richtungen nach. Diese Arbeit behandelt zwei der Ergebnisse.

Im Jahr 1993 gaben Stephen Shute und Susan Hurley die Oxford Amnesty Lectures mit dem Titel "On Human Rights" heraus. Sie stellt die Verschriftlichung einer Vortragsreihe dar, in der verschiedene Persönlichkeiten ihre besondere Sicht auf das Thema Menschenrechte bzw. einen Aspekt davon vorstellten. Der deutsche Titel lautet "Die Idee der Menschenrechte". An diesem Titel erkennt man, dass die verschiedenen Teilnehmer keineswegs ein einheitliches Verständnis von bestimmten Menschenrechten haben, sondern ganz verschiedene Ideen von Inhalt, Bedeutung und Legitimation der Menschenrechte haben, die durch ihren unterschiedlichen fachlichen Background geprägt sind. Zwei dieser Teilnehmer, die sich mit einem Vortrag zu dem Thema beteiligten, sind John Rawls und Richard Rorty. Gemeinsam haben diese beiden Denker auf den ersten Blick nur die Bezeichnung als Philosoph, und selbst davon wandte sich Richard Rorty am Ende seiner Laufbahn ab. Zu unterschiedlich ist ihre philosophische Herkunft und so auch ihr Blick auf die Menschenrechte. Neben den Unterschieden gibt es aber auch einige Gemeinsamkeiten. Deren Ausarbeitung ist das Vorhaben dieser Arbeit, ausgehend von Richard Rortys Text "Menschenrechte, Rationalität und Gefühl" aus den erwähnten Oxford Amnesty Lectures und John Rawls Verständnis der Menschenrechte. Bei Rawls beziehe ich mich dagegen nicht auf den Text "Das Völkerrecht" aus dem Sammelband, sondern auf sein sechs Jahre später erschienenes Werk "Das Recht der Völker". Den Grund dafür liefert John Rawls selbst in der Vorrede dieses Werks: Er war schlicht unzufrieden mit der früheren Fassung, was vor allem dem Mangel an Platz für eine längere Ausführung seiner Gedanken in der Vortragsreihe, aber auch deren fehlender Ausgereiftheit, die Platz für Fehlinterpretationen bat, geschuldet war. So beziehe ich mich in meiner Ausarbeitung seines Konzepts des Rechts der Völker und die mit inbegriffenen Menschenrechte logischerweise auch auf die spätere Fassung. Diesem Werk entnehme ich auch seinen Gedanken der öffentlichen Vernunft und sein Demokratieverständnis, die Anknüpfungs- und Vergleichspunkte für den Neopragmatismus Richard Rortys bieten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. John Rawls

2.1 Der politische Liberalismus

2.1.1 Die Idee der öffentlichen Vernunft

2.1.2 Demokratieverständnis

2.2 Das Recht der Völker

2.3 Die Menschenrechte im Recht der Völker

2.3.1 Menschenrechte in der Idealtheorie

2.3.2 Menschenrechte in der Nichtidealen Theorie

3. Richard Rorty

3.1 Der Neopragmatismus

3.2 Demokratie und ihr Verhältnis zur Philosophie

3.3 Menschenrechte, Rationalität und Gefühl

4. Vergleich

4.1 Pragmatische Elemente in Rawls‘ Recht der Völker

4.2 Demokratieverständnis im Vergleich

4.3 Menschenrechte im Vergleich

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Auffassungen von John Rawls und Richard Rorty bezüglich des Konzepts der Menschenrechte. Ziel ist es, ihre jeweiligen Herangehensweisen – Rawls' konstruktivistische Gerechtigkeitstheorie und Rortys pragmatische, auf Mitgefühl basierende Sichtweise – gegenüberzustellen und ihren Umgang mit dem Vorrang der Demokratie sowie der Rolle der Philosophie zu analysieren.

  • Vergleich der politischen Philosophie von John Rawls und Richard Rorty
  • Analyse des Menschenrechtsverständnisses im Kontext der Idealtheorie und Nichtidealen Theorie
  • Untersuchung der Bedeutung von Demokratie und öffentlicher Vernunft
  • Pragmatische Interpretation der Menschenrechte als Mittel zur Reduktion von Grausamkeit
  • Gegenüberstellung des Erkenntnisanspruchs gegen das Primat der Praxis

Auszug aus dem Buch

3.3 Menschenrechte, Rationalität und Gefühl

Richard Rorty beginnt seine Auseinandersetzung mit den Menschenrechten mit der Frage, für wen diese überhaupt gelten sollen. Er schildert das Problem anhand des historischen Beispiels des Balkankrieges, in dem Serben Muslime nicht als Menschen ihresgleichen gesehen, und so durch Mord und Vergewaltigung an ihnen auch keine Menschenrechte verletzt haben wollen. Die Muslime waren für die Serben Tieren ähnlicher als ihnen selbst. Durch eine ähnliche Leugnung des Menschseins wurden in der Geschichte z.B. Schwarze und Frauen von der Gesellschaft und grundlegenden Rechten ausgeschlossen.

Für die sogenannte Menschenrechtskultur will Rorty aufhören, rationale Begründungen zu finden, da diese keine kulturübergreifende Gültigkeit beanspruchen können und im schlimmsten Fall als kulturkolonialistisch abgelehnt werden. Ein sittliches Wissen über die Natur des Menschen, das ihn vom Tier unterscheidet, aus dem die Menschenrechte abgeleitet werden könnten, gibt es für ihn nicht. Gemäß dem Darwinismus will Rorty lieber auf die Wandlungsfähigkeit und Formbarkeit des Menschen hinweisen. Hierin liegt das Potential für eine empfindungsfähigere Gesellschaft, anstelle der Frage Kants, was der Mensch sei, tritt die hoffnungsvolle Frage, in welcher Welt unsere Urenkel leben können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fortwährende Aktualität der Menschenrechte im 21. Jahrhundert und führt in die unterschiedlichen philosophischen Perspektiven von John Rawls und Richard Rorty ein.

2. John Rawls: Dieses Kapitel ordnet Rawls in die politische Philosophie ein, erläutert dessen Konzept der öffentlichen Vernunft und analysiert das Werk "Das Recht der Völker" hinsichtlich seines Menschenrechtsbegriffs.

3. Richard Rorty: Hier wird Rortys Neopragmatismus vorgestellt, der die Philosophie zugunsten einer stärkeren Gewichtung von Sprache, Mitgefühl und demokratischer Hoffnung in den Hintergrund rückt.

4. Vergleich: Dieser Abschnitt stellt die Ansätze beider Denker direkt gegenüber und prüft, inwiefern Rawls pragmatische Züge aufweist und wo sich Parallelen respektive Divergenzen zum Demokratieverständnis von Rorty zeigen.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Rorty und Rawls zwar völlig unterschiedliche theoretische Wege gehen, aber trotz fehlender universeller Begründung in der Praxis ähnliche Ziele in Bezug auf menschliche Kooperation und die Reduktion von Grausamkeit verfolgen.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, John Rawls, Richard Rorty, Politische Philosophie, Demokratie, Neopragmatismus, Öffentliche Vernunft, Gerechtigkeit, Menschenrechtskultur, Mitgefühl, Grausamkeit, Idealtheorie, Internationales Recht, Toleranz, Sozialtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die philosophischen Ansätze von John Rawls und Richard Rorty zum Thema Menschenrechte und untersucht deren zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Philosophie und Demokratie, verschiedene Konzepte politischer Gerechtigkeit sowie die Frage, wie Menschenrechte begründet oder pragmatisch verankert werden können.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Leitfrage lautet, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Auffassungen von Rawls und Rorty über die Menschenrechte zentral sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse von Primärtexten der beiden Philosophen, insbesondere unter Einbeziehung ihrer Beiträge zu den Oxford Amnesty Lectures.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Rawls'schen Theorie des Rechts der Völker einerseits und Rortys neopragmatischem Ansatz andererseits, gefolgt von einer direkten vergleichenden Gegenüberstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Menschenrechte, Pragmatismus, öffentliche Vernunft, Demokratie, soziale Kooperation und die Reduktion von Grausamkeit.

Wie bewertet Rawls die Bedeutung der Menschenrechte für das Völkerrecht?

Rawls sieht Menschenrechte als notwendige Bedingungen für die Kooperation zwischen Völkern und als Instrument, um den Mindeststandard politischer Institutionen zur Sicherung des Weltfriedens festzulegen.

Warum lehnt Rorty rationale Begründungen für Menschenrechte ab?

Rorty argumentiert, dass rationale oder metaphysische Begründungen oft als kulturkolonialistisch wahrgenommen werden können; er setzt stattdessen auf die soziale Erziehung des Mitgefühls durch Literatur und Geschichte.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Der Blick auf die Menschenrechte und das Demokratieverständnis von John Rawls und Richard Rorty
College
University of Passau
Grade
1,7
Author
Vinzenz Margreiter (Author)
Publication Year
2022
Pages
22
Catalog Number
V1336445
ISBN (PDF)
9783346841292
ISBN (Book)
9783346841308
Language
German
Tags
Menschenrechte John Rawls Richard Rorty Ethik Philosophie Recht der Völker Neopragmatismus öffentliche Vernunft politischer Liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vinzenz Margreiter (Author), 2022, Der Blick auf die Menschenrechte und das Demokratieverständnis von John Rawls und Richard Rorty, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336445
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint