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Das assyrische Reich und dessen Umgang mit einem eroberten Gebiet am Beispiel der Eroberung des Königreichs Elam

Titel: Das assyrische Reich und dessen Umgang mit einem eroberten Gebiet am Beispiel der Eroberung des Königreichs Elam

Hausarbeit , 2020 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marcel Kaiser (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Historisch gesehen stellt sich die Frage, wie das assyrische Reich mit einem neuerobertem Gebiet umgegangen ist. Welche Maßnahmen wurden getroffen, um dieses Gebiet dauerhaft unter Kontrolle zu halten? Hilfreich dazu ist ein Brief aus Elam im Jahr 653 v. Chr., der zu Beginn dieser Arbeit analysiert und kontextualisiert wird. Anhand dieser Erkenntnisse werden dann die verschiedenen Vorgehensweisen nach einer Eroberung, mit Rückbezug auf die Eroberung Elams, erläutert. Dabei wird der Umgang mit der bestehenden Regentschaft, der vorhandenen Kultur und der eroberten Bevölkerung untersucht.

Im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris entwickelte sich ab dem 20. Jahrhundert v. Chr. ein Reich, das über 14 Jahrhunderte Bestand hatte und zum ersten Imperium in der Geschichte der Menschheit heranwuchs: das assyrische Reich. Durch Kriegszüge und Gebietsgewinne konnte sich dieses Reich bis zur Eroberung 615-612 v. Chr. durch die Medier und Babylonier als bestimmende Macht im alten Mesopotamien durchsetzen.

Besonders entscheidend und durch die hohe Anzahl an Inschriften besonders gut dokumentiert, ist die Zeit von Aššur-dan II (932-912 v. Chr.) bis zum letzten großen König Assurbanipal (668-631 v- Chr.), die sogenannte Neuassyrische Zeit (934-612 v. Chr.). In dieser erfolgten große geographische Ausdehnungen, beginnend unter Aššur-dan II, mit der Reconquista in den Jahren 934-824 v. Chr., der die Gebiete, die im 11. Jahrhundert v. Chr. verloren gingen, zurückeroberte. Die darauffolgenden Jahre waren geprägt von weiteren Gebietserweiterungen, etwa Babylonien (729 v. Chr.) oder Ägypten (671 v.Chr.). Die größte Ausdehnung aber erreichte Assyrien unter Assurbanipal, der neben der Rückeroberung Ägyptens auch von 664-653 v. Chr. das Königreich Elam eroberte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Der Umgang mit einem eroberten Gebiet

2.1 Vorgehensweise und Auswahl des Textes

2.2 Der Brief SAA 21 116: Elam and Assyria will be Yours!

2.2.1 Allgemeine Informationen

2.2.2 Zusammenfassung des Inhalts

2.2.3 Fragen an den Text

2.2.3.1 Wer sind die Korrespondenten?

2.2.3.2 Wie konnten die Unruhen in Elam entstehen?

2.2.3.3 Was haben die Söhne vom šandabakku mit den Konflikten in Elam zu tun?

2.3 Umgang mit einem eroberten Gebiet am Beispiel des Königreiches Elam

2.3.1 Umgang mit der bestehenden Regentschaft

2.3.2 Umgang mit der vorhandenen Kultur

2.3.3 Umgang mit der eroberten Bevölkerung

3. Zusammenfassende Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtmechanismen des neuassyrischen Reiches im Umgang mit eroberten Gebieten, wobei der Fokus auf dem Königreich Elam liegt. Durch die Analyse eines spezifischen Keilschriftbriefes (SAA 21 116) sowie historischer Quellen wird die assyrische Politik der Kontrolle, Unterdrückung und kulturellen Assimilation beleuchtet sowie deren langfristige Destabilisierungseffekte aufgezeigt.

  • Analyse der assyrischen Herrschaftsmethoden gegenüber besiegten Vasallenstaaten.
  • Untersuchung des Keilschriftbriefes SAA 21 116 als historisches Zeugnis elamischer Krisen.
  • Bewertung des Umgangs mit lokalen Eliten, bestehenden Regierungsstrukturen und der Kultur der Eroberten.
  • Erörterung der Folgen der assyrischen Deportationspolitik für die interne Stabilität des Großreiches.
  • Interpretation des Untergangs des assyrischen Reiches im Kontext seiner repressiven Expansionspolitik.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Umgang mit der bestehenden Regentschaft

Die Assyrer haben bis heute den Ruf des brutalen und gnadenlosen Eroberers. Dies zeigt sich vor allem in den Kriegszügen unter Assurbanipal. So wird Ba’alu König von Tyre, einer Stadt an der Küste des Mittelmeeres, Ziel des dritten Feldzuges des assyrischen Königs. Ba‘alu hatte vorher nicht auf königliche Dekrete gehört und gehorchte assyrischen Verordnungen nicht, die er als assyrischer Vasallenstaat befolgen sollte. Daraufhin verstärkte Assurbanipal seine Vorposten in diesem Bereich mit Truppen, die alle Transportwege nach Tyre über Land und über See sperren sollten. Eingegrenzt und ohne Möglichkeit an Wasser und Nahrung zu kommen, ergab sich König Ba’alu. Als Strafe musste er Mitglieder seiner Familie nach Assyrien schicken. Weiteres wurde aber nicht gegen den illoyalen Herrscher unternommen, denn nachdem Assurbanipal seine Festungsanlage abgebaut hat, akzeptierte er Tyre und seinen Herrscher wieder als Vasallenstaat.

Die Feldzüge in Elam hingegen zeugen von einer enormen Brutalität und Skrupellosigkeit. Wie bereits oben erwähnt, lässt sich König Urtak von einer Anti-Assyrien-Koalition überzeugen, in Babylonien einzumarschieren. Überrascht vom Angriff des gedachten Freundes, mobilisiert Assurbanipal seine Truppen und marschiert in Elam ein. Urtak selbst stirbt wahrscheinlich im selben Jahr, auch wenn der genaue Zeitraum ebenso wie die Todesursache nicht überliefert ist. Es wird aber vermutet, dass er in Qualen gestorben ist, da sein Tod als vorzeitig erklärt wurde. Es läge nahe, dass Assurbanipal diese Qualen in Auftrag gegeben hat, betrachtet man nur den Zorn, den der Verrat Urtaks in ihm entfacht hat.

Nach Urtaks Tod wird sein Bruder Teumman König von Elam. Dieser hatte eine stärkere Abneigung gegenüber Assyrien, was zur Folge hatte, dass sich beide Länder im Jahr 653 im Krieg befanden. Dieser Krieg endete mit der Schlacht am Ufer des Flusses Ulai.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die neuassyrische Zeit und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der assyrischen Herrschaftsstrategien in eroberten Gebieten.

2. Der Umgang mit einem eroberten Gebiet: Detaillierte analytische Auseinandersetzung mit dem Brief SAA 21 116 sowie den Methoden des Umgangs mit lokalen Herrschern, Kulturen und der Bevölkerung.

3. Zusammenfassende Interpretation: Synthese der Ergebnisse, die darlegt, wie die assyrische Expansionspolitik und der Umgang mit Elam langfristig zur inneren Destabilisierung des eigenen Imperiums führten.

Schlüsselwörter

Assyrisches Reich, Assurbanipal, Elam, SAA 21 116, Machtmechanismen, Kriegführung, Deportation, Vasallenstaat, Teumman, Antike Eroberungen, Neuassyrische Zeit, Tontafeln, Keilschrift, Ninive, Reichsverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die imperialen Herrschaftspraktiken des assyrischen Reiches unter König Assurbanipal, insbesondere mit Blick auf die Maßnahmen, die nach der Eroberung des Königreichs Elam getroffen wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der administrativen Kontrolle, der Umgangsweise mit fremden Eliten, der Behandlung der lokalen Bevölkerung sowie der gezielten Beeinflussung durch Kultur und Terror.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, welche spezifischen Strategien das assyrische Reich anwandte, um eroberte Gebiete dauerhaft unter Kontrolle zu halten, und welche Konsequenzen diese drastischen Maßnahmen für die Stabilität des eigenen Reiches hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse spezifischer Keilschriftbriefe (insbes. SAA 21 116) ergänzt durch den Rückgriff auf zeitgenössische historische Fachliteratur und archäologische Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Brief SAA 21 116 als Ausgangspunkt der elamischen Krise und untersucht anschließend in drei Unterkapiteln den Umgang mit der fremden Regentschaft, der Kultur und der Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind das assyrische Reich, Assurbanipal, Elam, administrative Herrschaft, Deportationspolitik, kulturelle Vereinnahmung und der schließliche Zusammenbruch des Imperiums.

Warum spielt der Brief SAA 21 116 eine so wichtige Rolle?

Dieser Brief dokumentiert authentisch die unruhige Situation in Elam nach der Niederlage von König Teumman und verdeutlicht die Bitte der elamischen Stammesältesten um Stabilität durch assyrische Intervention.

Welche Rolle spielt die Zerstörung der Kultur in Elam?

Die Zerstörung diente zur systematischen Vernichtung der elamischen Identität und Machtgrundlage, wobei besonders religiöse Zentren wie Susa zur Abschreckung und zum Raub von Kulturgütern genutzt wurden.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Stabilität des Reiches?

Der Autor argumentiert, dass die extreme Brutalität und die Deportationspolitik zwar kurzfristig Stabilität vorgaukelten, langfristig aber das assyrische Kernland instabilisierten und den Groll der unterworfenen Gruppen vergrößerten.

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Details

Titel
Das assyrische Reich und dessen Umgang mit einem eroberten Gebiet am Beispiel der Eroberung des Königreichs Elam
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Marcel Kaiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1336893
ISBN (PDF)
9783346836069
ISBN (Buch)
9783346836076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reich umgang gebiet beispiel eroberung königreichs elam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Kaiser (Autor:in), 2020, Das assyrische Reich und dessen Umgang mit einem eroberten Gebiet am Beispiel der Eroberung des Königreichs Elam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336893
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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