Ältere Arbeitnehmer und der Arbeitsmarkt ist ein Themenkomplex der durch den demographischen Wandel und seinen Auswirkungen auf die Bevölkerung und folglich auch auf die Erwerbsbevölkerung in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Der demographische Wandel wird verstanden als eine Entwicklung, die im Kern das Altern der Bevölkerung mit der Perspektive ihrer Schrumpfung beinhaltet. Hervorgerufen wird die zunehmende Alterung durch die niedrige Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung. Deutschland war das erste Land auf der Welt, in dem ohne Fremdeinwirkung mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Kurzum, die deutsche Bevölkerung wird relativ altern und sich absolut Unterjüngen.
Auf diesen Prozess hat Franz-Xaver Kaufmann (Schweizer Soziologe) bereits 1960 mit seiner These der Überalterung der Gesellschaft aufmerksam gemacht.
Die demographische Entwicklung wird nahezu alle Bereiche unserer Gesellschaft betreffen und diese vor große Herausforderungen stellen. Kommende Veränderungen werden auch nicht vor dem Arbeitsmarkt halt machen, denn die demographischen Entwicklungen determinieren das künftige Arbeitskräftepotenzial. Auf diese Veränderungen gilt es sich einzustellen. Das Phänomen der alternden Belegschaften ist bereits heute auf dem Arbeitsmarkt anzutreffen und dieser Prozess wird sich weiter beschleunigen. Um der Herausforderung des demographischen Wandels entgegenzuwirken sind in der letzten Zeit die älteren Arbeitnehmer verstärkt in den Fokus der politischen Diskussion gerückt. Der demographische Wandel erzwingt eine wachsende Erwerbsbeteiligung der Älteren und somit auch eine verlängerte Lebensarbeitszeit. In der betrieblichen Praxis ist die Botschaft noch nicht überall angekommen, aber gerade die Unternehmen müssen sich auf die anstehenden Veränderungen einstellen, denn sie werden künftig mit einer im Durchschnitt älteren Belegschaft arbeiten und planen müssen. In letzter Zeit sind viele (politische) Maßnahmen in die Wege geleitet worden, um die Erwerbsbeteiligung und eine verlängerte Lebensarbeitszeit der Älteren zu ermöglichen. Ob diese Maßnahmen allein ausreichen um die Arbeitsmarktsituation der Älteren zu verbessern ist zurzeit noch fraglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau
2. Demographischer Wandel
2.1 Gegenstand der demographischen Forschung
2.1.1 Demographie
2.1.1.1 Geschichte der Demographie
2.1.2 Der erste und der zweite Demographische Übergang
2.2 Die Komponenten des demographischen Wandels
2.2.1 Fertilität
2.2.1.1 Geschichte der Fertilität
2.2.2 Migration
2.2.2.1 Geschichte der Migration
2.2.3 Mortalität
2.2.3.1 Geschichte der Mortalität
2.2.4 Altersstruktur der deutschen Bevölkerung
2.2.4.1 Entwicklung der Altersstruktur
2.3 Die demographische Entwicklung in Deutschland
2.3.1 kurzfristige bis mittelfristige Entwicklung
2.3.2 langfristige Entwicklung
2.4 Zwischenfazit
3. Demographischer Wandel in der Arbeitswelt
3.1 Demographischer Wandel und Arbeitskräfteangebot
3.1.1 Grundlagen und aktuelle Lage
3.1.2 Projektion des Arbeitskräftepotenzials
3.3 Zwischenfazit
4. Vorstellung von Reformansätzen
4.1 Entwicklung der Arbeitsförderung
4.2 Darstellung der Instrumente
4.2.1 Ansätze für ältere Arbeitslose
4.2.1.1 Instrumente zur Verbesserung der Beschäftigungssituation
4.2.1.2 arbeitsrechtliche Maßnahmen
4.2.2 Ansätze für ältere Arbeitnehmer
4.2.2.1 Qualifizierungsmaßnahmen
5. Bewertung der Instrumente und mögliche Handlungsoptionen
5.1 Bewertung der Instrumente
5.1.1 Instrumente zur Erhöhung der Beschäftigungschancen und -fähigkeit
5.1.1.1 Kombilohn für Ältere
5.1.1.2 Eingliederungszuschuss für Ältere
5.1.1.3 Förderung beschäftigter Arbeitnehmer
5.1.1.4 Befristungsregelung für Ältere
5.1.2 Anreiz zur Verringerung des früheren Erwerbsausstiegs
5.2 mögliche Handlungsoptionen
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt, wobei der Schwerpunkt auf der Situation und den Beschäftigungsperspektiven älterer Arbeitnehmer liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Wirksamkeit politischer Maßnahmen zur Förderung der Erwerbsbeteiligung dieser Altersgruppe im Kontext einer alternden Gesellschaft.
- Demographische Rahmenbedingungen und zukünftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
- Analyse des demographischen Einflusses auf das Arbeitskräfteangebot
- Evaluierung arbeitsmarktpolitischer Instrumente für ältere Arbeitslose und Beschäftigte
- Diskussion der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittalters
- Ableitung von Handlungsoptionen zur nachhaltigen Integration Älterer in den Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
1.1 Ziel der Arbeit
Das Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt unter besonderer Berücksichtigung der älteren Arbeitnehmer zu geben. Vor diesem Hintergrund gilt es, eine Reihe von Fragen zu beantworten. Wie wird sich künftig unsere Bevölkerung entwickeln und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Arbeitsmarkt? Wie stellt sich die gegenwärtige Arbeitsmarktsituation der älteren Arbeitnehmer dar? Welche Maßnahmen hat die Politik in die Wege geleitet, um auf die demographische Herausforderung im Hinblick auf ältere Arbeitnehmer zu reagieren? Wie sind diese Maßnahmen zu bewerten und gibt es möglicherweise Verbesserungsmöglichkeiten? Auf diese Fragen will die vorliegende Arbeit eine Antwort geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demographischen Wandels in Deutschland ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2. Demographischer Wandel: Das Kapitel skizziert den demographischen Rahmen, die theoretischen Hintergründe zur Bevölkerungsforschung sowie die Komponenten des Wandels und deren künftige Entwicklung in Deutschland.
3. Demographischer Wandel in der Arbeitswelt: Hier werden die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Arbeitskräfteangebot analysiert und Projektionen verschiedener Institute dargestellt.
4. Vorstellung von Reformansätzen: Dieses Kapitel präsentiert die arbeitsmarktpolitischen und arbeitsrechtlichen Instrumente, die von der Politik gezielt für ältere Arbeitslose und Arbeitnehmer implementiert wurden.
5. Bewertung der Instrumente und mögliche Handlungsoptionen: Die vorgestellten Instrumente werden kritisch evaluiert, ihre Wirksamkeit diskutiert und es werden Empfehlungen für künftige Handlungsoptionen abgeleitet.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Bedeutung des demographischen Wandels für die künftige Arbeitsmarktpolitik.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt, ältere Arbeitnehmer, Arbeitskräftepotenzial, Fertilität, Migration, Mortalität, Arbeitsförderung, Kombilohn, Eingliederungszuschuss, Renteneintrittsalter, Beschäftigungsquote, Befristungsregelung, Arbeitsmarktpolitik, Kompetenzmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Erwerbsbevölkerung und den deutschen Arbeitsmarkt, mit einem besonderen Fokus auf ältere Arbeitnehmer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die demographische Entwicklung, die Projektion des Arbeitskräfteangebots sowie die Bewertung politischer Instrumente zur Förderung der Beschäftigung Älterer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die Auswirkungen der demographischen Veränderungen zu geben und die Wirksamkeit politischer Reformansätze zur Integration älterer Menschen in den Arbeitsmarkt zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Bevölkerungsvorausberechnungen staatlicher Institutionen und Forschungsinstitute.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des demographischen Rahmens, die Analyse der Auswirkungen auf die Arbeitswelt, die Vorstellung aktueller arbeitsmarktpolitischer Instrumente sowie deren kritische Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind demographischer Wandel, Arbeitskräftepotenzial, Kombilohn, Beschäftigungsquote, Rente mit 67 und Kompetenzmodell.
Welche Rolle spielt der Kombilohn in der Arbeit?
Der Kombilohn wird als ein Instrument zur Förderung der Arbeitsaufnahme von älteren Arbeitslosen vorgestellt, wobei dessen Mitnahmeeffekte, Bekanntheit und Effizienz kritisch hinterfragt werden.
Wie bewertet der Autor die Rente mit 67?
Die Rente mit 67 wird als unvermeidlich für die Finanzierung des Rentensystems betrachtet, jedoch werden die fehlenden flankierenden Maßnahmen für Arbeitnehmer, die nicht bis 67 arbeiten können, problematisiert.
- Quote paper
- Diplom-Sozialwirt Sebastian Krell (Author), 2009, Demographischer Wandel und ältere Arbeitnehmer in Deutschland , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133732