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Der Unglaube der Jünger Jesu (Mt 17,14-21). Eine historisch-kritische Exegese

Titel: Der Unglaube der Jünger Jesu (Mt 17,14-21). Eine historisch-kritische Exegese

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Wiebe (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Exegese ist es, unter historisch-kritischen Gesichtspunkten die Perikope von der Heilung des mondsüchtigen Knaben (Mt 17,14-21) zu analysieren, mit besonderem Schwerpunkt auf die Wutrede Jesu (V 17), um die Absicht und Bedeutung dieser zu ermitteln. Um dies zu tun, gilt es zunächst eine Kontextanalyse durchführen, um eine Verbindung mit der Umgebung herzustellen und Abgrenzungsmerkmale zu setzen. Als nächster Schritt folgt eine hierarchische Gliederung.

Darüber hinaus gilt es, das sprachliche Material der Perikope zu erfassen, indem eine linguistische Analyse durchgeführt wird. Bei der Form- und Gattungskritik wird dann die Gattung der Perikope bestimmt. Um ein besseres Verständnis für die Motive der Perikope zu entwickeln, folgt eine Motiv- und Traditionskritik. In einer Redaktionskritik gilt es dann, die Unterschiede zu den anderen beiden synoptischen Evangelien zu deuten und deren Wirkungen, sowie die Gründe des Redakteurs dafür herausarbeiten. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Schritte im Fazit mit einer hermeneutischen Reflexion zusammengefasst und unter dieser Berücksichtigung die Leitfrage beantwortet. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, an welchen Stellen es noch weiteren Fragebedarf gibt, woran die Forschung anknüpfen kann.

Jesus gilt als charismatischer, empathischer und geduldiger Prophet und Prediger bedingungsloser (Nächsten-)Liebe. Das Neue Testament berichtet von seinen Taten, die er im Raum Galiläa vollbrachte und wie ein Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der qualvoll des Kreuzestodes gestorben ist, es schaffte, (bis heute) Menschen für seine Lehre zu begeistern. Eine Perikope fällt allerdings besonders aus dem Rahmen des Bildes eines geduldigen und liebevollen Lehrers, nämlich die von der Heilung des mondsüchtigen Knaben (Mt 17,14-21). Der sonst so verständnisvoll agierende Jesus stellt seine Jünger bloß, weil diese - anders als er selbst - nicht in der Lage dazu sind, den Jungen von seinem Leiden zu befreien. Doch wie lassen sich Jesu Anschuldigungen gegen seine Jünger (Mt 17,17) begründen? Wieso fährt der sonst geduldige und rücksichtsvolle Wanderprediger und Lehrer der Tora außer sich und gerät in Rage?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kontextanalyse

3 Linguistische Analyse

4 Formkritik

4.1 Gattung

4.2 Sitz im Leben

5 Motivanalyse und Traditionskritik

5.1 Motiv der Jünger

5.2 Der Glaube als Motiv

5.3 Motiv des Senfkorns

5.4 Der Berg als Motiv

6 Redaktionskritik

7 Hermeneutische Reflexion und Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Perikope Mt 17,14-21 mit dem zentralen Ziel, den Anlass für die Klage Jesu gegenüber dem "ungläubigen Geschlecht" zu ergründen und die intendierte Adressatengruppe sowie die theologische Bedeutung des Kleinglaubens im matthäischen Kontext zu identifizieren.

  • Analyse des matthäischen Verständnisses von Jüngerschaft und Glauben
  • Untersuchung der Struktur und narrativen Rolle von Jesus als Lehrer
  • Redaktionskritischer Vergleich mit den Parallelstellen bei Markus und Lukas
  • Deutung der Motive "Senfkorn" und "Berg" als Ausdruck der Glaubensstärke

Auszug aus dem Buch

3 Linguistische Analyse

Nun gilt es, das sprachliche Material der Perikope zu erfassen. Auffällig ist, dass dafür, dass ein Exorzismus vorliegt und das Leiden des Sohnes ausführlich beschrieben wird, der Exorzismus selbst nur sehr knapp beschrieben ausfällt und sogar fast in den Hintergrund rückt (V. 18a-c). Der Vater beschreibt das Leiden des Kindes als „arg“ (V. 15c) und fügt zur Verdeutlichung hinzu, dass dieser „[oft] ins Feuer und oft ins Wasser [fällt]“ (V. 15d), wodurch das Bild vermittelt wird, dass der Dämon ihn hin und her reißt.

Jesus selbst geht aber zunächst nur darauf ein, was der Vater der Beschreibung des Leidens des Sohnes hinzufügt, nämlich dass die Jünger bereits versuchten den Jungen zu heilen, jedoch scheiterten (V. 16). Die daraus resultierende wut- und enttäuschungsgeprägte Rede Jesu ist ausführlicher als die Beschreibung des Krankheitsbildes und als der Exorzismus selbst (V. 18). Dieser geschieht mit sofortiger Wirkung (V. 18b-c) durch das Wort Jesu, indem dieser den Dämon „bedroht“ (V. 18a) und wird nicht näher beschrieben. Dies dient zur Darstellung der Stärke des Glaubens Jesu, denn dadurch, dass der Exorzismus in nur drei Teilversen geschildert wird (18a-c), wirkt dieser fast schon wie eine Einfachheit und stellt exemplarisch das Gegenstück zu den Jüngern dar, indem gezeigt wird, wozu der Glaube Jesus befähigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung bettet die Perikope in den Kontext des Matthäusevangeliums ein und diskutiert Fragen zur Verfasserschaft, Entstehungszeit und zum Entstehungsort.

2 Kontextanalyse: Dieses Kapitel verortet die Textstelle innerhalb des Gesamtgefüges des Evangeliums und arbeitet die thematische Einrahmung durch die beiden Todesankündigungen Jesu heraus.

3 Linguistische Analyse: Es werden sprachliche Auffälligkeiten, Zeitformen und die Verwendung von Pronomina untersucht, um Jesu Rolle als Lehrer zu verdeutlichen.

4 Formkritik: Hier wird die Gattung als modifizierter Exorzismus bestimmt und der spezifische "Sitz im Leben" für eine bedrängte judenchristliche Gemeinde hergeleitet.

5 Motivanalyse und Traditionskritik: Die zentralen Motive wie die Jünger, der Glaube, das Senfkorn und der Berg werden in ihrer symbolischen und theologischen Bedeutung für den Text analysiert.

6 Redaktionskritik: Durch den Vergleich mit den Paralleltexten bei Markus und Lukas werden matthäische Besonderheiten und spezifische Akzente der Textgestaltung herausgearbeitet.

7 Hermeneutische Reflexion und Fazit: Das abschließende Kapitel führt die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Leitfrage zur Adressatengruppe und zur theologischen Absicht der Perikope.

Schlüsselwörter

Matthäusevangelium, Exegese, Perikope, Glaube, Jünger, Kleinglaube, Redaktionskritik, Wundererzählung, Exorzismus, Senfkorn, Berg, Jesus als Lehrer, Judenchristentum, Theologischer Schlüssel, Hermeneutik.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Exegese der Perikope Mt 17,14-21, wobei der Fokus auf Jesu Interaktion mit den Jüngern und der theologischen Bedeutung von Glauben und Kleinglaube liegt.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?

Zentrale Felder sind die Analyse der erzählerischen Struktur sowie die Bedeutung der Motive (Senfkorn, Berg) und die redaktionskritische Abgrenzung oder Anlehnung an das Markusevangelium.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Untersuchung geht primär der Frage nach, warum Jesus in Vers 17 zornig reagiert und wer die konkrete Adressatengruppe seiner Klage über das "ungläubige und verkehrte Geschlecht" darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden klassische exegetische Methoden angewendet, darunter Kontextanalyse, linguistische Untersuchung, Form- und Motivkritik, Traditionskritik sowie Redaktionskritik.

Welche Zielsetzung verfolgt der Autor im Hauptteil?

Im Hauptteil soll das sprachliche und inhaltliche Material analysiert werden, um die Rolle Jesu gegenüber seinen Jüngern und die Relevanz der Perikope für die ursprüngliche Leserschaft herauszuarbeiten.

Was charakterisiert diese wissenschaftliche Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von strenger exegetischer Analyse mit der Frage nach der lebensweltlichen Relevanz für eine krisengeschüttelte, frühe christliche Gemeinde aus.

Warum spielt der "Kleinglaube" eine tragende Rolle für die Deutung?

Der Begriff dient als Gegenentwurf zur Lehre Jesu und verdeutlicht das Scheitern der Jünger an der Dämonenaustreibung, wodurch ein Lernprozess angestoßen wird, der für die Gemeinde identitätsstiftend wirken soll.

Wie unterscheidet sich die matthäische Version von den Parallelüberlieferungen?

Matthäus kürzt die Darstellung bewusst, lässt das "Streitgespräch" weg und legt den Schwerpunkt stärker auf das Verhalten der Jünger sowie die Macht des Wortes Jesu statt auf die bloße Wunderhandlung.

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Details

Titel
Der Unglaube der Jünger Jesu (Mt 17,14-21). Eine historisch-kritische Exegese
Hochschule
Universität Paderborn  (Katholische Theologie)
Veranstaltung
Einführung in die biblische Textauslegung (NT)
Note
1,0
Autor
Daniel Wiebe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
24
Katalognummer
V1336831
ISBN (PDF)
9783346839961
ISBN (Buch)
9783346839978
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unglaube jünger jesu eine exegese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Wiebe (Autor:in), 2019, Der Unglaube der Jünger Jesu (Mt 17,14-21). Eine historisch-kritische Exegese, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336831
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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