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Scham im Sportunterricht. Interviewstudie ehemals übergewichtiger Schülerinnen

Titel: Scham im Sportunterricht. Interviewstudie ehemals übergewichtiger Schülerinnen

Masterarbeit , 2023 , 140 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit den Schamgrenzüberschreitungen, welche übergewichtige Schülerinnen im Sportunterricht erleben. Hierzu wurden mehrere Interviews durchgeführt und mittels der Grounded Theory ausgewertet. In der theoretischen Annäherung werden die Phänomene Scham und Übergewicht im Hinblick auf den schulischen Sportunterricht beleuchtet, bevor sich die empirische Datenanalyse und eine Auswertung der Ergebnisse anschließen.

Dem Sportunterricht lediglich positive Auswirkungen zuzuordnen, ist eine zu eindimensionale Perspektive. Der Körper stellt im Sportunterricht den Ausgangspunkt für unterrichtliche Handlungen und (explizite) Bewertungen dar. Dieser Faktor begünstigt das Auftreten von Schamgrenzüberschreitungen, die sich durch ihre Unauffälligkeit kennzeichnen. Laut Wernet spielen sich diese als "Hintergrundmusik", bestehend aus "witzigen Bemerkungen, Frotzeleien oder Anspielungen" ab. Ebendieses Überschreiten von Grenzen kann sich in beleidigenden oder unangebrachten Aussagen oder Handlungen manifestieren, mit denen eine Verletzung des Adressaten einhergeht.
Es stellt sich somit die Frage, inwiefern der Sportunterricht als zentrales Element des Schulsports, die Funktion der Erziehung zum freudvollen, lebenslangen Sporttreiben für alle Schüler*innen erfüllen kann, wenn es zu Erlebnissen wie dem eingangs geschilderten kommt. Durch negative Erfahrungen kann das Verhältnis nachhaltig gestört werden, da sich "eine Emotion oder eine Stimmung zusammen mit den begleitenden Ereignissen als globales Schema im Gedächtnis" festsetzen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Begriffsbestimmung der Scham

2.1.1 Schamformen

2.1.1.1 Körperscham

2.1.1.2 Soziale Scham

2.1.1.3 Verwandte Gefühle

2.1.1.4 Scham als passive Enthüllung oder scheiternde Hybris

2.1.2 Funktion von Scham

2.2 Rolle des Sportunterrichts

2.2.1 Potenzial des Sportunterrichts für die persönliche Entwicklung von Schüler*innen

2.2.2 Anfälligkeit des Sportunterrichtes für erlebte Scham

2.3 Übergewicht und damit verbundene Zuschreibungen

3. Scham im Sportunterricht – ein aktueller Forschungsstand

4. Forschungsdesign

4.1 Grundlegungen zur Anlage der Untersuchung

4.2 Narratives Interview

4.3 Durchführung der Untersuchung

4.4 Grounded Theory

4.4.1 Auswertung mit der Grounded Theory nach Strauss und Glaser

4.4.2 Theoretisches Sampling

5. Ergebnisse

5.1 Datenanalyse

5.2 Ergebnisse der Grounded Theory

5.2.1 Situationen der Grenzüberschreitung im Sportunterricht

5.2.2 Einfluss des Übergewichts auf das Schamempfinden

5.2.3 Einordnung in erlebte Schamarten

5.2.4 Kontext des Sportunterrichtes

5.2.5 Kurzfristige Wirkmächtigkeit der Grenzüberschreitungen

5.2.6 Langfristige Wirkmächtigkeit der Grenzüberschreitungen

5.2.7 Positive Veränderungen nach der Schulzeit und die dazugehörigen Gründe

6. Diskussion der Ergebnisse

7. Schlussbetrachtung

7.1 Reflexion

7.2 Fazit

7.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern ehemalige Schülerinnen, die während ihrer Schulzeit übergewichtig waren, retrospektiv von Schamgrenzüberschreitungen im Sportunterricht berichten. Das Ziel ist es, spezifische Auslöser und Situationen zu identifizieren sowie die Auswirkungen dieser Emotionen auf das spätere Sportverhalten und das Selbstkonzept zu analysieren.

  • Phänomenologie der Scham im schulischen Kontext
  • Einfluss von Übergewicht auf die Wahrnehmung im Sport
  • Rolle von Lehrkräften und Mitschüler*innen bei der Entstehung von Schamerlebnissen
  • Langfristige Konsequenzen von Scham für das Bewegungsverhalten
  • Potenziale zur Gestaltung eines schamfreieren Sportunterrichts

Auszug aus dem Buch

Vormachen von Bewegungsaufgaben

Der Sportunterricht grenzt sich durch die Rolle der Körperlichkeit stark von anderen Fächern ab, in welchen die Schüler*innen sich „nur mit einem Arm bei der Meldung aus dem Klassenverband herausheben müssen“ (Wiesche, 2013, S. 194). Während diese besondere Stellung der Körperlichkeit für einen Teil der Schüler*innen die Möglichkeit bietet, sich im Sportunterricht innerhalb ihrer sozialen Peergroup zu profilieren, stellt sie für Schüler*innen mit einem eingeschränkten körperlichen Selbstwertgefühl eine Gefahr für „Bloßstellungen und Verunsicherungen“ (ebd., S. 196) dar. Hiervon waren auch die Interviewten betroffen, wodurch sich in den Transkripten diverse Situationen finden, in welchen es durch Bewegungsdemonstrationen zum Schamempfinden kam.

Ein besonders entscheidender Faktor bestand für die Betroffenen darin, dass sie beim Vormachen den Blicken ihrer Mitschüler*innen und Lehrkräfte ungeschützt ausgesetzt waren. Anna drückt dies wie folgt aus:

„Also ich würde definitiv sagen das war Scham, alleine wenn du es vormachst, also Vormachen vor einer Gruppe, so war das ja meistens so dann sitzen da alle auf der Bank, gucken sich das an und du machst einen Durchlauf“ [#1, 308 – 310].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Scham im Sportunterricht für übergewichtige Schülerinnen ein und leitet die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der qualitativen Interviewstudie ab.

2. Theoretische Grundlagen: Hier werden Schamformen und die Rolle des Sportunterrichts theoretisch fundiert sowie das Verständnis von Übergewicht im Kontext dieser Arbeit definiert.

3. Scham im Sportunterricht – ein aktueller Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet bisherige wissenschaftliche Arbeiten zur Scham im Schulsport und zeigt ein Forschungsdefizit bezüglich übergewichtiger Schülerinnen auf.

4. Forschungsdesign: Es wird das methodische Vorgehen erläutert, welches auf der Grounded Theory basiert, und die Durchführung und Anlage der narrativen Interviews beschrieben.

5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Erkenntnisse, strukturiert nach Auslösern wie Körperexponiertheit, Leistungsbewertung und direkten Vergleichen, sowie deren kurz- und langfristige Auswirkungen.

6. Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden interpretiert, wobei die Sensibilität bestimmter Unterrichtssituationen betont und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

7. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, reflektiert das eigene Vorgehen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungen und pädagogische Anpassungen.

Schlüsselwörter

Scham, Sportunterricht, Übergewicht, Grounded Theory, narrative Interviews, Lehrkraft, Peergroup, Schamgrenzüberschreitung, Körperscham, Leistungsbewertung, soziale Stigmatisierung, Selbstkonzept, Sportpädagogik, Schamerleben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Schamempfinden von ehemals übergewichtigen jungen Frauen, basierend auf ihrer retrospektiven Wahrnehmung des Sportunterrichts während der Schullaufbahn.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Auslöser von Scham in sportlichen Kontexten, die Rolle des eigenen Körpergewichts sowie die kurz- und langfristigen Auswirkungen dieser Erfahrungen auf das Selbstbild und das heutige Sporttreiben.

Welches primäre Forschungsziel wird verfolgt?

Es soll beantwortet werden, inwiefern Schülerinnen mit Übergewicht von Schamgrenzüberschreitungen betroffen sind und welche Faktoren diese Erfahrungen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Interviewstudie mit narrativen Interviews, welche nach der Methodik der Grounded Theory nach Strauss und Glaser ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Scham und Sportunterricht sowie in die empirische Datenauswertung, die verschiedene Schamsituationen und deren Wirkmächtigkeit analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Scham, Sportunterricht, Übergewicht, Körperscham, Leistungsdruck, soziale Stigmatisierung und die Grounded Theory als methodisches Paradigma.

Welche Situationen im Sportunterricht werden von den Teilnehmerinnen besonders als schamvoll empfunden?

Besonders kritisch werden das Umziehen in der Umkleide, der Schwimmunterricht sowie Situationen genannt, in denen Leistungen vor der ganzen Klasse vorgemacht werden müssen.

Welchen Einfluss haben Lehrkräfte aus der Sicht der Betroffenen?

Lehrkräfte haben ein großes Einwirkungspotenzial; ihr Verhalten wird oft als unpädagogisch wahrgenommen, wenn sie Leistungsdruck ausüben oder zu wenig Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit und Heterogenität der Klasse nehmen.

Wie gehen die Betroffenen langfristig mit diesen Schamerlebnissen um?

Viele berichten von Vermeidungsstrategien, wie dem Meiden von Fitnessstudios oder bestimmten Sportkursen, und führen ihr zeitweise gestörtes Verhältnis zum Sport auf die negativen Erlebnisse in der Schulzeit zurück.

Ende der Leseprobe aus 140 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Scham im Sportunterricht. Interviewstudie ehemals übergewichtiger Schülerinnen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
140
Katalognummer
V1337476
ISBN (PDF)
9783346838216
ISBN (Buch)
9783346838223
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Scham Schulsport Sport Übergewicht Unangenheme Situationen Schule Sportunterricht Unterricht Interviewstudie Grounded Theory
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Scham im Sportunterricht. Interviewstudie ehemals übergewichtiger Schülerinnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337476
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Leseprobe aus  140  Seiten
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