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Kritik an T. M. Scanlons Kontraktualismus. Eine Analyse anhand von T. W. Pogges "What we can reasonably reject"

Title: Kritik an T. M. Scanlons Kontraktualismus. Eine Analyse anhand von T. W. Pogges  "What we can reasonably reject"

Seminar Paper , 2022 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Fork (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Wie beurteilen wir, ob eine Handlung moralisch richtig oder falsch ist? Welche Gründe gibt es, eine falsche Handlung nicht zu tun und warum sollten wir gewissen Gründen Vorrang vor anderen Anliegen und Werten einräumen? T.M. Scanlon gibt in seinem Werk „What we owe to each other“ ganz neue Antworten auf diese Fragen. Auf Fragen, die sich seiner Meinung nach auf denjenigen Teil der Moral beziehen, den er „was wir einander schulden“ nennt. Nach seiner kontraktualistischen Sichtweise beinhaltet nämlich die Frage nach moralisch richtig oder falsch immer auch die Überlegung, was dem anderen gegenüber gerechtfertigt werden und von diesem nicht vernünftigerweise abgelehnt werden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Kriterien

3 Probleme bei Scanlons kontraktualistischer Sichtweise

3.1 Handlungen und erweiterte Handlungen

3.2 Erlauben und Genehmigen

3.3 Ähnlich motivierte Menschen

3.4 Gleich starke Gründe für eine Ablehnung

3.5 Prinzipien für allgemeine Verhaltensvorschriften und die Relation der Standpunkte

3.6 Stärke der Gründe für die Ablehnung alternativer Prinzipien

4 Diskussion

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den moralischen Kontraktualismus von T. M. Scanlon, wobei der Fokus auf den von Thomas W. Pogge identifizierten Schwachstellen liegt, um zu beurteilen, ob diese Kritik gerechtfertigt ist.

  • Analyse der kontraktualistischen Formeln K und M nach Scanlon.
  • Kritische Würdigung der Begrifflichkeiten und deren Auslegung.
  • Untersuchung von Problemfeldern wie Handlungsdefinitionen und "ähnlich motivierten" Akteuren.
  • Diskussion über das Problem gleich starker Ablehnungsgründe und die Grenzen der moralischen Aggregation.

Auszug aus dem Buch

3.1 Handlungen und erweiterte Handlungen

Das Wort „Handlung“, welches Scanlon nicht näher eingrenzt, ist in seiner Ausdeutung ungenau, weil ein längerer Verlauf eines Verhaltens als eine einzige Handlung oder als eine Abfolge von Handlungen verstanden werden kann. Das folgende Beispiels macht dies deutlich: Joe bricht von einer Wanderung erschöpft und hungrig in ein unbewohntes Landhaus ein, nimmt sich Lebensmittel und schläft dort. Die Frage, ob diese Handlung gemäß K falsch ist, könnte Joe nun mit nein beantworten, indem er ein Prinzip anführt, das eine solche Handlung erlaubt, wenn der Handelnde kurz darauf den Besitzer kontaktiert und ihm eine großzügige Entschädigung gibt. Wenn es also ein solches Prinzip gibt, das der Eigentümer nicht vernünftigerweise ablehnen könnte, dann ist laut K Joes Handlung nicht falsch – auch nicht, wenn Joe den Eigentümer gar nicht entschädigt. Natürlich dürfen wir gemäß dem Kriterium K, Joes erweiterte Handlung, in der er nach dem Einbruch den Eigentümer nicht entschädigt, als falsch einzustufen. Dennoch mag es ein Nachteil von K sein, dass es die natürliche Sichtweise, dass Joes Einbruch falsch war, nicht unterstützt. Die Unrechtmäßigkeit der Handlung hätte von Joe beseitigt werden können, wurde sie aber nicht. Deshalb wirft das Kriterium K Schwierigkeiten auf, wenn man die natürliche Sichtweise, dass der Einbruch unrechtmäßig war, beibehält.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in T. M. Scanlons Werk "What we owe to each other" ein und skizziert die methodische Untersuchung seiner kontraktualistischen Moraltheorie durch Thomas W. Pogge.

2 Grundlegende Kriterien: Dieses Kapitel erläutert die von Pogge aus Scanlons Werk destillierten Grundformeln K und M, die das Verständnis von moralisch richtigem Handeln und der entsprechenden Motivation definieren.

3 Probleme bei Scanlons kontraktualistischer Sichtweise: Hier werden zentrale theoretische Schwachstellen thematisiert, darunter die mangelnde Präzision bei "Handlungen", die doppeldeutige Auslegung von "Erlauben" und Zirkularitätsprobleme bei der Motivation.

3.1 Handlungen und erweiterte Handlungen: Kritische Untersuchung der Unschärfe des Handlungsbegriffs, anhand des Beispiels eines unbefugten Eindringens, das durch Folgeaktionen moralisch problematisch bewertet wird.

3.2 Erlauben und Genehmigen: Analyse der semantischen Mehrdeutigkeit des Begriffs "erlauben", welche die Anwendbarkeit des Kriteriums K in der schwachen Interpretation untergräbt.

3.3 Ähnlich motivierte Menschen: Prüfung des Konzepts der kontraktualistischen moralischen Motivation hinsichtlich der Gefahr von Zirkelschlussbildungen bei der Definition der Akteure.

3.4 Gleich starke Gründe für eine Ablehnung: Diskussion des Seenotbeispiels, das die Grenzen des Kontraktualismus bei der Entscheidung zwischen gleichwertigen Interessen aufzeigt.

3.5 Prinzipien für allgemeine Verhaltensvorschriften und die Relation der Standpunkte: Dieser Abschnitt erörtert die Schwierigkeit, moralische Prinzipien in einer heterogenen, nicht rein kontraktualistisch motivierten Welt zu bewerten.

3.6 Stärke der Gründe für die Ablehnung alternativer Prinzipien: Untersuchung der Problematik, wie unterschiedliche Gründe für die Ablehnung von Prinzipien methodisch verglichen werden können, ohne auf Aggregation zurückzugreifen.

4 Diskussion: Betrachtung der sprachlichen Herausforderungen bei der Übersetzung zentraler Begriffe und eine kritische Bilanz der von Pogge vorgeschlagenen Modifikationen an Scanlons Theorie.

5 Fazit: Abschließende Bewertung von Scanlons Kontraktualismus als faszinierende, aber in der Anwendung auf komplexe Fragen der Aggregation und Interessensabwägung lückenhafte Moraltheorie.

Schlüsselwörter

Kontraktualismus, T. M. Scanlon, Thomas W. Pogge, Moraltheorie, moralische Motivation, KMM-Person, vernünftige Ablehnung, Handlungsbegriff, Aggregation, Utilitarismus, ethische Prinzipien, moralische Forderungen, Rechtfertigung, Pflichten, soziale Welt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das kontraktualistische Modell von T. M. Scanlon und prüft die von Thomas W. Pogge formulierten Einwände gegen diese Theorie.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Arbeit behandelt die Definition moralischer Pflichten, das Verständnis von Handlungen sowie die Problematik der motivationalen Basis hinter moralischem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Schwächen des Scanlonschen Kontraktualismus aufzuzeigen und zu evaluieren, ob Pogges Kritik zur Verbesserung der moraltheoretischen Konsistenz beiträgt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Untersuchung und philosophische Diskursanalyse, die primär auf der Interpretation und formalen Anpassung moraltheoretischer Prinzipien basiert.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der kontraktualistischen Formeln sowie die Diskussion spezifischer Problematiken wie dem Handlungsbegriff, der Motivation "ähnlich Motivierter" und dem Aggregationsverbot.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "vernünftige Ablehnung", "kontraktualistische moralische Motivation" (KMM), "am wenigsten ablehnbares Prinzip" und die "Relation der Standpunkte".

Welche Rolle spielt das "Seenotbeispiel" in der Argumentation?

Das Beispiel verdeutlicht das Problem gleich starker Gründe, für die der Kontraktualismus keine eindeutige Lösung bei einem Interessenkonflikt zwischen zwei Personen liefern kann.

Warum wird die individualistische Ausrichtung von Scanlon als Schwäche gewertet?

Pogge und Parfit argumentieren, dass der Fokus auf dem Individuum die Aggregation von Vorteilen verhindert, was in komplexen moralischen Fällen eine sinnvolle Abwägung zwischen vielen kleinen Gewinnen und großen Verlusten verunmöglicht.

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Details

Title
Kritik an T. M. Scanlons Kontraktualismus. Eine Analyse anhand von T. W. Pogges "What we can reasonably reject"
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Moritz Fork (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1337115
ISBN (PDF)
9783346836434
ISBN (Book)
9783346836441
Language
German
Tags
kritik scanlons kontraktualismus eine analyse pogges what
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Fork (Author), 2022, Kritik an T. M. Scanlons Kontraktualismus. Eine Analyse anhand von T. W. Pogges "What we can reasonably reject", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337115
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