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Horizontale und vertikale Verhaltensanalysen. Fallbeispiel einer Lehrkraft mit Burnout-Syndrom

Titel: Horizontale und vertikale Verhaltensanalysen. Fallbeispiel einer Lehrkraft mit Burnout-Syndrom

Hausarbeit , 2021 , 33 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Isabel Heim (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Etwa die Hälfte der Pädagogen klagt über psychosomatische Beschwerden. Der Krankenstand hat – unter anderem aufgrund einer bedeutenden Anzahl von Burnout-Erkrankungen – in den letzten Jahren zugenommen und ist deutlich höher als in anderen Berufsgruppen. Eine Rolle hierbei spielen die besonderen Anforderungen des Lehrerberufs, darunter z.B. komplexe Mehrfachtätigkeiten, eine geringe externe Strukturierung, ein unbestimmter Auftrag, ein hoher Grad an Selbststeuerung oder das Fehlen systematischen Feedbacks. Für die Bewältigung dieser beruflichen Anforderungen müssen Lehrkräfte im täglichen Handeln daher viel Anstrengung und Konzentration aufwenden und mit Unwägbarkeiten, Enttäuschungen und Misserfolgen umgehen können. Damit gehört der Lehrerberuf zu den vorwiegend psychisch, das heißt kognitiv und emotional belastenden Berufstätigkeiten.

Auf individueller Ebene stellen die psychischen Konsequenzen dieser Anforderungen, die bis hin zum Burnout führen können, eine enorme Belastung für die betroffene Lehrkraft dar. Neben (präventiven) Interventionen zum Stressmanagement haben sich psychotherapeutische Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden bewährt. Eine zentrale Bedeutung kommt hierbei der individuellen Problem- und Verhaltensanalyse eines Patienten zu, welche als Kernstück des diagnostisch-therapeutischen Prozesses angesehen wird. Im Rahmen der vertikalen Verhaltensanalyse (Makroanalyse) werden dabei insbesondere prädisponierende, aus lösende und aufrechterhaltende Faktoren der betreffenden Person für ein Problemverhalten betrachtet. Mithilfe der horizontalen Verhaltensanalyse (Mikroanalyse) hingegen, welche häufig auf dem SORCK-Modell basiert, wird ein situatives Problemverhalten mithilfe der Beschreibung vorausgehender Stimuli, der Reaktionen auf mehreren Ebenen, nachfolgender (verstärkender) Konsequenzen sowie der Kontingenz betrachtet. Dieses Vorgehen dient als Basis für anschließenden möglichen Interventionen zur Verhaltensmodifikation.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hintergrund zu Burnout bei Bildungspersonal

1.2 Zielstellung und Aufbau der Arbeit

2 Theorieteil

2.1 Symptome und Therapie des Burnout-Syndroms

2.2 Epidemiologische Betrachtung

2.3 Ätiologie des Burnout-Syndroms

2.3.1 Psychologische Stresstheorien

2.3.2 Berufsspezifische Ätiologie bei Lehrkräften

3 Fallbeispiel: horizontale und vertikale Verhaltensanalyse

3.1 Fallhintergrund

3.2 Vertikale Verhaltensanalyse (Makroanalyse)

3.2.1 Disponierende Faktoren

3.2.2 Auslösende Bedingungen

3.2.3 Verlaufsbestimmende Faktoren und Prozesse

3.3 Horizontale Verhaltensanalyse (Mikroanalye nach dem SORCK Modell)

3.3.1 Situation / Stimulus (S)

3.3.2 Organismus (O)

3.3.3 Reaktion (R)

3.3.4 Konsequenz (C)

3.3.5 Kontingenz (K)

3.4 Zusammenfassung der Fallkonzeptualisierung und Therapieplanung

4 Diskussion

4.1 Kritische Reflexion

4.2 Präventive Maßnahmen

4.3 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz von Burnout-Erkrankungen bei Lehrkräften aufzuzeigen und am Beispiel einer fiktiven Lehrkraft eine psychodiagnostische Makro- und Mikroanalyse durchzuführen, um effektive Interventionsmöglichkeiten abzuleiten.

  • Burnout-Syndrom und Symptomatik bei Lehrberufen
  • Vertikale Verhaltensanalyse (Makroanalyse) zur Aufdeckung biographischer Einflussfaktoren
  • Horizontale Verhaltensanalyse (Mikroanalyse) mittels SORCK-Modell
  • Psychodiagnostische Fallkonzeptualisierung und Therapieplanung
  • Präventionsstrategien für das schulische Setting

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Disponierende Faktoren

Bei Frau Pauli kann davon ausgegangen werden, dass disponierende Bedingungen, also jene genetischen, physiologischen, psychischen oder sozialen Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer bestimmten psychischen Störung erhöhen (Jaguschewski und Zimmer 2020, S. 35), vorliegen. Frau Paulis Eltern waren beide berufstätig und haben auch von ihrem Kind immer Leistung erwartet. Sie wurde nur gelobt (und bekam ein wenig Zuneigung), wenn sie gute Noten schrieb oder beim Tennis Fortschritte machte. Im Sinne der operanten Konditionierung (Skinner 1958) hat sie so gelernt, dass Lob oder Zuneigung ein positiver Verstärker bzw. angenehmer Stimulus nach einer besonderen Leistung ist. Unabhängig davon, ob ihre Eltern dies in bewusster oder unbewusster Weise taten, lernte Frau Pauli, dass sie sich Zuneigung erarbeiten muss und strengte sich umso mehr an, gute Leistungen zu erbringen. Auf der anderen Seite erlebte sie einen aversiven Stimulus, indem Frau Paulis Mutter ihr als kleines Kind jedes Mal, wenn sie gegen die Mutter aufbegehren wollte oder sich nicht nach den Regeln der Eltern verhielt, androhte und erleben ließ, dass „die Mama sie nicht mehr liebhabe, wenn sie unartig sei“.

Somit wurde sie früh dahingehend konditioniert, dass man nur geliebt wird, wenn man Regeln befolgt und sich angepasst verhält und v.a., dass man nicht geliebt wird, sobald man kritisiert wird. Des Weiteren wurde und wird in der Familie selten über Gefühle (sowohl negativ besetzte Gefühle wie Angst als auch positiv besetzte Gefühle wie Freude) gesprochen. Frau Paulis Vater arbeitete sehr viel, auch abends und am Wochenende, und war aufgrund des Stresses häufig gereizt und schlief schlecht. Allerdings sprach der Vater nicht über seine Probleme und zog sich im Laufe der Jahre zunehmend von seiner Familie zurück. Auch Frau Paulis Mutter resignierte im Laufe der Jahre beim Versuch, mit ihrem Ehemann sachlich Konflikte zu lösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Belastung von Lehrkräften durch Burnout und definiert die Zielstellung der Arbeit, eine umfassende psychodiagnostische Analyse am Fallbeispiel durchzuführen.

2 Theorieteil: In diesem Kapitel werden das Burnout-Syndrom, seine Symptome und die verschiedenen stresstheoretischen Erklärungsmodelle auf arbeitspsychologischer Basis dargestellt.

3 Fallbeispiel: horizontale und vertikale Verhaltensanalyse: Hier erfolgt die praktische Durchführung einer vertikalen und horizontalen Verhaltensanalyse an der fiktiven Lehrerin Frau Pauli zur Darstellung lernpsychologischer Mechanismen.

4 Diskussion: Das Kapitel reflektiert kritisch die Ergebnisse der Einzelfallanalyse, prüft wissenschaftliche Gütekriterien und diskutiert präventive Maßnahmen im schulischen Kontext.

Schlüsselwörter

Burnout, Lehrkräfte, Verhaltensanalyse, Makroanalyse, Mikroanalyse, SORCK-Modell, Psychodiagnostik, Lernpsychologie, Stressmanagement, Prävention, psychogene Anfälle, Arbeitsbelastung, Coping-Strategien, Gratifikationskrise, Selbstwirksamkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychodiagnostischen Analyse und therapeutischen Konzeptualisierung einer an Burnout leidenden Lehrkraft mittels wissenschaftlicher Verhaltensanalyse-Methoden.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Ätiologie von Burnout bei Lehrkräften, die theoretische Fundierung verschiedener psychologischer Stressmodelle sowie deren Anwendung in der klinischen Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Verdeutlichung der Relevanz psychodiagnostischer Verfahren zur Linderung der Symptomatik und zur Entwicklung individueller psychotherapeutischer Interventionspläne.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine funktionale Einzelfallanalyse bestehend aus vertikaler (Makro-)Analyse und horizontaler (Mikro-)Analyse nach dem SORCK-Modell konsequent angewendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Burnout-Phänomens und eine tiefgehende, praxisnahe Fallstudie einer fiktiven Lehrkraft inklusive Therapieplanung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Prägende Begriffe sind insbesondere psychogene Anfälle, berufsspezifische Stressoren, dysfunktionale Grundüberzeugungen, Konditionierungsprozesse und Verhaltensänderung.

Welche Bedeutung haben die psychogenen Anfälle für den Fall?

Die psychogenen Anfälle stellen ein gravierendes, krankheitsaufrechterhaltendes Symptom dar, das eng mit traumatischen Kindheitserfahrungen und hohem beruflichem Druck verknüpft ist.

Warum reicht eine rein organische Betrachtung der Beschwerden nicht aus?

Da neurologische Diagnostik keine organischen Ursachen finden konnte, ist die psychologische Analyse (Makro/Mikro) essenziell, um die psychosomatischen Mechanismen hinter dem Leiden zu verstehen und effektive Therapieansätze zu formulieren.

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Details

Titel
Horizontale und vertikale Verhaltensanalysen. Fallbeispiel einer Lehrkraft mit Burnout-Syndrom
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Isabel Heim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
33
Katalognummer
V1336540
ISBN (PDF)
9783346835635
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Horizontale Verhaltensanalysen Vertikale Verhaltensanalysen Burnout Klinische Psychologie SORCK Modell Mikroanalyse Makroanalyse Burnout bei Lehrern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabel Heim (Autor:in), 2021, Horizontale und vertikale Verhaltensanalysen. Fallbeispiel einer Lehrkraft mit Burnout-Syndrom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336540
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Leseprobe aus  33  Seiten
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