Die Hausarbeit behandelt die Forschungsfrage, ob es zukünftig zu weiteren Reformen bezüglich der Grundsicherung für Arbeitssuchende kommen wird, wenn offensichtlich noch Defizite zu finden sind.
Um sich mit dieser Frage zu beschäftigen, werden zu Beginn der geschichtliche Ursprung sowie die Entstehung der Grundsicherung für Arbeitssuchende erläutert und somit die Reformen des Arbeitsmarktes und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsmarktpolitik angeschnitten. Daraufhin wird der Paradigmenwechsel der Sozialpolitik inklusive der Thematik der Grundsicherung für Arbeitssuchende angeführt. Des Weiteren wird das Prinzip des aktivierenden Wohlfahrtsstaats erläutert, um daran anschließend mit der gegenwärtigen Situation der Grundsicherung für Arbeitssuchende fortzufahren. Dann wird sich mit der aktuellen Corona-Debatte auseinandergesetzt und zuletzt folgt das Fazit mit selbst entwickelten Vorschlägen zur Problemlinderung der aktuellen Zustände der Politik.
Im Grundgesetzbuch fest verankert sind Gesetze wie z.B. dass jeder Mensch das Recht auf Freiheit, körperliche Unversehrtheit, Diskriminierungsschutz etc. hat. Wichtig ist jedoch auch das Grundbedürfnis der gesellschaftlichen Teilhabe als Grundrecht.
Es ist weitestgehend bekannt, dass Deutschland in diesem Kontext ein Sozialstatt ist, welcher unter anderem für die soziale Absicherung seiner Gesellschaftsmitglieder und Gesellschaftsmitgliederinnen verantwortlich ist. Mitunter werden in Deutschland, neben der verpflichtenden Sozialversicherungen (Kranken-, Unfall-, Renten-, Pflegeversicherung), finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten an. Hierzu zählen Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld, Sozialhilfe und die "Grundsicherung für Arbeitssuchende". Die Grundsicherung für Arbeitssuchende, in der öffentlichen Gesellschaft auch bekannt als Arbeitslosengeld ll (ALG II) bzw. "Hartz lV", feiert in diesem Jahr ihren 16. Geburtstag und ist bis heute eine allgegenwärtige Debatte, die auf viel Kritik und unterschiedliche Ansichten stößt. Diese sind sowohl seitens der Bürger und Bürgerinnen als auch seitens der Politiker und Politikerinnen sowie auf medialer Ebene zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Hintergründe der Sozialpolitik
3. Agenda 2010 als Reformschritt
4. Entstehung der Grundsicherung für Arbeitssuchende
5. Das Prinzip des aktivierenden Wohlfahrtsstaates
6. Maßnahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende
7. Grundsicherung für Arbeitssuchende heute
8. Arbeitssuchende in Zeiten von Corona
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Ausgestaltung der Grundsicherung für Arbeitssuchende in Deutschland, um zu bewerten, ob das System nach 16 Jahren Reformen noch immer defizitär ist und welche Herausforderungen in der Zukunft bestehen.
- Historische Entwicklung der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik
- Die Agenda 2010 als zentraler Reformschritt
- Das Paradigma des aktivierenden Wohlfahrtsstaates und das Prinzip "Fördern und Fordern"
- Besondere Herausforderungen für Arbeitsuchende während der Corona-Pandemie
Auszug aus dem Buch
3. Agenda 2010 als Reformschritt
Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der der rot-grünen Koalition angehörte, sah es als notwendig an, die strukturellen Gegebenheiten insbesondere in den Bereichen der Renten- und der Arbeitsmarktpolitik zu verändern. Als Begründung galt das Bestehenbleiben der „Substanz des Sozialstaats“, welches die allgemeine Funktion des Wohlfahrtsstaats meint (vgl. Hegelich/Knollmann/Kuhlmann 2011: 91). Somit wurde die Agenda 2010 als eine Art Reformplan zur Umstrukturierung der Sozial- und Arbeitsmarkpolitik geschmiedet, um sowohl die Arbeitslosenquote, als auch den Bedarf an Hilfeleistungen zu senken (vgl. Hüther/Scharnagel 2005).
Das allgemeine Ziel der Agenda 2010 war es, Deutschland im Bereich der Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig und gleichzeitig den Arbeitsmarkt attraktiver für die Gesellschaft bis zum Jahr 2010 zu machen (vgl. Hegelich/Knollmann/Kuhlmann 2011: 35). Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich der Bereich der Gesundheitspolitik zu den Reformplanungen hinzugefügt mit dem Ziel eine Kostenverringerung bei den Krankenkassen herbeizuführen. Hierzu wurde zum einen beschlossen, dass die gesetzliche Krankenversicherung durch höhere Eigenbeteiligung der Versicherten bezahlt wurde. Andererseits sollten Versicherte dadurch auf ihr eigenes Gesundheitsverhalten sensibilisiert werden, sodass diese weniger Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch nehmen (vgl. Hegelich/Knollmann/Kuhlmann 2011: 94).
Auch die Zusammenführung der Transferleistungen für die Sozial- und Arbeitslosenhilfen zählen zu den Reformplänen der Agenda 2010.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle Deutschlands als Sozialstaat und führt in die 16-jährige Debatte um die Grundsicherung für Arbeitssuchende sowie die damit verbundenen gesellschaftspolitischen Fragestellungen ein.
2. Historische Hintergründe der Sozialpolitik: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Sozialfürsorge nach dem Ersten Weltkrieg bis hin zur Etablierung einer strukturierten Arbeitslosenversicherung nach.
3. Agenda 2010 als Reformschritt: Die Reformpläne der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder werden analysiert, insbesondere mit dem Ziel der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit.
4. Entstehung der Grundsicherung für Arbeitssuchende: Der Vermittlungsskandal der Bundesanstalt für Arbeit im Jahr 2002 wird als Auslöser für die radikale Umstrukturierung der Arbeitsmarktpolitik dargestellt.
5. Das Prinzip des aktivierenden Wohlfahrtsstaates: Das Kapitel erläutert den Wandel vom fürsorgenden hin zum aktivierenden Staat und das damit verbundene Prinzip des "Förderns und Forderns".
6. Maßnahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende: Hier werden die konkreten institutionellen Folgen, wie die Fusion von Sozial- und Arbeitslosenhilfe und die Einführung von Sanktionsmöglichkeiten, dargelegt.
7. Grundsicherung für Arbeitssuchende heute: Es wird die aktuelle Berechnungsgrundlage der Regelsätze sowie die hieran geübte Kritik hinsichtlich der Realitätsnähe beleuchtet.
8. Arbeitssuchende in Zeiten von Corona: Die Auswirkungen der Pandemie und das zeitlich begrenzte "Sozial-Schutz-Paket" als Reaktion auf die Krise werden untersucht.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Reformen und äußert Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Steuersystematik und sozialpolitischer Strukturen.
Schlüsselwörter
Grundsicherung, Arbeitsmarktpolitik, Agenda 2010, Sozialstaat, Hartz IV, Arbeitslosengeld II, aktivierender Wohlfahrtsstaat, Fördern und Fordern, Regelbedarf, Corona-Pandemie, Sozial-Schutz-Paket, Beschäftigungsquote, soziale Sicherheit, Transferleistungen, Armutsrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der 16-jährigen Geschichte der Grundsicherung für Arbeitssuchende in Deutschland, ihren historischen Wurzeln und den durchgeführten Reformen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Reformgeschichte (Agenda 2010), der Wandel zum aktivierenden Wohlfahrtsstaat, aktuelle Herausforderungen in der Pandemie sowie die Debatte um die Angemessenheit der Regelsätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Effektivität der Grundsicherung zu hinterfragen, bestehende Defizite aufzuzeigen und zu erörtern, ob die ständigen Reformen das Problem weiter prekärer Lebensverhältnisse lösen konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Aufarbeitung und Analyse politikwissenschaftlicher und sozialpolitischer Fachliteratur im Bereich der deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung, eine Erläuterung der Agenda 2010 und des aktivierenden Wohlfahrtsstaats sowie einer detaillierten Betrachtung der heutigen Regelsätze und der Sonderregelungen während der Corona-Pandemie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Hartz IV, Grundsicherung, aktivierender Wohlfahrtsstaat, Agenda 2010 und soziale Absicherung.
Wie bewerten Kritiker wie Katja Kipping die Regelbedarfsermittlung?
Kritiker bewerten das aktuelle Modell als "Teufelskreis der Verarmung" und fordern eine Berücksichtigung von mehr als 15% der unteren Einkommensschichten, um die Lebensrealität besser abzubilden.
Welche Rolle spielt das "Sozial-Schutz-Paket" in der Untersuchung?
Es wird als temporäre Reaktion auf die Corona-Pandemie dargestellt, die den Zugang zur Grundsicherung erleichterte, jedoch von Vertretern wie "Tacheles e.V." als unzureichend kritisiert wurde.
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- Anonym (Author), 2021, Grundsicherung für Arbeitssuchende. Betrachtung der wiederkehrenden Reformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337344