Vor fast 40 Jahren beginnt die Erfolgsgeschichte der Fernseh-Krimireihe Tatort. Der Tatort bringt der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ARD bis heute beständige Spitzenquoten ein. Die Idee und die Umsetzung entsprangen zunächst aus einer Notlösung heraus. Die ARD wollte dem bislang konkurrenzlosen Der Kommissar des ZDF mit einem neuen und innovativen Konzept entgegentreten. Die föderale Struktur der ARD erweist sich zuletzt als Schlüssel zum Erfolg. Durch die Beteiligung aller regionalen Landesrundfunkanstalten konnten die gewaltigen Produktions- und Redaktionskosten auf die einzelnen Sendeanstalten verteilt werden. Unter dem Titel Tatort entsteht so Anfang der 1970er Jahre eine vielseitige Krimireihe, in die die jeweiligen Sendeanstalten ihre regionalen Eigenheiten einbringen sollen. Der Tatort sollte eine primär „deutsche“ Serie sein und sich nicht an den amerikanischen Fernsehkrimis orientieren. Der Tatort ist mittlerweile für viele Zuschauer, auch Generationen übergreifend, zu einem allwöchentlichen Ritual geworden. Dabei gilt schon lange: „Wer im Fernsehen etwas über den Zustand unseres Landes erzählen will, dreht einen Tatort.“
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung der Krimireihe Tatort unter besonderer Berücksichtigung des Tatorts Münster.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Serie
2.1 Definitionen der fiktiven Serie
2.2 Formale Eigenschaften einer Serie
2.3 Serientypen
2.3.1 Episodenserie (series)
2.3.2 Fortsetzungsserie (serials)
2.3.3 Reihe
2.4 Geschichte des seriellen Erzählens
2.5 Was macht die Faszination Serie aus?
3 Der Fernsehkrimi
3.1 Die Entwicklung der deutschen Fernsehkrimiserie
4 Tatort
4.1 Kriterien des Genres „Tatort“
4.2 Entwicklungen des Tatorts
4.3 Charaktere der Tatort-Folgen
5 Tatort Münster
5.1 Charaktere Tatort Münster
5.1.1 Hauptkommissar Frank Thiel
5.1.2 Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne
5.1.3 weitere Charaktere
5.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5.2.1 Münster vs. Hannover
5.2.2 Münster vs. Frankfurt
6 Warum ist der Tatort so erfolgreich?
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Krimireihe Tatort unter besonderer Berücksichtigung der Tatort-Folgen aus Münster, wobei die mediale Form der Serie und ihre soziokulturelle Bedeutung im Zentrum stehen.
- Systematische Definition und formale Einordnung des Serienbegriffs
- Analyse der Geschichte und Entwicklung des deutschen Fernsehkrimis
- Erarbeitung der Genre-Kriterien und der Erfolgsfaktoren des Formats Tatort
- Vergleichende Untersuchung der spezifischen Ausprägung des Tatorts Münster
Auszug aus dem Buch
2.1 Definitionen der fiktiven Serie
Der Begriff „Serie“ kommt aus dem lateinischen (serere) und bedeutet reihen, fügen. Eine Fernsehserie ist eine Folge von inhaltlich zusammengehörigen fiktionalen Fernsehsendungen, die in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt werden. Sie weisen eine fortgesetzte Handlung auf, mit gleichbleibendem Stammpersonal und einheitlichem Handlungsort. Als Fernsehserie in weiterem Sinne kann bereits eine Aufteilung eines erzählerischen Stoffes in zwei oder drei nacheinander gesendeten Teilen verstanden werden (im amerikanischen: „miniseries“).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Erfolgsgeschichte des Tatorts, dessen Ursprung als Notlösung der ARD und Erläuterung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2 Die Serie: Theoretische Definition des Serienbegriffs, Darlegung der formalen Eigenschaften sowie Kategorisierung in verschiedene Serientypen.
3 Der Fernsehkrimi: Einordnung des Fernsehkrimis als populäres Genre und Darstellung der historischen Entwicklung der deutschen Fernsehkrimiserie.
4 Tatort: Beschreibung der Entstehungsgeschichte des Formats, der Genre-Kriterien nach Gunther Witte sowie der historischen Entwicklungsphasen.
5 Tatort Münster: Detaillierte Analyse des Tatorts Münster, inklusive Charakterstudien der Hauptfiguren und Vergleich mit anderen Tatort-Standorten.
6 Warum ist der Tatort so erfolgreich?: Zusammenfassende Betrachtung der Erfolgsfaktoren, wie Vielschichtigkeit, Zeitgeist-Orientierung und lokales Identifikationspotenzial.
7 Resümee: Abschließende Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse zur Entwicklung und Bedeutung der Krimireihe Tatort.
Schlüsselwörter
Tatort, Fernsehkrimi, Serie, Fernsehserie, ARD, Münster, Frank Thiel, Karl-Friedrich Boerne, Ermittler, Lokalkolorit, Polizeikrimi, Serielles Erzählen, Unterhaltung, Fernsehgeschichte, Medienanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der ARD-Krimireihe Tatort, wobei ein besonderer Fokus auf dem Tatort Münster liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Definition des Serienbegriffs, die Geschichte des deutschen Fernsehkrimis, die Kriterien des Genres Tatort sowie eine vergleichende Analyse der Besonderheiten des Standorts Münster.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Krimireihe und die spezifischen Erfolgsfaktoren des Tatorts Münster durch eine wissenschaftliche Analyse herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung von Primärquellen (z.B. Sender-Pressemappen) und dem Vergleich verschiedener Tatort-Produktionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Serienbegriff) und die Krimi-Historie erörtert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung des Tatorts, seiner Entwicklung seit 1970 und der speziellen Charakteristik des Tatorts Münster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tatort, Krimiserie, Lokalkolorit, Teamkonstruktion, Provinzkrimi und Authentizität charakterisiert.
Warum nimmt der Tatort Münster eine Sonderrolle ein?
Der Tatort Münster kombiniert klassische Krimielemente mit einer starken Tendenz zur Krimikomödie und zeichnet sich durch die besondere, gegensätzliche Beziehung zwischen dem bodenständigen Thiel und dem exzentrischen Boerne aus.
Welche Bedeutung hat das "Lokalkolorit" für den Erfolg der Serie?
Das Lokalkolorit stärkt die Bindung der Zuschauer, da diese sich mit der Umgebung identifizieren können und das Format dadurch eine höhere Nähe zur Wirklichkeit und zur regionalen Lebenswelt vermittelt.
- Quote paper
- Diplom-Sozialwirt Sebastian Krell (Author), 2008, Entstehung und Entwicklung der Krimireihe "Tatort" unter besonderer Berücksichtigung des "Tatorts" Münster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133734