Zu: Luigi Pulci - Il Morgante


Hausarbeit, 2009

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie

3. Florenz un der Hof der Medici

4. Il Morgante
4.1. Aufbau
4.2. Inhalt
4.3. Personen
4.4. Der Vorwurf der Ketzerei

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis
6.1. Primärliteratur
6.2. Sekundärliteratur
6.3. Webographie

1. Einleitung

Aus der Rezeption der altfranzösischen Epik und des altfranzösischen Romans entwickelte sich ein eigenständiger italienischer Ritterroman, der im 15. und 16. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und später selbst nachgeahmt wurde. In Frankreich entstanden die `chansons de geste´, die über Taten in Form von Liedern, Büchern oder Zyklen berichteten. Es gab eine Vielzahl an Themenzyklen, wovon jedoch nur zwei nach Italien gekommen sind: der `Cycle du roi´, der Karlszyklus, und der `Cycle de Guillaume´.

Auch Luigi Pulci bediente sich im 15. Jahrhundert bei der Entstehung seines Werkes Il Morgante des karolingischen Zyklus´, sprich des Karlszyklus .

Im Folgenden werde ich kurz auf die Biographie des Autors mit den wichtigsten Punkten in dessen Leben eingehen. Nach einer Einführung in den Hof der Medici, in der ich auf die wichtigsten Personen des `Quattrocento´, die Einfluss auf die Entstehung des Werkes hatten, eingehe, werde ich das Werk Il Morgante näher erläutern. Gegliedert ist die Analyse des Morgante in Aufbau und Struktur des Werkes, eine knappe Inhaltsangabe und Personen des Werkes. Im vierten Unterpunkt der Analyse gehe ich auf den Vorwurf der Ketzerei ein, dem sich Luigi Pulci unterziehen musste, und wegen der er von der Kirche exkommuniziert, nicht auf dem Friedhof beerdigt wurde.

2. Biographie

Luigi Pulci wurde 1432 geboren und stammt aus einer alten edlen guelfischen Adelsfamilie, die zum Zeitpunkt seiner Geburt aber bereits stark heruntergekommen war. Im Jahre 1451, mit gerade mal 19 Jahren, wurde Luigi Pulci gezwungen mit seinen Brüdern Luca und Bernardo die Schulden seines Vaters, Jacopo Pulci, der im gleichen Jahr gestorben war, zu tilgen. Einige Jahre später fand er eine Anstellung als Sekretär bei dem reichen Händler Francesco Castellani.[1] „Vom Oktober 1459 weg besorgte Luigi während zwei oder drei Jahren kleine Verwaltungs- und Buchhandlungsgeschäfte“[2] für diesen, wurde durch ihn bei den Medici eingeführt und machte sich als junger Dichter mit volkstümlichen Inspirationen beliebt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Fresko von Filippo Lippi in der Chiesa del Carmine in Florenz[3]

Bekannte Werke Luigi Pulcis sind seine Lettere a Lorenzo il Magnifico e ad altri, die posthum 1886 erschienen sind.[4]

Auch seine Brüder Luca und Bernardo traten mit höfischer und geistlicher Dichtung hervor.

“Seit 1472 schon war Luigi in nähere Beziehung zu dem Condottiero Roberto Sanseverino getreten, dessen Sekretär und Sachwalter er zeitweise wurde.“[5] Luigi Pulci starb im November 1484 in Padua auf einer Mission für Sanseverino. und wurde als Ketzer außerhalb des Friedhofes vergraben “in terra sconsacrata come eretico, poiché le sue opere si spinsero al confine della miscredenza e dell´ ambiguità ideologica”[6], da er in den Ruf eines argen Ketzers geraten war.[7]

3. Florenz un der Hof der Medici

Pulci kam 1461 noch unter Cosimo il vecchio mit der Familie der Medici in Berührung und wurde zum engsten Freund von Lorenzo de´ Medici. Schon in jungen Jahren betraute man ihn auch mit politischen Missionen, die ihn nach Rom und Neapel führten.[8] Den Auftrag zum Ritterepos bekam Pulci im Jahre 1461 von Lucreza Tornabuoni, Lorenzo de´ Medicis Mutter, die sein komisches und realistisches Talent erkannte und ihm auftrug, das Werk eines heute unbekannt gebliebenen Toskaners vom Ende des 14. Jahrhunderts kunstvoll neu zu bearbeiten.[9] In der ältesten erhaltenen Ausgabe aus dem Jahre 1481 lautet der Titel noch: “Questo libro tracta di Carlo Magno traducto di latine scripture antiche degne di aucrorita & messo in rima da Luigi de Pulci Ciptadino Fiorentino. Ad petitione della mobilissima donna mona Lucretia di Piero di Cosimo de Medici Et dallo original proprio di mano di decto auctore ritracto & gittato in forma in sia appellato Morgante derivato da un certo gigante famoso che in molte cose interviene in esso Per non opugnare a tanti Concedesi che cosi sia il suo titolo. Cioè el Famoso MORGANTE .“[10]

Auch verweisen folgende Verse aus dem Werk Il Morgante auf Lucrezia Tornabuoni: I, 4, 2-3

Per ubbidir chi sempre ubbidir debbe

la mente a affaticarsi in prosa e in rima

Hintergrund dieser Aufforderung, die zur Entstehung des Morgante führte, war die Politik zur Wiederannäherung an Frankreich.[11]

[...]


[1] Vgl. http://www.liberliber.it/biblioteca/p/pulci/index.htm

[2] Walser, Ernst: Lebens- und Glaubensprobleme aus dem Zeitalter der Renaissance – Die

Religion des Luigi Pulci, ihre Quellen und ihre Bedeutung. S.14.

[3] http://msimonetta.web.wesleyan.edu/wescourses/2002s/ital233/01/gallery/pulciluigi.jpg

[4] Microsoft ® Encarta ® Enzyklopädie 2005 © 1993-2004 Microsoft Corporation.

[5] Walser, Ernst, S.19.

[6] Vgl. http://www.medioevo.com/forum/viewthread.php?tid=1908

[7] Vgl. Walser, Ernst, S.19.

[8] Vgl. http://www.balbruno.altervista.org/index-82.html

[9] Vgl. Walser, Ernst, S.32.

[10] Vgl. Kapp, Volker: Italienische Literaturgeschichte. S.102.

[11] Vgl. Hardt, Manfred: Geschichte der italienischen Literatur.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Zu: Luigi Pulci - Il Morgante
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V133685
ISBN (eBook)
9783640415625
ISBN (Buch)
9783640411115
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luigi Pulci, Ritterroman, Il Morgante
Arbeit zitieren
Lisa Helfer (Autor), 2009, Zu: Luigi Pulci - Il Morgante, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133685

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