Als moderner Mensch verbringen wir unser ganzes Leben in Organisationen. Wir werden in Organisationen geboren, arbeiten in ihnen und verbringen dort unsere Freizeit. Eine besondere Organisation im Leben eines jeden Menschen, ist die Schule. In ihr verbringen wir einen gewichteten Teil unseres Lebens. Sie prägt unsere Kindheit und Jugend und bereitet uns auf das „Erwachsensein“ vor.
In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Frage auseinander setzten, warum eine Schule als Organisation betrachtet werden kann. Hierzu werde ich verschiedene Theorien über Organisationen erklären und diese dann auf die Institution Schule anwenden.
Meine Untersuchung wird sich auf die folgenden fünf organisationstheoretischen Ansätze beschränken: Bürokratismus, Taylorismus, Human-Relations-Ansatz, verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie und den situativen Ansatz.
2. Organisationstheorien
Organisationstheorien haben den Zweck, Organisation zu erklären. Sie gehen dabei jeweils von einem bestimmten Vorverständnis aus und betrachten immer nur einen Teilbereich der Organisation (vgl. Vahs, 2003: S. 22). Den einen Begriff der Organisation gibt es daher nicht.
Um nun die Schule als Organisation zu erfassen, ist es notwendig sich verschiedene organisationstheoretische Ansätze anzuschauen
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ORGANISATIONSTHEORIEN
2.1 BÜROKRATIEANSATZ
2.2 HUMAN-RELATIONS-ANSATZ
2.3 TAYLORISMUS
2.4 VERHALTENSWISSENSCHAFTLICHE ENTSCHEIDUNGSTHEORIE
2.5 SITUATIVER ANSATZ
3. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Fundierung der Schule als Organisation. Ziel ist es, durch die Anwendung klassischer und moderner organisationstheoretischer Ansätze auf die Institution Schule zu erklären, warum und in welchen Aspekten sich das Schulwesen als Organisation begreifen lässt.
- Anwendung des bürokratischen Modells auf Schulstrukturen
- Bedeutung sozialer Beziehungen im Human-Relations-Ansatz
- Analyse schulischer Kontroll- und Strukturierungsprozesse mittels Taylorismus
- Untersuchung von Entscheidungsprozessen in Schulen
- Strukturelle Beschreibung der Schule durch situative Variablen
Auszug aus dem Buch
2.1 Bürokratieansatz
Der Jurist und Nationalökonom Max Weber stellt in seinen erstmals 1921 veröffentlichtem Werk „ Wirtschaft und Gesellschaft“ einen Idealtyp einer leistungsfähigen Organisation vor, die Bürokratie. Diese stellt für Weber die reinste Form der legalen Herrschaft dar (Vahs, 2003: S. 24). Die Herrschaft selbst definiert Weber als: „ die Chance [...] für spezifische (oder: für alle) Befehle bei einer angebbaren Gruppe von Menschen Gehorsam zu finden“ (Weber, 1980: S. 122). Dabei benötigt jede Herrschaft einen Verwaltungsstab, welcher Befehle und Anordnungen dieser ausführt. Die Art der Motivation dies zu tun, bestimmt dabei die Art der Herrschaft (ebd.). Weber unterscheidet dabei drei Arten von Herrschaft: die Traditionelle, die Charismatische und die Legale. Die Letzte ist die Rationalste. Unter Rationalität versteht Weber Sachlichkeit, Unpersönlichkeit und Berechenbarkeit (Kieser/Ebers, 2006: S. 72). Weitere Merkmale der Weber‘schen Bürokratie sind: Amtshierachie, Arbeitsteilung und Befehlsgewalt, Regelgebundenheit und Aktenmäßigkeit der Verwaltung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz von Organisationen im menschlichen Leben und Hinführung zur Fragestellung, inwiefern die Schule als Organisation betrachtet werden kann.
2. ORGANISATIONSTHEORIEN: Theoretische Herleitung verschiedener Ansätze zur Beschreibung von Organisationen, die als Grundlage für die Analyse der Institution Schule dienen.
2.1 BÜROKRATIEANSATZ: Anwendung der Weber’schen Theorie auf das hierarchische und regelgebundene System des Schulwesens.
2.2 HUMAN-RELATIONS-ANSATZ: Betrachtung der Schule als soziales System, in dem Interaktionen und der Gestaltungsspielraum von Lehrkräften zentral sind.
2.3 TAYLORISMUS: Analyse der Schule hinsichtlich Arbeitsteilung, Kontrolle und Standardisierung, etwa durch Lehrpläne oder Hausaufgaben.
2.4 VERHALTENSWISSENSCHAFTLICHE ENTSCHEIDUNGSTHEORIE: Diskussion der Schule als System komplexer Entscheidungsprozesse und Anwendung des Mülleimer-Prinzips auf schulische Konferenzen.
2.5 SITUATIVER ANSATZ: Beschreibung der Schulorganisation anhand situativer Strukturdimensionen wie Spezialisierung und Zentralisierung, um Effizienz in verschiedenen Umwelten zu erläutern.
3. SCHLUSS: Fazit, dass keine einzelne Theorie ausreicht, um die komplexe Organisation Schule vollständig zu erfassen, weshalb eine Kombination verschiedener Ansätze notwendig ist.
Schlüsselwörter
Organisationstheorie, Schule, Bürokratie, Taylorismus, Human-Relations-Ansatz, Entscheidungstheorie, Situativer Ansatz, Hierarchie, Schulaufsicht, Lehrplan, Organisation, Schulwesen, Arbeitsteilung, Lehrerprofessionalität, Struktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, mit welchen organisationstheoretischen Modellen die komplexe Institution Schule beschrieben und analysiert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf fünf organisationstheoretische Hauptansätze: Bürokratismus, Taylorismus, Human-Relations, verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie und den situativen Ansatz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Eignung verschiedener Organisationstheorien für das Verständnis der schulischen Realität zu prüfen und deren Anwendbarkeit zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Organisationstheorien auf die Institution Schule angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die gewählten fünf Theorien nacheinander theoretisch definiert und dann jeweils durch praktische Beispiele aus dem Schulalltag oder der Schulverwaltung verknüpft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Organisation, Schule, Hierarchie, Entscheidungsprozesse, Struktur, Effizienz und die genannten theoretischen Ansätze.
Inwiefern spielt der Bürokratieansatz eine Rolle für Schulen?
Der Ansatz erklärt die hierarchische Struktur des Schulwesens, von der Schulaufsicht bis hin zum Lehrpersonal, und die Bindung an Gesetze und Regeln.
Wie beschreibt das "Mülleimer-Prinzip" schulische Entscheidungsprozesse?
Es beschreibt Entscheidungsprozesse in Schulen als oft ungekoppelt, bei denen Lösungen und Probleme in Lehrerkonferenzen häufig ohne direkte kausale Beziehung zusammentreffen.
- Quote paper
- Jasmin Ilg (Author), 2009, Schule als Organisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133720