In der vorliegenden Arbeit soll das Bild der Frau im Falkenlied Kürenbergers untersucht und anhand der Frauendarstellung in Reinmars Lieber bote, nu wirp alsô gezeigt werden, wie sich diese durch die Entwicklung des Minnesangs verändert hat. Durch Prüfen des Frauenbildes in den beiden mittelalterlichen Texten werden die unterschiedlichen Rollenbilder deutlich. Dabei gehe ich auf die allgemeinen Merkmale des frühen Sangs und der Hohen Minne ein, zeige verschiedene Interpretationsansätze der beiden Lieder und arbeite schließlich die Rolle der Frau heraus.
Bei diesen zwei Texten handelt es sich um Frauenlieder. Ingrid Kasten definiert Frauenlieder als einen lyrischen Text mit einem sprechenden weiblichen Ich. Diese Frauenlieder, auch Frauenstrophen oder Frauenmonologe genannt, wurden im deutschsprachigen Raum von Männern verfasst, während sie in Frankreich von den weiblichen Trobadors gedichtet wurden. Aus der männlichen Autorenschaft resultierte der Terminus Rollenlyrik, der in der Forschung jedoch umstritten ist. Dieser Begriff wurde verworfen, da er eine authentische Meinung des männlichen Autors in den Männerliedern voraussetzt und das Frauenlied demnach bloß das Hineinversetzen eines Mannes in die Frauenrolle suggeriert. Die mittelalterliche Lyrik wird nun vielmehr mit dem Terminus Variationskunst betitelt.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Kürenbergers Falkenlied
- 1. Ursprung und Merkmale des frühen Minnesangs
- 2. Überlieferung
- 3. Inhalt und Interpretation
- 4. Die Darstellung der Frau und die Rollenentwicklung
- III. Reinmars Lieber bote, nu wirp alsô
- 1. Merkmale der Hohen Minne
- 2. Überlieferung
- 3. Inhalt und Interpretation
- 4. Die Rolle der Frau in der Hohen Minne
- IV. Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Bild der Frau im Falkenlied Kürenbergers und analysiert anhand der Frauendarstellung in Reinmars Lieber bote, nu wirp alsô, wie sich diese im Laufe der Entwicklung des Minnesangs verändert hat. Die Arbeit konzentriert sich auf die unterschiedlichen Rollenbilder und ihre Darstellung in beiden Texten. Dabei werden die allgemeinen Merkmale des frühen Sangs und der Hohen Minne beleuchtet, verschiedene Interpretationsansätze der beiden Lieder vorgestellt und die Rolle der Frau herausgearbeitet.
- Die Entwicklung der Frauenrolle im frühen Minnesang
- Die Darstellung der Frau in Kürenbergers Falkenlied
- Die Rolle der Frau in der Hohen Minne
- Der Einfluss der höfischen Gesellschaft auf die Frauenrolle
- Der Vergleich der Frauenbilder in Kürenbergers und Reinmars Liedern
Zusammenfassung der Kapitel
II. Kürenbergers Falkenlied
Dieses Kapitel untersucht den Ursprung und die Merkmale des frühen Minnesangs, wobei der Fokus auf die Rolle der Frau in dieser frühen Form der Lyrik liegt. Die Arbeit beleuchtet die Überlieferung des Falkenliedes und analysiert seinen Inhalt und die darin dargestellte Frauengestalt. Abschließend wird die Entwicklung der Frauenrolle im Falkenlied im Kontext des frühen Minnesangs beleuchtet.
III. Reinmars Lieber bote, nu wirp alsô
In diesem Kapitel werden die Merkmale der Hohen Minne erörtert und die Überlieferung des Liedes Lieber bote, nu wirp alsô vorgestellt. Die Arbeit analysiert den Inhalt des Liedes und die Interpretation seiner Aussagen. Abschließend wird die Rolle der Frau in der Hohen Minne, wie sie in dem Lied dargestellt wird, betrachtet.
Schlüsselwörter
Frauenrolle, Minnesang, Falkenlied, Kürenberger, Reinmar, Hohe Minne, Frauenlieder, Variationskunst, Rollenlyrik, höfische Gesellschaft, Überlieferung, Interpretation, Frauenbild, Mittelalterliche Lyrik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema der Arbeit zur Frauenrolle im Minnesang?
Die Arbeit untersucht den Wandel des Frauenbildes vom frühen Minnesang (Kürenberger) bis zur Hohen Minne (Reinmar) anhand ausgewählter Lieder.
Was versteht man unter einem „Frauenlied“ im Mittelalter?
Ein Frauenlied ist ein lyrischer Text, in dem ein weibliches „Ich“ spricht. Im deutschsprachigen Raum wurden diese Texte jedoch fast ausschließlich von Männern verfasst.
Warum ist der Begriff „Rollenlyrik“ in der Forschung umstritten?
Der Begriff wird kritisiert, da er suggeriert, Männerlieder gäben eine authentische Meinung wieder, während Frauenlieder nur ein Hineinversetzen seien; heute spricht man eher von „Variationskunst“.
Welche Rolle spielt die Frau in Kürenbergers Falkenlied?
Die Arbeit analysiert die Frauengestalt im Kontext des frühen Minnesangs, in dem oft noch andere Machtverhältnisse und Symbole (wie der Falke) als in der späteren Epoche vorherrschten.
Was kennzeichnet die Frauenrolle in der „Hohen Minne“?
In der Hohen Minne, wie bei Reinmar, wird die Frau oft als unerreichbares Ideal und Herrin stilisiert, der der Ritter in Dienstbarkeit gegenübersteht.
Wie beeinflusste die höfische Gesellschaft diese literarischen Bilder?
Die höfische Gesellschaft gab den Rahmen für Verhaltensnormen und Ideale vor, die im Minnesang künstlerisch verarbeitet und variiert wurden.
- Quote paper
- Linda Steinau (Author), 2009, Die Entwicklung der Frauenrolle in Kürenbergers und Reinmars Frauenliedern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337440