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Goethes Helena-Figur in "Faust II". Idol oder leibhaftige Frau?

Titel: Goethes Helena-Figur in "Faust II". Idol oder leibhaftige Frau?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 27 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Linda Steinau (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gelingt es Helena, sich von der Figur, welche die Mythen besingen, frei zu machen und zu einer menschlichen, leibhaftigen Person zu werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Hierfür beschränke ich mich hauptsächlich auf den dritten Akt von Faust II und ziehe nur einzelne Passagen aus Faust I heran. Helena wird zunächst als idolhafte Gestalt betrachtet, dann als Nachahmung der griechischen Ästhetik, die auch ethische Werte impliziert. Im zweiten Teil der Arbeit folgt eine Auseinandersetzung mit den Spannungsmomenten zwischen ihrer Rolle als Inbegriff der Schönheit, einer femme fatale und Projektionsfläche männlicher Phantasien einerseits und ihrer Gestaltung als psychologisch durchschaubare, lebendige Frau andererseits. Der letztgenannte Aspekt wird vor allem bei ihrer Schilderung als liebende Frau und Mutter deutlich. Wie die Darstellung ihrer Figur, so ist auch die Beziehung zu Faust vielfältig und Gegenstand der Untersuchung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung

II) Helena als Idol und personifizierte Schönheit

2.1. Helenas erster Auftritt

2.2. „Ich schwinde hin und werde selbst mir ein Idol.“ (V. 8881)

2.3. Goethes Helena als Inbegriff griechischer Ästhetik

2.3.1. Der Begriff der Pflicht

2.3.2. Der Begriff der Würde

III) Spannungsmomente der Helena-Figur

3.1. Helena mit Biografie

3.2. Helena und Faust als Liebespaar

3.3. Helena als Mutter

IV) Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Helena-Figur in Goethes „Faust II“ mit dem Ziel zu analysieren, ob es ihr gelingt, sich aus ihrem Status als mythologisches Idol zu befreien und als menschliche, leibhaftige Person in Erscheinung zu treten. Dabei wird insbesondere der Konflikt zwischen ihrer Rolle als Projektionsfläche und ihrem Streben nach individueller Existenz beleuchtet.

  • Die ästhetische Konzeption Helenas als personifizierte Schönheit.
  • Die Spannungsmomente zwischen ihrer symbolischen Rolle und ihrer menschlichen Darstellung.
  • Die Rezeption griechischer Ästhetik und Ethik in Bezug auf die Helena-Figur.
  • Die Dynamik der Beziehung zwischen Helena und Faust als Liebespaar.
  • Die symbolische Bedeutung der Mutterschaft Helenas und des Sohnes Euphorion.

Auszug aus dem Buch

I) Einleitung

Helena ist die schönste Frau der Welt. Die Mythen besingen sie als Inbegriff weiblicher Schönheit, die Personifizierung des Schönen schlechthin. Als erotisches Faszinosum ist sie Projektionsfläche männlicher Begierde und löste damit den trojanischen Krieg aus. Doch ist ihre Schönheit nur ein Ideal und somit nicht im Bereich der Wirklichkeit anzusiedeln. Helena ist ein Idol und nicht mehr als ein Produkt von Geschichten, eine traumhafte Gestalt.

In Goethes Faust II tritt sie kurz in dieser bekannten Rolle auf. Doch bleibt es in Faust II, in dessen dritten Akt Helena zur Protagonistin wird, nicht ausschließlich bei der Darstellung der außergewöhnlichen Existenz als Schönheit in persona. Die Schönheit erscheint hier „in höchst ambivalenter Weise“. Goethe zeichnet seine Helena um einiges vielfältiger und verleiht ihr menschliche Züge. Ist sie zunächst nur als Schönheit und Idol bekannt, so bekommt sie nun Attribute einer leibhaftigen Frau zugeteilt. Helena ist nach der einen Seite hin gänzlich persönlich individualisiert und historisiert, nach der anderen Seite hin aber auch völlig ideellen Wesens: das Schöne schlechthin und an sich in der Versammlung aller Gehalte und seines ontologischen, seines philosophischen Sinns.

Doch führt dies zu einem Konflikt in ihrem Inneren, da die verschiedenen Rollen Spannungsmomente erzeugen. Gelingt es Helena, sich von der Figur, welche die Mythen besingen, frei zu machen und zu einer menschlichen, leibhaftigen Person zu werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Hierfür beschränke ich mich hauptsächlich auf den dritten Akt von Faust II und ziehe nur einzelne Passagen aus Faust I heran.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung: Die Einleitung stellt die Helena-Figur als ambivalente Gestalt zwischen mythischem Idol und menschlicher Frau vor und definiert die Forschungsfrage nach ihrer individuellen Existenz.

II) Helena als Idol und personifizierte Schönheit: Dieses Kapitel analysiert die erste Erscheinung Helenas als „Schönheit in persona“ und untersucht, wie sie ästhetische Ideale und moralphilosophische Begriffe wie Pflicht und Würde verkörpert.

III) Spannungsmomente der Helena-Figur: Das Kapitel betrachtet Helena als lebendigen Menschen, ihre komplexe Beziehung zu Faust sowie ihre Wandlung zur Mutterfigur, eingebettet in den historischen und mythologischen Kontext.

IV) Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Helena letztlich in ihrem Konflikt zwischen Idol und menschlichem Dasein verharrt und durch das Schicksal des Sohnes Euphorion wieder in den Prozess der Vergeschichtlichung zurückgeführt wird.

Schlüsselwörter

Helena, Faust II, Goethes Faust, Griechische Ästhetik, Idol, Weibliche Schönheit, Femme fatale, Personifizierung, Stoffgeschichte, Mythologie, Euphorion, Klassik, Romantik, Vergeschichtlichung, Identitätskonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur der Helena in Goethes „Faust II“ und hinterfragt ihre Transformation vom mythischen Idol zur leibhaftigen, menschlichen Frau.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Schönheit, die Verbindung von antiker Ästhetik mit deutscher Literatur der Goethezeit sowie die Spannung zwischen Mythos und individueller Lebensgeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Helena in der Lage ist, ihre Rolle als Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte abzulegen, um als eigenständiges, menschliches Subjekt zu existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse des Textes „Faust II“ unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur, um die Entwicklung der Helena-Figur und ihren inneren Identitätskonflikt interpretatorisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Helenas ästhetischer Funktion, ihre ethischen Grundhaltungen wie Pflicht und Würde sowie ihre Entwicklung in der Begegnung mit Faust und ihrer Rolle als Mutter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Helena, Faust II, ästhetische Freiheit, mythologisches Idol, Stoffgeschichte und Identitätskrise.

Warum wird Helena auch als „femme fatale“ bezeichnet?

Der Begriff nimmt Bezug auf ihre mythologische Geschichte, in der sie durch ihre Schönheit verheerende Auswirkungen auf Männer ausübte, was in Faust II als Spiegel ihrer Identität thematisiert wird.

Welche Rolle spielt Euphorion für das Schicksal Helenas?

Euphorion repräsentiert eine romantische Subjektivität, die das Maßlose sucht. Sein Scheitern und sein Tod führen dazu, dass Helenas Versuch, eine menschliche Existenz zu führen, letztlich misslingt und sie wieder in den Hades zurückkehren muss.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethes Helena-Figur in "Faust II". Idol oder leibhaftige Frau?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Goethes Faust-Dichtungen
Note
2,0
Autor
Linda Steinau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V1337436
ISBN (PDF)
9783346831170
ISBN (Buch)
9783346831187
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Faust Helena
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Steinau (Autor:in), 2012, Goethes Helena-Figur in "Faust II". Idol oder leibhaftige Frau?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337436
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Leseprobe aus  27  Seiten
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