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Hartmanns von Aue Bearbeitung des Yvain. Der Iwein-Prolog im Vergleich zum Prolog bei Chrétien de Troyes

Title: Hartmanns von Aue Bearbeitung des Yvain. Der Iwein-Prolog im Vergleich zum Prolog bei Chrétien de Troyes

Term Paper (Advanced seminar) , 2023 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Evelyn Abigail Isaak (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der mittelalterliche Roman "Iwein" Hartmanns von Aue ist einer der am breitesten überlieferten Artusromane überhaupt. Die Vorlage für den Roman war der "Yvain" Chrétiens de Troyes. Ein genauerer Blick auf den Prolog verdeutlicht bereits einige Unterschiede zwischen dem "Iwein" und seiner Vorlage. Welche Teile übernommen wurde und welche nicht sowie welche Gründe dies haben könnte, wird hier genauer untersucht.

Mit 16 vollständigen Handschriften und 17 Fragmenten, die von Anfang des dreizehnten Jahrhunderts bis weit in das sechzehnte Jahrhundert reichen, ist der Iwein Hartmanns von Aue breit überliefert. Mit einer solch hohen Anzahl an Handschriften und Fragmenten gilt er als einer der am dichtesten überlieferten Artusromane überhaupt. Die Vorlage für den Roman Hartmanns war der Yvain Chrétiens de Troyes. Und auch, wenn sich Chrétiens Yvain und Hartmanns Iwein oft zeilengenau entsprechen, ist dies längst nicht an jeder Stelle des Romans der Fall. Direkt zu Beginn der Romane fallen bei einem Vergleich signifikante Unterschiede auf. Ein Fokus auf den Prolog erscheint insofern interessant. Der Romanbeginn wird demzufolge von jedem der beiden Dichter dazu genutzt, um sich erstmals dem Publikum zuzuwenden. Es stellt sich die Frage, wie genau sie dies tun und was Inhalt der Prologe ist. Konkretes Ziel wird sein, herauszustellen, wie Hartmann von Aue den Prolog Chrétiens bearbeitet hat und wo es erkennbare Abweichungen gibt. Was übernimmt Hartmann, was nicht? Und aus welchen Gründen übernimmt er einige Teile des Yvain-Prologs, andere aber nicht? In der Forschung ist der Prolog bisher natürlich nicht unbeachtet geblieben.

Im Folgenden wird auf verschiedene Ansätze der bisherigen Forschung eingegangen. Darunter beispielsweise die Ausführungen Mertens’, Haugs, Liebs und Wolfs. In den Werken der erwähnten Autoren wird deutlich, wo die Schwerpunkte Hartmanns von Aue liegen und welche Absicht er vermutlich mit seiner Bearbeitung verfolgte. Die vorliegenden Forschungspositionen werden in dieser Hausarbeit berücksichtigt und diskutiert.

Die zentralen Ergebnisse des Vergleichs werden in einem Fazit wiedergegeben, welches den Fokus insbesondere darauf richten wird, welche Wirkung Hartmanns Überarbeitung des Prologs erzielt und aus welchen Gründen er den Prolog auf ebendiese Weise verändert hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Artusroman und eine historische Einordnung der Prologe

3. 1. Aufbau des Yvain-Prologs

3. 2. Die Bearbeitung Hartmanns von Aue: Gemeinsamkeiten der Prologe

3. 3. Unterschiede der Prologe

4. Gründe für die Konzeptabweichungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die erzählerische Gestaltung der Prologe im Vergleich von Hartmann von Aues "Iwein" und dessen Vorlage "Yvain" von Chrétien de Troyes. Im Zentrum steht die Frage, aus welchen poetologischen Motiven und Gründen Hartmann gezielte Anpassungen und konzeptionelle Abweichungen im Prolog vornimmt und welche Rolle dabei die Vermittlung von Werten wie der "rehten güete" spielt.

  • Vergleichende Analyse altfranzösischer und mittelhochdeutscher Gattungskonventionen
  • Untersuchung der poetologischen Funktion des Prologs bei Chrétien und Hartmann
  • Analyse der Autoren-Selbststilisierung und Fiktionalitätsmarkierung im Prolog
  • Erörterung der Bedeutung von "rehte güete" und der Bewusstseinsbildung des Publikums
  • Reflektion über Adaptionstechniken und den Umgang mit kulturellen Distanzen

Auszug aus dem Buch

Die Bearbeitung Hartmanns von Aue: Gemeinsamkeiten der Prologe

Beim ersten Lesen der beiden Prologe fällt sogleich auf, dass Hartmann das initiierende Rahmenereignis von Chrétien de Troyes übernommen hat. „Wie fast alle frühen Artusgeschichten beginnt auch der „Iwein“ mit einem Pfingstfest am Artushof“; so Wolf. Artus wird dabei als Ideal und Vorbild herangeführt: des gît gewisse lêre / kunech Artûs der guote. Die Herrschaftszeit Artus wird bewusst als eine vergangene eingeleitet. Dennoch büßt die Vergangenheit der arthurischen Zeit keinesfalls an Ruhm ein. Als Gattungsmerkmal wird Artus genannt; vermutlich aber auch deshalb, da dadurch „eine Art Aufwertung des Erzählens“ stattfindet. Lieb formuliert dazu weiter, dass jeder damals und heute seine Tugenden und seine Berühmtheit kennen. Ähnlich wie Chrétien plädiert Hartmann auf eine Zeitlosigkeit des arthurischen Ideals: daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn nam treit (I, V. 10f.). Ebenfalls wie Chrétien beschreibt auch Hartmann von Aue im Prolog das Setting der Feier:

Ez het der kunech Artûs / ze Karidôl in sîn hûs / zeinen pfingesten geleit / nâch rîcher gewonheit / eine alsô schœne hôchzît, / daz er dâ vor noch sît / daheine schœner nie gewan (I, V. 31–37)

Den typischen Gattungselementen zufolge finden sich auf dem Pfingstfest sô manech guot rîter (I, V. 42), manech magt unde wîp (I, V. 46) und die schœnsten von den rîchen (I, V. 47) ein. Es gibt eine Vielzahl an gesellschaftliche Aktivitäten, die von Hartmann gelistet werden: dise sprâchen wider diu wîp, / dise banechten den lîp. / dise tanzten, dise sungen, / dise lieffen, dise springen, / dise hôrten seitspil, / dise schuozzen zuo dem zil, / dise redeten von seneder arbeit, / dise von manheit. (I, V. 65–72)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Überlieferungssituation des "Iwein" dar, definiert das Vergleichsvorhaben mit der Vorlage von Chrétien de Troyes und beleuchtet den Forschungsstand zum Prolog.

2. Der Artusroman und eine historische Einordnung der Prologe: Dieses Kapitel verortet das Werk im Gattungskontext des Artusromans und beleuchtet die historische Situation Hartmanns von Aue bei der Adaption des französischen Stoffes.

3. 1. Aufbau des Yvain-Prologs: Der erste Teilabschnitt widmet sich der Struktur und den inhaltlichen Elementen bei Chrétien, insbesondere der Rolle Artus und dem "höfischen Fest" als Ausgangspunkt.

3. 2. Die Bearbeitung Hartmanns von Aue: Gemeinsamkeiten der Prologe: Hier werden die Parallelen zwischen den beiden Autoren aufgezeigt, insbesondere in Bezug auf das Rahmenereignis des Pfingstfestes und das arthurische Idealbild.

3. 3. Unterschiede der Prologe: Dieser Abschnitt analysiert die markanten Diskrepanzen, wie etwa Hartmanns beginnende Sentenz statt der direkten Nennung Artus und die ausführliche Selbststilisierung des Autors.

4. Gründe für die Konzeptabweichungen: Das Kapitel reflektiert die Intentionen Hartmanns, sein poetologisches Konzept, die Fiktionalitätsmarkierung sowie die bewusste pädagogische Absicht hinter den vorgenommenen Änderungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht Hartmanns Fähigkeit, trotz inhaltlicher Parallelen ein eigenständiges und zielgerichtetes Werk geschaffen zu haben.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Chrétien de Troyes, Iwein, Yvain, Artusroman, Prolog, Literaturvergleich, Mittelalter, Höfische Literatur, rehte güete, Adaption, Fiktionalität, Poetologie, Gattungsgeschichte, Literaturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen den Prologen von Hartmann von Aues "Iwein" und Chrétien de Troyes "Yvain", um zu ergründen, wie Hartmann seine Vorlage gezielt bearbeitet hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Gattung des Artusromans, die Bedeutung höfischer Ideale, die Rolle des Autors sowie die poetologische Funktion von literarischen Prologen im Mittelalter.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hartmann durch spezifische Modifikationen am Prolog sein eigenes literarisches Konzept vermittelt und welchen Einfluss er auf das Bewusstsein seines Publikums nehmen wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf der philologischen Untersuchung der Primärquellen sowie der Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Einordnung der Prologe, eine Analyse von Gemeinsamkeiten und strukturellen Unterschieden sowie eine Interpretation der Gründe, die Hartmann zu seinen Konzeptabweichungen bewegten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Iwein, Artusroman, Poetologie, Adaption, Fiktionalität und rehte güete charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der Prolog von Hartmann von Aue formal von dem seines Vorgängers?

Hartmann beginnt seinen Roman entgegen Chrétien nicht direkt mit der Person Artus, sondern mit einer philosophischen Sentenz über die "rehte güete", wodurch er den Fokus auf seine poetologische Lehre legt.

Was ist das Besondere an der Selbststilisierung des Autors Hartmann von Aue?

Hartmann baut einen Einschub ein, in dem er sich als ritterlicher Gelehrter präsentiert, wodurch er einerseits seine Fiktion offenlegt und sich gleichzeitig klar in das soziale Gefüge seiner Zeit einordnet.

Welche Rolle spielt der Begriff "rehte güete" im Verständnis des Werkes?

Der Begriff dient als Leerformel, die durch den Leseprozess und den moralischen Lernweg des Helden Iwein mit Bedeutung gefüllt wird und als Ziel für die moralische Bildung des zeitgenössischen Publikums fungiert.

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Details

Title
Hartmanns von Aue Bearbeitung des Yvain. Der Iwein-Prolog im Vergleich zum Prolog bei Chrétien de Troyes
College
University of Mannheim
Grade
1,0
Author
Evelyn Abigail Isaak (Author)
Publication Year
2023
Pages
15
Catalog Number
V1336477
ISBN (PDF)
9783346841452
ISBN (Book)
9783346841469
Language
German
Tags
hartmanns bearbeitung yvain iwein-prolog vergleich prolog chrétien troyes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Evelyn Abigail Isaak (Author), 2023, Hartmanns von Aue Bearbeitung des Yvain. Der Iwein-Prolog im Vergleich zum Prolog bei Chrétien de Troyes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336477
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